Security Requirements in RFP/SoW: Hardening-Klauseln, die Pflicht sind

Bei der Erstellung von RFPs (Request for Proposal) oder SoWs (Statement of Work) für Netzwerkprojekte ist es entscheidend, dass Security-Requirements klar definiert werden. Ohne präzise Vorgaben besteht die Gefahr, dass Hardening-Maßnahmen unzureichend umgesetzt werden und kritische Sicherheitslücken entstehen. RFPs und SoWs dienen daher nicht nur der Leistungsbeschreibung, sondern sind auch ein Instrument, um Compliance, Auditfähigkeit und die Integrität der Infrastruktur sicherzustellen.

1. Definition von Security Requirements

Security Requirements in RFPs oder SoWs legen fest, welche Hardening-Maßnahmen, Prozeduren und Kontrollen vom Vendor erwartet werden. Sie sollten:

  • Minimale Sicherheitsstandards definieren
  • Auditierbarkeit und Nachvollziehbarkeit sicherstellen
  • Compliance-relevante Controls adressieren (ISO 27001, PCI DSS, SOC 2)
  • Risiken von Default-Konfigurationen, offenen Ports oder unverschlüsselten Zugriffen reduzieren

2. Hardening-Klauseln für Cisco-Router

Typische Hardening-Klauseln, die in RFPs/SoWs zwingend aufgeführt werden sollten, umfassen:

AAA-Konfiguration

  • TACACS+/RADIUS für zentrale Authentifizierung
  • Least-Privilege-Zuweisung für Operator- und Admin-Rollen
  • Protokollierung aller Zugriffe für Auditzwecke
aaa new-model
aaa authentication login default group tacacs+ local
aaa authorization exec default group tacacs+ local
aaa accounting exec default start-stop group tacacs+

Management Plane Security

  • Separation von Management- und Produktionspfaden (VRF/ACL)
  • SSH-only Zugriff, kein Telnet
  • Timeboxed und approved Vendor-Zugänge
line vty 0 4
 transport input ssh
 exec-timeout 10 0
 access-class MGMT-ACL in

Logging & Auditability

  • Syslog an zentralen Server
  • Severity-levels und Facility korrekt konfiguriert
  • Retention-Policy dokumentiert
logging host 10.0.0.200
logging trap informational
service timestamps log datetime msec
archive
 log config
  logging enable
  hidekeys

Patch & Upgrade Policy

  • Regelmäßige IOS/IOS-XE Updates
  • Test- und Maintenance-Window definieren
  • Rollback-Strategie bei fehlgeschlagenen Upgrades

Interface & Service Hardening

  • Unused Interfaces administrativ down
  • Legacy Services deaktivieren (CDP, HTTP, SNMPv1/2)
  • ACLs auf Edge- und Management-Interfaces

3. Compliance-Referenzen

Die Hardening-Klauseln sollten auf Standards referenzieren, damit die Anforderungen objektiv überprüfbar sind:

  • ISO 27001 Annex A Controls
  • PCI DSS v4.0 Netzwerk-Security-Anforderungen
  • SOC 2 CC6.1 – Logical Access Controls

4. Evidence- und Audit-Anforderungen

Vendors müssen nachweisen, dass die Hardening-Maßnahmen implementiert wurden:

  • Konfigurations-Dumps vor und nach der Implementierung
  • Session-Logs von Admin- und Vendor-Zugriffen
  • Compliance-Checklists mit Status aller Controls
  • Belege für Patch-Level und IOS-Versionen

5. Approval & Change Management

Jede Änderung am Router muss über den dokumentierten Change-Management-Prozess laufen:

  • Pre-Check der Konfiguration
  • Genehmigung durch autorisierte Personen
  • Post-Change-Validation zur Sicherstellung der Hardening-Compliance
! Beispiel: Konfigurationsprüfung
show running-config | include aaa
show access-lists MGMT-ACL
show version

6. SLA & Verantwortlichkeiten

Die RFP/SoW sollte klare Verantwortlichkeiten definieren:

  • Wer ist für die Hardening-Implementierung verantwortlich?
  • Wer prüft die Audit-Evidence?
  • Fristen für Security-Reviews und Compliance-Checks

7. Regelmäßige Revisionszyklen

Security-Requirements sollten regelmäßig überprüft und angepasst werden:

  • Quarterly Security Reviews
  • Updates bei neuen Threats oder Vulnerabilities
  • Anpassung der Policies nach Change Requests im Netzwerk

8. Zusammenfassung

Hardening-Klauseln in RFPs oder SoWs sind keine Option, sondern Pflicht, um Sicherheitslücken zu vermeiden und Compliance sicherzustellen. AAA, Management Plane Security, Logging, Patch-Management, Interface-Hardening, Evidence-Pakete und Change-Management müssen klar definiert, nachprüfbar und auditierbar sein. Nur durch präzise Security-Requirements lassen sich Risiken für Cisco-Router im Unternehmensnetzwerk minimieren und regulatorische Anforderungen erfüllen.

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