A/B Testing gehört zu den wichtigsten Methoden im UX Design, Marketing und Produktmanagement. Egal ob Button-Farbe, Landing-Page-Layout, Headline oder ein kompletter Checkout-Prozess: Mit A/B Tests findest du heraus, welche Variante wirklich besser funktioniert – basierend auf Daten, nicht auf Bauchgefühl.
Dieser Anfänger-Guide erklärt dir verständlich:
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Was A/B Testing ist
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Wie man Hypothesen formuliert
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Wie man einen Test aufbaut
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Welche Tools du nutzen kannst
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Wie man Ergebnisse auswertet
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Häufige Fehler und Best Practices
Perfekt, wenn du neu im UX Design, Conversion Design oder CRO (Conversion Rate Optimization) bist.
Was ist A/B Testing?
A/B Testing ist ein Experiment, bei dem du zwei Versionen einer Seite, eines Elements oder eines Features vergleichst, um herauszufinden, welche besser performt.
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Variante A = Original
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Variante B = Veränderung
Ziel ist es, messbar herauszufinden:
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Welche Version bringt mehr Klicks?
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Welche führt zu mehr Käufen?
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Welche aktiviert mehr Nutzer?
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Welche bietet bessere Usability?
A/B Tests sind quantitative Experimente, die auf statistischen Methoden basieren.
Warum A/B Testing wichtig ist
✔ 1. Entscheidungen basieren auf Daten, nicht Meinungen
UX Designer, Marketer und Stakeholder diskutieren weniger – Tests beweisen, was funktioniert.
✔ 2. Verbesserungen sind messbar
Du kannst jede Optimierung in Zahlen ausdrücken, z. B. +18 % mehr Conversions.
✔ 3. Kleiner Aufwand, große Wirkung
Schon minimale Änderungen können massive Effekte haben, etwa:
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Label ändern
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Button-Farbe anpassen
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Layout vereinfachen
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Trust-Elemente hinzufügen
✔ 4. Risikoarm
Du testest nur einen Teil des Traffics. Wenn eine Variante schlecht ist, wird sie automatisch aussortiert.
✔ 5. Kontinuierliche Verbesserung
A/B Tests machen deine Website und App Monat für Monat besser – ein zentraler Teil jeder CRO-Strategie.
Wie funktioniert A/B Testing? Schritt-für-Schritt
Schritt 1 – Problem oder Ziel definieren
Jeder Test beginnt mit einer klaren Zielsetzung.
Beispiele:
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„Wir möchten die Klickrate des CTA Buttons erhöhen.“
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„Wir möchten die Abbrecherquote im Checkout senken.“
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„Wir möchten die Newsletter-Anmeldungen steigern.“
Schritt 2 – Hypothese formulieren
Eine gute Hypothese enthält:
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Was du änderst
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Warum du das tust
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Welche Auswirkung du erwartest
Beispiel:
„Wenn wir den CTA von ‘Jetzt registrieren’ zu ‘Kostenlos testen’ ändern, werden mehr Nutzer klicken, weil der Nutzen klarer kommuniziert wird.“
Schritt 3 – Varianten erstellen
Erstelle mindestens zwei Varianten:
🔹 Variante A – Original
🔹 Variante B – Geänderte Version
Beispiele, was man testen kann:
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Button-Labels
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Farben
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Bilder
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Header-Texte
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Formulare
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Navigation
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Hero-Section
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Preisgestaltung
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Layouts
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Landing Page Struktur
Wichtig:
Immer nur ein Element ändern, damit du weißt, welche Änderung den Unterschied verursacht hat.
Schritt 4 – Zielmetriken definieren
Was misst du?
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Conversion Rate
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Click-Through-Rate (CTR)
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Scrolltiefe
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Time on Page
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Add-to-Cart Rate
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Bounce Rate
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Registrierung
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Kaufabschluss
Wähle eine Hauptmetrik – nicht zehn.
Schritt 5 – Test starten & Traffic verteilen
Tools teilen den Traffic automatisch auf:
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50 % sehen A
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50 % sehen B
Manchmal ändert man die Verteilung:
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90/10 (bei riskanten Tests)
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70/30 (bei sensiblen Funktionen)
Schritt 6 – Daten sammeln & Testdauer
Wichtig:
Ein Test muss lange genug laufen, um statistische Signifikanz zu erreichen.
Empfehlung:
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Mindestens 1–2 Wochen
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Mindestens 1–2 volle Kaufzyklen
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Mindestens 300–1.000 Conversions (je nach Produkt)
Schritt 7 – Ergebnisse analysieren
Fragen, die du stellst:
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Welche Variante hat gewonnen?
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Ist der Unterschied statistisch signifikant?
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Passt das Ergebnis zu unseren Hypothesen?
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Warum hat die Variante gewonnen/verloren?
Gute Tools berechnen die Signifikanz automatisch.
Schritt 8 – Gewinner implementieren
Wenn Variante B gewinnt → implementieren.
Wenn keine Variante gewinnt → neuer Test.
Wenn B schlechter ist → Hypothese anpassen, Neues testen.
A/B Testing ist ein iterativer Prozess.
Was sollte man testen? Ideen für Anfänger
✔ Navigation & UX
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Label „Kontakt“ vs. „Support“
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FAQ sichtbar oder versteckt?
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Kürzere vs. längere Formulare
✔ Landing Pages
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Unterschiedliche Hero-Section
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Testimonial-Varianten
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Preisboxen
✔ E-Commerce
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Produktbilder
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Varianten in der Produktbeschreibung
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„In den Warenkorb“-Button
✔ Content
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Headlines
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Länge von Blogartikeln
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Layout von Artikeln
✔ CTAs
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Farbe
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Position
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Text („Jetzt kaufen“ vs. „Jetzt entdecken“)
Tools für A/B Testing (Einsteigerfreundlich)
| Tool | Vorteile |
|---|---|
| Google Optimize (Nachfolger: Optimize 360) | Kostenlos, einfach |
| VWO | Viele Funktionen, ideal für UX-Teams |
| Optimizely | Enterprise A/B Testing |
| Hotjar / Microsoft Clarity | Kombination aus Heatmaps & Testing |
| Unbounce | Perfekt für Landing Pages |
| AB Tasty | Gut für E-Commerce |
Häufige Fehler beim A/B Testing
❌ Zu viele Änderungen auf einmal
❌ Testdauer zu kurz
❌ Falsche Zielmetriken
❌ Zielgruppen mischen
❌ Zu kleine Stichprobe
❌ Ergebnisse zu schnell interpretieren
❌ Keine Hypothese definiert
❌ Gewinner wird nicht implementiert
❌ Test wird abgebrochen, wenn die Lieblingsvariante verliert
❌ Mehrere Tests gleichzeitig im selben Flow
Best Practices für Anfänger
✔ Nur eine Änderung testen
✔ Hypothesen sauber dokumentieren
✔ Mindestens 2 Wochen testen
✔ Auf statistische Signifikanz achten
✔ Mobile vs. Desktop separat analysieren
✔ Tests nicht während großer Aktionen/Feiertage durchführen
✔ Nach jedem Test Learnings festhalten
Beispiel: Einfacher A/B Test (Beginner-Level)
Ziel: Newsletter-Anmeldungen steigern
A – Original CTA: „Anmelden“
B – Neuer CTA: „Exklusive Tipps erhalten“
Ergebnis:
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A: 4,2 % Conversion Rate
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B: 6,1 % Conversion Rate
🚀 Ergebnis: +45 % mehr Anmeldungen
B wird implementiert.
Fazit
A/B Testing ist eine der effektivsten Methoden, um Websites, Apps und Marketingkampagnen messbar zu verbessern. Mit klaren Hypothesen, sauberen Varianten und den richtigen Tools können selbst Anfänger große UX- und Conversion-Erfolge erzielen. Entscheidend ist: Testen, messen, lernen – und immer weiter optimieren.












