Das Partizip I kann im Deutschen wie ein Adjektiv benutzt werden. Es klingt zuerst vielleicht schwer, ist aber eigentlich gut zu verstehen. Man bildet es mit dem Verbstamm und -d. Zum Beispiel wird aus lernen das Wort lernend. Oft sieht man aber nicht nur die Grundform, sondern eine Form mit Adjektivendung, zum Beispiel ein lernender Schüler oder eine lachende Frau. Auf diese Weise kann man Personen oder Dinge genauer beschreiben. Das Partizip I ist besonders nützlich in Texten, Beschreibungen und in etwas formellerer Sprache.
Was ist Partizip I?
Das Partizip I heißt auch Partizip Präsens. Es zeigt meistens eine Handlung, die gerade passiert oder gleichzeitig passiert. Es kommt vom Verb.
So bildet man Partizip I
- machen → machend
- lernen → lernend
- lachen → lachend
- spielen → spielend
- arbeiten → arbeitend
Die Grundregel ist einfach:
- Infinitiv ohne -en oder -n + d
Beispiele:
- schlafen → schlafend
- reden → redend
- gehen → gehend
Oft steht das Partizip I aber nicht allein, sondern wie ein Adjektiv vor einem Nomen.
- das lachende Kind
- der spielende Hund
- die arbeitende Frau
Partizip I als Adjektiv
Wenn man das Partizip I wie ein Adjektiv benutzt, beschreibt es ein Nomen genauer. Es sagt oft: Diese Person oder dieses Ding macht gerade etwas.
Einfache Beispiele
- das schlafende Baby
- der singende Mann
- die lesende Studentin
- ein wartender Gast
- eine lächelnde Lehrerin
Hier ist die Bedeutung klar:
- das schlafende Baby = das Baby schläft
- der singende Mann = der Mann singt
- die lesende Studentin = die Studentin liest
Das Partizip I zeigt also meistens eine aktive Bedeutung.
Vergleich mit einem Nebensatz
- Das ist die Frau. Sie arbeitet dort.
- Das ist die dort arbeitende Frau.
- Das Kind lacht. Es steht am Fenster.
- Das lachende Kind steht am Fenster.
Mit Partizip I kann man zwei Informationen kürzer zusammenbringen.
Wie benutzt man die Form im Satz?
Als Adjektiv bekommt das Partizip I eine Adjektivendung. Es folgt also den normalen Regeln der Adjektivdeklination.
Mit bestimmtem Artikel
- der spielende Junge
- die spielende Katze
- das spielende Kind
- die spielenden Kinder
Mit unbestimmtem Artikel
- ein spielender Junge
- eine spielende Katze
- ein spielendes Kind
Ohne Artikel
- spielender Junge
- spielende Katze
- spielendes Kind
Man muss also nicht nur das Partizip I kennen, sondern auch die richtige Endung benutzen.
Was bedeutet Partizip I genau?
Partizip I hat meistens eine aktive Bedeutung. Das Nomen macht selbst etwas.
Aktive Bedeutung
- der laufende Mann = der Mann läuft
- die sprechende Frau = die Frau spricht
- das weinende Kind = das Kind weint
Das ist sehr wichtig. Das Nomen ist aktiv.
Weitere Beispiele
- die tanzenden Kinder spielen im Garten.
- der wartende Kunde steht vor der Tür.
- eine reisende Familie sucht ein Hotel.
Hier machen die Kinder, der Kunde und die Familie selbst etwas.
Partizip I im Alltag
Auch wenn Partizip I etwas formeller klingt, gibt es viele einfache und häufige Beispiele im Alltag.
Typische Beispiele
- fließendes Wasser
- kochendes Wasser
- fahrende Autos
- spielende Kinder
- fehlende Informationen
Einige dieser Formen sieht und hört man sehr oft.
- Bitte trinken Sie kein kochendes Wasser.
- Die Straße ist voll mit fahrenden Autos.
- Im Hof spielen lachende Kinder.
- Es gibt noch fehlende Unterlagen.
Kurzer Lesetext
Anna sitzt im Park auf einer Bank. Vor ihr spielen lachende Kinder mit einem Ball. Neben der Bank steht ein telefonierender Mann. Auf dem Weg fährt ein radfahrender Junge schnell vorbei. Anna liest ein spannendes Buch und hört dabei singende Vögel. Sie mag diese ruhige und gleichzeitig lebendige Stimmung im Park sehr.
Partizip-I-Formen im Text
- lachende Kinder
- telefonierender Mann
- radfahrender Junge
- singende Vögel
Partizip I im Beruf und in Texten
Auf einem höheren Niveau sieht man Partizip I oft in schriftlichen Texten, Berichten oder formelleren Beschreibungen. Es ist also gut, diese Form zu verstehen.
Typische Beispiele
- die fehlenden Daten
- die steigenden Preise
- die arbeitenden Menschen
- eine leitende Position
- ein überzeugendes Argument
Beispiele im Satz:
- Die fehlenden Daten kommen morgen.
- Viele Menschen sprechen über steigende Preise.
- Die arbeitenden Eltern haben oft wenig Zeit.
- Sie hat eine leitende Position in der Firma.
- Das ist ein überzeugendes Argument.
Einige dieser Wörter sind schon fast normale Adjektive geworden. Man denkt dann nicht sofort an das Verb.
Beispiele mit klarer Bedeutung
- steigende Preise = Preise steigen
- fehlende Unterlagen = Unterlagen fehlen
- überzeugende Worte = Worte überzeugen
Partizip I und normale Adjektive
Partizip I funktioniert ähnlich wie ein normales Adjektiv. Es steht oft vor dem Nomen und bekommt eine Endung.
Vergleich
- ein großer Hund
- ein bellender Hund
- die nette Lehrerin
- die lächelnde Lehrerin
- das kalte Wasser
- das fließende Wasser
Grammatisch ist die Form ähnlich. Der Unterschied ist die Bedeutung. Ein normales Adjektiv beschreibt eine Eigenschaft. Das Partizip I zeigt meistens eine Handlung oder einen Zustand mit aktiver Bedeutung.
Partizip I mit Adjektivdeklination
Weil Partizip I wie ein Adjektiv benutzt wird, muss man die Endungen richtig setzen.
Nominativ
- der singende Mann
- die singende Frau
- das singende Kind
- die singenden Kinder
Akkusativ
- Ich sehe den singenden Mann.
- Ich sehe die singende Frau.
- Ich sehe das singende Kind.
- Ich sehe die singenden Kinder.
Dativ
- Ich spreche mit dem singenden Mann.
- Ich helfe der singenden Frau.
- Ich spiele mit dem singenden Kind.
- Ich spreche mit den singenden Kindern.
Die Endungen sind also dieselben wie bei anderen Adjektiven.
Einfache Merkhilfe
Denke so:
- lachend + Adjektivendung
- spielend + Adjektivendung
- lernend + Adjektivendung
Beispiele:
- ein lachendes Baby
- mit einem lachenden Baby
- die lernenden Schüler
Typische Verben für Partizip I
Nicht alle Verben benutzt man gleich oft mit Partizip I. Manche Formen sind im Alltag besonders häufig und leicht zu verstehen.
Häufige Beispiele
- lachen → lachend
- weinen → weinend
- spielen → spielend
- schlafen → schlafend
- lesen → lesend
- sprechen → sprechend
- warten → wartend
- fahren → fahrend
- steigen → steigend
- fehlen → fehlend
Beispiele im Satz
- Ein weinendes Kind braucht oft Hilfe.
- Die wartenden Gäste stehen vor dem Hotel.
- Lesende Kinder lernen oft neue Wörter.
- Auf der Straße stehen viele parkende Autos.
- Steigende Kosten sind ein Problem.
Typische Fehler
Viele Lernende machen bei Partizip I ähnliche Fehler. Das ist normal. Wichtig ist, die Form und die Bedeutung genau zu beachten.
Fehler bei der Bildung
- Falsch: spielene Kinder
- Richtig: spielende Kinder
Man braucht immer das d.
- Falsch: lachene Frau
- Richtig: lachende Frau
Fehler bei der Endung
- Falsch: der spielend Junge
- Richtig: der spielende Junge
- Falsch: mit dem lachende Kind
- Richtig: mit dem lachenden Kind
Hier sieht man: Das Partizip I braucht auch die passende Adjektivendung.
Fehler bei der Bedeutung
Man muss aufpassen: Partizip I ist aktiv.
- die schreibende Studentin = die Studentin schreibt
Das bedeutet nicht: Jemand schreibt über die Studentin. Die Studentin macht die Handlung selbst.
Partizip I in kurzen Beschreibungen
Mit Partizip I kann man Personen, Situationen und Bilder gut beschreiben. Das ist besonders nützlich beim Schreiben.
Bildbeschreibung
- Auf dem Bild sieht man eine lachende Familie.
- Im Hintergrund steht ein telefonierender Mann.
- Vorne spielt ein schreiendes Kind mit einem Ball.
- Auf der Straße fahren hupende Autos.
Personen beschreiben
- Die lesende Frau sitzt am Fenster.
- Der arbeitende Vater hat wenig Zeit.
- Das schlafende Baby ist sehr ruhig.
Diese Form hilft, Sätze kürzer und genauer zu machen.
Vergleich mit Nebensätzen
Oft kann man einen Nebensatz mit Partizip I kürzer ausdrücken.
Beispiele
- Die Frau, die am Fenster sitzt, liest ein Buch.
- Die am Fenster sitzende Frau liest ein Buch.
- Die Kinder, die im Garten spielen, sind laut.
- Die im Garten spielenden Kinder sind laut.
- Der Mann, der vor der Tür wartet, ist mein Nachbar.
- Der vor der Tür wartende Mann ist mein Nachbar.
Die Form mit Partizip I ist kürzer, aber oft etwas formeller.
Kurzer Dialog
Lena: Wer ist die lachende Frau dort?
Tom: Das ist meine Lehrerin.
Lena: Und wer sind die spielenden Kinder im Garten?
Tom: Das sind ihre Kinder.
Lena: Ich sehe auch einen telefonierenden Mann.
Tom: Ja, das ist ihr Bruder.
Lena: Die Atmosphäre ist schön. Man hört singende Vögel und sieht überall lächelnde Menschen.
Tom: Ja, heute ist wirklich ein ruhiger und sonniger Tag.
Wortschatz mit Partizip I
Nützliche Formen
- lachend
- weinend
- spielend
- schlafend
- lesend
- lernend
- arbeitend
- wartend
- fahrend
- fehlend
- steigend
- sinkend
Beispiele mit Nomen
- ein weinendes Baby
- die lernenden Schüler
- ein arbeitender Mensch
- die wartenden Gäste
- steigende Zahlen
- fehlende Informationen
Kurzer Übungstext
Im Bahnhof sitzen viele wartende Menschen. Einige lesende Fahrgäste schauen in ihre Bücher, andere telefonierende Reisende sprechen laut. Auf Gleis 3 steht ein einfahrender Zug. Eine suchende Frau blickt auf die Anzeigetafel. Neben ihr schläft ein müdes Kind in einem Kinderwagen. In der Bahnhofshalle hört man rollende Koffer, sprechende Menschen und eine erklärende Stimme aus dem Lautsprecher.
Wichtige Partizip-I-Formen aus dem Text
- wartende Menschen
- lesende Fahrgäste
- telefonierende Reisende
- einfahrender Zug
- suchende Frau
- rollende Koffer
- sprechende Menschen
- erklärende Stimme
So kann man Partizip I gut lernen
Partizip I lernt man am besten mit kleinen, klaren Beispielen. Es hilft, wenn man zuerst einfache Verben nimmt und dann ganze Sätze bildet.
Gute Lernmethoden
- Lerne zuerst die Bildung mit -d.
- Verbinde die Form mit einem Nomen.
- Achte auf die Adjektivendung.
- Vergleiche mit einem Nebensatz.
- Benutze die Formen in kleinen Beschreibungen.
Kleine Beispiele zum Üben
- lachen → das lachende Kind
- lesen → der lesende Schüler
- arbeiten → die arbeitende Mutter
- warten → die wartenden Gäste
- steigen → die steigenden Preise
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