Im Deutschen gibt es zwei wichtige Perspektiven: Aktiv und Passiv. Im Alltag sagen wir oft, wer etwas macht. Manchmal ist aber nicht die Person wichtig, sondern die Handlung selbst. Dann benutzt man oft das Passiv. Für viele Lernende ist das Passiv am Anfang etwas neu, aber mit einfachen Regeln kann man es gut verstehen. Auf B1-Niveau ist es wichtig, dass du erkennst, was ein Passivsatz ist, wie man ihn bildet und wann man ihn benutzt. In diesem Text lernst du Schritt für Schritt, was das Passiv im Deutschen bedeutet. Du bekommst einfache Erklärungen, viele Beispiele, kurzen Wortschatz, kleine Lesetexte und einfache Dialoge. So kannst du das Passiv besser verstehen und sicherer anwenden.
Was bedeutet Passiv?
Im Passiv ist nicht wichtig, wer etwas macht. Wichtig ist, was gemacht wird.
Schau dir diese zwei Sätze an:
- Aktiv: Der Lehrer erklärt die Grammatik.
- Passiv: Die Grammatik wird erklärt.
Im ersten Satz ist der Lehrer wichtig. Im zweiten Satz ist die Grammatik wichtig. Die Handlung steht im Mittelpunkt.
Die einfache Idee
Aktiv fragt oft:
- Wer macht etwas?
Passiv fragt oft:
- Was passiert?
- Was wird gemacht?
Darum ist das Passiv nützlich, wenn die Person nicht wichtig oder nicht bekannt ist.
Aktiv und Passiv im Vergleich
Der Unterschied wird schnell klar, wenn du beide Formen direkt vergleichst.
Beispiele
- Aktiv: Die Firma baut ein neues Haus.
- Passiv: Ein neues Haus wird gebaut.
- Aktiv: Die Lehrerin korrigiert die Tests.
- Passiv: Die Tests werden korrigiert.
- Aktiv: Man öffnet das Fenster.
- Passiv: Das Fenster wird geöffnet.
Im Passiv siehst du: Die Handlung ist wichtig, nicht die Person.
Was verändert sich?
- Das Objekt aus dem Aktivsatz wird oft zum Subjekt im Passivsatz.
- Die Person, die etwas macht, kann fehlen.
- Die Form mit werden ist wichtig.
Wann benutzt man das Passiv?
Das Passiv benutzt man in vielen Situationen. Besonders oft kommt es vor, wenn die handelnde Person nicht wichtig ist oder wenn man sie nicht nennen will.
Typische Situationen
- in Anleitungen
- in Nachrichten
- in Berichten
- in formeller Sprache
- wenn die Handlung wichtiger ist als die Person
Beispiele:
- Die Tür wird um 8 Uhr geöffnet.
- Das Essen wird frisch gekocht.
- Die Prüfung wird nächste Woche geschrieben.
- Im Kurs wird nur Deutsch gesprochen.
Hier ist nicht wichtig, wer genau die Handlung macht. Wichtig ist nur, dass etwas passiert.
Wie bildet man das Passiv?
Das Passiv wird mit werden und dem Partizip II gebildet.
Die Grundform
- werden + Partizip II
Beispiele:
- Das Buch wird gelesen.
- Die E-Mail wird geschrieben.
- Die Tür wird geschlossen.
- Die Hausaufgaben werden gemacht.
Du brauchst also:
- eine Form von werden
- das Partizip II vom Verb
Einfaches Beispiel
- Aktiv: Der Koch kocht die Suppe.
- Passiv: Die Suppe wird gekocht.
So einfach funktioniert die Grundidee.
Die Formen von werden im Präsens
Für das Passiv im Präsens brauchst du die Präsensformen von werden.
- ich werde
- du wirst
- er / sie / es wird
- wir werden
- ihr werdet
- sie / Sie werden
Beispiele
- Ich werde oft gefragt.
- Du wirst informiert.
- Das Fenster wird geöffnet.
- Die Regeln werden erklärt.
- Ihr werdet abgeholt.
- Die Bücher werden gelesen.
Auf B1 ist besonders wichtig, dass du die Formen wird und werden gut erkennst.
Was ist das Partizip II?
Das Partizip II kennst du vielleicht schon aus dem Perfekt. Es ist auch im Passiv wichtig.
Beispiele für Partizip II
- machen → gemacht
- kaufen → gekauft
- lesen → gelesen
- schreiben → geschrieben
- öffnen → geöffnet
- bauen → gebaut
Beispiele im Passiv
- Die Hausaufgaben werden gemacht.
- Das Brot wird gekauft.
- Das Buch wird gelesen.
- Die E-Mail wird geschrieben.
- Die Tür wird geöffnet.
- Ein Haus wird gebaut.
Du siehst: Das Partizip II steht im Passiv meistens am Ende.
Passiv im Präsens
Am Anfang lernst du meistens das Passiv im Präsens. Diese Form ist besonders wichtig.
Beispiele
- Die Regeln werden erklärt.
- Die Fenster werden geputzt.
- Das Essen wird vorbereitet.
- Die Schüler werden gefragt.
- Die Tür wird geschlossen.
Typische Alltagssätze
- Im Kurs wird viel gesprochen.
- Im Krankenhaus wird Tag und Nacht gearbeitet.
- Im Supermarkt wird Obst verkauft.
- Zu Hause wird das Abendessen gekocht.
Diese Sätze hörst du oft im Alltag oder in formelleren Texten.
Wer macht die Handlung?
Im Passiv kann man die handelnde Person nennen, aber oft ist das nicht nötig.
Mit „von“
Wenn du sagen möchtest, wer etwas macht, benutzt du oft von.
- Die Grammatik wird von der Lehrerin erklärt.
- Das Haus wird von einer Firma gebaut.
- Die E-Mail wird von meinem Chef geschrieben.
Aber sehr oft lässt man diesen Teil einfach weg:
- Die Grammatik wird erklärt.
- Das Haus wird gebaut.
- Die E-Mail wird geschrieben.
Warum lässt man die Person oft weg?
Weil die Person nicht wichtig oder nicht bekannt ist.
Beispiele:
- Mein Fahrrad wird repariert.
- Die Straße wird gesperrt.
- Das Problem wird gelöst.
Hier ist die Handlung wichtiger als die Person.
Welche Verben können ein Passiv bilden?
Nicht jedes Verb passt gleich gut ins Passiv. Meistens braucht man ein Verb mit einem Akkusativobjekt.
Typische Verben
- lesen
- kaufen
- bauen
- machen
- schreiben
- öffnen
- schließen
- reparieren
Beispiele
- Man liest das Buch. → Das Buch wird gelesen.
- Jemand repariert das Auto. → Das Auto wird repariert.
- Die Firma baut das Haus. → Das Haus wird gebaut.
Verben ohne Akkusativobjekt sind schwieriger für das Passiv und werden auf diesem Niveau oft nicht zuerst gelernt.
Passiv mit „man“ vergleichen
Oft kann man das Passiv auch mit man vergleichen.
Beispiele
- Man öffnet das Fenster. → Das Fenster wird geöffnet.
- Man verkauft hier Brot. → Hier wird Brot verkauft.
- Man spricht im Kurs Deutsch. → Im Kurs wird Deutsch gesprochen.
Darum hilft es oft, zuerst an einen Satz mit man zu denken.
Warum ist das nützlich?
Weil viele Lernende so leichter verstehen, wie das Passiv funktioniert. Die unbestimmte Person man verschwindet, und die Handlung bleibt im Mittelpunkt.
Passiv im Alltag
Im Alltag findest du das Passiv in vielen typischen Situationen.
Im Deutschkurs
- Die Regeln werden erklärt.
- Die Übungen werden gemacht.
- Die Texte werden gelesen.
- Im Unterricht wird viel gesprochen.
Bei der Arbeit
- Die E-Mails werden beantwortet.
- Das Problem wird besprochen.
- Die Unterlagen werden vorbereitet.
- Ein Termin wird organisiert.
Zu Hause
- Das Abendessen wird gekocht.
- Die Küche wird geputzt.
- Die Wäsche wird gewaschen.
- Die Fenster werden geöffnet.
In der Stadt
- Eine neue Straße wird gebaut.
- Die Haltestelle wird renoviert.
- Das Museum wird am Montag geöffnet.
- Hier werden viele Fahrräder verkauft.
Passiv in Anleitungen und Regeln
Das Passiv ist besonders typisch in Anleitungen, Regeln und Beschreibungen.
Beispiele
- Zuerst wird das Gemüse gewaschen.
- Dann wird die Suppe gekocht.
- Die Formulare werden online ausgefüllt.
- Im Prüfungsraum wird nicht gesprochen.
Hier ist nicht wichtig, wer etwas macht. Wichtig ist der Ablauf oder die Regel.
Warum ist das praktisch?
Weil Anleitungen und Regeln allgemein sein sollen. Das Passiv klingt dann neutral und sachlich.
Typische Fehler beim Passiv
Viele Lernende machen beim Passiv ähnliche Fehler. Wenn du diese Fehler kennst, kannst du besser aufpassen.
Fehler 1: sein statt werden
- Falsch: Die Tür ist geöffnet. (wenn du die Handlung meinst)
- Richtig: Die Tür wird geöffnet.
Wird geöffnet zeigt die Handlung. Ist geöffnet beschreibt eher einen Zustand.
Fehler 2: Falsche Wortstellung
- Falsch: Das Buch wird lesen.
- Richtig: Das Buch wird gelesen.
Du brauchst das Partizip II, nicht den Infinitiv.
Fehler 3: Aktiv und Passiv verwechseln
- Aktiv: Der Lehrer erklärt die Regel.
- Passiv: Die Regel wird erklärt.
Im Passiv steht nicht mehr der Lehrer im Mittelpunkt, sondern die Regel.
Fehler 4: Zwei Verben falsch setzen
- Falsch: Die Tür geöffnet wird.
- Richtig: Die Tür wird geöffnet.
Im Hauptsatz steht wird auf Position 2 und das Partizip II am Ende.
Kurze Lesetexte
Lesetext: Im Sprachkurs
Im Sprachkurs wird jeden Tag viel gearbeitet. Neue Wörter werden erklärt und dann zusammen geübt. Auch kurze Texte werden gelesen. Im Unterricht wird viel gesprochen, damit die Teilnehmer sicherer werden. Fehler werden ruhig verbessert. Am Ende jeder Stunde werden die wichtigsten Punkte wiederholt.
Was findest du im Text?
- wird jeden Tag viel gearbeitet
- Neue Wörter werden erklärt
- kurze Texte werden gelesen
- Im Unterricht wird viel gesprochen
- Fehler werden ruhig verbessert
- die wichtigsten Punkte werden wiederholt
Lesetext: In einem Restaurant
In diesem Restaurant wird jeden Tag frisch gekocht. Das Gemüse wird am Morgen vorbereitet. Die Bestellungen werden schnell aufgenommen, und das Essen wird warm serviert. Auch Getränke werden sofort gebracht. Am Abend wird die Küche gründlich geputzt. Das Restaurant ist beliebt, weil hier gut und freundlich gearbeitet wird.
Lesetext: Bei der Arbeit
Im Büro wird gerade viel organisiert. Neue Termine werden geplant und wichtige E-Mails werden beantwortet. Ein Problem mit dem Computer wird heute noch gelöst. Auch die Unterlagen für das Meeting werden vorbereitet. Vieles wird gemeinsam gemacht, damit alles rechtzeitig fertig ist.
Kurze Dialoge
Dialog: Im Kurs
A: Was macht ihr im Unterricht?
B: Es werden viele Übungen gemacht.
A: Wird auch gesprochen?
B: Ja, im Kurs wird sehr viel gesprochen.
Dialog: Zu Hause
A: Was passiert gerade in der Küche?
B: Das Abendessen wird gekocht.
A: Und was wird danach gemacht?
B: Danach wird der Tisch gedeckt.
Dialog: Bei der Arbeit
A: Ist das Problem schon gelöst?
B: Nein, aber es wird gerade besprochen.
A: Und die Unterlagen?
B: Die werden auch vorbereitet.
Nützliche Redemittel
- Es wird …
- Es werden …
- Die Tür wird geöffnet.
- Das Essen wird gekocht.
- Die Regeln werden erklärt.
- Im Kurs wird Deutsch gesprochen.
- Die E-Mail wird geschrieben.
Beispiele mit diesen Redemitteln
- Es wird heute viel gearbeitet.
- Es werden neue Wörter gelernt.
- Die Tür wird um acht Uhr geöffnet.
- Das Essen wird frisch gekocht.
- Die Regeln werden langsam erklärt.
- Im Kurs wird nur Deutsch gesprochen.
- Die E-Mail wird heute noch geschrieben.
Wichtiger Wortschatz
- das Passiv
- das Aktiv
- die Handlung
- das Partizip II
- werden
- erklären
- lesen
- schreiben
- bauen
- öffnen
- schließen
- kochen
- reparieren
- verkaufen
- organisieren
- die Regel
- die Anleitung
- der Bericht
Tipps zum Lernen
- Lerne zuerst die Grundform: werden + Partizip II.
- Vergleiche Aktiv und Passiv in einfachen Sätzen.
- Übe oft mit Sätzen mit „man“.
- Achte auf die Formen von „werden“.
- Benutze Alltagsthemen wie Kurs, Arbeit, Küche oder Stadt.
Kleine Lernhilfe
Du kannst dir drei Fragen merken:
- Ist die Handlung wichtiger als die Person?
- Brauche ich eine Form von „werden“?
- Steht das Partizip II am Ende?
Wenn du diese drei Punkte beachtest, verstehst du das Passiv viel leichter.
Übungssätze zum Lernen
- Die Tür wird geöffnet.
- Das Buch wird gelesen.
- Die Regeln werden erklärt.
- Das Essen wird gekocht.
- Die E-Mail wird geschrieben.
- Im Kurs wird viel gesprochen.
- Die Fenster werden geputzt.
- Ein neues Haus wird gebaut.
- Die Hausaufgaben werden gemacht.
- Das Problem wird gelöst.
- Im Restaurant wird frisch gekocht.
- Die Unterlagen werden vorbereitet.
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