In der vernetzten Kommunikation des Jahres 2026 ist der Schutz der eigenen Mobilfunknummer ein wesentlicher Aspekt der digitalen Privatsphäre. Es gibt viele Situationen – vom Preisvergleich bei Dienstleistern bis hin zur Wahrung der Diskretion bei Kleinanzeigen –, in denen Sie zwar ein Telefonat führen, Ihre private Nummer jedoch nicht dauerhaft im Speicher des Gegenübers hinterlassen möchten. Android bietet hierfür flexible Lösungen, die Ihre Identität auf Knopfdruck verschleiern.
Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie die Kennung „Unbekannt“ oder „Privatnummer“ für einzelne Gespräche oder dauerhaft aktivieren und wie Sie sicherstellen, dass Ihre Anonymität gewahrt bleibt.
Die Architektur der Anrufer-ID (CLIP/CLIR)
Die Anzeige Ihrer Nummer basiert auf zwei technischen Protokollen:
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CLIP (Calling Line Identification Presentation): Der Standardzustand, bei dem Ihre Nummer dem Empfänger präsentiert wird.
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CLIR (Calling Line Identification Restriction): Die technische Unterdrückung, die Ihr Android-Gerät beim Provider anfordert, um als „Unbekannt“ signalisiert zu werden.
Strategien für anonyme Telefonate
Je nach Bedarf empfiehlt sich eine andere Herangehensweise:
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Die Einzelfall-Strategie: Nutzung eines Codes für einen gezielten anonymen Anruf.
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Die System-Strategie: Dauerhafte Deaktivierung der Rufnummernanzeige in den Android-Einstellungen.
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Die Netz-Strategie: Konfiguration direkt über das Kundenportal Ihres Mobilfunkanbieters.
Technische Anleitung: Schritt-für-Schritt anonym telefonieren
1. Der schnelle Weg: Einmalig anonym via GSM-Code
Dies ist die effizienteste Methode für gelegentliche Geheimanrufe:
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Öffnen Sie die Telefon-App Ihres Android-Handys.
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Geben Sie vor der eigentlichen Telefonnummer den Code #31# ein.
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Beispiel: Möchten Sie die Nummer 0170 1234567 anonym anrufen, wählen Sie #31#01701234567.
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Drücken Sie die Anruftaste. Der Empfänger sieht im Display lediglich „Privatnummer“ oder „Unbekannter Anrufer“.
2. Die dauerhafte Methode: Systemeinstellungen anpassen
Wenn Sie grundsätzlich nicht möchten, dass Ihre Nummer angezeigt wird:
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Öffnen Sie die Telefon-App und tippen Sie auf das Drei-Punkte-Menü (oben rechts).
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Wählen Sie Einstellungen > Zusatzdienste (bei Samsung) oder Anrufkonten > Weitere Einstellungen (bei Google Pixel/Android 16).
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Suchen Sie den Punkt „Eigene Rufnummer anzeigen“ (oder Anrufer-ID).
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Tippen Sie darauf und wählen Sie die Option „Rufnummer verbergen“.
3. Die Ausnahme für wichtige Kontakte
Falls Sie Ihre Nummer dauerhaft verborgen haben, aber möchten, dass Ihre Familie Sie erkennt:
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Speichern Sie diese Kontakte mit dem Präfix *31# ab (z. B.
*31#01709876543). -
Dieser Code hebt die Unterdrückung für genau diesen Kontakt wieder auf.
Tips
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Notrufe sind eine Ausnahme: Beachten Sie, dass bei Notrufen (112 oder 110) Ihre Nummer und Ihr Standort immer übermittelt werden, selbst wenn Sie die Unterdrückung aktiviert haben. Dies dient Ihrer Sicherheit.
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SMS bleiben sichtbar: Die Rufnummernunterdrückung gilt nur für Sprachanrufe. Wenn Sie eine SMS verschicken, wird Ihre Nummer immer mitgesendet.
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Mailbox-Abweisung: Viele professionelle Anschlüsse nutzen die Funktion „Abweisung anonymer Anrufer“. Falls Sie jemanden gar nicht erreichen, versuchen Sie es einmalig mit eingeblendeter Nummer.
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Prüfen Sie Ihren Provider: Einige Prepaid-Anbieter oder spezielle Firmentarife erlauben die Unterdrückung nur, wenn diese explizit über den Kundenservice freigeschaltet wurde.
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Anonymität ist nicht Rückverfolgbarkeit: Denken Sie daran, dass Behörden und Netzanbieter bei kriminellen Handlungen (z. B. Drohanrufen) die Identität auch bei unterdrückter Nummer feststellen können.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu anonymen Anrufen
1. Kostet das Unterdrücken der Nummer Geld? Nein. Die Funktion ist ein kostenloser Standarddienst in allen deutschen Mobilfunknetzen.
2. Warum sieht der Empfänger trotzdem meinen Namen? Das passiert nur, wenn Sie bereits im Adressbuch des Empfängers gespeichert sind oder wenn Dienste wie „Google Business“ Ihre Nummer automatisch mit einem Firmennamen verknüpfen.
3. Kann ich eine unterdrückte Nummer mit einer App sichtbar machen? Als Privatperson ist das im Jahr 2026 technisch nicht möglich. Apps, die dies versprechen, sind oft betrügerisch oder verletzen den Datenschutz.
4. Funktioniert der Code #31# weltweit? Ja, dies ist ein internationaler GSM-Standard, der in fast allen Netzen weltweit funktioniert.
5. Wie mache ich die Unterdrückung rückgängig? Ganz einfach: Gehen Sie zurück in die Einstellungen der Telefon-App und stellen Sie unter „Eigene Rufnummer anzeigen“ wieder auf „Netzstandard“ oder „Rufnummer anzeigen“.
Ihre Privatsphäre, Ihre Entscheidung
Die Möglichkeit, anonym zu telefonieren, ist unter Android im Jahr 2026 ein wichtiges Instrument Ihrer digitalen Souveränität. Indem Sie zwischen der punktuellen Nutzung von GSM-Codes und der dauerhaften Konfiguration wählen, behalten Sie die volle Kontrolle über Ihre privaten Daten. So bleibt Ihr Smartphone ein sicheres Werkzeug für Ihre tägliche Kommunikation, ohne zum Einfallstor für unerwünschte Rückrufe oder Datensammler zu werden.












