In einer Zeit, in der digitale Vernetzung das Rückgrat unserer sozialen und beruflichen Interaktion bildet, ist Telegram zu einem der mächtigsten Werkzeuge für den Aufbau von Communities geworden. Während viele Messenger-Dienste an ihre Grenzen stoßen, wenn es um Mitgliederzahlen oder Moderationsfunktionen geht, bietet Telegram einen Spielraum, der seinesgleichen sucht. Ob Sie eine kleine private Gruppe für die Familie, ein Forum für Ihr Hobby oder eine professionelle Arbeitsgruppe für bis zu 200.000 Mitglieder planen – eine Telegram-Gruppe ist in wenigen Minuten erstellt. In diesem ausführlichen Guide für das Jahr 2026 führen wir Sie durch den gesamten Prozess und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Gruppe von Anfang an professionell konfigurieren.
Warum eine Telegram-Gruppe erstellen?
Bevor wir zur technischen Umsetzung kommen, sollten Sie sich kurz vor Augen führen, warum Telegram die ideale Wahl für Ihr Vorhaben ist. Im Gegensatz zu Kanälen, die für die Einweg-Kommunikation (ähnlich einem Newsletter) gedacht sind, ermöglichen Gruppen einen echten Dialog. Jedes Mitglied kann (sofern nicht anders eingestellt) Nachrichten schreiben, Medien teilen und an Diskussionen teilnehmen. Dank der Cloud-Architektur von Telegram haben neue Mitglieder Zugriff auf den gesamten Nachrichtenverlauf seit Erstellung der Gruppe, was den Einstieg in bestehende Projekte massiv erleichtert.
Schritt 1: Den Erstellungsprozess starten
Die Erstellung einer Gruppe beginnt direkt auf dem Hauptbildschirm Ihrer Telegram-App. Der Prozess ist auf Android, iOS und der Desktop-Version nahezu identisch.
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Öffnen Sie Telegram: Tippen Sie auf das Stift-Symbol (Android: unten rechts; iOS: oben rechts).
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Option wählen: Wählen Sie ganz oben den Punkt „Neue Gruppe“.
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Mitglieder hinzufügen: Telegram fordert Sie nun auf, mindestens ein Mitglied aus Ihren Kontakten hinzuzufügen, um die Gruppe zu initiieren. Wählen Sie eine Person aus (Sie können später weitere hinzufügen oder einen Einladungslink erstellen).
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Weiter: Bestätigen Sie die Auswahl mit dem Pfeil oder der Schaltfläche „Weiter“.
Schritt 2: Name und Profilbild festlegen
Nun geben Sie Ihrer Gruppe eine Identität. Dies ist besonders wichtig, wenn die Gruppe später öffentlich auffindbar sein soll.
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Gruppenname: Geben Sie einen aussagekräftigen Namen ein. Für öffentliche Gruppen empfiehlt es sich, relevante Keywords direkt in den Namen einzubauen (z.B. „Wanderfreunde Berlin“ statt nur „Wandern“).
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Profilbild: Tippen Sie auf das Kamera-Symbol. Ein gutes Bild erhöht die Seriosität und Wiedererkennung Ihrer Gruppe. Sie können ein Foto hochladen, ein Emoji wählen oder sogar eine animierte Grafik nutzen.
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Erstellen: Tippen Sie auf das Häkchen oder „Erstellen“. Ihre Gruppe ist nun technisch einsatzbereit.
Schritt 3: Den Gruppentyp festlegen (Privat vs. Öffentlich)
Dies ist die wichtigste Entscheidung bei der Konfiguration. Standardmäßig ist jede neue Gruppe privat.
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Tippen Sie auf den Gruppennamen am oberen Rand und dann auf das Stift-Symbol (Bearbeiten).
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Wählen Sie „Gruppentyp“.
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Private Gruppe: Nur Personen mit einem Einladungslink können beitreten. Die Gruppe erscheint nicht in der globalen Suche.
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Öffentliche Gruppe: Jeder kann die Gruppe über die Suche finden. Hier müssen Sie einen eindeutigen Link (Benutzername) festlegen, z.B.
t.me/meine_super_gruppe. Dieser Link ist Ihre Visitenkarte im Telegram-Netzwerk.
Schritt 4: Berechtigungen für Mitglieder verwalten
Damit eine Gruppe mit vielen Mitgliedern nicht im Chaos versinkt, müssen Sie die Rechte der Teilnehmer einschränken oder erweitern.
Gehen Sie zu Bearbeiten > Berechtigungen. Hier können Sie einzeln festlegen, ob Mitglieder:
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Nachrichten senden dürfen.
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Medien (Fotos, Videos) teilen dürfen.
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Sticker und GIFs senden dürfen.
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Umfragen erstellen dürfen.
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Links einbetten dürfen.
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Nutzer hinzufügen dürfen.
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Nachrichten anheften dürfen.
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Die Gruppeninfo ändern dürfen.
Profi-Tipp: Für große öffentliche Gruppen empfiehlt es sich, den „Langsamen Modus“ (Slow Mode) zu aktivieren. Hierbei können Nutzer nur in festgelegten Zeitabständen (z.B. alle 30 Sekunden) eine Nachricht senden. Dies verhindert Spam und sorgt für eine ruhigere Gesprächsatmosphäre.
Schritt 5: Den Nachrichtenverlauf für neue Mitglieder steuern
Ein großer Vorteil von Telegram ist die Transparenz für Neuankömmlinge. Unter Bearbeiten > Chat-Verlauf für neue Mitglieder können Sie entscheiden:
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Sichtbar: Neue Mitglieder sehen alle alten Nachrichten. Ideal für Wissensdatenbanken oder Arbeitsgruppen.
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Versteckt: Neue Mitglieder sehen erst die Nachrichten ab dem Zeitpunkt ihres Beitritts. Sinnvoll für temporäre Projekte oder diskrete Runden.
Schritt 6: Administratoren ernennen
Sobald die Gruppe wächst, können Sie die Arbeit nicht mehr alleine bewältigen.
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Gehen Sie zu Bearbeiten > Administratoren.
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Tippen Sie auf „Administrator hinzufügen“.
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Wählen Sie ein vertrauenswürdiges Mitglied aus.
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Legen Sie exakt fest, was dieser Admin darf (z.B. nur Nutzer sperren, aber nicht die Gruppeninfo ändern). Sie können Admins sogar benutzerdefinierte Titel geben, die neben ihrem Namen im Chat erscheinen (z.B. „Moderator“ oder „Security“).
Schritt 7: Einladungslinks und QR-Codes erstellen
Um Mitglieder zu gewinnen, müssen Sie diese einladen.
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Unter Bearbeiten > Einladungslinks finden Sie Ihren permanenten Link.
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Sie können auch zusätzliche, zeitlich begrenzte Links erstellen oder Links, die nur für eine bestimmte Anzahl von Beitritten gültig sind.
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Telegram generiert Ihnen hier auch direkt einen QR-Code, den Sie ausdrucken oder auf Webseiten einbinden können.
Schritt 8: Schutz vor Spam und Bots
Im Jahr 2026 sind Bots ein integraler Bestandteil von Telegram. Um Ihre Gruppe sauber zu halten, sollten Sie einen Moderations-Bot hinzufügen (z.B. @MissRose_bot oder ähnliche Tools). Diese Bots können:
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Automatisch Nutzer begrüßen.
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Nutzer sperren, die bestimmte Wörter verwenden.
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Captchas abfragen, um sicherzustellen, dass kein automatisierter Spam-Bot der Gruppe beitritt.
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Regeln der Gruppe per Befehl anzeigen (z.B.
/rules).
Tipps für eine erfolgreiche Gruppenführung
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Regeln festlegen: Erstellen Sie eine Nachricht mit den Verhaltensregeln und nutzen Sie die Funktion „Anheften“, damit diese Nachricht für jeden ganz oben im Chat sichtbar bleibt.
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Interaktion fördern: Nutzen Sie die integrierte Umfrage-Funktion, um Meinungen einzuholen oder Termine abzustimmen.
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Themen (Topics) nutzen: Wenn Ihre Gruppe sehr groß wird, aktivieren Sie in den Einstellungen die Funktion „Themen“. Dadurch wird die Gruppe in verschiedene Unterbereiche unterteilt (ähnlich wie bei Discord oder Slack), was die Übersichtlichkeit massiv steigert.
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Inhalts-Schutz: Wenn Sie sensible Informationen teilen, können Sie unter Bearbeiten > Gruppentyp das „Kopieren von Inhalten einschränken“. Dies verhindert, dass Mitglieder Nachrichten weiterleiten oder Screenshots machen (auf Android blockiert, auf iOS eingeschränkt).
Fazit
Die Erstellung einer Telegram-Gruppe ist im Jahr 2026 ein intuitiver Prozess, der dennoch enorme Tiefe bietet. Durch die richtige Konfiguration der Berechtigungen und den Einsatz von Moderations-Bots schaffen Sie eine Umgebung, in der sich Ihre Mitglieder sicher und wohl fühlen. Ob für den privaten Kreis oder als globale Community-Zentrale – mit diesen Schritten haben Sie das perfekte Fundament für Ihre Telegram-Gruppe gelegt.












