January 6, 2026

Anonym telefonieren: So unterdrücken Sie Ihre Nummer bei Android

In einer Zeit der ständigen Erreichbarkeit und Datensammelwut ist der Schutz der eigenen Privatsphäre ein hohes Gut. Es gibt viele Situationen, in denen man telefonieren möchte, ohne dass der Gegenüber sofort die eigene Handynummer im Display sieht – sei es bei einem Rückruf an ein Unternehmen, einer Kleinanzeigen-Anfrage oder dem Schutz der privaten Nummer im beruflichen Kontext.

Im Jahr 2026 bieten Android-Smartphones unter den aktuellen Versionen (Android 15 und 16) mehrere Wege, die eigene Identität beim Telefonieren zu verbergen. Ob Sie Ihre Nummer nur für ein einziges Gespräch oder dauerhaft für alle ausgehenden Anrufe unterdrücken möchten – die Technik dahinter ist simpel und in jedem Gerät fest integriert. In diesem Guide erfahren Sie, wie Sie die Anrufer-ID professionell verwalten und worauf Sie dabei achten müssen.

Warum die Rufnummernunterdrückung ein wichtiges Sicherheitsfeature ist

Das Verbergen der Rufnummer (technisch als CLIR – Calling Line Identification Restriction bezeichnet) bietet handfeste Vorteile für Ihre Sicherheit:

  • Schutz vor Rückrufen: Verhindern Sie, dass unbekannte Personen oder Firmen Ihre Nummer für Werbezwecke speichern.

  • Privatsphäre im Job: Wenn Sie Ihr privates Handy für einen schnellen Dienstgang nutzen müssen, bleibt Ihre Nummer für Kunden verborgen.

  • Vermeidung von Datenbank-Einträgen: Viele automatisierte Systeme erfassen eingehende Nummern sofort. Anonymität bricht diesen Prozess.

Strategien für anonyme Anrufe

Je nach Bedarf können Sie zwischen drei Strategien wählen:

  1. Der Einmal-Code: Die schnellste Methode für ein gezieltes Telefonat.

  2. Die Systemeinstellung: Die dauerhafte Lösung für alle künftigen Anrufe.

  3. Die Anbieter-Ebene: Wenn die Software-Einstellung nicht greift, hilft die Sperre direkt beim Mobilfunkprovider.

Technische Anleitung: Schritt-für-Schritt zur Anonymität

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Nummer auf den gängigsten Android-Geräten (Samsung, Google Pixel, Xiaomi etc.) verbergen.

Methode 1: Der GSM-Code für einzelne Anrufe (Universal)

Dies ist die flexibelste Methode. Sie funktioniert auf jedem Handy weltweit, unabhängig vom Modell oder der Android-Version.

  1. Öffnen Sie die Telefon-App (Wähltastatur).

  2. Tippen Sie den Code #31# gefolgt von der Rufnummer ein (z. B. #31#01701234567).

  3. Drücken Sie die Anruftaste. Ihre Nummer wird nur für dieses eine Gespräch unterdrückt.

Methode 2: Dauerhafte Unterdrückung in den Einstellungen

Wenn Sie grundsätzlich anonym bleiben möchten, nutzen Sie das System-Menü:

  1. Öffnen Sie die Telefon-App.

  2. Tippen Sie auf die drei Punkte (Menü) oben rechts und wählen Sie Einstellungen.

  3. Suchen Sie nach Zusatzdienste (Samsung) oder Anrufkonten > Zusätzliche Einstellungen (Google/Pixel).

  4. Tippen Sie auf Eigene Rufnummer anzeigen (Caller ID).

  5. Wählen Sie Nummer verbergen. Ab sofort werden alle Anrufe als “Privat” oder “Anonym” angezeigt.

Methode 3: Einstellung über das Betriebssystem (Android 15/16)

Einige moderne Oberflächen erlauben den Zugriff auch über:

  1. Einstellungen > Apps > Telefon.

  2. Anrufeinstellungen > Zusätzliche Einstellungen.

  3. Dort die Anrufer-ID auf “Nie” oder “Netzstandard” setzen.

Tips

  • Notrufe sind eine Ausnahme: Wenn Sie die 110 oder 112 wählen, wird Ihre Nummer immer übermittelt, auch wenn Sie die Unterdrückung aktiviert haben. Dies dient Ihrer Sicherheit, damit Rettungskräfte Sie im Ernstfall zurückrufen können.

  • Akzeptanz prüfen: Bedenken Sie, dass viele Menschen Anrufe mit “Unterdrückter Nummer” aus Angst vor Spam oder Werbeanrufen gar nicht erst entgegennehmen.

  • Selektive Freigabe: Wenn Sie Ihre Nummer dauerhaft unterdrückt haben, aber für einen Freund sichtbar sein wollen, wählen Sie *31# vor die Nummer (z. B. *31#01701234567). Dies hebt die Unterdrückung für diesen einen Anruf auf.

  • Kontakt-Einträge: Sie können den Code #31# auch direkt in Ihrem Telefonbuch vor einer Nummer speichern. So rufen Sie diesen spezifischen Kontakt immer anonym an.

  • Provider-Sperre: Falls die Option in Ihrem Menü “ausgegraut” ist, hat Ihr Mobilfunkanbieter die Funktion eventuell gesperrt. In diesem Fall hilft ein kurzer Anruf beim Kundenservice, um die CLIR-Funktion freischalten zu lassen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum anonymen Telefonieren

1. Kann der Gegenüber meine Nummer trotz Unterdrückung herausfinden? Für normale Privatpersonen ist das unmöglich. Polizei, Staatsanwaltschaft oder Rettungsdienste können die Nummer bei berechtigtem Interesse jedoch über den Netzbetreiber ermitteln (Fangschaltung).

2. Kostet die Rufnummernunterdrückung Geld? Nein, die Unterdrückung der Anrufer-ID ist ein kostenloser Standard-Dienst in allen deutschen und internationalen Mobilfunknetzen.

3. Warum funktioniert die Einstellung in meinem Menü nicht? Das liegt meist daran, dass die SIM-Karte die Einstellung des Netzbetreibers priorisiert. Nutzen Sie in diesem Fall den GSM-Code #31#, dieser überschreibt die Software-Einstellungen meist zuverlässig.

4. Sieht der Empfänger meinen Namen, wenn ich anonym anrufe? Nein. Es wird lediglich “Unbekannt”, “Private Nummer” oder “Anonymer Anrufer” im Display angezeigt – auch wenn Sie im Telefonbuch des Gegenübers gespeichert sind.

5. Kann ich auch bei WhatsApp anonym anrufen? Nein. WhatsApp-Anrufe basieren auf Ihrem Account, der zwingend mit Ihrer Telefonnummer verknüpft ist. Hier gibt es keine Funktion zur Rufnummernunterdrückung.

Zusammenfassung

Die Möglichkeit, anonym zu telefonieren, ist ein mächtiges Werkzeug für Ihre digitale Souveränität. Während der GSM-Code #31# die perfekte Lösung für spontane, diskrete Anrufe darstellt, bietet die dauerhafte Umstellung in den Telefon-Einstellungen einen soliden Schutz für den Alltag. Im Jahr 2026 bleibt diese Funktion ein essenzieller Bestandteil von Android, um Ihnen die Kontrolle darüber zurückzugeben, wer Zugriff auf Ihre persönliche Erreichbarkeit erhält.

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