OSPF nutzt auf Broadcast- und NBMA-Netzen das Konzept von Designated Router (DR) und Backup Designated Router (BDR), um die Anzahl an Nachbarschaften und LSA-Austausch zu reduzieren. Das ist effizient, kann aber in der Praxis zu Verwirrung führen: Nachbarn bleiben scheinbar „nur“ in 2-WAY, DR-Wahlen wechseln unerwartet oder ein ungeeigneter Router wird DR. Wenn du DR/BDR sauber verstehst, kannst du OSPF stabiler designen und typische Probleme schnell lösen.
Warum gibt es DR und BDR?
In einem Broadcast-Segment (z. B. Ethernet-VLAN) könnten theoretisch alle Router mit allen anderen FULL werden. Das skaliert schlecht: Bei n Routern entstehen n*(n-1)/2 Nachbarschaften. DR/BDR reduzieren das, indem nur DR und BDR volle Adjacencies zu allen Routern halten.
Nachbarschaften ohne DR/BDR wachsen quadratisch
- DR sammelt/verteilt LSAs im Segment
- BDR ist sofortiger Ersatz bei DR-Ausfall
- Andere Router (DROTHER) sind FULL mit DR/BDR, nicht zwingend untereinander
Auf welchen Netztypen wird DR/BDR gewählt?
DR/BDR-Wahlen passieren typischerweise auf Broadcast- und NBMA-Netzen. Auf Point-to-Point-Links ist DR/BDR in der Regel nicht nötig.
- Broadcast (Ethernet): DR/BDR aktiv
- NBMA (z. B. klassische Frame Relay): DR/BDR aktiv, Neighbor-Handling besonders
- Point-to-Point: keine DR/BDR-Wahl
OSPF-Netztyp am Interface prüfen
Router# show ip ospf interface gigabitEthernet0/1
DR/BDR-Wahl: Kriterien und Ablauf
Die Wahl basiert primär auf OSPF-Priority am Interface und sekundär auf der Router-ID. Höhere Priority gewinnt. Bei gleicher Priority gewinnt die höchste Router-ID. Wichtig: OSPF ist nicht preemptive – ein neuer „besserer“ Router übernimmt nicht automatisch den DR-Job.
- 1) Höchste
ip ospf prioritygewinnt - 2) Bei Gleichstand: höchste Router-ID gewinnt
- Keine Preemption: DR bleibt DR, bis er ausfällt oder neu gewählt wird
Priority und Router-ID prüfen
Router# show ip ospf interface gigabitEthernet0/1 | include Router ID|Priority|Designated
Router# show ip ospf | include Router ID
2-WAY ist oft normal: warum du nicht immer FULL siehst
Auf Broadcast-Segmenten werden DROTHER-Router häufig nur 2-WAY zueinander, aber FULL zum DR und BDR. Das ist korrektes Verhalten und kein Fehler, solange DR/BDR funktionieren und Routen verteilt werden.
Neighbor-States interpretieren
- DROTHER ↔ DR:
FULL - DROTHER ↔ BDR:
FULL - DROTHER ↔ DROTHER: häufig nur
2-WAY
Neighbors anzeigen
Router# show ip ospf neighbor
Typische Probleme mit DR/BDR in der Praxis
DR/BDR macht OSPF effizient, aber es gibt typische Stolperfallen: falscher Netzwerktyp, instabile DR-Wahl, ungeeigneter DR oder ein Segment, in dem du eigentlich Punkt-zu-Punkt wolltest.
Problem: „OSPF bleibt bei 2-WAY, ich will FULL“
Wenn du auf einem reinen P2P-Link (nur zwei Router) auf Ethernet arbeitest, ist 2-WAY zwischen Routern in manchen Designs ein Hinweis, dass du ein Broadcast-Netz simulierst. Setze den Netzwerktyp auf Point-to-Point, um DR/BDR zu vermeiden und FULL direkt zwischen den beiden Routern zu erhalten.
Router# configure terminal
Router(config)# interface gigabitEthernet0/1
Router(config-if)# ip ospf network point-to-point
Router(config-if)# end
Problem: „Der falsche Router wird DR“
Wenn ein Router mit hoher Router-ID oder Priority DR wird, obwohl er nicht geeignet ist (z. B. schwache Hardware, ungünstige Position), solltest du die Priority bewusst setzen. Für Router, die nie DR werden sollen, setzt du Priority auf 0.
Router# configure terminal
Router(config)# interface gigabitEthernet0/1
Router(config-if)# ip ospf priority 0
Router(config-if)# end
Problem: DR/BDR flappen (instabile Wahl)
Wenn DR/BDR häufig wechseln, sind die Ursachen oft Link-Flaps, Timer/MTU-Probleme oder instabile Router. Stabilisiere zuerst den Link und prüfe OSPF-Parameter, bevor du an Priorities drehst.
Router# show logging | include OSPF|ADJCHG|DOWN
Router# show ip ospf neighbor
Router# show interfaces gigabitEthernet0/1
DR/BDR gezielt steuern: Priority, Router-ID und Design
In sauberen Designs bestimmst du explizit, wer DR und wer BDR sein soll. Das erreichst du über Interface-Priorities und stabile Router-IDs (Loopbacks). So vermeidest du Zufallswahlen.
Stabile Router-ID über Loopback
Router# configure terminal
Router(config)# interface loopback0
Router(config-if)# ip address 10.255.255.1 255.255.255.255
Router(config-if)# end
Router# configure terminal
Router(config)# router ospf 1
Router(config-router)# router-id 10.255.255.1
Router(config-router)# end
Priority setzen: DR bevorzugen, BDR definieren
Beispielmuster: DR = 100, BDR = 50, alle anderen = 0 oder 1. Das reduziert Überraschungen.
DR# configure terminal
DR(config)# interface gigabitEthernet0/1
DR(config-if)# ip ospf priority 100
DR(config-if)# end
BDR# configure terminal
BDR(config)# interface gigabitEthernet0/1
BDR(config-if)# ip ospf priority 50
BDR(config-if)# end
DROTHER# configure terminal
DROTHER(config)# interface gigabitEthernet0/1
DROTHER(config-if)# ip ospf priority 0
DROTHER(config-if)# end
Wichtig: OSPF ist nicht preemptive
Wenn du Priorities nachträglich änderst, bleibt der aktuelle DR oft DR, bis eine Neuwahl ausgelöst wird (z. B. Interface reset). Plane das in Wartungsfenstern.
Verifikation: DR/BDR und Rollen sauber prüfen
Du willst schnell sehen, wer DR/BDR ist, welche Priorities gelten und ob die Adjacencies stabil sind. Diese Befehle geben dir den kompletten Überblick.
DR/BDR am Interface anzeigen
Router# show ip ospf interface gigabitEthernet0/1
Neighbor-Rollen und States prüfen
Router# show ip ospf neighbor
OSPF-Events und Instabilitäten finden
Router# show logging | include OSPF|ADJCHG
Best Practices: Wann DR/BDR hilfreich ist und wann du es vermeidest
DR/BDR ist ideal in echten Multiaccess-Segmenten mit mehreren Routern im gleichen VLAN. Wenn du hingegen eine Punkt-zu-Punkt-Topologie hast, ist ip ospf network point-to-point oft die sauberere Wahl, um DR/BDR und 2-WAY-Verwirrung zu vermeiden.
- Multiaccess VLAN mit mehreren Routern: DR/BDR bewusst steuern (Priority)
- Reiner P2P-Link: Netzwerktyp auf Point-to-Point setzen
- Router-IDs stabil per Loopback definieren
- Priority 0 für Router, die nie DR werden sollen
- Instabilitäten zuerst physisch/parameterseitig lösen, nicht per „DR-Tricks“
Konfiguration speichern
Wenn Rollen und Nachbarschaften stabil sind, speichere die Konfiguration, damit die Einstellungen dauerhaft erhalten bleiben.
Router# copy running-config startup-config
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Was ich (je nach Paket) umsetze
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Switching: VLANs, Trunking (802.1Q), Port-Zuweisung, STP-Basics (PortFast/BPDU Guard wo sinnvoll)
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Routing: Default/Static Routing oder OSPF, Inter-VLAN Routing (Router-on-a-Stick)
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Services: DHCP (Pools/Scopes), NAT/PAT für Internet-Simulation
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