In diesem Text lernst du die indirekte Rede im Deutschen Schritt für Schritt kennen. Die indirekte Rede ist wichtig, wenn du sagen möchtest, was eine andere Person gesagt hat. Dieses Thema gehört zu einer höheren Grammatikstufe, aber wir erklären es hier einfach und klar. Du lernst den Unterschied zwischen direkter und indirekter Rede, wichtige Verben, typische Formen und viele leichte Beispiele. So kannst du besser verstehen, wie man Aussagen von anderen Personen weitergibt.
Was ist indirekte Rede?
Mit indirekter Rede gibst du wieder, was jemand gesagt hat. Du wiederholst die Aussage, aber nicht genau Wort für Wort. Du berichtest also über die Worte einer anderen Person.
Direkte und indirekte Rede
Direkte Rede:
Anna sagt: „Ich bin müde.“
Indirekte Rede:
Anna sagt, sie sei müde.
Einfach erklärt
In der direkten Rede stehen die genauen Worte in Anführungszeichen. In der indirekten Rede gibst du den Inhalt weiter. Dabei verändert sich der Satz oft ein bisschen.
Wichtige Wörter
- die direkte Rede
- die indirekte Rede
- die Aussage
- berichten
- wiedergeben
- sagen
- erzählen
- erklären
- fragen
Wann benutzt man indirekte Rede?
Die indirekte Rede benutzt man, wenn man Informationen von anderen Personen weitergibt. Das passiert oft in Gesprächen, in Berichten, in Zeitungen oder in Nachrichten.
Typische Situationen
- Du erzählst, was jemand gesagt hat.
- Du berichtest über ein Gespräch.
- Du schreibst eine Nachricht weiter.
- Du liest einen Bericht in der Zeitung.
Beispiele
Meine Freundin sagt, sie kommt später.
Der Lehrer erklärt, die Prüfung sei nicht schwer.
In der Zeitung steht, die Straße werde morgen gesperrt.
Wichtige Verben vor der indirekten Rede
Bestimmte Verben benutzt man oft zusammen mit indirekter Rede. Diese Verben zeigen, dass jemand etwas sagt, fragt oder erklärt.
Häufige Verben
- sagen
- erzählen
- erklären
- meinen
- glauben
- berichten
- fragen
- antworten
- schreiben
- mitteilen
Beispiele
Er sagt, er habe keine Zeit.
Sie erklärt, sie müsse heute länger arbeiten.
Die Lehrerin meint, die Aufgabe sei nicht schwer.
Er fragt, ob der Kurs morgen beginne.
Konjunktiv I in der indirekten Rede
Die klassische Form der indirekten Rede benutzt oft den Konjunktiv I. Diese Form ist besonders in Berichten, Nachrichten oder formellen Texten wichtig.
Beispiele
Direkte Rede: Er sagt: „Ich bin krank.“
Indirekte Rede: Er sagt, er sei krank.
Direkte Rede: Sie sagt: „Ich komme morgen.“
Indirekte Rede: Sie sagt, sie komme morgen.
Direkte Rede: Der Lehrer sagt: „Die Prüfung ist leicht.“
Indirekte Rede: Der Lehrer sagt, die Prüfung sei leicht.
Einfach erklärt
Der Konjunktiv I zeigt: Das sind nicht meine eigenen Worte. Ich gebe nur weiter, was eine andere Person gesagt hat.
Wichtige Formen
- ich sei
- du seiest
- er / sie sei
- wir seien
- ihr seiet
- sie seien
Diese Formen sind besonders bei sein wichtig, weil man sie oft sieht und hört.
Indirekte Rede mit dass
Im Alltag benutzen viele Menschen statt des Konjunktivs einfach einen dass-Satz. Diese Form ist oft leichter und sehr häufig im gesprochenen Deutsch.
Beispiele
Direkte Rede: Er sagt: „Ich bin müde.“
Indirekte Rede mit dass: Er sagt, dass er müde ist.
Direkte Rede: Sie sagt: „Ich habe wenig Zeit.“
Indirekte Rede mit dass: Sie sagt, dass sie wenig Zeit hat.
Direkte Rede: Wir sagen: „Wir kommen später.“
Indirekte Rede mit dass: Sie sagen, dass sie später kommen.
Einfach erklärt
Diese Form ist sehr nützlich für Lernende. Sie ist im Alltag oft einfacher als der Konjunktiv I. Wichtig ist nur: Nach dass steht das Verb am Ende.
Direkte Rede in indirekte Rede umformen
Wenn du direkte Rede in indirekte Rede veränderst, musst du oft kleine Änderungen machen. Nicht nur das Verb ändert sich manchmal, sondern auch Pronomen oder Zeitangaben.
Beispiele mit Pronomen
Direkte Rede: Maria sagt: „Ich lerne Deutsch.“
Indirekte Rede: Maria sagt, sie lerne Deutsch.
Direkte Rede: Paul sagt: „Meine Schwester kommt heute.“
Indirekte Rede: Paul sagt, seine Schwester komme heute.
Einfach erklärt
Ich wird oft zu er oder sie. Auch mein wird oft zu sein oder ihr.
Beispiele mit Zeitangaben
Direkte Rede: Sie sagt: „Ich komme morgen.“
Indirekte Rede: Sie sagt, sie komme morgen.
Wenn man später über diesen Satz spricht, kann sich die Zeitangabe ändern:
Sie sagte gestern, sie komme am nächsten Tag.
Fragen in der indirekten Rede
Auch Fragen kann man indirekt wiedergeben. Dabei gibt es zwei wichtige Arten: Ja-Nein-Fragen und W-Fragen.
Ja-Nein-Fragen mit ob
Direkte Rede: Er fragt: „Kommst du morgen?“
Indirekte Rede: Er fragt, ob ich morgen komme.
Direkte Rede: Sie fragt: „Ist der Kurs schwer?“
Indirekte Rede: Sie fragt, ob der Kurs schwer sei.
Einfach erklärt
Bei Ja-Nein-Fragen benutzt man oft ob.
W-Fragen
Direkte Rede: Er fragt: „Wann beginnt der Kurs?“
Indirekte Rede: Er fragt, wann der Kurs beginne.
Direkte Rede: Sie fragt: „Warum bist du müde?“
Indirekte Rede: Sie fragt, warum ich müde sei.
Einfach erklärt
Bei W-Fragen bleibt das Fragewort oft gleich, zum Beispiel wann, warum, wie, wo.
Aufforderungen in der indirekten Rede
Auch Bitten, Wünsche oder Aufforderungen kann man indirekt wiedergeben. Dafür benutzt man oft Wörter wie sollen oder Formulierungen mit bitten.
Beispiele
Direkte Rede: Der Lehrer sagt: „Macht die Tür zu!“
Indirekte Rede: Der Lehrer sagt, wir sollen die Tür zumachen.
Direkte Rede: Die Mutter sagt: „Ruf mich später an!“
Indirekte Rede: Die Mutter sagt, ich soll sie später anrufen.
Direkte Rede: Die Chefin sagt: „Bitte schicken Sie die E-Mail heute.“
Indirekte Rede: Die Chefin bittet darum, die E-Mail noch heute zu schicken.
Einfach erklärt
Bei Aufforderungen benutzt man oft nicht direkt den Konjunktiv I, sondern andere Formen, die die Bitte oder den Auftrag klar machen.
Konjunktiv I und Konjunktiv II
Manchmal benutzt man in der indirekten Rede nicht den Konjunktiv I, sondern den Konjunktiv II. Das passiert oft, wenn eine Form unklar oder gleich wie der Indikativ ist.
Beispiele
Direkte Rede: Sie sagen: „Wir kommen später.“
Indirekte Rede mit Konjunktiv I: Sie sagen, sie kommen später.
Diese Form sieht aus wie ein normaler Indikativ. Darum benutzt man oft den Konjunktiv II:
Sie sagen, sie kämen später.
Einfach erklärt
Der Konjunktiv II hilft, wenn man klar zeigen möchte: Das ist indirekte Rede.
Weitere Beispiele
Sie sagen, sie hätten keine Zeit.
Er erklärt, sie wären schon informiert.
Indirekte Rede in Nachrichten und Berichten
In Zeitungen, im Radio oder in Berichten benutzt man die indirekte Rede oft, um neutral zu berichten. So zeigt man: Diese Information kommt von einer anderen Person oder Stelle.
Beispiele
Die Polizei teilt mit, der Unfall sei am Morgen passiert.
Der Minister erklärt, die neuen Regeln würden bald gelten.
Die Zeugin sagt, sie habe einen lauten Knall gehört.
Einfach erklärt
So klingt ein Text sachlich und neutral. Der Sprecher oder Schreiber zeigt: Ich gebe nur Informationen weiter.
Die Wortstellung in der indirekten Rede
Die Wortstellung ist auch hier wichtig. Wenn du einen dass-Satz, einen ob-Satz oder einen Fragesatz in indirekter Rede benutzt, steht das Verb am Ende.
Beispiele
Sie sagt, dass sie heute müde ist.
Er fragt, ob wir morgen Zeit haben.
Ich weiß nicht, wann der Zug ankommt.
Ohne dass
In formeller Sprache kann die indirekte Rede auch ohne dass stehen.
Sie sagt, sie sei müde.
Er meint, er habe recht.
Einfach erklärt
Ohne dass ist der Satz oft kürzer und formeller. Mit dass ist der Satz für viele Lernende einfacher.
Typische Veränderungen bei Pronomen
Wenn du direkte Rede in indirekte Rede umwandelst, ändern sich oft die Pronomen.
Beispiele
Direkte Rede: Anna sagt: „Ich komme mit meiner Schwester.“
Indirekte Rede: Anna sagt, sie komme mit ihrer Schwester.
Direkte Rede: Max sagt: „Wir haben unser Buch vergessen.“
Indirekte Rede: Max sagt, sie hätten ihr Buch vergessen.
Einfach erklärt
Du musst immer überlegen: Wer spricht? Und über wen wird jetzt berichtet?
Typische Veränderungen bei Zeit und Ort
Auch Zeit- und Ortsangaben können sich ändern, wenn man später über etwas berichtet.
Beispiele
Direkte Rede: Sie sagt: „Ich komme heute hierher.“
Indirekte Rede: Sie sagt, sie komme heute hierher.
Später berichtet man vielleicht:
Sie sagte, sie komme an diesem Tag dorthin.
Typische Veränderungen
- heute → an diesem Tag
- morgen → am nächsten Tag
- gestern → am Vortag
- hier → dort
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs spricht die Lehrerin über indirekte Rede. Sie erklärt, diese Form sei besonders wichtig in Berichten und in der Schriftsprache. Dann schreibt sie einen Satz an die Tafel: „Paul sagt: Ich bin müde.“ Die Lernenden sollen den Satz in indirekte Rede umformen. Anna sagt, Paul sage, er sei müde. Die Lehrerin nickt und sagt, das sei richtig.
Später üben die Lernenden auch Fragen. Die Lehrerin sagt: „Fragt mit ob.“ Dann schreibt sie ein Beispiel: „Maria fragt: Kommst du morgen?“ Die Antwort lautet: Maria fragt, ob er morgen komme. Am Ende sagt die Lehrerin, die indirekte Rede wirke zuerst schwer, aber mit Übung werde sie leichter.
Fragen zum Lesetext
- Worüber spricht die Lehrerin?
- Welchen Satz schreibt sie an die Tafel?
- Was sagt Anna?
- Was üben die Lernenden später?
- Was sagt die Lehrerin am Ende?
Kurzer Dialog
Tom: Verstehst du die indirekte Rede jetzt besser?
Lina: Ja, ein bisschen. Ich weiß jetzt, dass man oft den Konjunktiv I benutzt.
Tom: Kannst du ein Beispiel sagen?
Lina: Ja. Er sagt: „Ich bin krank.“ Dann heißt es: Er sagt, er sei krank.
Tom: Sehr gut. Und wie macht man es im Alltag oft?
Lina: Mit dass. Zum Beispiel: Er sagt, dass er krank ist.
Tom: Genau. Und bei Fragen?
Lina: Bei Ja-Nein-Fragen nimmt man oft ob.
Nützliche Sätze aus dem Dialog
- Er sagt, er sei krank.
- Er sagt, dass er krank ist.
- Man benutzt oft den Konjunktiv I.
- Bei Ja-Nein-Fragen nimmt man oft ob.
Typische Fehler vermeiden
Viele Lernende machen ähnliche Fehler bei der indirekten Rede. Das ist normal. Wichtig ist, langsam zu arbeiten und auf kleine Veränderungen zu achten.
Häufige Probleme
- Pronomen nicht ändern
- Verbform vergessen
- dass, ob oder Fragewort falsch benutzen
- Wortstellung im Nebensatz falsch machen
Falsch und richtig
Falsch: Anna sagt, ich bin müde.
Richtig: Anna sagt, sie sei müde.
Falsch: Er fragt, ob kommt sie morgen.
Richtig: Er fragt, ob sie morgen kommt.
Falsch: Sie sagt, dass sie kommt morgen.
Richtig: Sie sagt, dass sie morgen kommt.
Mini-Übungen mit Beispielen
Direkte Rede umformen
Direkte Rede: Er sagt: „Ich habe keine Zeit.“
Indirekte Rede: Er sagt, er habe keine Zeit.
Direkte Rede: Sie sagt: „Ich lerne Deutsch.“
Indirekte Rede: Sie sagt, sie lerne Deutsch.
Direkte Rede: Paul fragt: „Hast du heute Zeit?“
Indirekte Rede: Paul fragt, ob ich heute Zeit habe.
Direkte Rede: Anna fragt: „Wann beginnt der Unterricht?“
Indirekte Rede: Anna fragt, wann der Unterricht beginne.
Sätze mit dass
- Er sagt, dass er müde ist.
- Sie meint, dass der Kurs interessant ist.
- Wir wissen, dass der Test morgen beginnt.
Wichtiger Wortschatz zum Wiederholen
- die indirekte Rede
- die direkte Rede
- die Aussage
- der Bericht
- der Konjunktiv I
- der Konjunktiv II
- das Pronomen
- die Frage
- das Fragewort
- ob
- dass
- berichten
- erzählen
- erklären
- weitergeben
Weitere einfache Beispielsätze
Die Lehrerin sagt, die Aufgabe sei nicht schwer.
Mein Freund erzählt, er habe gestern viel gearbeitet.
Sie fragt, ob wir morgen kommen.
Er fragt, warum ich so spät bin.
Im Alltag sagt man oft, dass etwas leicht oder schwer ist.
In Berichten liest man oft den Konjunktiv I.
Mit indirekter Rede kann ich sagen, was andere Personen gesagt haben.
Wenn ich langsam übe, verstehe ich diese Grammatik immer besser.
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