Relativsätze helfen dir, Personen, Dinge oder Orte genauer zu beschreiben. Auf B1-Niveau ist das sehr wichtig, weil deine Sätze dadurch klarer und natürlicher klingen. Viele Lernende kennen schon Relativpronomen im Nominativ. Der nächste wichtige Schritt sind Relativpronomen im Akkusativ. Damit kannst du sagen, wen oder was du siehst, kennst, kaufst, suchst oder besuchst. In diesem Text lernst du Schritt für Schritt, wie Relativpronomen im Akkusativ funktionieren. Du bekommst einfache Regeln, viele Beispiele, kurzen Wortschatz, kleine Lesetexte und einfache Dialoge. So kannst du diese Form besser verstehen und sicher anwenden.
Was ist ein Relativsatz?
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz. Er gibt mehr Informationen über ein Nomen.
Beispiel:
- Das ist der Mann. Ich kenne den Mann.
Diese zwei Sätze kannst du verbinden:
- Das ist der Mann, den ich kenne.
Der zweite Teil ist der Relativsatz. Er beschreibt den Mann genauer.
Warum sind Relativsätze nützlich?
Mit Relativsätzen musst du nicht immer zwei kurze Sätze machen. Das klingt besser und natürlicher.
Noch ein Beispiel:
- Ich habe ein Buch. Ich lese das Buch gerade.
- Ich habe ein Buch, das ich gerade lese.
So wird der Satz besser verbunden.
Was bedeutet Akkusativ bei Relativpronomen?
Der Akkusativ ist oft der Fall für das direkte Objekt. Das direkte Objekt antwortet oft auf die Frage:
- Wen?
- Was?
Beispiele:
- Ich kenne den Mann. → Wen kenne ich?
- Ich lese das Buch. → Was lese ich?
- Ich besuche die Freundin. → Wen besuche ich?
Wenn das Relativpronomen im Relativsatz das direkte Objekt ist, steht es im Akkusativ.
Die Relativpronomen im Akkusativ
Die wichtigsten Formen sind:
- den für maskuline Nomen
- die für feminine Nomen
- das für neutrale Nomen
- die für den Plural
Diese Formen musst du gut lernen.
Der kleine Überblick
- der Mann → den
- die Frau → die
- das Kind / das Buch → das
- die Leute / die Bücher → die
Maskulin im Akkusativ: den
Bei maskulinen Nomen siehst du den Unterschied besonders gut. Im Akkusativ wird aus der → den.
Beispiele
- Das ist der Mann, den ich kenne.
- Wo ist der Lehrer, den du suchst?
- Ich treffe einen Nachbarn, den ich schon lange kenne.
- Das ist der Arzt, den meine Mutter empfohlen hat.
Warum steht hier den?
Du fragst im Relativsatz:
- Wen kenne ich?
- Wen suchst du?
- Wen hat meine Mutter empfohlen?
Die Antwort ist immer das maskuline Nomen. Darum steht das Relativpronomen im Akkusativ: den.
Feminin im Akkusativ: die
Bei femininen Nomen ist die Form im Nominativ und Akkusativ gleich: die.
Beispiele
- Das ist die Frau, die ich gestern getroffen habe.
- Ich kenne eine Lehrerin, die alle Schüler mögen.
- Wo ist die Tasche, die du gekauft hast?
- Das ist die Freundin, die ich oft besuche.
Wichtig
Hier musst du genau auf die Funktion im Relativsatz achten, denn die Form die sieht gleich aus.
Beispiel:
- Das ist die Frau, die im Büro arbeitet. → Nominativ
- Das ist die Frau, die ich kenne. → Akkusativ
Der Unterschied liegt nicht in der Form, sondern in der Funktion.
Neutrum im Akkusativ: das
Auch bei neutralen Nomen ist die Form im Nominativ und Akkusativ gleich: das.
Beispiele
- Das ist das Buch, das ich lese.
- Wo ist das Handy, das du suchst?
- Ich sehe das Auto, das mein Bruder fahren möchte.
- Das ist das Geschenk, das ich bekommen habe.
Auch hier musst du fragen
- Was lese ich?
- Was suchst du?
- Was habe ich bekommen?
Die Antwort zeigt: Das Relativpronomen ist Objekt, also Akkusativ.
Plural im Akkusativ: die
Im Plural ist die Form im Nominativ und Akkusativ auch gleich: die.
Beispiele
- Das sind die Leute, die wir eingeladen haben.
- Wo sind die Bücher, die du gekauft hast?
- Ich kenne die Kinder, die meine Schwester betreut.
- Das sind die Schuhe, die ich gestern anprobiert habe.
Die Frage hilft wieder
- Wen haben wir eingeladen?
- Was hast du gekauft?
- Wen betreut meine Schwester?
Darum ist das Relativpronomen hier Akkusativ.
Die wichtigste Regel im Relativsatz
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz. Das bedeutet: Das konjugierte Verb steht am Ende.
Beispiele
- Das ist der Mann, den ich gut kenne.
- Das ist die Frau, die ich gestern gesehen habe.
- Das ist das Buch, das ich gerade lese.
- Das sind die Leute, die wir morgen besuchen.
Auch wenn der Relativsatz länger ist, bleibt das Verb am Ende.
Längere Beispiele
- Das ist der Mann, den ich schon seit vielen Jahren kenne.
- Das ist die Tasche, die ich letzte Woche im Supermarkt gekauft habe.
- Das ist das Auto, das mein Nachbar morgen verkaufen möchte.
Wie erkennst du den Akkusativ im Relativsatz?
Du musst im Relativsatz fragen:
- Wen?
- Was?
Beispiel 1
- Das ist der Mann, den ich sehe.
Wen sehe ich? → den Mann
Beispiel 2
- Das ist das Buch, das ich lese.
Was lese ich? → das Buch
Beispiel 3
- Das sind die Leute, die wir kennen.
Wen kennen wir? → die Leute
Wenn das Relativpronomen das direkte Objekt ist, brauchst du den Akkusativ.
Nominativ oder Akkusativ?
Das ist eine sehr wichtige Frage. Du musst immer schauen, welche Funktion das Relativpronomen im Relativsatz hat.
Vergleich bei maskulinen Nomen
- Das ist der Mann, der dort steht. → Nominativ
- Das ist der Mann, den ich dort sehe. → Akkusativ
Im ersten Satz steht der Mann selbst dort. Er ist Subjekt.
Im zweiten Satz sehe ich den Mann. Er ist Objekt.
Vergleich bei femininen Nomen
- Das ist die Frau, die dort arbeitet. → Nominativ
- Das ist die Frau, die ich kenne. → Akkusativ
Die Form ist gleich, aber die Funktion ist anders.
Vergleich bei neutralen Nomen
- Das ist das Kind, das draußen spielt. → Nominativ
- Das ist das Kind, das ich oft sehe. → Akkusativ
Auch hier ist die Form gleich. Nur die Funktion zeigt den Fall.
Relativsätze im Alltag
Relativpronomen im Akkusativ brauchst du in vielen Alltagssituationen.
Personen beschreiben
- Das ist der Kollege, den ich gestern getroffen habe.
- Ich kenne die Frau, die du suchst.
- Das ist der Arzt, den viele Leute empfehlen.
Dinge beschreiben
- Wo ist das Buch, das ich gestern gekauft habe?
- Das ist das Handy, das ich nicht mehr benutze.
- Ich suche die Tasche, die ich im Bus vergessen habe.
Pläne und Alltag
- Das ist der Film, den wir heute Abend sehen wollen.
- Ich suche die Schlüssel, die ich am Morgen noch hatte.
- Das sind die Unterlagen, die ich morgen brauche.
Typische Fehler bei Relativpronomen im Akkusativ
Viele Lernende machen ähnliche Fehler. Wenn du diese Fehler kennst, kannst du besser aufpassen.
Fehler 1: der statt den
- Falsch: Das ist der Mann, der ich kenne.
- Richtig: Das ist der Mann, den ich kenne.
Bei maskulinen Nomen sieht man den Akkusativ besonders gut.
Fehler 2: Verb nicht am Ende
- Falsch: Das ist das Buch, das ich lese gerade.
- Richtig: Das ist das Buch, das ich gerade lese.
- Falsch: Das ist die Frau, die ich getroffen habe gestern.
- Richtig: Das ist die Frau, die ich gestern getroffen habe.
Fehler 3: Nominativ und Akkusativ nicht unterscheiden
- Das ist der Lehrer, der die Aufgabe erklärt. → Nominativ
- Das ist der Lehrer, den ich frage. → Akkusativ
Du musst immer schauen: Ist das Relativpronomen Subjekt oder Objekt?
Einfache Umformungen
Relativsätze kann man gut üben, wenn man zwei kurze Sätze verbindet.
Beispiel 1
- Ich sehe einen Mann.
- Ich kenne den Mann.
Zusammen:
- Ich sehe einen Mann, den ich kenne.
Beispiel 2
- Da ist eine Frau.
- Ich habe die Frau gestern getroffen.
Zusammen:
- Da ist eine Frau, die ich gestern getroffen habe.
Beispiel 3
- Ich habe ein Buch.
- Ich lese das Buch gerade.
Zusammen:
- Ich habe ein Buch, das ich gerade lese.
Kurze Lesetexte
Lesetext: Im Deutschkurs
Ali besucht einen Deutschkurs, den ihm seine Freundin empfohlen hat. Besonders mag er die Übungen, die die Lehrerin vorbereitet. Im Kurs gibt es auch einen Schüler, den Ali sehr nett findet. Oft arbeiten sie zusammen an Aufgaben, die sie interessant finden. Ali wiederholt zu Hause die Wörter, die er im Unterricht gelernt hat.
Was findest du im Text?
- einen Deutschkurs, den ihm seine Freundin empfohlen hat
- die Übungen, die die Lehrerin vorbereitet
- einen Schüler, den Ali sehr nett findet
- Aufgaben, die sie interessant finden
- die Wörter, die er im Unterricht gelernt hat
Lesetext: Einkaufen
Heute war ich im Supermarkt. Ich habe eine Tasche gesucht, die ich letzte Woche dort gesehen hatte. Danach habe ich Brot gekauft, das ich für das Abendessen brauche. An der Kasse habe ich eine Frau getroffen, die ich aus dem Sprachkurs kenne. Sie hat mir einen Tee gezeigt, den sie sehr gern trinkt. Vielleicht kaufe ich ihn beim nächsten Mal.
Lesetext: Bei Freunden
Am Samstag habe ich Freunde besucht, die in einer kleinen Wohnung wohnen. Ich habe ein Buch mitgebracht, das ich schon gelesen hatte. Meine Freundin zeigte mir auch Fotos, die sie im Urlaub gemacht hatte. Später kochten wir zusammen ein Essen, das allen sehr gut schmeckte. Es war ein schöner Abend, den ich nicht so schnell vergesse.
Kurze Dialoge
Dialog: Über Personen
A: Kennst du den Mann, den ich gestern getroffen habe?
B: Ja, das ist mein Nachbar.
A: Wirklich?
B: Ja, ich kenne ihn schon lange.
Dialog: Über ein Buch
A: Ist das das Buch, das du gerade liest?
B: Ja, genau.
A: Gefällt es dir?
B: Ja, es ist sehr spannend.
Dialog: Im Kurs
A: Hast du die Wörter gelernt, die wir gestern besprochen haben?
B: Ja, die meisten schon.
A: Und die Übungen, die wir gemacht haben?
B: Die waren auch hilfreich.
Nützliche Redemittel
- Das ist der Mann, den …
- Das ist die Frau, die …
- Das ist das Buch, das …
- Das sind die Leute, die …
- Ich suche die Tasche, die …
- Ich kenne den Lehrer, den …
- Das ist der Film, den …
Beispiele mit diesen Redemitteln
- Das ist der Mann, den ich oft im Bus sehe.
- Das ist die Frau, die ich gestern angerufen habe.
- Das ist das Buch, das ich gerade lese.
- Das sind die Leute, die wir eingeladen haben.
- Ich suche die Tasche, die ich verloren habe.
- Ich kenne den Lehrer, den du meinst.
- Das ist der Film, den wir am Wochenende sehen möchten.
Wichtiger Wortschatz
- der Relativsatz
- das Relativpronomen
- der Akkusativ
- das Objekt
- das direkte Objekt
- das Subjekt
- der Hauptsatz
- der Nebensatz
- das Komma
- kennen
- sehen
- suchen
- lesen
- kaufen
- besuchen
- finden
- brauchen
- vergessen
Tipps zum Lernen
- Lerne zuerst die Formen den, die, das, die.
- Frage im Relativsatz: Wen? Was?
- Merke dir: Das Verb steht am Ende.
- Vergleiche Nominativ und Akkusativ bei maskulinen Nomen.
- Übe mit einfachen Beispielen aus dem Alltag.
Kleine Lernhilfe
Du kannst dir drei Schritte merken:
- Welches Nomen beschreibe ich?
- Ist das Relativpronomen Objekt im Relativsatz?
- Steht das Verb am Ende?
Wenn das Relativpronomen Objekt ist, brauchst du oft den Akkusativ.
Übungssätze zum Lernen
- Das ist der Mann, den ich kenne.
- Das ist die Frau, die ich gestern getroffen habe.
- Das ist das Buch, das ich lese.
- Das sind die Leute, die wir eingeladen haben.
- Ich suche den Lehrer, den du meinst.
- Wo ist das Handy, das ich gestern benutzt habe?
- Das ist die Tasche, die ich kaufen möchte.
- Ich kenne die Kinder, die meine Schwester besucht.
- Das ist der Film, den wir heute Abend sehen.
- Das ist das Geschenk, das ich bekommen habe.
- Wo sind die Unterlagen, die du brauchst?
- Das ist der Freund, den ich morgen treffe.
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