In einem BGP-basierten Netzwerk ist die präzise Steuerung des Datenverkehrs zwischen verschiedenen Netzwerken essenziell. Um dies zu erreichen, können Administratoren auf verschiedene BGP-Attribute wie Local Preference, Multi-Exit Discriminator (MED) und AS-Path Prepend zurückgreifen. Diese Attribute erlauben es, die bevorzugte Route für den eingehenden und ausgehenden Verkehr zu beeinflussen, ohne die zugrunde liegende Netzwerktopologie zu verändern. In diesem Artikel erklären wir, wie und wann diese BGP-Attribute sinnvoll eingesetzt werden und welche Auswirkungen sie auf die Routing-Entscheidungen haben.
Was ist Local Preference?
Local Preference (Local Pref) ist ein BGP-Attribut, das innerhalb eines einzelnen autonomen Systems (AS) verwendet wird, um die bevorzugte Route für ausgehenden Verkehr zu steuern. Es ist ein intern verwendetes Attribut, das von iBGP-Routern genutzt wird, um zu entscheiden, welche Route für den Verkehr nach außen genutzt wird. Der Router mit der höchsten Local Preference wird bevorzugt. Local Preference hat den höchsten Einfluss auf die BGP-Routing-Entscheidungen innerhalb eines AS und ist unabhängig von der AS-Path-Länge oder dem MED.
1. Wann sollte Local Preference eingesetzt werden?
Local Preference wird in Szenarien verwendet, in denen ein Unternehmen mehrere Verbindungen zu unterschiedlichen ISPs oder externen Netzwerken hat und den bevorzugten Ausgabepfad für den Verkehr bestimmen möchte. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Unternehmen für seine ausgehenden Verbindungen eine Präferenz festlegen möchte, ohne dabei das interne Routing zu beeinflussen.
- Beispiel: Ein Unternehmen möchte, dass der gesamte ausgehende Traffic über einen bestimmten ISP fließt, obwohl es mehrere ISPs hat, die ebenfalls für den Verkehr in das Internet genutzt werden können.
- Auswirkung: Das Setzen eines höheren Local-Preference-Werts für eine Route stellt sicher, dass diese Route bevorzugt wird, auch wenn andere Routen durch kürzere AS-Paths oder bessere MED-Werte als vorteilhaft erscheinen.
2. CLI-Befehl zur Konfiguration von Local Preference
Die Local Preference wird in einer Route-Map konfiguriert, die auf den entsprechenden BGP-Nachbarn angewendet wird. Ein Beispielbefehl zur Konfiguration von Local Preference lautet:
router bgp 65001
neighbor 192.168.1.1 remote-as 65002
neighbor 192.168.1.1 route-map SET_LOCAL_PREF in
!
route-map SET_LOCAL_PREF permit 10
set local-preference 200
Dieser Befehl setzt die Local Preference auf 200, wodurch diese Route bevorzugt wird, wenn mehrere Routen zu einem Ziel existieren.
Was ist MED (Multi-Exit Discriminator)?
Der Multi-Exit Discriminator (MED) ist ein BGP-Attribut, das verwendet wird, um die bevorzugte Route zu bestimmen, wenn ein Netzwerk mehrere Ausgänge zu einem benachbarten AS hat. Das MED gibt an, welcher Ausgangspunkt für den eingehenden Verkehr bevorzugt wird. Ein niedrigerer MED-Wert hat dabei Vorrang, was bedeutet, dass eine Route mit einem MED von 10 gegenüber einer mit einem MED von 20 bevorzugt wird.
1. Wann sollte MED eingesetzt werden?
MED wird typischerweise von AS verwendet, die mehrere Verbindungen zu demselben Nachbar-AS haben. Es wird häufig genutzt, um den externen Traffic von einem benachbarten AS in ein Netzwerk zu steuern, wenn mehrere Pfade verfügbar sind. Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit, die Routing-Entscheidungen für eingehenden Traffic zu beeinflussen.
- Beispiel: Ein Unternehmen mit mehreren Verbindungen zu einem einzigen ISP möchte den bevorzugten Eingangspunkt für den eingehenden Traffic steuern. MED kann verwendet werden, um sicherzustellen, dass der Traffic bevorzugt über einen bestimmten Standort des Unternehmens läuft.
- Auswirkung: Der MED-Wert beeinflusst die Entscheidung des benachbarten AS, welchen Pfad es für den eingehenden Verkehr wählt, jedoch nicht die Entscheidung innerhalb des eigenen AS.
2. CLI-Befehl zur Konfiguration von MED
MED kann über eine Route-Map für die BGP-Konfiguration festgelegt werden. Ein Beispielbefehl zur Konfiguration von MED lautet:
router bgp 65001
neighbor 192.168.1.1 remote-as 65002
neighbor 192.168.1.1 route-map SET_MED in
!
route-map SET_MED permit 10
set metric 10
Dieser Befehl setzt den MED-Wert auf 10, wodurch das benachbarte AS den Pfad mit dem niedrigeren MED-Wert bevorzugt.
Was ist AS-Path Prepending?
AS-Path Prepending ist eine Technik, bei der zusätzliche ASs zum AS-Path einer BGP-Route hinzugefügt werden. Dadurch wird der AS-Pfad länger, was die Wahrscheinlichkeit verringert, dass der Pfad in einem BGP-Routing-Prozess bevorzugt wird. Diese Technik wird verwendet, um die Präferenz eines bestimmten Pfades in BGP zu steuern, indem der AS-Path so verändert wird, dass andere Pfade bevorzugt werden.
1. Wann sollte AS-Path Prepending eingesetzt werden?
AS-Path Prepending wird verwendet, wenn ein Unternehmen den eingehenden Verkehr von einem benachbarten AS so steuern möchte, dass bestimmte Pfade weniger bevorzugt werden. Dies ist nützlich, wenn das Unternehmen mehrere Verbindungen zu einem externen Anbieter hat und den bevorzugten Eingangspunkt für den Traffic festlegen möchte.
- Beispiel: Ein Unternehmen hat zwei Verbindungen zu einem ISP, möchte jedoch sicherstellen, dass der Traffic über eine der beiden Verbindungen fließt. AS-Path Prepending kann verwendet werden, um die Verbindung weniger attraktiv zu machen.
- Auswirkung: Das Prepending eines zusätzlichen AS im AS-Path bewirkt, dass der Pfad mit dem längeren AS-Path weniger bevorzugt wird.
2. CLI-Befehl zur Konfiguration von AS-Path Prepending
AS-Path Prepending wird über eine Route-Map in BGP konfiguriert. Ein Beispielbefehl zur Konfiguration von AS-Path Prepending lautet:
router bgp 65001
neighbor 192.168.1.1 remote-as 65002
neighbor 192.168.1.1 route-map PREPEND_AS_PATH out
!
route-map PREPEND_AS_PATH permit 10
set as-path prepend 65001 65001 65001
Dieser Befehl fügt dem AS-Path des Pfades, der über den benachbarten BGP-Router 192.168.1.1 geht, drei ASs hinzu, um den Pfad weniger bevorzugt zu machen.
Zusammenhang der BGP-Attribute und Routing-Entscheidungen
Die drei BGP-Attribute – Local Preference, MED und AS-Path Prepending – sind entscheidend für die Steuerung des eingehenden und ausgehenden Verkehrs in einem Netzwerk mit BGP. Diese Attribute beeinflussen die Routing-Entscheidungen und ermöglichen eine präzise Steuerung des Verkehrsflusses zwischen verschiedenen Netzwerken und ISPs. Es ist wichtig, dass Administratoren verstehen, wie und wann jedes dieser Attribute eingesetzt wird, um die gewünschten Routing-Ergebnisse zu erzielen.
1. Local Preference vs. MED
Local Preference hat Vorrang vor MED bei der Entscheidung über den ausgehenden Verkehr innerhalb eines AS. Wenn zwei Routen den gleichen Zielknoten erreichen, wird die Route mit der höheren Local Preference bevorzugt. MED hingegen wird verwendet, um die Wahl des bevorzugten eingehenden Pfades von einem benachbarten AS zu steuern.
2. AS-Path Prepending und seine Auswirkungen auf den Traffic
AS-Path Prepending ist besonders nützlich, um zu steuern, welcher Pfad von einem benachbarten AS bevorzugt wird. Durch das Hinzufügen mehrerer ASs zu einem Pfad wird dieser Pfad weniger attraktiv, was die Entscheidung des benachbarten AS beeinflusst. Dies kann helfen, Traffic von einem bestimmten Eingangspunkt abzuziehen und eine redundante Verbindung bevorzugt zu nutzen.
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