Willkommen im Jahr 2026! Telegram ist weiterhin eine der mächtigsten Kommunikationsplattformen, aber die Anforderungen an den Datenschutz sind gestiegen. Da Telegram im Oktober 2025 seine Richtlinien angepasst hat und nun unter bestimmten Bedingungen Nutzerdaten (wie IP-Adressen und Telefonnummern) an Behörden weitergeben kann, ist das Thema Anonymität wichtiger denn je.
Obwohl Telegram von Haus aus viele Privatsphäre-Optionen bietet, ist die App standardmäßig nicht anonym. Mit den richtigen Einstellungen und Tools kannst du deine Identität jedoch fast vollständig verschleiern. Hier ist dein ultimativer Leitfaden für maximale Anonymität im Jahr 2026.
1. Die Registrierung ohne private Handynummer
Der wichtigste Schritt zur Anonymität ist, Telegram gar nicht erst mit deiner echten Identität zu verknüpfen. Telegram verlangt zwingend eine Telefonnummer zur Verifizierung, aber es muss nicht deine eigene sein.
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Fragment (Anonyme Nummern): Über die Plattform Fragment kannst du anonyme, Blockchain-basierte Nummern (mit der Vorwahl +888) erwerben. Diese sind nicht an eine physische SIM-Karte gebunden und bieten die höchste Stufe an Anonymität.
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Virtuelle Nummern: Dienste wie Google Voice, TextNow oder Burner ermöglichen es dir, eine Zweitnummer für SMS-Verifizierungen zu nutzen. Achte darauf, einen seriösen Anbieter zu wählen, da viele “Gratis-Nummern” von Telegram bereits blockiert sind.
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Prepaid-SIM: Eine klassische anonyme SIM-Karte aus dem Ausland oder ohne Identitätsnachweis ist ebenfalls eine solide Option.
2. Die Privatsphäre-Einstellungen optimieren
Sobald dein Account steht, musst du die “Schotten dicht machen”. Gehe zu Einstellungen > Privatsphäre und Sicherheit und nimm folgende Änderungen vor:
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Telefonnummer: Stelle „Wer darf meine Nummer sehen?“ auf Niemand. Wähle bei „Wer darf mich unter meiner Nummer finden?“ die Option Meine Kontakte.
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Benutzername: Erstelle einen Benutzernamen. So können dich Leute finden und anschreiben, ohne jemals deine Nummer zu sehen. Nutze hierbei ein Pseudonym, das keinen Rückschluss auf deinen echten Namen zulässt.
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Zuletzt gesehen & Online: Stelle dies auf Niemand. Damit verhinderst du, dass andere dein Nutzungsverhalten analysieren können.
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Profilbild: Schränke die Sichtbarkeit auf Meine Kontakte ein. Lösche regelmäßig alte Profilbilder, da diese in einer Historie gespeichert werden können.
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Weitergeleitete Nachrichten: Stelle „Wer darf beim Weiterleiten meiner Nachrichten eine Verknüpfung zu meinem Konto hinzufügen?“ auf Niemand. So bleibt dein Name zwar an der Nachricht stehen, ist aber nicht mehr anklickbar.
3. Technische Verschleierung: VPN und Proxy
Telegram sieht standardmäßig deine IP-Adresse. In Kombination mit Zeitstempeln deiner Nachrichten könnte ein Provider oder eine Behörde dich identifizieren.
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VPN (Virtual Private Network): Nutze immer ein VPN (z. B. Mullvad, ProtonVPN), um deine echte IP-Adresse zu verbergen.
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Integrierte Proxy-Einstellungen: Telegram erlaubt die Nutzung von SOCKS5-Proxys direkt in der App (Einstellungen > Daten und Speicher > Proxy-Einstellungen). Dies ist besonders nützlich, um Zensur zu umgehen und die IP-Adresse gegenüber den Telegram-Servern zu maskieren.
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Peer-to-Peer (P2P) bei Anrufen: Deaktiviere P2P-Anrufe oder schränke sie auf „Meine Kontakte“ ein. Bei P2P-Anrufen wird deine IP-Adresse direkt mit der des Gesprächspartners ausgetauscht. Stelle sicher, dass Anrufe stattdessen über die Telegram-Server geleitet werden.
4. Geheime Chats für echte Verschlüsselung
Ein häufiges Missverständnis: Normale Telegram-Chats sind nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt, sondern nur zwischen deinem Gerät und dem Server. Telegram könnte theoretisch mitlesen.
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Geheime Chats starten: Tippe auf das Profil eines Kontakts -> Drei Punkte (⋮) -> Geheimen Chat starten.
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Vorteile: Diese Chats sind Ende-zu-Ende verschlüsselt, hinterlassen keine Spuren auf den Servern, erlauben keine Weiterleitungen und keine Screenshots.
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Selbstzerstörung: Nutze den Timer für die Selbstzerstörung von Nachrichten. Du kannst einstellen, dass Nachrichten Sekunden oder Stunden nach dem Lesen spurlos für beide Seiten verschwinden.
5. Verhaltensregeln für Anonymität
Die beste Technik nützt nichts, wenn du dich durch dein Verhalten verrätst:
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Kontaktsynchronisierung ausschalten: Deaktiviere unter Privatsphäre und Sicherheit > Dateneinstellungen die Option „Kontakte synchronisieren“. Lösche bereits hochgeladene Kontakte. Sonst weiß Telegram sofort, wer in deinem realen Umfeld die App nutzt.
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Metadaten in Medien: Fotos enthalten oft Standortdaten (EXIF). Telegram entfernt diese zwar meist beim Senden als Foto, aber wenn du Dateien als „Dokument“ sendest, bleiben die Metadaten erhalten.
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Keine Verknüpfung zu Google/Apple: Logge dich nicht über Apple- oder Google-ID ein. Erstelle deinen Account klassisch mit Nummer und Passwort.
Fazit
Anonymität auf Telegram ist im Jahr 2026 ein aktiver Prozess. Durch die Nutzung einer Fragment-Nummer, konsequente VPN-Nutzung und das Deaktivieren der Kontaktsynchronisierung kannst du ein extrem hohes Maß an Privatsphäre erreichen. Sei dir jedoch bewusst, dass echte Anonymität auch bedeutet, niemals persönliche Details in öffentlichen Gruppen preiszugeben.












