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Administrative Distance: Prioritäten im Routing richtig setzen

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Administrative Distance (AD) bestimmt auf Cisco Routern, welche Route „gewinnt“, wenn mehrere Routing-Quellen dasselbe Zielpräfix anbieten. Damit setzt du Prioritäten zwischen Connected, Static und dynamischen Protokollen wie OSPF oder BGP. Wer AD versteht, kann Failover sauber bauen, unerwünschte Routen vermeiden und Routing-Tabellen kontrolliert stabil halten.

Was ist Administrative Distance?

Die Administrative Distance ist ein Vertrauenswert für Routing-Quellen. Je niedriger die AD, desto bevorzugter ist die Route. AD entscheidet nur, wenn mehrere Routen das gleiche Präfix mit gleicher Präfixlänge anbieten.

Merksatz

Wenn Präfix gleich:   niedrigere AD gewinnt

AD in der Routing-Entscheidung: Reihenfolge verstehen

IOS entscheidet nicht zuerst nach AD. Zuerst zählt die Präfixlänge (Longest Prefix Match). Erst wenn mehrere Routen das exakt gleiche Zielpräfix bieten, kommt AD als Auswahlkriterium ins Spiel.

LPM vs. AD (Kurzformel)

LPM  >  AD  >  Metric

Typische AD-Werte auf Cisco (praxisrelevant)

Die Standardwerte helfen dir, Verhalten vorherzusagen: Connected und Static sind sehr bevorzugt, OSPF liegt typischerweise im Mittelfeld, BGP hängt von eBGP/iBGP ab.

AD in show ip route erkennen

In der Routing-Tabelle steht AD/Metric in eckigen Klammern, z. B. [110/20] für OSPF.

Router# show ip route
O    10.10.0.0/16 [110/20] via 10.0.0.2, GigabitEthernet0/1
S    10.10.0.0/16 [1/0]   via 192.0.2.1

Warum AD wichtig ist: typische Anwendungsfälle

Mit AD steuerst du, welche Quelle bevorzugt wird, ohne die eigentliche Metriklogik der Protokolle zu verändern. Das ist nützlich für Failover, Migrationen und „Schutz“ vor unerwünschten Routen.

Praxisbeispiel: Floating Static Route mit höherer AD

Du setzt eine primäre Default Route und eine Backup-Default Route. Die Backup-Route bekommt eine höhere AD und wird nur aktiv, wenn die primäre Route verschwindet.

Primär (AD 1) und Backup (AD 10)

Router# configure terminal
Router(config)# ip route 0.0.0.0 0.0.0.0 203.0.113.1
Router(config)# ip route 0.0.0.0 0.0.0.0 198.51.100.1 10
Router(config)# end

Aktive Route prüfen

Router# show ip route | include Gateway|0.0.0.0
Router# show ip route 0.0.0.0

AD gezielt setzen bei statischen Routen

Bei statischen Routen kannst du die AD direkt als letzten Parameter angeben. Das ist die einfachste Form, Prioritäten zwischen statischen Routen zu definieren.

Statische Route mit angepasster AD

Router# configure terminal
Router(config)# ip route 10.20.30.0 255.255.255.0 192.0.2.1 50
Router(config)# end

Wichtiges Verhalten

AD in dynamischen Protokollen anpassen: bewusst und sparsam

Du kannst die AD von OSPF/EIGRP/BGP beeinflussen, um Quellen zu priorisieren. Das sollte gut dokumentiert werden, weil es globale Auswirkungen auf die Routing-Entscheidungen haben kann.

OSPF Distance anpassen (Beispielprinzip)

Router# configure terminal
Router(config)# router ospf 1
Router(config-router)# distance ospf 120 120 120
Router(config-router)# end

BGP Distance prüfen (Beispielprinzip)

Router# show running-config | section router bgp
Router# show ip route bgp

AD-Fallen: Häufige Missverständnisse

Viele Fehler entstehen, weil AD falsch interpretiert wird. AD ersetzt weder Subnetting noch Metriken noch saubere Routing-Architektur – sie ist eine Prioritätsregel zwischen Quellen.

Beispiel: LPM schlägt AD

Eine spezifische Route (/24) wird genutzt, auch wenn eine Default Route (/0) eine niedrigere AD hätte. Das ist Longest Prefix Match.

/24   gewinnt gegen   /0   (unabhängig von AD)

Verifikation: So prüfst du AD und aktive Pfade

Im Betrieb willst du schnell sehen, welche Quelle aktiv ist und warum. Nutze show ip route für AD/Metric und CEF für den tatsächlichen Forwarding-Pfad.

AD und Quelle in der Routing-Tabelle prüfen

Router# show ip route 10.20.30.0
Router# show ip route | include 10.20.30.0

Forwarding-Pfad prüfen

Router# show ip cef 10.20.30.10
Router# traceroute 10.20.30.10

Best Practices: Prioritäten sauber setzen ohne Seiteneffekte

Mit wenigen Regeln bleibt AD wartbar und vorhersehbar. Ziel ist ein klares, dokumentiertes Routing-Verhalten, das auch im Fehlerfall logisch bleibt.

Konfiguration speichern

Wenn die Prioritäten wie gewünscht greifen, speichere die Konfiguration, damit die AD-Settings nach einem Neustart erhalten bleiben.

Router# copy running-config startup-config

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