Dual-Stack Campus: IPv4/IPv6 parallel inkl. OSPFv3 und Services

In modernen Netzwerken ist der parallele Einsatz von IPv4 und IPv6 eine gängige Praxis. Um die nahtlose Integration beider Protokolle zu gewährleisten, werden Dual-Stack-Netzwerke verwendet. In diesem Tutorial werden wir ein Dual-Stack Campus-Labor erstellen, das sowohl IPv4 als auch IPv6 unterstützt, und dabei OSPFv3 für das Routing und verschiedene Netzwerkinfrastrukturdienste einbinden.

1. Grundkonfiguration des Dual-Stack Netzwerks

Die Konfiguration eines Dual-Stack-Netzwerks erfordert die Zuweisung von sowohl IPv4- als auch IPv6-Adressen auf den gleichen Schnittstellen. Dies ermöglicht es den Geräten, mit beiden Protokollen zu kommunizieren. Im Folgenden zeigen wir, wie man eine grundlegende Dual-Stack-Konfiguration auf einem Router einrichtet.

IP-Adressen für IPv4 und IPv6 zuweisen

Für eine einfache Dual-Stack-Konfiguration müssen wir auf den Interfaces sowohl IPv4- als auch IPv6-Adressen festlegen. Dies geschieht für jedes Interface des Routers.

interface GigabitEthernet0/0
 ip address 192.168.1.1 255.255.255.0
 ipv6 address 2001:db8:1::1/64

Mit diesem Befehl weisen wir die IPv4-Adresse 192.168.1.1 und die IPv6-Adresse 2001:db8:1::1/64 dem Interface zu. Beachten Sie, dass die Subnetzmaske für IPv4 als herkömmliche 255.255.255.0 angegeben wird, während für IPv6 das Präfix /64 verwendet wird.

2. OSPFv3 Konfiguration für IPv6

OSPFv3 (Open Shortest Path First für IPv6) wird zur dynamischen Routenwahl in IPv6-Netzwerken eingesetzt. In einem Dual-Stack-Netzwerk müssen wir OSPF sowohl für IPv4 als auch für IPv6 konfigurieren. Für IPv6 wird OSPFv3 verwendet, da es speziell für IPv6 entwickelt wurde.

OSPFv3 für IPv6 aktivieren

Um OSPFv3 auf einem Router für IPv6 zu aktivieren, müssen wir OSPFv3 auf der betreffenden Schnittstelle konfigurieren und das Protokoll für das IPv6-Netzwerk aktivieren.

router ospf 1
 ipv6 router ospf 1
 interface GigabitEthernet0/0
 ospf ipv6 area 0

Hiermit aktivieren wir OSPFv3 auf dem Router und weisen der Schnittstelle GigabitEthernet0/0 das OSPFv3-Protokoll in Area 0 zu. Dieser Schritt sorgt dafür, dass der Router die IPv6-Routen über OSPF austauscht.

3. Konfiguration von IPv4 OSPF

Für das IPv4-Netzwerk verwenden wir OSPF, um die dynamischen Routen zu verwalten. Hierbei müssen wir ebenfalls OSPF für IPv4 aktivieren und das Routing in einem bestimmten Bereich konfigurieren.

OSPF für IPv4 aktivieren

Für IPv4-Routing aktivieren wir OSPF wie folgt:

router ospf 1
 network 192.168.1.0 0.0.0.255 area 0

Mit diesem Befehl fügen wir das IPv4-Netzwerk 192.168.1.0/24 in OSPF Area 0 ein und sorgen so für die Weitergabe der IPv4-Routen im Netzwerk.

4. NAT Konfiguration im Dual-Stack Netzwerk

Da wir sowohl IPv4- als auch IPv6-Verkehr in unserem Dual-Stack-Netzwerk haben, müssen wir NAT (Network Address Translation) für IPv4 konfigurieren. Bei IPv6 wird NAT normalerweise nicht benötigt, da IPv6 in der Regel genug öffentliche Adressen bietet.

NAT für IPv4 einrichten

Die NAT-Konfiguration wird auf dem Router am Edge des Netzwerks durchgeführt, um privaten IPv4-Verkehr ins Internet zu übersetzen. Die einfache Form der NAT-Konfiguration ist wie folgt:

ip nat inside source list 1 interface GigabitEthernet0/1 overload

Dieser Befehl übersetzt alle internen IPv4-Adressen, die in der ACL 1 definiert sind, in eine öffentliche IP-Adresse, die über das Interface GigabitEthernet0/1 aus dem Netzwerk herausgeht.

5. DHCP für IPv4 und SLAAC für IPv6 konfigurieren

Für die IP-Adressvergabe verwenden wir DHCP für IPv4 und SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration) für IPv6.

IPv4 DHCP-Server konfigurieren

Ein DHCP-Server wird konfiguriert, um IPv4-Adressen im Netzwerk automatisch zu vergeben:

ip dhcp pool Office
 network 192.168.1.0 255.255.255.0
 default-router 192.168.1.1

Dieser DHCP-Pool vergibt IP-Adressen im Bereich 192.168.1.0/24 und setzt den Standard-Gateway auf 192.168.1.1.

IPv6 SLAAC aktivieren

Für IPv6 konfigurieren wir die SLAAC-Optionen auf den Routern, sodass Geräte ihre Adressen selbständig über das Präfix des Routers erhalten können:

interface GigabitEthernet0/0
 ipv6 nd autoconfig

Dieser Befehl sorgt dafür, dass IPv6-fähige Geräte auf der Schnittstelle automatisch eine Adresse erhalten, basierend auf der Präfixinformation des Routers.

6. Zusätzliche Services für das Dual-Stack Netzwerk

Zusätzlich zur grundlegenden Routing- und Adressvergabe müssen auch Dienste wie DNS für IPv4 und IPv6 sowie Access Control Lists (ACLs) eingerichtet werden, um den Zugriff zu steuern.

DNS für IPv4 und IPv6 konfigurieren

Wir konfigurieren DNS-Server für sowohl IPv4 als auch IPv6. Dies ist notwendig, damit alle Geräte im Netzwerk über Hostnamen auf Ressourcen zugreifen können.

ip name-server 8.8.8.8
 ipv6 dns server 2001:4860:4860::8888

Der Befehl für IPv4 konfiguriert den Google DNS-Server 8.8.8.8, während der Befehl für IPv6 den entsprechenden IPv6-DNS-Server von Google konfiguriert.

Access Control Lists (ACLs) für IPv4 und IPv6

ACLs werden verwendet, um den Zugriff auf Netzwerkressourcen zu steuern und die Sicherheit zu erhöhen. Hier konfigurieren wir eine ACL für IPv4:

access-list 1 permit 192.168.1.0 0.0.0.255

Für IPv6 wird eine ähnliche ACL verwendet, um den Zugriff auf bestimmte Subnetze zu steuern.

ipv6 access-list ALLOW_IPV6
 permit ipv6 2001:db8:1::/64 any

7. Testen des Dual-Stack Netzwerks

Nach der Konfiguration ist es wichtig, die Verbindung und die Netzwerkkonnektivität zu testen. Einige der wichtigen Tests sind:

  • Ping zwischen den Routern über sowohl IPv4 als auch IPv6.
  • Überprüfung der OSPF-Routen für IPv4 und IPv6.
  • Testen des Internetzugriffs sowohl über IPv4 als auch über IPv6.
  • Überprüfen der DNS-Auflösung für beide Protokolle.
ping 192.168.1.1
ping 2001:db8:1::1

Durch diese Tests stellen wir sicher, dass das Dual-Stack-Netzwerk korrekt funktioniert und die Geräte auf beiden Protokollen kommunizieren können.

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