In diesem Text lernst du, wie man Partizip I und Partizip II als Attribute richtig verwendet. Das Thema gehört zu einem höheren Sprachniveau, aber wir erklären es einfach und klar. Diese Formen helfen dir, Nomen genauer zu beschreiben. So kannst du kürzere, genauere und oft auch schriftlichere Sätze bilden. Wenn du diese Strukturen verstehst, kannst du bessere Texte lesen und selbst genauer auf Deutsch schreiben und sprechen.
Was ist ein Attribut?
Ein Attribut ist eine zusätzliche Information zu einem Nomen. Es beschreibt das Nomen genauer. Ein Attribut kann ein Adjektiv sein, ein Relativsatz oder auch ein Partizip.
Einfache Beispiele
der interessante Film
die freundliche Lehrerin
das große Haus
Hier beschreiben interessante, freundliche und große das Nomen genauer.
Einfach erklärt
Ein Attribut steht oft direkt vor dem Nomen.
Zum Beispiel:
der spannende Film
Das Wort spannende sagt mehr über den Film.
Wichtige Wörter
- das Attribut
- das Nomen
- beschreiben
- genauer
- das Partizip
- das Adjektiv
- der Relativsatz
Was ist Partizip I?
Partizip I bildet man normalerweise mit dem Infinitiv und -d. Es beschreibt oft eine aktive Handlung, also etwas, das gerade passiert oder von der Person oder Sache selbst ausgeht.
Beispiele für die Bildung
- lernen → lernend
- sprechen → sprechend
- arbeiten → arbeitend
- lachen → lachend
Einfache Beispiele im Satz
das lachende Kind
die arbeitende Frau
der sprechende Mann
Einfach erklärt
Das Kind lacht. → das lachende Kind
Die Frau arbeitet. → die arbeitende Frau
Das Partizip I zeigt hier: Die Person oder Sache macht selbst etwas.
Was ist Partizip II?
Partizip II kennst du vielleicht schon aus dem Perfekt. Als Attribut beschreibt es oft etwas, das schon passiert ist, oder ein Ergebnis, oder etwas Passives.
Beispiele für die Bildung
- machen → gemacht
- schreiben → geschrieben
- bauen → gebaut
- öffnen → geöffnet
Einfache Beispiele im Satz
der geschriebene Brief
die geöffnete Tür
das gebaute Haus
Einfach erklärt
Jemand hat den Brief geschrieben. → der geschriebene Brief
Jemand hat die Tür geöffnet. → die geöffnete Tür
Partizip II zeigt hier oft: Etwas ist schon gemacht oder passiert.
Partizip I als Attribut
Wenn Partizip I vor einem Nomen steht, bekommt es oft eine Adjektivendung. Dann funktioniert es wie ein Adjektiv.
Beispiele
der arbeitende Student
die singende Frau
das schlafende Kind
die spielenden Kinder
Einfach erklärt
Der Student arbeitet. → der arbeitende Student
Die Frau singt. → die singende Frau
Das Kind schläft. → das schlafende Kind
Diese Form klingt oft schriftlicher als ein normaler Nebensatz.
Vergleich mit Relativsatz
der Student, der arbeitet
der arbeitende Student
Beide Formen sind richtig. Die zweite Form ist kürzer.
Partizip II als Attribut
Auch Partizip II steht oft vor einem Nomen mit einer Adjektivendung. Es beschreibt dann oft einen Zustand, ein Ergebnis oder etwas Passives.
Beispiele
der geschriebene Text
die geschlossene Tür
das gekaufte Buch
die eingeladenen Gäste
Einfach erklärt
Der Text wurde geschrieben. → der geschriebene Text
Die Tür wurde geschlossen. → die geschlossene Tür
Das Buch wurde gekauft. → das gekaufte Buch
Vergleich mit Relativsatz
das Buch, das ich gekauft habe
das gekaufte Buch
Die zweite Form ist kürzer und kompakter.
Der Unterschied zwischen Partizip I und Partizip II
Der wichtigste Unterschied ist oft:
- Partizip I = aktiv, die Person oder Sache macht etwas selbst
- Partizip II = oft passiv oder Ergebnis, etwas ist schon passiert
Beispiele
das lachende Kind
das geöffnete Fenster
Einfach erklärt
Das Kind lacht selbst. Deshalb benutzt man Partizip I.
Das Fenster wurde geöffnet. Deshalb benutzt man Partizip II.
Noch ein Vergleich
der arbeitende Mann
der verletzte Mann
Im ersten Satz arbeitet der Mann selbst.
Im zweiten Satz ist etwas mit dem Mann passiert.
Partizipien als kürzere Form von Relativsätzen
Sehr oft ersetzen Partizipien einen Relativsatz. Das ist besonders in schriftlicher Sprache wichtig.
Mit Relativsatz
Die Frau, die im Garten arbeitet, ist meine Nachbarin.
Mit Partizip I
Die im Garten arbeitende Frau ist meine Nachbarin.
Mit Relativsatz
Das Buch, das gestern gekauft wurde, liegt auf dem Tisch.
Mit Partizip II
Das gestern gekaufte Buch liegt auf dem Tisch.
Einfach erklärt
Die Partizipform ist kürzer. Sie klingt oft schriftlicher und kompakter.
Partizip I mit zusätzlichen Angaben
Partizip I kann nicht nur allein stehen. Es kann auch weitere Wörter bei sich haben, zum Beispiel Zeitangaben, Ortsangaben oder Objekte.
Beispiele
der im Park spielende Junge
die in Berlin arbeitende Ärztin
der laut sprechende Mann
die am Fenster sitzende Frau
Einfach erklärt
Der Junge spielt im Park. → der im Park spielende Junge
Die Ärztin arbeitet in Berlin. → die in Berlin arbeitende Ärztin
Das Partizip steht am Ende dieser kleinen Gruppe direkt vor dem Nomen.
Partizip II mit zusätzlichen Angaben
Auch Partizip II kann weitere Informationen bei sich haben.
Beispiele
das gestern gekaufte Buch
die von der Lehrerin erklärte Regel
der im Kurs gelesene Text
die am Morgen geöffnete Tür
Einfach erklärt
Das Buch wurde gestern gekauft. → das gestern gekaufte Buch
Die Regel wurde von der Lehrerin erklärt. → die von der Lehrerin erklärte Regel
Diese Form ist sehr nützlich in geschriebenen Texten.
Adjektivendungen bei Partizipien
Partizip I und Partizip II bekommen als Attribute dieselben Endungen wie Adjektive. Deshalb musst du auf Artikel, Genus, Numerus und Kasus achten.
Beispiele
der arbeitende Mann
ein arbeitender Mann
die arbeitende Frau
das arbeitende Kind
die arbeitenden Kinder
Mit Partizip II
der geschriebene Brief
ein geschriebener Brief
die geschriebene Nachricht
das geschriebene Wort
Einfach erklärt
Die Endung hängt nicht vom Partizip selbst ab, sondern vom Nomen und vom Artikel.
Häufige Partizip-I-Formen
Einige Partizip-I-Formen sieht man oft in Texten und Gesprächen.
Beispiele
- der fehlende Satz
- die passende Antwort
- die steigenden Preise
- die fallende Temperatur
- die lernenden Schüler
- der lachende Junge
Beispielsätze
Die steigenden Preise sind für viele Menschen ein Problem.
Die lernenden Schüler sitzen im Klassenraum.
Der fehlende Satz macht den Text unklar.
Häufige Partizip-II-Formen
Auch einige Partizip-II-Formen sind sehr häufig und wichtig.
Beispiele
- die geschlossene Tür
- der geschriebene Text
- die gekauften Bücher
- die besprochene Frage
- die eingeladenen Gäste
- das erklärte Problem
Beispielsätze
Die geschlossene Tür war sofort sichtbar.
Der geschriebene Text ist sehr klar.
Die eingeladenen Gäste kamen pünktlich.
Wann Partizipien stilistisch gut passen
Partizipien als Attribute passen besonders gut in schriftlichen Texten, Berichten, Aufsätzen und formelleren Erklärungen. Im Alltag benutzt man oft lieber Relativsätze, weil sie leichter sind.
Beispiele mit Relativsatz
Das ist die Frau, die in Berlin arbeitet.
Schriftlicher mit Partizip I
Das ist die in Berlin arbeitende Frau.
Beispiele mit Relativsatz
Das ist das Buch, das gestern gekauft wurde.
Schriftlicher mit Partizip II
Das ist das gestern gekaufte Buch.
Einfach erklärt
Die Partizipformen sind nicht immer besser. Sie sind nur stilistisch anders. Manchmal klingt ein normaler Relativsatz natürlicher und klarer.
Wann Partizipien schwer oder unklar werden
Zu lange Partizipgruppen können einen Satz schwer machen. Dann ist ein Relativsatz oft besser.
Weniger gut
Der seit mehreren Jahren in einer kleinen Wohnung in Berlin mit seiner Familie lebende und an einer Schule arbeitende Mann ist mein Onkel.
Besser
Der Mann lebt seit mehreren Jahren mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung in Berlin und arbeitet an einer Schule. Er ist mein Onkel.
Oder:
Der Mann, der seit mehreren Jahren mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung in Berlin lebt und an einer Schule arbeitet, ist mein Onkel.
Einfach erklärt
Wenn ein Satz zu lang wird, ist Klarheit wichtiger als Kürze.
Partizip I und II mit Passiv und Aktiv vergleichen
Es hilft, auf die Grundbedeutung zu achten.
Aktiv mit Partizip I
der laufende Hund
die lachende Frau
die arbeitenden Studenten
Passiv oder Ergebnis mit Partizip II
das geöffnete Fenster
der reparierte Computer
die geschriebenen Sätze
Einfach erklärt
Partizip I zeigt oft Aktivität.
Partizip II zeigt oft etwas Fertiges, Passives oder ein Ergebnis.
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs erklärt die Lehrerin heute Partizipien als Attribute. Zuerst schreibt sie einfache Beispiele an die Tafel: „das lachende Kind“ und „die geschlossene Tür“. Danach erklärt sie den Unterschied. Das lachende Kind macht selbst etwas. Die geschlossene Tür zeigt ein Ergebnis.
Später zeigt sie auch längere Formen. Maria schreibt: „das gestern gekaufte Buch“. Karim schreibt: „die im Garten spielenden Kinder“. Die Lehrerin sagt, dass solche Formen in Texten oft kürzer und stilistisch reicher wirken. Gleichzeitig erklärt sie, dass sehr lange Partizipgruppen schwer sein können. Deshalb sollen die Lernenden immer auf Klarheit achten.
Fragen zum Lesetext
- Was erklärt die Lehrerin heute?
- Welche zwei Beispiele schreibt sie zuerst an die Tafel?
- Was schreibt Maria?
- Was schreibt Karim?
- Worauf sollen die Lernenden achten?
Kurzer Dialog
Tom: Verstehst du jetzt den Unterschied zwischen Partizip I und Partizip II?
Mila: Ja, ein bisschen besser.
Tom: Kannst du ein Beispiel mit Partizip I sagen?
Mila: Ja. das singende Kind.
Tom: Sehr gut. Und mit Partizip II?
Mila: die geöffnete Tür.
Tom: Genau. Das erste ist aktiv, das zweite zeigt eher ein Ergebnis.
Nützliche Sätze aus dem Dialog
- Ich verstehe den Unterschied jetzt besser.
- Das singende Kind.
- Die geöffnete Tür.
- Das erste ist aktiv.
- Das zweite zeigt eher ein Ergebnis.
Typische Fehler vermeiden
Viele Lernende verwechseln Partizip I und Partizip II oder machen die Struktur zu kompliziert. Das ist normal. Wichtig ist, die Grundbedeutung zu sehen.
Häufige Fehler
- Partizip I statt Partizip II benutzen
- Partizip II statt Partizip I benutzen
- die Endung vergessen
- zu lange Partizipgruppen bilden
Falsch und richtig
Falsch: die öffnende Tür, wenn gemeint ist: die Tür ist schon offen
Richtig: die geöffnete Tür
Falsch: das geschlafene Kind
Besser: das schlafende Kind
Falsch: der kaufen Buch
Richtig: das gekaufte Buch
Einfach erklärt
Frage dich immer:
- Macht die Person oder Sache selbst etwas? → oft Partizip I
- Ist etwas passiert oder fertig? → oft Partizip II
Mini-Übungen mit Beispielen
Wähle Partizip I oder Partizip II
- das ___ Kind (lachen) → lachende
- die ___ Tür (öffnen) → geöffnete
- der ___ Mann (arbeiten) → arbeitende
- das ___ Buch (kaufen) → gekaufte
Relativsatz umformen
Die Frau, die im Garten arbeitet, ist meine Nachbarin.
Die im Garten arbeitende Frau ist meine Nachbarin.
Das Buch, das gestern gekauft wurde, liegt auf dem Tisch.
Das gestern gekaufte Buch liegt auf dem Tisch.
Die Gäste, die eingeladen wurden, kommen am Abend.
Die eingeladenen Gäste kommen am Abend.
Eigene kurze Beispiele
- das im Park spielende Kind
- die von der Lehrerin erklärte Regel
- der laut sprechende Mann
- die am Morgen geschriebene Nachricht
Wichtiger Wortschatz zum Wiederholen
- das Partizip I
- das Partizip II
- das Attribut
- das Nomen
- aktiv
- passiv
- das Ergebnis
- die Endung
- der Relativsatz
- lachend
- arbeitend
- geschrieben
- geöffnet
- gekauft
- eingeladen
Weitere einfache Beispielsätze
Das lachende Kind spielt im Garten.
Die arbeitende Frau spricht wenig.
Der sprechende Lehrer erklärt die Regel.
Das geöffnete Fenster ist im Klassenzimmer.
Das gestern gekaufte Buch liegt auf dem Tisch.
Die eingeladenen Gäste kommen am Abend.
Mit Partizipien als Attributen kann ich Nomen genauer und oft auch kürzer beschreiben.
So wird mein Deutsch stilistisch reicher und genauer.
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