Administrative Distance (AD): Routenpräferenzen gezielt steuern

Die Administrative Distance (AD) ist ein zentrales Konzept im Routing, das bestimmt, welche Route bevorzugt wird, wenn mehrere Routing-Protokolle dasselbe Zielnetzwerk anbieten. Sie ermöglicht es Netzwerkadministratoren, die Präferenz von Routen gezielt zu steuern und somit die Routing-Entscheidungen innerhalb eines Routers vorhersehbar zu machen. Dieses Tutorial beleuchtet die Bedeutung von AD, ihre Funktionsweise und praxisnahe Beispiele, wie man Routenpräferenzen in Enterprise-Netzwerken effektiv konfiguriert.

Was ist Administrative Distance?

Administrative Distance ist eine numerische Kennzahl, die angibt, wie vertrauenswürdig eine Route ist. Je niedriger der Wert, desto höher die Priorität der Route. AD wird vom Router verwendet, wenn mehrere Routing-Protokolle Routen zum gleichen Zielnetz anbieten. Die Route mit der niedrigsten AD wird in die Routing-Tabelle übernommen.

Standardwerte für gängige Routing-Protokolle

  • Directly Connected: 0
  • Static Route: 1
  • EIGRP (internal): 90
  • OSPF: 110
  • RIP: 120
  • EIGRP (external): 170
  • Unknown: 255 (nicht verwendbar)

Diese Werte geben dem Netzwerkadministrator eine einfache Möglichkeit, die Präferenz von Routen über unterschiedliche Protokolle hinweg zu steuern.

Warum Administrative Distance wichtig ist

AD ist besonders wichtig in Netzwerken, die mehrere Routing-Protokolle oder statische Routen kombinieren. Ohne die korrekte AD könnte ein Router eine weniger optimale Route auswählen, was zu ineffizientem Routing, Schleifen oder sogar zu Paketverlusten führen kann.

Beispiel: OSPF und Static Routes

Ein Unternehmen hat OSPF im Campus-Netzwerk implementiert und zusätzlich statische Default-Routen zum Internet konfiguriert. Standardmäßig hat eine statische Route eine AD von 1, während OSPF-Routen eine AD von 110 haben. Dadurch wird die statische Default-Route bevorzugt, auch wenn OSPF eine bessere interne Route zum Zielnetz anbietet.

ip route 0.0.0.0 0.0.0.0 192.168.1.1
router ospf 1
 network 10.0.0.0 0.0.0.255 area 0

In diesem Fall kann die AD angepasst werden, um die OSPF-Routen priorisieren zu lassen.

AD gezielt steuern

Die AD kann manuell für statische Routen oder bestimmte Routing-Protokolle geändert werden, um gewünschte Präferenzen zu setzen. Dies ist besonders in Dual-Homed- oder Multi-Protocol-Umgebungen nützlich.

1. AD für statische Routen ändern

Man kann die AD einer statischen Route erhöhen oder verringern, um ihre Priorität gegenüber dynamischen Routen zu ändern.

ip route 10.0.0.0 255.255.255.0 192.168.1.1 120

Hier wurde die AD der statischen Route auf 120 gesetzt, damit sie gegenüber OSPF-Routen (AD 110) weniger bevorzugt wird.

2. AD für dynamische Routing-Protokolle ändern

Bei manchen Routing-Protokollen wie EIGRP oder OSPF kann die AD ebenfalls angepasst werden, um die Route gegenüber anderen Protokollen zu priorisieren.

router ospf 1
 distance 105 110 115

Mit diesem Befehl wird die AD für interne, externe und NSSA-Routen individuell angepasst.

3. Verwendung von AD für Multi-Homing

In Szenarien mit Dual ISP oder mehreren Ausfallpfaden kann die AD verwendet werden, um zu bestimmen, welcher Pfad bevorzugt wird. Durch Erhöhung der AD des sekundären Pfads wird sichergestellt, dass dieser nur verwendet wird, wenn der primäre Pfad ausfällt.

ip route 0.0.0.0 0.0.0.0 203.0.113.2 200

In diesem Beispiel übernimmt der primäre ISP die Default-Route standardmäßig, während der sekundäre ISP nur bei Ausfall aktiv wird.

AD in Kombination mit Redistribution

Bei Route Redistribution zwischen unterschiedlichen Protokollen kann AD helfen, Routing Loops zu vermeiden und gewünschte Routenpräferenzen sicherzustellen. Durch die Kombination von Tagging, Route-Maps und AD lässt sich ein präzises Routing-Verhalten definieren.

router bgp 65000
 redistribute ospf 1 metric 100
!
router ospf 1
 redistribute bgp 65000 subnets metric-type type-2

Hier wird durch die gezielte AD und Metriksteuerung sichergestellt, dass Routen aus OSPF und BGP sinnvoll kombiniert werden, ohne dass Konflikte entstehen.

Monitoring und Troubleshooting

Die korrekte Implementierung von AD sollte regelmäßig überwacht werden. Wichtige CLI-Befehle für die Überprüfung der Routing-Präferenzen sind:

show ip route
show ip route 
show ip bgp
show ip ospf database

Mit diesen Befehlen lassen sich prüfen, welche Route vom Router bevorzugt wird und ob die AD-Konfiguration wie erwartet wirkt.

Best Practices

  • AD nur bei Bedarf anpassen, um die Routing-Tabelle übersichtlich zu halten.
  • In Multi-Homed- oder Multi-Protocol-Netzwerken gezielt AD verwenden, um Ausfallsicherheit zu gewährleisten.
  • Redistribution stets mit AD-Kontrolle, Tagging und Filterung kombinieren, um Routing Loops zu vermeiden.
  • Regelmäßig Monitoring und Tests durchführen, insbesondere nach Änderungen der AD oder der Routing-Konfiguration.

Durch gezielte Steuerung der Administrative Distance können Netzwerkadministratoren in Enterprise-Umgebungen die Routing-Präferenzen effektiv kontrollieren, Ausfallpfade definieren und die Stabilität des Netzwerks sicherstellen.

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