3D-Modellierung auf dem iPad ist längst mehr als ein nettes Experiment für unterwegs: Das Tablet hat sich für viele Kreative zu einem ernstzunehmenden Arbeitsgerät entwickelt – vor allem dann, wenn Skizzen schnell in räumliche Entwürfe übersetzt werden sollen oder wenn Sculpting mit dem Apple Pencil besonders natürlich wirkt. Statt Laptop und Maus reichen heute iPad, Stift und eine passende App, um Formen zu blocken, Details zu sculpten, CAD-Modelle zu bauen oder Entwürfe direkt in AR zu prüfen. Genau diese Mischung aus Mobilität und direkter Bedienung macht die iPad-Plattform im Alltag so spannend: Sie können in der Bahn Ideen ausarbeiten, beim Kundentermin Varianten zeigen oder im Studio am Sofa an Oberflächen und Proportionen feilen. Gleichzeitig ist nicht jede App für jeden Zweck geeignet. Manche Tools sind echte CAD-Lösungen, andere sind auf digitales Tonmodellieren spezialisiert, wieder andere dienen primär dem schnellen Visualisieren oder dem Erfassen realer Objekte per Photogrammetrie. In diesem Guide finden Sie die besten Apps für 3D-Modellierung auf dem iPad – klar nach Einsatzbereichen sortiert, mit praktischen Auswahlkriterien und Tipps, wie Sie unterwegs produktiv bleiben, ohne später in der Desktop-Pipeline böse Überraschungen zu erleben.
Welche Art von 3D-Arbeit möchten Sie unterwegs wirklich machen?
Bevor Sie Apps vergleichen, lohnt sich ein kurzer Reality-Check: „3D-Modellierung“ bedeutet auf dem iPad ganz unterschiedliche Dinge. Wer diese Kategorien sauber trennt, findet schneller das richtige Tool – und vermeidet Frust, weil die gewählte App nicht zur eigenen Aufgabe passt.
- CAD für präzise Konstruktion: saubere Maße, Skizzen, Constraints, technische Teile, Produktdesign
- Sculpting für Charaktere und organische Formen: digitale Tonarbeit, Details, Oberflächen, Figuren
- Architektur/Innenraum-Sketching: schnelle Volumen, Raumstudien, frühe Entwurfsvarianten
- 3D-Erfassung statt Modellbau: Photogrammetrie/Objekt-Scanning als Startpunkt für weitere Workflows
- Collaboration & Cloud: Modelle unterwegs kommentieren, prüfen, teilen, im Team weiterbearbeiten
Auswahlkriterien: So erkennen Sie die passende iPad-App
Viele Apps wirken in App-Store-Videos ähnlich, unterscheiden sich aber stark in ihren „harten“ Eigenschaften: Exportformate, Layer/Objektstruktur, Stabilität bei großen Szenen und die Frage, ob Sie später problemlos in Blender, Maya, Cinema 4D oder eine Game-Engine wechseln können. Gerade für professionelle Workflows entscheidet das oft mehr als die Benutzeroberfläche.
1) Export und Dateiformate
Achten Sie darauf, ob die App gängige Formate wie OBJ, FBX, STL, STEP oder USDZ unterstützt. Für AR und Apple-Workflows ist USDZ wichtig, für CAD eher STEP/IGES, für Games und DCC-Pipelines häufig FBX/OBJ. Wenn Sie „nur“ unterwegs blocken, reicht ein solider Export; wenn das iPad-Modell später Produktionsbasis sein soll, wird Format- und Materialtreue relevant.
2) Bedienung mit Apple Pencil
Bei Sculpting-Apps ist Stiftgefühl ein Produktivitätshebel. Drucksensitivität, Falloff-Kontrolle, Masking und Brush-Anpassungen entscheiden darüber, ob die Arbeit flüssig wird. Für CAD-Apps zählt dagegen, wie schnell Sie Skizzen anlegen, bemaßen und präzise Eingaben machen können.
3) Performance und Hardware-Anforderungen
Große Meshes, viele Subdivisions oder komplexe Szenen bringen jedes System an Grenzen. Manche iPad-Apps sind bewusst schlank, andere setzen auf leistungsfähigere Geräte. Prüfen Sie in der Praxis: Wie verhält sich die App bei Ihrem typischen Detailgrad? Lässt sich die Szene noch angenehm drehen, selektieren und speichern?
4) Workflow-Realität: „Unterwegs“ heißt oft „Hybrid“
Die meisten arbeiten nicht ausschließlich auf dem iPad, sondern in einem Mix: iPad für Blockout, Design-Iteration, Sculpting-Details oder Review – Desktop für Retopo, komplexes Rigging, finalen Render oder große Szenen. Eine gute iPad-App unterstützt genau dieses „Hand-off“, statt Sie in einem Inselsystem einzusperren.
Die besten iPad-Apps für CAD und präzise Modellierung
Wenn Sie unterwegs konstruktiv arbeiten wollen, brauchen Sie eine App, die Skizzen, Maße und saubere Flächen/Volumen zuverlässig abbildet. In dieser Kategorie sind zwei Ansätze besonders verbreitet: leistungsstarke iPad-CAD-Apps mit lokaler Bedienung und cloudbasierte CAD-Plattformen mit Teamfokus.
Shapr3D: CAD auf dem iPad, schnell und präzise
Shapr3D ist eine der bekanntesten Lösungen für CAD-orientierte 3D-Modellierung auf dem iPad. Der Fokus liegt auf schnellem, intuitivem Solid Modeling und einer Oberfläche, die stark auf direkte Eingabe ausgelegt ist. Shapr3D positioniert sich ausdrücklich als CAD, das auf iPad, Mac und Windows verfügbar ist, inklusive AR-Viewer und einem breiten Import/Export-Umfeld. Das macht die App besonders interessant für Produktdesign, technische Konzepte, Gehäuse, Bauteile und saubere Präsentationsmodelle.
- Stark für: präzise Volumenkörper, Produktdesign, schnelle Konstruktionsvarianten
- Praktischer Vorteil: sehr schneller Einstieg, gute „Idea-to-Model“-Geschwindigkeit
- Typischer Einsatz: Entwurf unterwegs, Feinheiten später am Desktop weiterführen
Offizielle Infos finden Sie über Shapr3D sowie die iPad-Download-Seite mit Geräteanforderungen.
Onshape: Cloud-CAD mit Team- und Kollaborationsfokus
Onshape verfolgt einen anderen Ansatz: CAD als cloudbasierte Plattform, die Zusammenarbeit in Echtzeit und Geräteunabhängigkeit stark betont. Die iPad-App eignet sich besonders, wenn Sie Modelle nicht nur erstellen, sondern gemeinsam kommentieren, versionieren und in Teams weiterentwickeln wollen. Onshape beschreibt die iOS-App als Zugang zu einer vollständigen mechanischen CAD-Plattform mit Echtzeit-Kollaboration.
- Stark für: Teamprojekte, Kollaboration, Arbeiten ohne klassisches Dateichaos
- Praktischer Vorteil: überall Zugriff, Kommentare und Änderungen im Team
- Typischer Einsatz: Engineering-orientierte Modelle, gemeinsame Reviews unterwegs
Ein Einstieg ist über die App-Übersicht möglich: Onshape im App Store. Wer den iPad-CAD-Gedanken im Onshape-Kontext vertiefen möchte, findet zusätzliche Hintergründe im Onshape-Blog unter CAD für das iPad gemacht.
Die besten iPad-Apps für Sculpting und Character Design
Für Figuren, Kreaturen, organische Formen und Materialdetails ist Sculpting auf dem iPad besonders attraktiv, weil der Apple Pencil eine sehr direkte, „händische“ Arbeitsweise erlaubt. In dieser Kategorie sind aktuell zwei Apps besonders prägend: eine zugängliche, leistungsstarke Sculpting-App und eine iPad-Variante des etablierten Industriestandards.
Nomad Sculpt: Leistungsstarkes Sculpting mit hoher Mobilität
Nomad Sculpt hat sich als sehr beliebte Sculpting-Lösung etabliert, weil sie auf Tablets gut funktioniert und einen funktionsreichen, zugleich verständlichen Ansatz verfolgt. Die offizielle Seite betont explizit die iOS/iPadOS-Verfügbarkeit, und im eigenen Manual wird Nomad als 3D-Sculpting-App beschrieben, die besonders gut mit drucksensitiven Stylus-Lösungen wie Apple Pencil funktioniert. Für viele ist Nomad die ideale „unterwegs“-App: Blockout, Formen, Details, schnelle Render-Checks – ohne dass Sie eine Desktop-Umgebung benötigen.
- Stark für: Sculpting, organische Formen, stylisierte Figuren, schnelle Detailarbeit
- Praktischer Vorteil: sehr „tablet-freundlicher“ Workflow, gutes Preis-Leistungs-Gefühl
- Typischer Einsatz: Character-Exploration, Kreaturen, Props mit organischen Details
Offizielle Infos: Nomad Sculpt und das Getting Started im Nomad-Manual.
ZBrush for iPad: Profi-Sculpting mit Abo-Logik und Free-Version
ZBrush ist im Sculpting-Bereich seit Jahren ein Synonym für professionelle Character-Workflows. Mit ZBrush for iPad gibt es eine iPad-Variante, die laut Maxon sowohl als Bestandteil von ZBrush/Maxon-One-Abos als auch als eigenständiges Abo verfügbar ist – und zudem eine kostenlose Version anbietet. Maxon beschreibt, dass die Free-Version einen Einstieg mit 28 beliebten Brushes ermöglicht und ausgewählte Tools in eingeschränktem Umfang bereitstellt (unter anderem Dynamesh, SculptrisPro, ZSpheres und ZRemesher).
- Stark für: Sculpting im ZBrush-Ökosystem, pro-orientierte Workflows, Pencil-Fokus
- Praktischer Vorteil: „Industrie-Workflow“ näher am Standard, auch unterwegs nutzbar
- Typischer Einsatz: Sculpting-Studium, Detailarbeit, Pipeline-nahes Arbeiten auf dem iPad
Offizielle Infos: ZBrush for iPad und ZBrush Plan Options (inkl. Free-Plan-Hinweis).
Wichtiger Hinweis zu Forger: Warum viele Profis inzwischen umsteigen
Forger war lange eine etablierte Sculpting-App auf dem iPad. Inzwischen wurde jedoch öffentlich kommuniziert, dass Forger in einen eingeschränkten Wartungsmodus überführt und aus dem App Store entfernt werden soll. Wer neu startet, sollte deshalb auf Apps setzen, die aktiv weiterentwickelt werden, um mittelfristig keine Sackgasse zu riskieren. Eine gut verständliche Einordnung dazu bietet der Artikel Forger wird eingestellt – Fokus auf ZBrush for iPad.
Die besten iPad-Apps für Architektur, Raum und schnelle Entwürfe
Nicht jede architektonische Idee muss sofort in eine schwere BIM-Umgebung. Wer unterwegs Volumen studiert, Möbelanordnungen testet oder Konzepte präsentiert, profitiert von iPad-Apps, die auf schnelle 3D-Visualisierung und direkte Eingabe ausgelegt sind.
SketchUp for iPad: Entwerfen wie zeichnen – nur in 3D
SketchUp ist im Entwurfsbereich seit Jahren beliebt, weil es 3D wie „räumliches Skizzieren“ behandelt. SketchUp for iPad wird von Trimble als mobile Brücke beschrieben, um Ideen zu markieren, neu zu denken, zu präsentieren oder Projekte direkt auf dem iPad zu starten. Für Architektur und Innenraum ist das besonders praktisch: schnelle Volumen, verständliche Präsentation, direkte Kommunikation mit Nicht-Fachleuten.
- Stark für: schnelle Architektur-Entwürfe, Raumstudien, Präsentation, einfache 3D-Modelle
- Praktischer Vorteil: sehr zugänglicher Workflow, gut fürs „Zeigen“ und Erklären
- Typischer Einsatz: Konzeptphase, Innenraum-Varianten, frühe Bauherrenabstimmungen
Offizielle Infos: SketchUp for iPad.
uMake: Skizzen- und Design-orientiertes 3D für Kreative
uMake richtet sich an Designerinnen und Designer, die Ideen schnell von der Skizze in ein 3D-Konzept bringen möchten. Der Anbieter positioniert uMake als 3D-Modeling- und CAD-App für iPhone, iPad und Mac, mit Fokus auf Sketching, Modeling und Visualisierung. Für frühe Produktideen, Innenraumkonzepte oder kreative Konzeptarbeit ist das interessant, weil uMake weniger „engineering-lastig“ wirkt als klassische CAD-Plattformen.
- Stark für: Konzeptdesign, Skizzen-nahe Modellierung, frühe Visualisierung
- Praktischer Vorteil: schneller Ideentransfer, kreative Workflows, Design-Fokus
- Typischer Einsatz: Mood- und Formstudien, frühe Produkt- oder Raumkonzepte
Offizielle Infos: uMake sowie uMake im deutschen App Store.
Bonus-Kategorie: 3D-Modelle erfassen statt modellieren
Manchmal ist das schnellste 3D-Modell nicht das, das Sie von Hand bauen, sondern das, das Sie scannen. Für bestimmte Aufgaben – Requisiten, Objekte, Materialien, Produktprototypen – kann Photogrammetrie unterwegs ein effizienter Startpunkt sein. Wichtig ist dabei: Solche Scans sind häufig nicht „produktionstauglich“ ohne Nachbearbeitung, aber sie liefern Form- und Referenzdaten sehr schnell.
Reality Composer: Object Capture und USDZ für Apple-Workflows
Reality Composer (Apple) bietet eine Funktion zur Objekterfassung per Photogrammetrie und erzeugt dabei USDZ-Modelle, die in AR Quick Look oder in professionelleren Apple-Workflows weiterverwendet werden können. Laut App-Store-Beschreibung nutzt Object Capture u. a. LiDAR-fähige Geräte (je nach iPhone/iPad-Generation) und zielt auf eine geführte Aufnahme ab.
- Stark für: schnelle 3D-Erfassung, AR-Demos, USDZ-basierte Workflows
- Praktischer Vorteil: schneller Scan-Start, gute Apple-Integration
- Typischer Einsatz: Referenzmodelle, AR-Previews, frühe Objektgrundlagen
Offizielle App-Quelle: Reality Composer im App Store.
Welches Setup unterwegs wirklich hilft: Zubehör und Workflow-Tipps
Apps allein machen noch keinen produktiven iPad-Workflow. Entscheidend ist, wie Sie unterwegs arbeiten: kurze Sessions, klare Ziele, saubere Übergabe an Desktop-Tools. Die folgenden Punkte sind keine „Gadgets“, sondern echte Produktivitätshebel, wenn Sie regelmäßig 3D auf dem iPad nutzen.
- Apple Pencil: besonders wichtig für Sculpting, Masking, Brush-Kontrolle und Skizzen-nahe Workflows
- Tastatur/Shortcuts: für CAD/Architektur oft sinnvoll, um schneller zu navigieren und zu benennen
- Datei-Organisation: feste Ordnerstruktur in „Dateien“, klare Versionierung, saubere Export-Namen
- Proxy-Denken: unterwegs blocken und testen, später am Desktop verfeinern (Retopo, UVs, Render)
- Format-Disziplin: früh entscheiden, ob Sie CAD (STEP/IGES) oder DCC (OBJ/FBX) brauchen
Praktische Entscheidungshilfe: Welche App passt zu welchem Ziel?
Wenn Sie sich nur eine App aussuchen wollen, hilft eine einfache Regel: Wählen Sie nach dem „Endprodukt“, nicht nach dem „coolsten Tool“. Ein CAD-Modell, das später gefertigt werden soll, braucht andere Grundlagen als ein Character Sculpt für ein Portfolio oder ein Architekturkonzept für ein Kundengespräch.
- Sie bauen technische Produkte oder Gehäuse: Shapr3D oder Onshape
- Sie sculpten Charaktere, Kreaturen, organische Props: Nomad Sculpt oder ZBrush for iPad
- Sie entwerfen Räume, Gebäude, Innenraumkonzepte: SketchUp for iPad oder uMake
- Sie wollen reale Objekte schnell als 3D erfassen: Reality Composer (Object Capture) als Startpunkt
Outbound-Links: Offizielle Quellen und weiterführende Übersichten
- Shapr3D (CAD für iPad, Mac, Windows)
- Shapr3D Download für iPad (Anforderungen & Einstieg)
- Nomad Sculpt (Sculpting-App)
- Nomad Manual: Getting Started
- ZBrush for iPad (Maxon)
- ZBrush Plan Options (inkl. Free Plan)
- SketchUp for iPad (Trimble)
- uMake (3D-Design & CAD-App)
- Reality Composer (Apple, Object Capture/AR)
- Onshape (Cloud-CAD) im App Store
- All3DP-Übersicht: Apps für 3D-Modellierung auf iPad & Android
- Einordnung: Forger wird eingestellt, Fokus auf ZBrush for iPad
3D CAD Produktmodellierung, Produkt-Rendering & Industriedesign
Produktmodellierung • Produktvisualisierung • Industriedesign
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Leistungsumfang:
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3D-CAD-Produktmodellierung (Bauteile & Baugruppen)
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Industriedesign & Formentwicklung
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Design for Manufacturing (DFM-orientiert)
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Hochwertige 3D-Produktvisualisierungen
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Technisch präzise und visuell ansprechend
Lieferumfang:
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3D-CAD-Dateien (STEP / IGES / STL)
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Gerenderte Produktbilder (hochauflösend)
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Explosionsdarstellungen & technische Visuals (optional)
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Fertigungsorientierte Geometrie (nach Bedarf)
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