January 8, 2026

iOS 4: Der Meilenstein, der das iPhone zum Multitasking-Wunder machte

Wenn wir im Jahr 2026 auf die Geschichte des iPhones zurückblicken, gibt es Momente, die alles veränderten. Einer dieser Wendepunkte war der Sommer 2010. Während das iPhone 4 mit seinem markanten Design die Hardware-Welt revolutionierte, legte die Software den Grundstein für das moderne Smartphone-Erlebnis, wie wir es heute kennen. iOS 4 war nicht nur ein Update; es war das erste Mal, dass Apple das Betriebssystem offiziell „iOS“ nannte (zuvor hieß es iPhone OS) und Funktionen einführte, die heute so selbstverständlich sind wie das Atmen.

In diesem ausführlichen Rückblick tauchen wir ein in die Ära von iOS 4. Wir beleuchten die bahnbrechenden Funktionen, die Geschichte hinter der Namensänderung und warum dieses System der entscheidende Schritt war, um das iPhone von einem reinen Kommunikationsgerät zu einem echten mobilen Computer zu transformieren.

Die Geschichte: Ein neuer Name für eine neue Ära

Bis zum Juni 2010 liefen iPhones mit „iPhone OS“. Doch mit dem Erscheinen des ersten iPads im April 2010 wurde klar, dass die Software über das Telefon hinausgewachsen war. Auf der WWDC 2010 verkündete Steve Jobs stolz die Umbenennung in iOS.

iOS 4 war das erste System, das die Fragmentierung der Apple-Geräte anging. Es musste sowohl das brandneue iPhone 4 mit seinem hochauflösenden Retina-Display unterstützen als auch das iPhone 3GS und – mit Einschränkungen – das iPhone 3G. Es war eine Zeit des rasanten Wachstums und des harten Wettbewerbs mit einem aufstrebenden Android-System. Apple musste beweisen, dass „einfach zu bedienen“ auch „leistungsfähig“ bedeuten konnte.

Die wichtigsten Funktionen: Was iOS 4 veränderte

iOS 4 brachte über 100 neue Funktionen mit sich. Einige davon waren so fundamental, dass sie die Bedienung des iPhones für immer prägten.

1. Multitasking: Endlich mehr als eine App gleichzeitig

Bevor iOS 4 erschien, schloss sich eine App komplett, sobald man den Home-Button drückte. Mit iOS 4 führte Apple ein intelligentes Multitasking ein. Durch einen Doppelklick auf den Home-Button öffnete sich am unteren Bildschirmrand eine Leiste mit den zuletzt verwendeten Apps.

  • Der Clou: Apple erlaubte Apps, bestimmte Aufgaben im Hintergrund auszuführen (wie Musik abspielen oder GPS-Navigation), während das System andere Apps „einfriert“, um den Akku zu schonen.

2. Ordner auf dem Home-Bildschirm

Erinnern Sie sich an die Zeit, als man Seite um Seite wischen musste, um eine App zu finden? iOS 4 löste das Chaos mit Ordnern. Indem man eine App auf eine andere zog, erstellte das System automatisch einen Ordner und benannte ihn intelligent nach der Kategorie (z. B. „Spiele“ oder „Produktivität“). Plötzlich konnten statt 180 Apps über 2.000 Apps auf dem Home-Bildschirm organisiert werden.

3. FaceTime: Videotelefonie wird massentauglich

„One more thing“ im Jahr 2010 war FaceTime. iOS 4 ermöglichte es, Videotelefonate über WLAN zu führen. Es war die Geburtsstunde einer neuen Art der Kommunikation, die heute aus dem Apple-Ökosystem nicht mehr wegzudenken ist. Zu Beginn war FaceTime exklusiv für das iPhone 4, da dieses als erstes Modell eine Frontkamera besaß.

4. Das Retina-Display-Rendering

Mit dem iPhone 4 kam die extrem hohe Pixeldichte. iOS 4 war darauf optimiert, Schriften und Grafiken so scharf darzustellen, dass das menschliche Auge keine einzelnen Pixel mehr erkennen konnte. Dies setzte neue Maßstäbe für die gesamte Industrie.

5. iBooks und PDF-Unterstützung

Mit iOS 4 hielt der iBooks-Store Einzug auf dem iPhone. Nutzer konnten nun nicht nur Bücher kaufen und lesen, sondern auch PDFs direkt in der App verwalten. Das iPhone wurde zum Lesegerät für die Westentasche.

Technische Fakten und Kompatibilität

iOS 4 markierte auch den Beginn einer Politik, die wir heute gut kennen: Den schrittweisen Abschied von alter Hardware.

  • iPhone 4: Volle Unterstützung aller Funktionen.

  • iPhone 3GS: Unterstützung fast aller Funktionen inklusive Multitasking.

  • iPhone 3G: Stark eingeschränkt. Kein Multitasking, kein Hintergrundbild (ja, vor iOS 4 konnte man auf dem iPhone 3G kein eigenes Hintergrundbild hinter den Apps festlegen!).

  • iPhone (Original): Wurde von iOS 4 nicht mehr unterstützt.

Das System wurde am 21. Juni 2010 veröffentlicht und sah im Laufe seines Lebenszyklus mehrere wichtige Updates, wie iOS 4.1 (Einführung des Game Centers) und iOS 4.2.1 (das erste Mal, dass iPhone und iPad auf dem exakt gleichen Softwarestand waren).

Das Design: Skeuomorphismus in Perfektion

Aus heutiger Sicht (2026) wirkt das Design von iOS 4 fast antik. Es war die Ära des Skeuomorphismus. App-Icons sahen aus wie reale Objekte: Die Notizen-App wirkte wie ein gelber Schreibblock mit Lederbindung, der Kiosk sah aus wie ein echtes Holzregal. Unter Scott Forstall, dem damaligen Software-Chef, legte Apple Wert darauf, dass digitale Oberflächen ihre physischen Vorbilder imitierten, um den Nutzern die Bedienung zu erleichtern.

Dieses Design blieb bis iOS 6 bestehen, bevor Jony Ive mit iOS 7 das Ruder übernahm und alles auf „Flat Design“ umstellte.

Warum iOS 4 heute noch wichtig ist

Wenn wir die Entwicklung von iOS 20 oder iOS 21 betrachten, sehen wir die DNA von iOS 4 überall. Die Idee, Apps in Ordnern zu organisieren oder zwischen Anwendungen hin- und herzuspringen, wurde hier perfektioniert. Es war das Update, das das iPhone erwachsen machte. Es bewies, dass ein Smartphone komplex sein konnte, ohne kompliziert zu sein.

iOS 4 war auch ein Symbol für Apples Dominanz. Es war das Betriebssystem des legendären iPhone 4, das trotz „Antennagate“ zu einem der meistverkauften Telefone seiner Zeit wurde.

Fazit: Ein digitaler Klassiker

iOS 4 war der Motor hinter dem Aufstieg des iPhones zum kulturellen Phänomen. Es brachte Struktur in den App-Dschungel, gab uns Multitasking und ließ uns durch FaceTime zum ersten Mal wirklich „in die Zukunft“ blicken. Auch wenn die Hardware von damals heute in Museen steht, lebt der Geist von iOS 4 in jeder Wischgeste weiter, die wir heute auf unseren modernen iPhone-Modellen ausführen.

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