January 7, 2026

Anonym anrufen: Rufnummernunterdrückung am iPhone aktivieren

Es gibt viele Situationen, in denen man seine Privatsphäre schützen möchte: Sei es bei einem Rückruf an eine unbekannte Nummer, beim Einholen von Angeboten oder im geschäftlichen Erstkontakt. Das iPhone bietet eine integrierte Funktion, mit der Sie Ihre Identität verbergen können. Wenn die Rufnummernunterdrückung aktiv ist, sieht der Angerufene im Display lediglich „Anonym“, „Private Nummer“ oder „Unbekannter Teilnehmer“.

In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie die Unterdrückung dauerhaft in den Einstellungen aktivieren, wie Sie sie nur für einzelne Telefonate per Tastencode nutzen und warum die Funktion in manchen Fällen trotz Aktivierung nicht wie gewünscht arbeitet.

Die Bedeutung der Anonymität am Telefon

Die Übermittlung der eigenen Rufnummer ist im digitalen Zeitalter Standard, doch sie ist auch eine Spur, die wir überall hinterlassen. Eine unterdrückte Nummer verhindert, dass Ihre private Durchwahl in den Anruflisten Fremder landet und schützt Sie vor ungewollten Rückrufen. Dennoch ist Vorsicht geboten: Viele Menschen nehmen Anrufe von anonymen Teilnehmern aus Angst vor Spam oder Werbeanrufen gar nicht erst an. Es gilt also abzuwägen, wann Anonymität sinnvoll ist und wann sie die Erreichbarkeit einschränkt.

Wege zur Anonymität: Dauerhaft oder Situativ

Apple bietet Ihnen zwei grundlegende Möglichkeiten, Ihre Nummer zu verbergen:

  1. Systemweite Einstellung: Einmal aktiviert, bleibt jede ausgehende Verbindung anonym, bis Sie die Funktion wieder deaktivieren.

  2. GSM-Codes: Eine schnelle Methode, um nur für das nächste Gespräch die Nummer zu unterdrücken, ohne die Systemeinstellungen zu ändern.

Technische Anleitung: Rufnummer unterdrücken Schritt für Schritt

Folgen Sie dieser Prozedur, um Ihre Nummer am iPhone zu verbergen.

1. Die dauerhafte Einstellung in iOS

  1. Öffnen Sie die Einstellungen auf Ihrem iPhone.

  2. Scrollen Sie nach unten und tippen Sie auf den Punkt Telefon.

  3. Suchen Sie den Menüpunkt Meine Anrufer-ID senden und wählen Sie ihn aus.

  4. Schalten Sie den Regler bei Meine Anrufer-ID senden auf Grau (Aus). Hinweis: Falls der Schalter ausgegraut ist oder sich nicht bewegen lässt, unterstützt Ihr Mobilfunkvertrag die manuelle Steuerung nicht oder die Funktion muss erst beim Provider freigeschaltet werden.

2. Einmalige Unterdrückung per Tastencode (GSM-Code)

Wenn Sie Ihre Nummer nur für einen einzigen Anruf verbergen möchten:

  1. Öffnen Sie die Telefon-App und wählen Sie den Reiter Ziffernblock.

  2. Tippen Sie den Code #31# gefolgt von der Rufnummer ein (z. B. #31#01701234567).

  3. Drücken Sie die grüne Anruftaste. Ihre Nummer wird für dieses eine Telefonat nicht übermittelt.

3. Einmalige Übermittlung bei dauerhafter Sperre

Falls Sie die Unterdrückung dauerhaft eingeschaltet haben, aber einem vertrauenswürdigen Kontakt Ihre Nummer ausnahmsweise zeigen wollen:

  1. Wählen Sie den Code *31# vor der Rufnummer (z. B. *31#01701234567).

  2. Ihre Nummer wird für dieses Telefonat trotz aktiver Sperre gesendet.

Tips für den anonymen Alltag

  • Notrufe sind eine Ausnahme: Bei Anrufen bei der Polizei (110) oder Feuerwehr (112) wird Ihre Nummer in der Regel immer übermittelt, auch wenn die Rufnummernunterdrückung aktiv ist. Dies dient der Sicherheit und Lebensrettung.

  • Kontakte pflegen: Wenn Sie eine Person anonym anrufen, die Sie im Adressbuch haben, wird diese Ihren Namen trotzdem nicht sehen. Wenn Sie möchten, dass bestimmte Personen Sie immer erkennen, speichern Sie die Nummer im Adressbuch direkt mit dem Code *31# davor ab.

  • Besetzt bei Anonym: Manche Anschlüsse nutzen die Funktion „Abweisen anonymer Anrufer“ (ACR). In diesem Fall hören Sie ein Besetztzeichen oder eine Ansage, dass der Teilnehmer keine anonymen Anrufe entgegennimmt. Deaktivieren Sie hierfür kurz die Unterdrückung.

  • Provider-Sperre prüfen: In einigen alten oder sehr günstigen Prepaid-Tarifen ist die Rufnummernunterdrückung standardmäßig gesperrt. Ein kurzer Anruf bei der Service-Hotline Ihres Anbieters kann diese Funktion meist kostenlos freischalten.

  • WLAN-Anrufe: Bei aktivierten „WLAN-Anrufen“ (Wi-Fi Calling) kann es je nach Anbieter zu Verzögerungen bei der Umsetzung der Rufnummernunterdrückung kommen. Testen Sie dies im Zweifel kurz selbst.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

1. Warum lässt sich der Schalter “Meine Anrufer-ID senden” nicht betätigen? Dies liegt meist an den Einstellungen Ihres Mobilfunkanbieters. Einige Provider steuern diese Funktion über ihre eigenen Server. In diesem Fall müssen Sie die Unterdrückung oft im Online-Kundenportal Ihres Anbieters oder per Hotline anfordern.

2. Kann der Angerufene meine Nummer mit speziellen Apps trotzdem sehen? Für Privatpersonen ist es nahezu unmöglich, eine unterdrückte Nummer mit einfachen Apps sichtbar zu machen. Nur Strafverfolgungsbehörden oder Netzbetreiber können bei Vorliegen technischer Notwendigkeiten oder richterlicher Beschlüsse die Nummer zurückverfolgen.

3. Gilt die Rufnummernunterdrückung auch für SMS? Nein. Die Rufnummernunterdrückung am iPhone bezieht sich ausschließlich auf Sprachanrufe. Bei einer SMS oder iMessage wird Ihre Identität (Telefonnummer oder Apple-ID) immer mitgesendet.

4. Sieht Apple meine Nummer, wenn ich anonym anrufe? Der Anrufprozess läuft über Ihren Mobilfunkanbieter. Apple hat keinen Einblick in Ihre Telefonate oder die Entscheidung, die Nummer zu unterdrücken.

5. Kann ich anonyme Anrufer auf meinem iPhone blockieren? Ja. Wenn Sie selbst keine Lust auf anonyme Anrufe haben, gehen Sie zu Einstellungen > Telefon > Unbekannte Anrufer stummmodul. Anrufe von unbekannten Nummern (inklusive Anonymen) werden dann direkt an die Mailbox geleitet.

Fazit für Ihre Privatsphäre

Die Kontrolle darüber, wer Ihre Telefonnummer erhält, ist ein wesentlicher Bestandteil digitaler Souveränität. Ob Sie sich für die dauerhafte Lösung in den Systemeinstellungen entscheiden oder den schnellen GSM-Code bevorzugen – das iPhone lässt Ihnen die Wahl. Bedenken Sie jedoch stets die soziale Komponente: Ein transparentes Auftreten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Anruf auch tatsächlich entgegengenommen wird. Nutzen Sie die Anonymität dort, wo sie Ihre Sicherheit erhöht, und bleiben Sie erkennbar, wo Vertrauen wichtig ist.

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