In einer mobilen Gesellschaft ist die Frage nach dem „Wo“ oft zentral – sei es aus Sicherheitsgründen für die Familie, zur Koordination bei großen Veranstaltungen oder schlichtweg im Falle eines verlorenen Geräts. Apple hat mit dem „Wo ist?“-Netzwerk eine Infrastruktur geschaffen, die zu den präzisesten und sichersten Standortdiensten weltweit gehört. Dabei steht der Schutz der Privatsphäre an oberster Stelle: Eine Ortung ist am iPhone grundsätzlich nur dann möglich, wenn der Besitzer des Geräts dies explizit genehmigt hat oder die Geräte innerhalb einer verifizierten Familiengruppe verknüpft sind.
In diesem Pembahasan erfahren Sie, wie Sie die Standortfreigabe zwischen iPhones einrichten, wie die präzise Suche im Nahbereich funktioniert und welche rechtlichen Hürden Sie beachten müssen, um sich nicht strafbar zu machen.
Die Technologie hinter der Ortung: GPS, WLAN und UWB
Die Ortung eines iPhones basiert auf einem intelligenten Zusammenspiel verschiedener Sensoren:
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GPS (Global Positioning System): Sorgt für die grobe Orientierung im Freien via Satellit.
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WLAN- & Mobilfunk-Triangulation: Hilft in Städten und Gebäuden, die Position durch bekannte Funkzellen und Netzwerke zu verfeinern.
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Ultra-Breitband (UWB): Ab dem iPhone 11 ermöglicht der U-Chip die sogenannte „Genaue Suche“. Hierbei kann ein iPhone ein anderes auf wenige Zentimeter genau lokalisieren, inklusive Richtungsanzeige – ideal in Menschenmengen oder großen Gebäuden.
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Das „Wo ist?“-Netzwerk: Das Geniale an Apples System ist, dass auch iPhones ohne Internetverbindung geortet werden können. Sie senden ein verschlüsseltes Bluetooth-Signal aus, das von anderen Apple-Geräten in der Nähe anonym aufgefangen und an den Besitzer weitergeleitet wird.
Transparenz und Recht: Darf man ein fremdes Handy orten?
Bevor man die technischen Möglichkeiten nutzt, muss die rechtliche Lage klar sein. In Deutschland ist die heimliche Ortung einer Person ohne deren Einwilligung ein schwerer Eingriff in das Persönlichkeitsrecht und kann strafrechtliche Konsequenzen haben.
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Einwilligung: Die Zielperson muss der Ortung aktiv zustimmen.
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Kinderschutz: Eltern dürfen ihre minderjährigen Kinder unter bestimmten Bedingungen orten (Sorgeberechtigung), doch auch hier empfiehlt sich aus pädagogischen Gründen Transparenz.
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Notfälle: Bei akuter Gefahr für Leib und Leben kann die Polizei eine Funkzellenabfrage veranlassen, was jedoch ein völlig anderes technisches Verfahren ist.
Technische Anleitung: Standortfreigabe Schritt für Schritt
Befolgen Sie diese Prozeduren, um den Standort eines anderen iPhones (oder Ihren eigenen) freizugeben.
1. Die dauerhafte Freigabe über die „Wo ist?“-App
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Öffnen Sie die App „Wo ist?“ auf dem iPhone der Person, die geortet werden soll.
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Tippen Sie unten auf den Reiter Personen und dann auf das Plus-Symbol (+).
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Wählen Sie Standort teilen.
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Geben Sie den Namen oder die Telefonnummer des Empfängers ein und tippen Sie auf Senden.
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Wählen Sie aus: „Für eine Stunde“, „Bis zum Ende des Tages“ oder „Unbegrenzt“.
2. Die Familienfreigabe nutzen
Dies ist die eleganteste Lösung für Haushalte:
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Gehen Sie zu Einstellungen > [Ihr Name] > Familienfreigabe.
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Tippen Sie auf Standortfreigabe und laden Sie Familienmitglieder ein.
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Einmal aktiviert, können alle Mitglieder der Gruppe die Standorte der anderen Geräte in der „Wo ist?“-App sehen (sofern das jeweilige Mitglied dies nicht individuell deaktiviert).
3. Standort senden via iMessage (Situativ)
Wenn Sie nur kurz Ihren Standort mitteilen wollen:
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Öffnen Sie den Chat in iMessage.
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Tippen Sie auf das Profilbild oben und dann auf Meinen Standort teilen.
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Auch hier können Sie zwischen zeitlich begrenzten Optionen wählen.
Tips für eine sichere und präzise Ortung
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Standort-Etiketten benennen: In der „Wo ist?“-App können Sie häufige Orte benennen (z. B. „Schule“, „Arbeit“, „Zuhause“). Sie erhalten dann auf Wunsch Mitteilungen, wenn eine Person an diesen Orten ankommt oder sie verlässt.
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Genaue Suche (Precision Finding): Wenn Sie sich im selben Gebäude wie die gesuchte Person befinden und beide ein modernes iPhone besitzen, nutzen Sie die „Genaue Suche“. Ein Pfeil auf Ihrem Display führt Sie wie ein Kompass direkt zur Zielperson.
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Batterieladestand prüfen: In der Standortansicht wird Ihnen auch der aktuelle Batteriestatus des anderen iPhones angezeigt. So wissen Sie, ob die Person eventuell bald nicht mehr erreichbar ist, weil der Akku leer ist.
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„Letzten Standort senden“ aktivieren: Gehen Sie unter Einstellungen > [Name] > Wo ist? > Mein iPhone suchen sicher, dass „Letzten Standort senden“ aktiv ist. So wird die Position automatisch an Apple übermittelt, kurz bevor der Akku leer ist.
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Privatsphäre-Check: Überprüfen Sie regelmäßig unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste > Standort teilen, wer Sie aktuell orten kann, und löschen Sie veraltete Freigaben.
FAQ
1. Kann ich ein iPhone orten, das ausgeschaltet ist? Ja, bei neueren Modellen (ab iPhone 11) funktioniert das „Wo ist?“-Netzwerk dank einer Energiereserve auch dann noch für einige Stunden, wenn das Gerät ausgeschaltet ist oder der Akku kritisch niedrig ist.
2. Sieht die andere Person, wenn ich ihren Standort abfrage? Nein. Wenn die dauerhafte Freigabe einmal erteilt wurde, erfolgt die Standortabfrage im Hintergrund, ohne dass auf dem Zielgerät eine Benachrichtigung erscheint. Lediglich ein kurzes Aufleuchten des Ortungspfeils in der Statusleiste könnte darauf hindeuten.
3. Kann man ein iPhone nur über die Handynummer orten? Nein, nicht als Privatperson. Eine Ortung allein über die Nummer erfordert Zugriff auf die Infrastruktur des Mobilfunkanbieters, was nur Behörden vorbehalten ist. Apps, die dies versprechen, sind unseriös.
4. Was tun, wenn „Standort nicht gefunden“ angezeigt wird? Dies kann mehrere Gründe haben: Das Handy hat kein Netz (Flugmodus), die Ortungsdienste wurden deaktiviert, das Datum am Handy ist falsch eingestellt oder das Gerät ist seit mehr als 24 Stunden offline.
5. Kann ich ein Android-Handy mit meinem iPhone orten? Nicht über die „Wo ist?“-App. Hierfür müssen Sie auf Drittanbieter-Dienste wie Google Maps (Standortfreigabe) oder Apps wie „Life360“ zurückgreifen, die plattformübergreifend funktionieren.
Sicherheit durch Transparenz
Die Standortfreigabe am iPhone ist ein mächtiges Sicherheitsmerkmal, das bei verantwortungsvollem Umgang das tägliche Leben erleichtert. Ob es darum geht, sicherzustellen, dass das Kind gut in der Schule angekommen ist, oder den Partner in einer fremden Stadt wiederzufinden – die Technologie von Apple bietet hierbei ein Höchstmaß an Präzision. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der gegenseitigen Absprache und der korrekten Konfiguration der Datenschutzeinstellungen.












