Wenn wir im Jahr 2026 auf die Geschichte der Mobiltechnologie schauen, gibt es nur wenige Geräte, die einen so bleibenden Eindruck hinterlassen haben wie das iPhone 5. Als es im September 2012 von Phil Schiller auf der Bühne präsentiert wurde, markierte es einen radikalen Wendepunkt für Apple. Es war das erste iPhone, das unter der vollständigen Leitung von Tim Cook nach der Ära von Steve Jobs entstand, und es brach mit einer heiligen Tradition: der Bildschirmgröße.
Das iPhone 5 war „das größte Ereignis, das dem iPhone seit dem iPhone passiert ist“, so die damalige Marketing-Botschaft. Es war dünner, leichter, schneller und – zum ersten Mal – länger. In diesem Blogpost werfen wir einen detaillierten Blick auf die Technik, die Geschichte und das Erbe dieses Klassikers, der auch heute noch als eines der schönsten Smartphones gilt, die je gebaut wurden.
Ein Design für die Ewigkeit: Glas und Aluminium
Das iPhone 5 führte eine völlig neue Designsprache ein, die sich deutlich vom Glas-Sandwich-Design des iPhone 4 und 4s unterschied. Apple setzte auf ein Gehäuse aus eloxiertem Aluminium mit präzise abgeschrägten, diamantgeschliffenen Kanten.
Mit einer Tiefe von nur 7,6 mm war es zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung das dünnste Smartphone der Welt. Es wog lediglich 112 Gramm – satte 20 % weniger als sein Vorgänger. Dieses Gefühl von Leichtigkeit bei gleichzeitiger hochwertiger Haptik ist etwas, das viele Nutzer auch im Jahr 2026 bei modernen, oft schweren Pro-Max-Modellen vermissen. Das iPhone 5 lag perfekt in einer Hand, was damals ein Kernversprechen der Apple-Philosophie war.
Die Technik: Ein Sprung in die Moderne
Technisch gesehen war das iPhone 5 ein Kraftpaket seiner Zeit und führte Standards ein, die wir heute noch nutzen.
1. Das 4-Zoll Retina Display
Nach fünf Jahren mit 3,5-Zoll-Bildschirmen vergrößerte Apple das Display auf 4 Zoll. Die Breite blieb gleich, aber das Gerät wurde höher, um ein 16:9-Seitenverhältnis zu erreichen. Dies erlaubte eine fünfte Reihe von App-Icons auf dem Home-Bildschirm und machte das Anschauen von Breitbild-Videos deutlich angenehmer. Die Auflösung betrug 1136 x 640 Pixel, was die gewohnte Pixeldichte von 326 ppi beibehielt.
2. Der Apple A6 Chip
Unter der Haube arbeitete der A6-Prozessor. Er war der erste Chip, bei dem Apple die CPU-Kerne selbst entwarf, anstatt Standard-Designs zu lizensieren. Das Ergebnis war eine Verdopplung der Rechen- und Grafikleistung im Vergleich zum A5, bei gleichzeitig verbesserter Energieeffizienz.
3. Die Geburtsstunde von Lightning
Mit dem iPhone 5 verabschiedete sich Apple vom breiten 30-Pin-Dock-Anschluss und führte den Lightning-Anschluss ein. Er war rein digital, deutlich kleiner und – zur Erleichterung aller – beidseitig einsteckbar. Obwohl wir im Jahr 2026 längst beim universellen USB-C angekommen sind, war Lightning für über ein Jahrzehnt der Standard im Apple-Kosmos.
4. LTE-Konnektivität
Es war das erste iPhone, das den Mobilfunkstandard LTE (4G) unterstützte. Dies revolutionierte das mobile Surfen und machte Geschwindigkeiten möglich, die damals oft schneller waren als das heimische WLAN.
Die Kamera: Präzision in Saphirglas
Die iSight-Kamera des iPhone 5 bot weiterhin 8 Megapixel, wurde aber physisch verkleinert, um in das dünnere Gehäuse zu passen. Eine Besonderheit war die Abdeckung aus Saphirglas, die deutlich kratzfestes war als herkömmliches Glas.
Neu war damals die Panorama-Funktion, mit der Nutzer beeindruckende Weitwinkelaufnahmen von bis zu 28 Megapixeln durch eine einfache Schwenkbewegung erstellen konnten. Auch die Frontkamera wurde verbessert und ermöglichte FaceTime-Anrufe erstmals in HD (720p).
Software: Von iOS 6 bis zum Ende des Supports
Das iPhone 5 wurde ursprünglich mit iOS 6 ausgeliefert. Es war die letzte Version des Betriebssystems im klassischen „Skeuomorphismus“-Look, bevor mit iOS 7 das flache Design Einzug hielt.
Das Gerät bewies eine bemerkenswerte Langlebigkeit. Es unterstützte Updates bis hin zu iOS 10.3.4. Erst im Jahr 2017, fünf Jahre nach seinem Erscheinen, endete der offizielle Software-Support. Für die damalige Zeit war dies eine überragende Lebensdauer, die den Ruf von Apple für nachhaltige Software-Pflege festigte.
Bekannte Probleme: „Scuffgate“ und der Akku
Kein Gerät ist perfekt, und auch das iPhone 5 hatte seine Schwächen.
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Scuffgate: Besonders beim schwarzen Modell neigte das eloxierte Aluminium dazu, an den Kanten abzusplittern oder Kratzer zu zeigen, was das silberne Metall darunter zum Vorschein brachte.
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Akku-Austauschprogramm: Einige frühe Chargen des iPhone 5 hatten Probleme mit der Akkulaufzeit, woraufhin Apple ein offizielles Austauschprogramm startete.
Das Erbe: Ein Vorbild für das iPhone 12 und 13
Das Design des iPhone 5 mit seinen flachen Kanten war so beliebt, dass Apple es Jahre später für das iPhone 12 wiederbelebte und bis heute in ähnlicher Form fortführt. Es gilt für viele Design-Liebhaber als der ästhetische Höhepunkt der Smartphone-Geschichte – eine perfekte Balance aus Metall, Glas und Proportionen.
Im Jahr 2026 ist ein funktionstüchtiges iPhone 5 ein echtes Sammlerstück. Es erinnert uns an eine Zeit, in der Smartphones noch kompakt waren und man sie mühelos mit dem Daumen über den gesamten Bildschirm bedienen konnte.












