8.2 Aussagen indirekt wiedergeben: Indirekte Rede im Deutschen sicher anwenden

Im Deutschen ist es sehr wichtig, Aussagen indirekt wiederzugeben. Das braucht man oft im Alltag, in Gesprächen, in der Schule, im Beruf und auch beim Lesen von Nachrichten. Man sagt dann nicht genau die ursprünglichen Worte einer Person, sondern gibt den Inhalt in einer neuen Form weiter. Das nennt man indirekte Rede. Auf B2-Niveau soll man diese Form gut verstehen und sicher benutzen können. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du die Grundidee schon einfach verstehen. In diesem Text lernst du Schritt für Schritt, wie man Aussagen indirekt wiedergibt und welche Formen besonders wichtig sind.

Was bedeutet „Aussagen indirekt wiedergeben“?

Direkte und indirekte Aussagen

Wenn jemand etwas sagt, kann man das auf zwei Arten wiedergeben: direkt oder indirekt.

Direkte Rede bedeutet: Man wiederholt die genauen Worte.

  • Anna sagt: „Ich bin müde.“

Indirekte Rede bedeutet: Man gibt nur den Inhalt weiter.

  • Anna sagt, dass sie müde ist.
  • Anna sagt, sie sei müde.

Beide Sätze geben dieselbe Information weiter, aber die Form ist anders.

Warum man das braucht

Im echten Leben erzählt man oft, was andere gesagt haben. Dafür ist die indirekte Rede sehr nützlich.

  • Du gibst Gespräche weiter.
  • Du berichtest über Aussagen.
  • Du erzählst von Nachrichten.
  • Du erklärst, was jemand gemeint hat.

Darum ist dieses Thema sehr wichtig.

Die einfache Form mit „dass“

Die wichtigste Struktur für Lernende

Am einfachsten gibt man Aussagen mit „dass“ wieder. Diese Form ist klar und sehr häufig.

Struktur:

  • Einleitungsverb + dass + Nebensatz

Beispiele:

  • Paul sagt, dass er keine Zeit hat.
  • Maria meint, dass sie morgen kommt.
  • Der Lehrer erklärt, dass die Aufgabe leicht ist.
  • Die Zeitung berichtet, dass das Wetter besser wird.

Diese Form ist besonders gut für Anfänger.

Wichtige Regel: Das Verb steht am Ende

Nach „dass“ steht das Verb im Nebensatz am Ende.

Beispiele:

  • Sie sagt, dass sie müde ist.
  • Er meint, dass das nicht stimmt.
  • Wir hören, dass der Kurs ausfällt.

Das ist eine sehr wichtige Regel.

Typische Verben für indirekte Aussagen

Welche Verben leiten indirekte Rede oft ein?

Es gibt einige Verben, die besonders oft vor indirekter Rede stehen.

  • sagen
  • meinen
  • erzählen
  • erklären
  • berichten
  • schreiben
  • glauben
  • behaupten

Beispiele:

  • Er sagt, dass er später kommt.
  • Sie meint, dass das eine gute Idee ist.
  • Meine Freundin erzählt, dass sie umzieht.
  • Die Lehrerin erklärt, dass wir morgen einen Test schreiben.

Warum diese Verben helfen

Diese Verben zeigen sofort, dass jetzt nicht deine eigene Aussage kommt, sondern die Information einer anderen Person.

Pronomen in der indirekten Rede

Warum sich Pronomen ändern

Wenn man eine Aussage indirekt wiedergibt, ändert sich oft das Pronomen. Das ist logisch, weil nicht mehr die Person selbst spricht.

Beispiele:

  • Direkt: Anna sagt: „Ich bin müde.“
  • Indirekt: Anna sagt, dass sie müde ist.
  • Direkt: Paul sagt: „Ich komme später.“
  • Indirekt: Paul sagt, dass er später kommt.

„Ich“ wird also oft zu „er“ oder „sie“.

Noch mehr Beispiele

  • Direkt: „Wir haben keine Zeit.“
  • Indirekt: Sie sagen, dass sie keine Zeit haben.
  • Direkt: „Mein Bruder ist krank.“
  • Indirekt: Sie sagt, dass ihr Bruder krank ist.

Man muss also gut überlegen: Wer spricht jetzt über wen?

Zeitformen in indirekten Aussagen

Gegenwart wiedergeben

Wenn die direkte Aussage in der Gegenwart steht, bleibt die Bedeutung in der indirekten Rede oft gleich.

Beispiele:

  • Direkt: „Ich bin müde.“
  • Indirekt: Er sagt, dass er müde ist.
  • Direkt: „Ich komme morgen.“
  • Indirekt: Sie sagt, dass sie morgen kommt.

Das ist die einfachste Form.

Vergangenheit wiedergeben

Auch Aussagen über die Vergangenheit kann man indirekt wiedergeben.

Beispiele:

  • Direkt: „Ich war gestern krank.“
  • Indirekt: Er sagt, dass er gestern krank war.
  • Direkt: „Ich habe den Film gesehen.“
  • Indirekt: Sie erzählt, dass sie den Film gesehen hat.

Hier bleibt die Information erhalten, aber die Struktur wird angepasst.

Zukunft wiedergeben

Auch zukünftige Aussagen kann man indirekt wiedergeben.

Beispiele:

  • Direkt: „Ich komme morgen.“
  • Indirekt: Er sagt, dass er morgen kommt.
  • Direkt: „Ich werde später anrufen.“
  • Indirekt: Sie sagt, dass sie später anrufen wird.

So kannst du auch Pläne und Ankündigungen wiedergeben.

Indirekte Rede ohne „dass“

Die Form mit Konjunktiv I

Im Deutschen gibt es auch eine formellere Form für indirekte Aussagen: den Konjunktiv I. Diese Form ist besonders typisch in Berichten und Nachrichten.

Beispiele:

  • Er sagt, er sei müde.
  • Sie meint, sie habe keine Zeit.
  • Die Zeitung schreibt, das Wetter werde besser.

Diese Form klingt sachlicher und etwas formeller.

Wichtige Grundformen

  • sein → sei
  • haben → habe
  • werden → werde
  • kommen → komme
  • gehen → gehe

Beispiele:

  • Er sagt, er sei krank.
  • Sie erklärt, sie habe viel Arbeit.
  • Der Lehrer meint, wir kommen gut voran.

Für Anfänger ist die „dass“-Form oft leichter. Es ist aber gut, den Konjunktiv I zu verstehen.

Direkte Aussage und indirekte Aussage vergleichen

Einfacher Vergleich

Hier siehst du denselben Inhalt in zwei Formen.

  • Direkt: Tom sagt: „Ich habe Hunger.“
  • Indirekt: Tom sagt, dass er Hunger hat.
  • Indirekt formeller: Tom sagt, er habe Hunger.
  • Direkt: Lea sagt: „Ich bin müde.“
  • Indirekt: Lea sagt, dass sie müde ist.
  • Indirekt formeller: Lea sagt, sie sei müde.

So kannst du gut sehen, wie sich die Form verändert.

Was gleich bleibt und was sich ändert

  • Die Information bleibt gleich.
  • Die genauen Worte ändern sich.
  • Pronomen ändern sich oft.
  • Die Satzstruktur ändert sich.

Das ist der Kern der indirekten Rede.

Fragen indirekt wiedergeben

Ja-Nein-Fragen mit „ob“

Wenn jemand eine Ja-Nein-Frage stellt, benutzt man in der indirekten Rede oft „ob“.

Beispiele:

  • Direkt: „Kommst du morgen?“
  • Indirekt: Er fragt, ob ich morgen komme.
  • Direkt: „Ist der Kurs schwer?“
  • Indirekt: Sie fragt, ob der Kurs schwer ist.

„Ob“ ist hier sehr wichtig.

Fragen mit Fragewörtern

Bei W-Fragen bleibt das Fragewort meistens erhalten.

Beispiele:

  • Direkt: „Wann beginnt der Kurs?“
  • Indirekt: Er fragt, wann der Kurs beginnt.
  • Direkt: „Warum bist du zu spät?“
  • Indirekt: Sie fragt, warum ich zu spät bin.
  • Direkt: „Wo wohnst du?“
  • Indirekt: Er fragt, wo ich wohne.

Auch hier steht das Verb im Nebensatz am Ende.

Indirekte Aussagen in Berichten und Nachrichten

Warum diese Form dort oft vorkommt

In Berichten und Nachrichten gibt man oft wieder, was andere Personen gesagt haben. Darum ist die indirekte Rede dort sehr wichtig.

Beispiele:

  • Die Zeitung berichtet, dass die Straße gesperrt ist.
  • Im Radio wurde gesagt, dass es morgen regnet.
  • Die Polizei erklärt, dass niemand verletzt wurde.

Diese Sätze klingen sachlich und neutral.

Mit Konjunktiv noch sachlicher

Besonders in formelleren Texten sieht man oft den Konjunktiv I.

  • Die Zeitung berichtet, die Straße sei gesperrt.
  • Die Polizei erklärt, niemand sei verletzt worden.
  • Es heißt, das Wetter werde besser.

Diese Form zeigt klar: Es ist ein Bericht über eine Aussage.

Typische Fehler bei indirekten Aussagen

Das Verb nicht ans Ende setzen

Bei „dass“-Sätzen und indirekten Fragen steht das Verb am Ende.

  • falsch: Sie sagt, dass sie ist müde.
  • richtig: Sie sagt, dass sie müde ist.
  • falsch: Er fragt, ob du kommst morgen.
  • richtig: Er fragt, ob du morgen kommst.

Pronomen nicht ändern

Auch das ist ein häufiger Fehler.

  • falsch: Anna sagt, dass ich müde bin.
  • richtig: Anna sagt, dass sie müde ist.

Hier muss „ich“ zu „sie“ werden.

Direkte und indirekte Rede mischen

Beide Formen sind möglich, aber sie sollen nicht vermischt werden.

  • falsch: Er sagt: dass er keine Zeit hat.
  • richtig: Er sagt: „Ich habe keine Zeit.“
  • richtig: Er sagt, dass er keine Zeit hat.

„Ob“ vergessen

Bei Ja-Nein-Fragen braucht man oft „ob“.

  • falsch: Sie fragt, der Kurs beginnt um acht.
  • richtig: Sie fragt, ob der Kurs um acht beginnt.

Kurzer Lesetext

Im Deutschkurs lernen die Teilnehmenden heute, wie man Aussagen indirekt wiedergibt. Die Lehrerin erklärt, dass man dafür oft „dass“-Sätze benutzt. Dann schreibt sie an die Tafel: „Maria sagt: Ich bin müde.“ Danach zeigt sie die indirekte Form: „Maria sagt, dass sie müde ist.“ Später üben die Lernenden auch Fragen. Ein Schüler fragt, ob man immer „dass“ benutzen muss. Die Lehrerin antwortet, dass es auch andere Formen gibt. Sie erklärt außerdem, dass in Nachrichten oft sachlicher formuliert wird und man dort auch den Konjunktiv I sehen kann.

Wichtige Beispiele aus dem Lesetext

  • Die Lehrerin erklärt, dass man dafür oft „dass“-Sätze benutzt.
  • Maria sagt, dass sie müde ist.
  • Ein Schüler fragt, ob man immer „dass“ benutzen muss.
  • Die Lehrerin antwortet, dass es auch andere Formen gibt.
  • Sie erklärt, dass … man dort auch den Konjunktiv I sehen kann.

Einfache Dialoge

Dialog mit einer Aussage

A: Was hat Paul gesagt?
B: Er hat gesagt, dass er heute keine Zeit hat.
A: Ach so.
B: Ja, deshalb kommt er nicht.

Dialog mit einer Frage

A: Was wollte Anna wissen?
B: Sie hat gefragt, ob der Kurs morgen stattfindet.
A: Und was war die Antwort?
B: Dass alles normal stattfindet.

Dialog mit Bericht

A: Was wurde in den Nachrichten gesagt?
B: Es wurde berichtet, dass es morgen kälter wird.
A: Dann brauche ich eine Jacke.
B: Ja, wahrscheinlich.

Dialog im Unterricht

A: Verstehst du die indirekte Rede jetzt besser?
B: Ja, ein bisschen.
A: Was ist noch schwer?
B: Ich vergesse manchmal die Wortstellung nach „dass“.

Wortschatz zum Thema indirekte Aussagen

  • die Aussage = das, was jemand sagt
  • die direkte Rede = die genauen Worte einer Person
  • die indirekte Rede = die Aussage wird in anderer Form weitergegeben
  • das Bericht = eine sachliche Information
  • erzählen = etwas weitergeben
  • berichten = sachlich informieren
  • erklären = etwas verständlich machen
  • das Pronomen = ein Wort wie ich, du, er, sie
  • die Wortstellung = die Reihenfolge der Wörter im Satz
  • der Konjunktiv = eine besondere Verbform

Nützliche Satzmuster

Mit „dass“

  • Er sagt, dass …
  • Sie meint, dass …
  • Die Zeitung berichtet, dass …
  • Der Lehrer erklärt, dass …

Beispiele:

  • Er sagt, dass er müde ist.
  • Sie meint, dass das nicht stimmt.
  • Die Zeitung berichtet, dass es neue Regeln gibt.
  • Der Lehrer erklärt, dass die Aufgabe leicht ist.

Mit indirekten Fragen

  • Er fragt, ob …
  • Sie möchte wissen, wann …
  • Ich weiß nicht, warum …

Beispiele:

  • Er fragt, ob ich morgen komme.
  • Sie möchte wissen, wann der Kurs beginnt.
  • Ich weiß nicht, warum er so spät ist.

Mit Konjunktiv I

  • Er sagt, er sei …
  • Sie meint, sie habe …
  • Die Zeitung schreibt, es werde …

Beispiele:

  • Er sagt, er sei krank.
  • Sie meint, sie habe keine Zeit.
  • Die Zeitung schreibt, es werde morgen regnen.

Kleine Schreibhilfe

  • Er sagt, dass …
  • Sie meint, dass …
  • Ich habe gehört, dass …
  • Die Zeitung berichtet, dass …
  • Er fragt, ob …
  • Sie möchte wissen, wann …
  • Er sagt, er sei …
  • Sie meint, sie habe …
  • Es heißt, dass …
  • Es wurde berichtet, dass …

Mit diesen Strukturen kannst du Aussagen im Deutschen sicher indirekt wiedergeben. So lernst du, Gespräche, Informationen und Berichte klar, richtig und natürlich weiterzugeben.

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