Im Deutschen sind Relativsätze sehr wichtig, wenn man genauer sprechen und schreiben möchte. Am Anfang benutzt man oft zwei kurze Sätze, zum Beispiel: „Das ist meine Lehrerin. Sie erklärt gut.“ Später verbindet man solche Informationen mit einem Relativsatz: „Das ist meine Lehrerin, die gut erklärt.“ Auf B2-Niveau soll man auch erweiterte Relativsätze verstehen und anwenden können. Dazu gehören Relativsätze im Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv, mit Präpositionen und auch Was-Relativsätze. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du diese Formen schon Schritt für Schritt üben. In diesem Text findest du einfache Erklärungen, viele Übungen, Lösungen, einen kurzen Lesetext und kleine Dialoge.
Warum Relativsätze wichtig sind
Genauer sprechen und schreiben
Mit Relativsätzen kannst du Personen, Dinge, Orte und Situationen genauer beschreiben. Das macht deine Sprache klarer und natürlicher.
Beispiele:
- Das ist der Mann, der nebenan wohnt.
- Das ist das Buch, das ich gerade lese.
- Das ist die Kollegin, mit der ich oft spreche.
Mit solchen Sätzen verbindest du Informationen besser.
Kurze Sätze verbinden
Relativsätze helfen dir, zwei Aussagen in einem Satz zu verbinden.
Vergleich:
- Das ist meine Nachbarin. Sie ist sehr freundlich.
- Das ist meine Nachbarin, die sehr freundlich ist.
Der zweite Satz klingt flüssiger und besser verbunden.
Kurze Wiederholung: Was ist ein Relativsatz?
Die Grundidee einfach erklärt
Ein Relativsatz beschreibt ein Nomen genauer. Er beginnt oft mit einem Relativpronomen wie „der“, „die“, „das“, „dem“, „den“, „dessen“, „deren“ oder „was“.
Beispiele:
- Das ist die Frau, die im Büro arbeitet.
- Das ist das Haus, in dem mein Bruder wohnt.
- Das ist der Mann, dessen Auto vor der Tür steht.
Die wichtigste Regel
Im Relativsatz steht das konjugierte Verb am Ende.
- die im Büro arbeitet
- in dem mein Bruder wohnt
- dessen Auto vor der Tür steht
Vor dem Relativsatz steht immer ein Komma.
Übung zu Relativsätzen im Nominativ
Setze das richtige Relativpronomen ein
Ergänze „der“, „die“ oder „das“.
- Das ist der Mann, ______ hier arbeitet.
- Das ist die Frau, ______ sehr freundlich ist.
- Das ist das Kind, ______ im Garten spielt.
- Das sind die Leute, ______ im Hotel wohnen.
Lösungen:
- Das ist der Mann, der hier arbeitet.
- Das ist die Frau, die sehr freundlich ist.
- Das ist das Kind, das im Garten spielt.
- Das sind die Leute, die im Hotel wohnen.
Worum geht es hier?
In diesen Sätzen ist das Relativpronomen das Subjekt im Relativsatz. Darum steht es im Nominativ.
- der arbeitet
- die ist
- das spielt
- die wohnen
Übung zu Relativsätzen im Akkusativ
Setze das richtige Relativpronomen ein
Ergänze „den“, „die“ oder „das“.
- Das ist der Mann, ______ ich gestern gesehen habe.
- Das ist die Frau, ______ wir eingeladen haben.
- Das ist das Buch, ______ ich kaufen möchte.
- Das sind die Filme, ______ wir am Wochenende gesehen haben.
Lösungen:
- Das ist der Mann, den ich gestern gesehen habe.
- Das ist die Frau, die wir eingeladen haben.
- Das ist das Buch, das ich kaufen möchte.
- Das sind die Filme, die wir am Wochenende gesehen haben.
Die Frage hilft
Du kannst fragen:
- Wen habe ich gesehen?
- Wen haben wir eingeladen?
- Was möchte ich kaufen?
- Was haben wir gesehen?
Darum steht das Relativpronomen hier im Akkusativ.
Übung zu Relativsätzen im Dativ
Setze die richtige Form ein
Ergänze „dem“, „der“ oder „denen“.
- Das ist der Mann, ______ ich geholfen habe.
- Das ist die Frau, ______ ich geschrieben habe.
- Das ist das Kind, ______ wir ein Geschenk gegeben haben.
- Das sind die Leute, ______ wir oft begegnen.
Lösungen:
- Das ist der Mann, dem ich geholfen habe.
- Das ist die Frau, der ich geschrieben habe.
- Das ist das Kind, dem wir ein Geschenk gegeben haben.
- Das sind die Leute, denen wir oft begegnen.
Typische Dativverben
Diese Verben brauchen oft den Dativ:
- helfen
- schreiben
- danken
- begegnen
- gefallen
- gehören
Wenn das Verb Dativ braucht, steht auch das Relativpronomen im Dativ.
Übung zu Relativsätzen mit Präpositionen
Verbinde die Sätze
Verbinde die zwei Sätze zu einem Relativsatz mit Präposition.
- Das ist die Kollegin. Ich arbeite mit ihr.
- Das ist die Stadt. Mein Bruder wohnt in ihr.
- Das ist das Thema. Wir sprechen über das Thema.
- Das ist der Stuhl. Ich sitze auf dem Stuhl.
Lösungen:
- Das ist die Kollegin, mit der ich arbeite.
- Das ist die Stadt, in der mein Bruder wohnt.
- Das ist das Thema, über das wir sprechen.
- Das ist der Stuhl, auf dem ich sitze.
Wichtige Regel
Die Präposition steht direkt vor dem Relativpronomen.
- mit der
- in der
- über das
- auf dem
Das ist sehr wichtig.
Übung zu Relativsätzen im Genitiv
Setze „dessen“ oder „deren“ ein
Ergänze das passende Relativpronomen.
- Das ist der Mann, ______ Auto vor dem Haus steht.
- Das ist die Frau, ______ Sohn in Berlin studiert.
- Das ist das Kind, ______ Ball im Garten liegt.
- Das sind die Nachbarn, ______ Kinder mit uns spielen.
Lösungen:
- Das ist der Mann, dessen Auto vor dem Haus steht.
- Das ist die Frau, deren Sohn in Berlin studiert.
- Das ist das Kind, dessen Ball im Garten liegt.
- Das sind die Nachbarn, deren Kinder mit uns spielen.
Merke dir
- der Mann → dessen
- das Kind → dessen
- die Frau → deren
- die Nachbarn → deren
„Dessen“ steht bei maskulin und neutral. „Deren“ steht bei feminin und Plural.
Übung zu Was-Relativsätzen
Setze „was“ richtig ein
Ergänze „was“.
- Alles, ______ du sagst, ist interessant.
- Das, ______ ich meine, ist nicht kompliziert.
- Er hat die Prüfung bestanden, ______ mich sehr gefreut hat.
- Nichts, ______ ich gehört habe, war neu für mich.
Lösungen:
- Alles, was du sagst, ist interessant.
- Das, was ich meine, ist nicht kompliziert.
- Er hat die Prüfung bestanden, was mich sehr gefreut hat.
- Nichts, was ich gehört habe, war neu für mich.
Wann benutzt man „was“?
„Was“ benutzt man oft nach:
- alles
- nichts
- etwas
- vieles
- manches
- das
Es kann sich auch auf einen ganzen Satz beziehen.
Übung: Fehler finden und verbessern
Verbessere die Sätze
In jedem Satz ist ein Fehler. Schreibe den Satz richtig.
- Das ist der Mann, der ich gestern gesehen habe.
- Das ist die Frau, mit die ich spreche.
- Das ist das Haus, dessen Fenster sind offen.
- Alles, das du sagst, ist richtig.
Lösungen:
- Das ist der Mann, den ich gestern gesehen habe.
- Das ist die Frau, mit der ich spreche.
- Das ist das Haus, dessen Fenster offen sind.
- Alles, was du sagst, ist richtig.
Was war falsch?
- Im ersten Satz braucht man Akkusativ: den.
- Im zweiten Satz muss nach „mit“ Dativ stehen: mit der.
- Im dritten Satz steht das Verb am Ende: offen sind.
- Im vierten Satz benutzt man nach „alles“ das Relativpronomen „was“.
Übung: Zwei Sätze verbinden
Bilde einen Relativsatz
Verbinde die Sätze zu einem längeren Satz.
- Das ist meine Lehrerin. Sie erklärt sehr gut.
- Ich lese ein Buch. Das Buch ist sehr spannend.
- Wir besuchen Freunde. Ihre Kinder spielen mit uns.
- Paul hat mir sofort geholfen. Das hat mich überrascht.
Mögliche Lösungen:
- Das ist meine Lehrerin, die sehr gut erklärt.
- Ich lese ein Buch, das sehr spannend ist.
- Wir besuchen Freunde, deren Kinder mit uns spielen.
- Paul hat mir sofort geholfen, was mich überrascht hat.
Warum ist diese Übung wichtig?
So lernst du, komplexe Informationen besser zu verbinden. Statt vieler kurzer Sätze kannst du einen klaren, längeren Satz bilden.
Übung mit mehreren Informationen
Einen Satz erweitern
Baue aus den Informationen einen längeren Satz.
- Das ist Anna. Sie kommt aus Wien. Sie arbeitet in einem Hotel. Ich kenne sie gut.
Mögliche Lösung:
- Das ist Anna, die aus Wien kommt, in einem Hotel arbeitet und die ich gut kenne.
Noch ein Beispiel:
- Das ist das Café. Wir treffen uns dort oft. Das Café ist sehr gemütlich.
Mögliche Lösung:
- Das ist das Café, in dem wir uns oft treffen und das sehr gemütlich ist.
Warum das nützlich ist
Auf B2-Niveau soll man oft mehrere Informationen in einem Satz verbinden. Relativsätze helfen dir dabei.
Kurzer Lesetext
Jonas besucht einen Deutschkurs, der dreimal pro Woche stattfindet. Seine Lehrerin ist eine Frau, die sehr ruhig und klar erklärt. Im Unterricht gibt es viele Übungen, die Jonas beim Schreiben helfen. Besonders mag er die Kollegin, mit der er oft zusammenarbeitet. Letzte Woche las die Gruppe einen Text über eine Familie, deren Alltag sehr stressig war. Jonas schrieb danach eine kleine Zusammenfassung, was seine Lehrerin sehr gelobt hat. Er merkt, dass Relativsätze ihm helfen, Informationen besser zu verbinden und genauer zu sprechen.
Wichtige Relativsätze aus dem Lesetext
- der dreimal pro Woche stattfindet
- die sehr ruhig und klar erklärt
- die Jonas beim Schreiben helfen
- mit der er oft zusammenarbeitet
- deren Alltag sehr stressig war
- was seine Lehrerin sehr gelobt hat
Einfache Dialoge
Dialog über eine Person
A: Wer ist die Frau, die dort steht?
B: Das ist unsere neue Lehrerin.
A: Ist das die Lehrerin, die aus Hamburg kommt?
B: Ja, genau.
Dialog über ein Buch
A: Ist das das Buch, das du gerade liest?
B: Ja, das ist sehr spannend.
A: Ist das auch das Buch, über das ihr im Kurs sprecht?
B: Ja, genau das.
Dialog über Hilfe
A: Wer ist der Mann, dem du gestern geholfen hast?
B: Das ist mein Nachbar.
A: Ach so.
B: Ja, sein Auto war kaputt.
Dialog mit „was“
A: Paul hat die Prüfung bestanden.
B: Wirklich?
A: Ja, was mich sehr gefreut hat.
B: Das ist eine gute Nachricht.
Wortschatz zum Thema erweiterte Relativsätze
- der Relativsatz = ein Satz, der ein Nomen oder eine Aussage genauer beschreibt
- das Relativpronomen = ein Wort wie der, die, das, dessen, deren, was
- das Bezugswort = das Wort, auf das sich der Relativsatz bezieht
- erweitert = länger oder genauer gemacht
- verbinden = zusammenbringen
- präzise = sehr genau
- der Besitz = etwas gehört jemandem
- die Zugehörigkeit = Verbindung zu jemandem oder etwas
- die Präposition = ein Wort wie mit, in, auf oder über
- die Aussage = das, was jemand sagt
Typische Fehler
Falscher Kasus
Viele Lernende wählen das Relativpronomen nur nach dem Artikel. Aber wichtig ist auch die Funktion im Relativsatz.
- falsch: Das ist der Mann, der ich kenne.
- richtig: Das ist der Mann, den ich kenne.
Präposition falsch setzen
Die Präposition steht direkt vor dem Relativpronomen.
- falsch: Das ist die Frau, der ich mit spreche.
- richtig: Das ist die Frau, mit der ich spreche.
Verb nicht am Ende
Im Relativsatz steht das Verb am Ende.
- falsch: Das ist das Haus, dessen Fenster sind offen.
- richtig: Das ist das Haus, dessen Fenster offen sind.
„Was“ falsch benutzen
Nach normalen Nomen mit Artikel benutzt man meist nicht „was“.
- falsch: Das ist das Buch, was ich lese.
- richtig: Das ist das Buch, das ich lese.
Nach „alles“ oder „nichts“ ist „was“ aber richtig.
- richtig: Alles, was ich lese, ist interessant.
Kleine Schreibhilfe
- Das ist die Person, die …
- Das ist der Mann, den …
- Das ist die Frau, der …
- Das ist die Kollegin, mit der …
- Das ist das Haus, in dem …
- Das ist die Familie, deren …
- Alles, was …
- Das, was …
- …, was mich freut.
Mit solchen Übungen kannst du erweiterte Relativsätze im Deutschen besser verstehen und sicherer anwenden. So lernst du, komplexe Informationen klarer zu verbinden und natürlichere, genauere Sätze zu bilden.
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