Cisco-Router-Konfiguration: UAT-Leitfaden – was muss getestet werden?

UAT (User Acceptance Test) bei Cisco-Router-Konfigurationen ist der Nachweis, dass der Go-Live nicht nur technisch „grün“ ist, sondern aus Sicht der Nutzer und Fachbereiche funktioniert. Während Pre-/Post-Checks Routerzustände prüfen, validiert UAT End-to-End-Use-Cases: Internet, Business-Apps, VPN, Segmentierung und – falls relevant – Failover und Echtzeitkommunikation. Ein guter UAT-Leitfaden definiert Testfälle mit klaren Erwartungswerten (Pass/Fail), Testpersonen, Messpunkten und Nachweisen, damit die Abnahme auditierbar ist.

UAT-Grundregeln: Wie Tests „abnahmefähig“ werden

UAT darf nicht aus „ein bisschen surfen“ bestehen. Jeder Testfall braucht eine klare Beschreibung, erwartetes Ergebnis und einen Nachweis (Screenshot/Log/CLI-Auszug). So vermeiden Sie Diskussionen über „gefühlt ok“.

  • Testfälle vorab definieren (nicht im Change-Fenster erfinden)
  • Pass/Fail-Kriterien festlegen (messbar, nicht subjektiv)
  • Testquellen definieren (welches VLAN, welcher Client, welcher Standort)
  • Nachweise sammeln (Zeitstempel, Ticket-ID, Tester)
  • Rollback-Trigger bekannt (wenn kritischer Test fehlschlägt)

UAT-Vorbereitung: Testdaten, Accounts und Messpunkte

Viele UATs scheitern an fehlenden Testaccounts oder nicht verfügbaren Testsystemen. Bereiten Sie daher Zugänge und Testpfade vor, insbesondere für Business-Apps und VPN.

  • Testclients pro Segment: Users, Guest, IoT (falls vorhanden)
  • Testaccounts: ERP/CRM/VDI, VoIP/UC, Admin/Support
  • Testziele: definierte URLs, Server, zentrale Ressourcen, Cloud-Apps
  • Messpunkte: RTT/Loss zu 2–3 Zielen, Traceroute-Pfade
  • Zeitsync: NTP korrekt, damit Logs korrelierbar sind

UAT-Kategorie: Internet und Basis-Connectivity

Diese Tests sind in nahezu jedem Projekt Pflicht. Sie prüfen nicht nur „Internet geht“, sondern auch DNS-Auflösung und stabile Pfade. Wichtig: Tests aus dem Users- und aus dem Guest-Segment unterscheiden.

  • DNS-Auflösung: interne/externe Namen, keine auffälligen Timeouts
  • HTTPS-Zugriff: definierte Unternehmens- und SaaS-Ziele
  • Pfadstabilität: Traceroute plausibel, keine unerwarteten Umwege
  • Segmentvergleich: Users ok, Guest ok (aber isoliert)

Router-Nachweis (begleitend zum UAT)

show ip route 0.0.0.0
show ip nat translations
show logging | last 30

UAT-Kategorie: DNS und interne Dienste

Wenn DNS oder interne Basisdienste fehlen, wirken Applikationen „langsam“ oder „instabil“, obwohl die Leitung ok ist. UAT sollte daher DNS und grundlegende Infrastrukturpfade explizit testen.

  • Interne DNS-Server erreichbar und antworten schnell
  • AD/LDAP (wenn relevant): Login, Gruppenrichtlinien, Authentifizierung
  • NTP (Client-Sicht): Zeitabweichungen vermeiden, besonders für Kerberos/SSO

UAT-Kategorie: Business-Apps und kritische Services

Hier entscheidet sich die Abnahme: Ein Routerchange ist aus Fachbereichssicht nur erfolgreich, wenn Kernprozesse funktionieren. Priorisieren Sie Anwendungen, die Umsatz/Produktion/Service direkt beeinflussen.

  • ERP/CRM: Login, Transaktion, Bericht/Export (wenn üblich)
  • VDI/Remote Desktop: Sessionaufbau, Stabilität, keine häufigen Drops
  • Files/Print: Zugriff, typische Dateioperationen, Drucktest
  • Cloud/SaaS: Microsoft 365, Google Workspace, Branchenlösungen

Praxis-Nachweis: Pfadtests zu Applikationszielen

traceroute 1.1.1.1
ping 8.8.8.8 repeat 20

UAT-Kategorie: VPN (Site-to-Site und Remote Access)

VPN-UAT darf nicht bei „Tunnel up“ enden. Entscheidend ist End-to-End-Traffic: Paketzähler müssen steigen und definierte Ressourcen müssen erreichbar sein. Testen Sie auch Rückwege.

  • Site-to-Site: Zugriff auf zentrale Subnetze/Services, Rückweg funktioniert
  • Remote Access: Zugriff nach Rolle (Admin/Support/User), Policies wirken
  • No-NAT: „Tunnel up, kein Traffic“ gezielt ausschließen
  • Stabilität: Rekey/DPD, keine wiederkehrenden Abbrüche im Testfenster

Router-Nachweis für VPN-UAT

show crypto ikev2 sa
show crypto ipsec sa
show crypto session detail

UAT-Kategorie: Segmentierung und Security-Policies

Segmentierung ist ein Sicherheits- und Betriebsziel. UAT sollte daher prüfen, ob Guest/IoT/Management gemäß Policy-Matrix getrennt sind. Besonders wichtig: Guest darf nicht intern, IoT nur definierte Ziele.

  • Guest: Internet ok, interne Netze blockiert
  • IoT/Printer: nur erlaubte Ziele/Ports, keine breite Lateralkommunikation
  • Management: Adminzugriff nur aus MGMT-Netz, SSH-only
  • Logging: relevante Events sind im Syslog sichtbar (wenn gefordert)

Router-Nachweis für Policy-UAT

show access-lists
show running-config | include ip access-group|access-class

UAT-Kategorie: Failover und Redundanz (wenn im Scope)

Bei Dual-WAN, HSRP/VRRP/GLBP oder VPN-Redundanz ist Failover-UAT Pflicht. Testen Sie Link-Down und Path-Down getrennt, weil „Link up“ nicht gleich „Internet ok“ ist.

  • Link-Down-Test: Interface shutdown oder physisch trennen (kontrolliert)
  • Path-Down-Test: IP SLA schlägt fehl (Transit/Upstream simuliert)
  • Umschaltzeit messen: Auswirkungen auf Benutzer (Session Drops?)
  • Failback testen: Rückübernahme ohne Flapping

Router-Nachweis für Failover-UAT

show ip sla statistics
show track
show ip route 0.0.0.0

UAT-Kategorie: Voice/Video und QoS (wenn relevant)

Für VoIP und Collaboration zählt nicht nur „geht“, sondern Jitter und Drop-Verhalten unter Last. UAT sollte daher einen Testcall/Meeting und idealerweise einen Parallel-Lasttest enthalten.

  • Testcall: Aufbau, Sprachqualität, keine hörbaren Aussetzer
  • Meeting (Teams/Zoom): stabile Audio/Video-Verbindung
  • Paralleltraffic: Downloads/Backups parallel, QoS-Ziel bleibt stabil
  • QoS-Zähler: Klassen zeigen Traffic und keine auffälligen Drops

Router-Nachweis für QoS-UAT

show policy-map interface
show interfaces | include output drops|queue

UAT-Kategorie: Performance und Stabilität (Quick Checks)

Auch ohne Labor können Sie Stabilität pragmatisch prüfen: RTT/Loss, Interface-Errors und CPU. Diese Werte sind besonders wichtig, wenn NAT, VPN oder QoS neu aktiviert wurden.

  • RTT/Loss: vor/nach Change vergleichen (definierte Ziele)
  • Interface-Errors: CRC/Input Errors, Drops
  • CPU/Memory: keine dauerhaften Spitzen nach Go-Live

Router-Nachweis Performance

show interfaces counters errors
show processes cpu sorted
show processes memory sorted

UAT-Dokumentation: Was im Abnahmeprotokoll stehen muss

UAT ist nur dann belastbar, wenn Ergebnisse sauber dokumentiert sind. Halten Sie die Nachweise so fest, dass ein Dritter den Test nachvollziehen kann.

  • Testfall-ID, Beschreibung, Segment/Quelle, Ziel
  • Tester, Datum/Uhrzeit, Ticket-ID
  • Erwartetes Ergebnis und Ist-Ergebnis
  • Nachweis: Screenshot/Log/CLI-Auszug
  • Entscheidung: Pass/Fail, ggf. Maßnahmen und Retest

Minimaler UAT-Runbook-Baustein (für den technischen Nachweis)

Diese Kommandos ergänzen UAT um objektive Routerdaten. Sie eignen sich als Anhang im Abnahmeprotokoll und beschleunigen Troubleshooting, wenn ein Test fehlschlägt.

show ip interface brief
show interfaces counters errors
show ip route 0.0.0.0
show ip nat translations
show crypto ikev2 sa
show crypto ipsec sa
show ip sla statistics
show track
show policy-map interface
show logging | last 50
show processes cpu sorted

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