Heute lernen wir den Infinitiv mit zu. Das ist ein wichtiges Thema in der deutschen Grammatik, besonders auf A2-Niveau. Viele Lernende kennen schon den normalen Infinitiv, zum Beispiel lernen, machen oder lesen. Aber im Deutschen gibt es auch Sätze mit zu + Infinitiv. Diese Form brauchst du oft im Alltag, zum Beispiel nach Verben wie versuchen, beginnen, vergessen oder vorhaben. In diesem Text lernst du Schritt für Schritt, was der Infinitiv mit zu ist, wie er funktioniert und wie du ihn in einfachen Sätzen benutzen kannst.
Was ist ein Infinitiv?
Der Infinitiv ist die Grundform von einem Verb. So findest du ein Verb auch im Wörterbuch.
Beispiele für Infinitive:
- lernen
- machen
- lesen
- kochen
- arbeiten
Diese Verben sind noch nicht an eine Person angepasst. Sie stehen in der Grundform.
Beispiele im Satz
- Ich möchte Deutsch lernen.
- Wir wollen Pizza machen.
- Sie kann gut lesen.
Hier siehst du den normalen Infinitiv ohne zu.
Was bedeutet Infinitiv mit zu?
Der Infinitiv mit zu ist eine Form mit:
- zu + Infinitiv
Beispiele:
- zu lernen
- zu machen
- zu lesen
- zu arbeiten
Diese Form steht oft nach einem anderen Verb oder in bestimmten Satzstrukturen.
Erste einfache Beispiele
- Ich versuche, Deutsch zu lernen.
- Sie beginnt, das Buch zu lesen.
- Wir planen, am Wochenende nach Berlin zu fahren.
Der Teil mit zu ist hier sehr wichtig.
Warum ist der Infinitiv mit zu wichtig?
Mit dem Infinitiv mit zu kannst du viele Dinge sagen:
- was du vorhast
- was du versuchst
- was du vergisst
- was du beginnst
- was du hoffst
So kannst du längere und natürlichere Sätze bilden.
Beispiele:
- Ich hoffe, bald besser Deutsch zu sprechen.
- Er hat vergessen, die Tür zu schließen.
- Wir haben vor, im Sommer Urlaub zu machen.
Die Grundstruktur
Die Grundstruktur ist oft so:
- Verb + Komma + zu + Infinitiv
Beispiele
- Ich versuche, mehr Wasser zu trinken.
- Sie beginnt, Deutsch zu lernen.
- Wir planen, früh zu kommen.
Der Infinitiv mit zu steht oft am Ende vom Satz oder Satzteil.
Welche Verben stehen oft mit Infinitiv mit zu?
Einige Verben benutzt man sehr oft mit dem Infinitiv mit zu. Diese Verben solltest du gut kennen.
- versuchen
- beginnen
- anfangen
- vergessen
- hoffen
- vorhaben
- planen
- brauchen
Beispiele mit diesen Verben
- Ich versuche, jeden Tag Deutsch zu lernen.
- Sie beginnt, ein neues Buch zu lesen.
- Wir haben vor, morgen früh zu starten.
- Er hat vergessen, den Lehrer zu fragen.
- Ich hoffe, die Prüfung zu bestehen.
Infinitiv mit zu im Alltag
Im Alltag ist diese Struktur sehr nützlich. Du kannst über Pläne, Wünsche und Handlungen sprechen.
Zu Hause
- Ich habe vor, heute die Wohnung zu putzen.
- Sie vergisst oft, das Licht auszumachen.
- Wir beginnen, das Abendessen zu kochen.
Im Deutschkurs
- Ich versuche, mehr Deutsch zu sprechen.
- Er hofft, bald alles besser zu verstehen.
- Wir planen, zusammen für den Test zu lernen.
Bei der Arbeit
- Ich versuche, pünktlich im Büro zu sein.
- Sie hat vor, mit dem Chef zu sprechen.
- Wir beginnen, ein neues Projekt zu planen.
In der Freizeit
- Ich hoffe, am Wochenende Freunde zu treffen.
- Wir planen, ins Kino zu gehen.
- Er versucht, jeden Morgen Sport zu machen.
Wo steht zu im Satz?
Zu steht direkt vor dem Infinitiv.
Beispiele
- Ich versuche, früh zu schlafen.
- Sie hofft, morgen Zeit zu haben.
- Wir planen, nach Deutschland zu reisen.
Sehr wichtig ist:
- nicht: Ich versuche, lernen zu
- richtig: Ich versuche, zu lernen
Infinitiv mit zu bei trennbaren Verben
Bei trennbaren Verben kommt zu in die Mitte.
Die Regel
- Vorsilbe + zu + Verb
Beispiele
- anmachen → anzumachen
- aufstehen → aufzustehen
- einkaufen → einzukaufen
- fernsehen → fernzusehen
Beispiele im Satz
- Ich vergesse oft, das Licht anzumachen.
- Er versucht, jeden Tag früh aufzustehen.
- Wir planen, morgen zusammen einzukaufen.
- Sie hofft, am Abend etwas fernzusehen.
Das ist ein wichtiger Punkt. Viele Lernende finden das am Anfang schwer.
Infinitiv mit zu bei nicht trennbaren Verben
Bei normalen oder nicht trennbaren Verben steht zu einfach vor dem Verb.
- lernen → zu lernen
- verstehen → zu verstehen
- besuchen → zu besuchen
- bekommen → zu bekommen
Beispiele
- Ich hoffe, alles gut zu verstehen.
- Sie plant, ihre Oma am Wochenende zu besuchen.
- Wir versuchen, schnell eine Antwort zu bekommen.
Infinitiv mit zu und Modalverben
Normalerweise benutzt man bei Modalverben oft keinen Infinitiv mit zu.
Beispiele ohne zu
- Ich möchte Deutsch lernen.
- Wir können heute kommen.
- Sie muss arbeiten.
Hier steht der Infinitiv ohne zu.
Wichtiger Punkt
Nach Modalverben wie können, müssen, wollen, möchten, sollen und dürfen steht normalerweise kein zu.
- Falsch: Ich möchte zu lernen.
- Richtig: Ich möchte lernen.
Infinitiv mit zu und um … zu
Auf A2 ist auch um … zu wichtig. Damit sagst du oft ein Ziel oder einen Zweck.
Beispiele
- Ich lerne viel, um die Prüfung zu bestehen.
- Sie fährt in die Stadt, um einzukaufen.
- Wir gehen ins Café, um einen Tee zu trinken.
Hier ist der Infinitiv mit zu Teil einer größeren Struktur.
Typische Satzmuster
Diese Satzmuster sind besonders wichtig:
- Ich versuche, … zu …
- Ich hoffe, … zu …
- Ich habe vor, … zu …
- Ich vergesse, … zu …
- Ich beginne, … zu …
Beispiele
- Ich versuche, jeden Tag zu lesen.
- Ich hoffe, bald besser zu sprechen.
- Ich habe vor, am Wochenende meine Eltern zu besuchen.
- Ich vergesse manchmal, meine Hausaufgaben zu machen.
- Ich beginne, jetzt mehr Deutsch zu sprechen.
Häufige Fehler
Viele Anfänger machen ähnliche Fehler. Das ist normal.
Fehler 1: zu an der falschen Stelle
- Falsch: Ich versuche, lernen zu.
- Richtig: Ich versuche, zu lernen.
Fehler 2: zu nach Modalverben
- Falsch: Ich möchte zu gehen.
- Richtig: Ich möchte gehen.
Fehler 3: trennbare Verben falsch
- Falsch: Ich hoffe, morgen zu aufstehen.
- Richtig: Ich hoffe, morgen aufzustehen.
Fehler 4: Komma vergessen
- Falsch: Ich versuche jeden Tag Deutsch zu lernen.
- Besser: Ich versuche, jeden Tag Deutsch zu lernen.
Das Komma hilft, den Satz klarer zu machen.
Kurzer Lesetext
Mila lernt seit einigen Monaten Deutsch. Sie versucht, jeden Tag neue Wörter zu lernen. Im Kurs beginnt sie, mehr zu sprechen, auch wenn sie noch Fehler macht. Zu Hause hat sie vor, jeden Abend kurze Texte zu lesen. Manchmal vergisst sie, ihre Hausaufgaben gleich zu machen, aber meistens schafft sie es. Mila hofft, bald besser Deutsch zu verstehen und sicherer zu sprechen. Am Wochenende plant sie, mit einer Freundin im Café Deutsch zu üben.
Fragen zum Lesetext
- Was versucht Mila jeden Tag zu tun? – Sie versucht, jeden Tag neue Wörter zu lernen.
- Was beginnt sie im Kurs zu tun? – Sie beginnt, mehr zu sprechen.
- Was hat sie zu Hause vor? – Sie hat vor, jeden Abend kurze Texte zu lesen.
- Was hofft Mila? – Sie hofft, bald besser Deutsch zu verstehen und sicherer zu sprechen.
- Was plant sie am Wochenende? – Sie plant, mit einer Freundin im Café Deutsch zu üben.
Einfacher Dialog
Im Deutschkurs
Lehrerin: Was hast du heute vor?
Ali: Ich habe vor, heute Abend für den Test zu lernen.
Lehrerin: Und was versuchst du im Kurs?
Ali: Ich versuche, mehr Deutsch zu sprechen.
Lehrerin: Sehr gut.
Ali: Ich hoffe, bald alles besser zu verstehen.
Noch ein kurzer Dialog
Zu Hause
Mutter: Hast du morgen etwas vor?
Tochter: Ja, ich plane, meine Freundin zu besuchen.
Mutter: Vergiss nicht, Brot einzukaufen.
Tochter: Danke, ich versuche, daran zu denken.
Kurze Übungen
Ergänze zu.
- Ich versuche, Deutsch ___ lernen. → zu
- Sie hofft, die Prüfung ___ bestehen. → zu
- Wir planen, morgen früh ___ kommen. → zu
- Er beginnt, mehr Wasser ___ trinken. → zu
Ergänze das ganze Verb
- Ich versuche, mehr Deutsch ___. → zu sprechen
- Sie plant, ihre Oma ___. → zu besuchen
- Wir hoffen, alles gut ___. → zu verstehen
- Er vergisst oft, das Fenster ___. → zuzumachen
Bilde Sätze
- ich / versuchen / jeden Tag / Deutsch / lernen → Ich versuche, jeden Tag Deutsch zu lernen.
- sie / hoffen / bald / die Prüfung / bestehen → Sie hofft, bald die Prüfung zu bestehen.
- wir / planen / am Wochenende / Freunde / besuchen → Wir planen, am Wochenende Freunde zu besuchen.
- er / vergessen / das Licht / ausmachen → Er vergisst, das Licht auszumachen.
Wichtiger Wortschatz zum Thema
- der Infinitiv
- die Grundform
- versuchen
- hoffen
- planen
- beginnen
- vergessen
- vorhaben
- trennbar
- das Ziel
Kleine Lernhilfe
- Der Infinitiv mit zu heißt: zu + Verb.
- Bei trennbaren Verben kommt zu in die Mitte.
- Nach Modalverben steht normalerweise kein zu.
- Der Infinitiv mit zu steht oft am Satzende.
- Lerne typische Verben mit Beispielsätzen.
Wenn du den Infinitiv mit zu gut verstehst, kannst du besser über Pläne, Hoffnungen, Versuche und Ziele sprechen. Das macht dein Deutsch auf A2-Niveau klarer und natürlicher.
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