Die EIGRP-Metrik entscheidet, welchen Pfad dein Cisco Router bevorzugt. Anders als OSPF nutzt EIGRP standardmäßig nicht nur „Kosten“, sondern kombiniert mehrere Parameter – vor allem Bandbreite und Delay. Wenn du verstehst, wie Bandwidth und Delay in die Berechnung eingehen, kannst du Pfade gezielt steuern, ECMP bewusst erzeugen oder vermeiden und WAN-/Tunnelstrecken realistisch bewerten.
Was ist die EIGRP-Metrik?
EIGRP berechnet für jedes Ziel eine zusammengesetzte Metrik. Der Pfad mit der niedrigsten Metrik wird als Successor installiert. Bei gleichwertigen Pfaden kann EIGRP mehrere Next-Hops nutzen (ECMP).
- Metrik = zusammengesetzter Wert (Composite Metric)
- Successor = bester Pfad (niedrigste Metrik)
- Feasible Successor = Backup-Pfad, der die Feasibility Condition erfüllt
Feasibility Condition (FC) als Stabilitätsprinzip
Ein Backup-Pfad gilt nur dann als „feasible“, wenn sein Reported Distance (RD) kleiner ist als die Feasible Distance (FD) des aktuellen Successors. Das verhindert Routing-Loops.
Die wichtigsten Parameter: Bandwidth und Delay
Standardmäßig (K-Values) nutzt EIGRP in Cisco IOS vor allem Bandwidth und Delay. Load und Reliability sind in vielen Netzen bewusst deaktiviert, weil sie schwanken und Instabilität verursachen können.
- Bandwidth: „Engpass-Bandbreite“ entlang des Pfads (Minimum)
- Delay: Summe der Delays entlang des Pfads
- Load/Reliability: optional, meist nicht genutzt (Default K-Values)
Merker: Bandwidth = Minimum, Delay = Summe
K-Values: Welche Faktoren fließen wirklich ein?
K-Values bestimmen, welche Parameter in die Metrik eingehen. Standard ist typischerweise: K1=1 (Bandwidth), K3=1 (Delay), alle anderen 0. Wichtig: K-Values müssen auf allen EIGRP-Nachbarn identisch sein, sonst kommt keine Nachbarschaft zustande.
K-Values anzeigen
Router# show ip protocols
Warum K-Values selten geändert werden
- K-Value-Mismatch bricht Neighbors (EIGRP adjacency failure)
- Load/Reliability schwanken → instabile Pfadwahl möglich
- Besser: Pfade über Bandwidth/Delay gezielt „tunen“
EIGRP-Metrikformel (praxisnah vereinfacht)
Für das Verständnis reicht meist: EIGRP kombiniert „Bandbreiten-Komponente“ und „Delay-Komponente“. Die tatsächliche Formel skaliert diese Werte, damit ein großer Ganzzahlwert entsteht.
Vereinfachte Darstellung (mit Default K-Values)
Interpretation für die Praxis
- Weniger Delay → besser (niedrigere Metrik)
- Höhere Bandwidth (Engpass) → besser (niedrigere Metrik)
- Ein langsamer Link im Pfad kann alles dominieren (Minimum-BW)
Bandwidth richtig verstehen: logischer Wert, nicht die echte Leitung
bandwidth ist ein administrativer Parameter (in kbit/s), der Routing-Metriken beeinflusst. Er misst nicht automatisch die reale Durchsatzrate. Auf WAN-/Tunnelinterfaces ist der Default häufig unpassend, daher lohnt sich hier sauberes Setzen.
Bandwidth und Interface-Details prüfen
Router# show interfaces gigabitEthernet0/1
Router# show interfaces tunnel0
Bandwidth setzen (Beispiel)
Beispiel: Ein WAN-Link mit 100 Mbit/s. Bandwidth wird in kbit/s angegeben.
Router# configure terminal
Router(config)# interface gigabitEthernet0/1
Router(config-if)# bandwidth 100000
Router(config-if)# end
Delay verstehen: Summe entlang des Pfads
delay ist ebenfalls ein administrativer Wert (in Mikrosekunden, IOS zeigt oft „tens of microseconds“ an). EIGRP addiert Delay über alle Interfaces des Pfads. Damit kannst du Pfade fein steuern, ohne Bandwidth zu „verfälschen“.
Delay anzeigen
Router# show interfaces gigabitEthernet0/1 | include delay
Router# show interfaces serial0/0/0 | include delay
Delay setzen (gezieltes Feintuning)
Delay ist ideal, um Pfade zu priorisieren, wenn Bandwidth gleich ist oder wenn du einen Pfad bewusst „teurer“ machen willst.
Router# configure terminal
Router(config)# interface gigabitEthernet0/1
Router(config-if)# delay 2000
Router(config-if)# end
Praxisbeispiel: Zwei Pfade – welcher gewinnt?
Angenommen, du hast zwei Wege zum gleichen Ziel: Pfad A über einen 1G-Link mit geringem Delay, Pfad B über einen 100M-Link mit höherem Delay. EIGRP wird typischerweise Pfad A bevorzugen, weil die Engpass-Bandbreite höher und das Delay kleiner ist.
- Pfad A: min BW hoch, Σ Delay niedrig → bessere Metrik
- Pfad B: min BW niedrig, Σ Delay hoch → schlechtere Metrik
Den gewählten Pfad in der Topology prüfen
Router# show ip eigrp topology 10.10.0.0 255.255.0.0
Router# show ip route 10.10.0.0
Feintuning: Pfade steuern, ohne K-Values anzufassen
In produktiven Netzen ist das Tuning über bandwidth und delay der Standard, weil es lokal am Interface wirkt und keine Neighbor-Compatibility bricht.
- Bandwidth anpassen: wenn der Link real limitiert ist (WAN, Tunnel)
- Delay anpassen: wenn du Pfade priorisieren willst, ohne Throughput zu „fälschen“
- Änderungen immer mit Topology und Routing-Tabelle verifizieren
Beispiel: Backup-Link bewusst „teurer“ machen (Delay erhöhen)
Router# configure terminal
Router(config)# interface gigabitEthernet0/2
Router(config-if)# description BACKUP-WAN
Router(config-if)# delay 5000
Router(config-if)# end
ECMP in EIGRP: gleichwertige Pfade nutzen oder vermeiden
Wenn zwei Pfade exakt die gleiche Metrik haben, kann EIGRP beide nutzen. Das ist für Lastverteilung hilfreich, kann aber in Security-/NAT-Szenarien unerwünscht sein.
Mehrere Pfade erkennen
Router# show ip route 10.10.0.0
Router# show ip eigrp topology 10.10.0.0 255.255.0.0
Maximalzahl paralleler Pfade begrenzen
Router# configure terminal
Router(config)# router eigrp 100
Router(config-router)# maximum-paths 2
Router(config-router)# end
Verifikation: Bandwidth/Delay wirken wirklich?
Nach Feintuning prüfst du zuerst die Interfacewerte, dann die EIGRP-Topology (FD/RD) und schließlich die installierte Route. So stellst du sicher, dass deine Änderungen nicht nur „in der Config“ stehen, sondern die Pfadwahl beeinflussen.
Interfacewerte prüfen
Router# show interfaces gigabitEthernet0/1 | include BW|delay
Router# show interfaces gigabitEthernet0/2 | include BW|delay
EIGRP-Topology und Routing prüfen
Router# show ip eigrp topology
Router# show ip route eigrp
Router# show ip route 10.10.0.0
Häufige Fehler und Best Practices
Die häufigsten Probleme entstehen durch falsche Annahmen: Bandwidth ist nicht „gemessen“, Delay ist nicht „Latenz“, und K-Values dürfen nicht auseinanderlaufen. Mit diesen Regeln bleibst du betriebssicher.
- K-Values niemals unkoordiniert ändern (Neighbor bricht)
- Bandwidth auf WAN/Tunneln realistisch setzen (Metrik + QoS)
- Delay für Pfadpräferenz nutzen (Feintuning ohne Nebenwirkungen)
- Änderungen dokumentieren und mit Topology verifizieren
Konfiguration speichern
Wenn Pfadwahl und Metriken wie gewünscht sind, speichere die Konfiguration.
Router# copy running-config startup-config
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