Ein Bitcoin-Tracker, der aktuelle Kurse auf einem kleinen OLED-Display anzeigt, ist ein ideales DIY-Projekt für Maker: überschaubar in der Hardware, lehrreich in der Software und im Alltag tatsächlich nützlich. Statt ständig Apps zu öffnen, genügt ein Blick auf ein 0,96″- oder 1,3″-OLED, um den BTC-Preis (z. B. in EUR) sowie prozentuale Veränderungen zu sehen. Technisch kombinieren Sie dafür einen WLAN-Mikrocontroller (häufig ESP8266 oder ESP32), ein OLED-Modul mit SSD1306/SH1106-Controller und eine zuverlässige Kursquelle über eine Web-API. Damit das Projekt wirklich „publikationsreif“ wird, kommt es auf Details an: stabile Stromversorgung, saubere I2C-Verdrahtung, robuste HTTP/HTTPS-Abfragen, JSON-Verarbeitung, sinnvolle Update-Intervalle (damit Sie keine Rate-Limits reißen) und ein Display-Layout, das auf wenigen Pixeln gut lesbar bleibt. In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie Kursdaten korrekt abrufen, sicher übertragen, kompakt darstellen und Fehlerfälle so abfangen, dass Ihr Bitcoin-Tracker nicht hängen bleibt, wenn WLAN oder API kurzzeitig ausfallen.
Projektidee und Funktionsumfang: Was Ihr Bitcoin-Tracker anzeigen kann
Ein OLED ist klein, aber erstaunlich flexibel. Bevor Sie löten oder programmieren, lohnt sich eine kurze Funktionsplanung. Je klarer Sie den Umfang definieren, desto einfacher wird die Umsetzung – und desto besser wird die Lesbarkeit.
- Basis: BTC-Preis in EUR oder USD, Zeitstempel der letzten Aktualisierung.
- Erweitert: 24h-Änderung in Prozent, Tageshoch/Tief, kleines Trend-Symbol (▲/▼).
- Komfort: Wechsel zwischen Währungen, Helligkeitsanpassung, „Offline“-Hinweis bei Ausfall.
- Optional: QR-Code zur Portfolio-Seite, Anzeige weiterer Coins (ETH, SOL) im Wechsel.
Hardware: Controller und OLED richtig auswählen
Für einen Bitcoin-Tracker ist die Hardware sehr zugänglich. Entscheidend ist, dass WLAN stabil läuft und das Display zuverlässig über I2C oder SPI angesteuert wird. In der Praxis sind OLEDs mit SSD1306 am verbreitetsten, weil es viele Bibliotheken und Beispiele gibt.
- Mikrocontroller: ESP8266 (NodeMCU/Wemos D1 mini) oder ESP32 (mehr RAM, oft entspannter bei TLS).
- OLED: 0,96″ 128×64 (SSD1306) als Standard; 1,3″ bietet mehr Komfort bei der Lesbarkeit.
- Schnittstelle: I2C ist am einfachsten (nur SDA/SCL); SPI ist schneller, aber kabelintensiver.
- Stromversorgung: Solides 5V-USB-Netzteil; bei Dauerbetrieb lieber keine „Billig-Lader“.
SSD1306 vs. SH1106: Warum das wichtig ist
Viele Module sehen identisch aus, nutzen aber unterschiedliche Controller. SSD1306 und SH1106 haben leicht abweichende Speicherlayouts. Das äußert sich typischerweise in verschobenen Inhalten oder „abgeschnittenen“ Rändern. Prüfen Sie daher vorab die Produktbeschreibung oder testen Sie kurz mit einem Beispielsketch, welche Library-Variante korrekt funktioniert.
Verdrahtung: I2C-Bus sauber aufbauen
Die meisten OLED-Tracker laufen über I2C. Dabei benötigen Sie vier Leitungen: VCC, GND, SDA und SCL. Viele OLED-Module akzeptieren 3,3V, manche auch 5V. Da ESP8266/ESP32 mit 3,3V-Logik arbeiten, ist 3,3V für VCC in der Regel die sauberste Wahl – sofern das Modul damit zuverlässig leuchtet.
- VCC → 3,3V (oder 5V, wenn Modul dafür ausgelegt ist)
- GND → GND (gemeinsame Masse ist Pflicht)
- SDA → I2C-Datenpin (boardabhängig)
- SCL → I2C-Clockpin (boardabhängig)
Ein häufiger Fehler ist eine wackelige Masseverbindung: Das Display flackert oder der I2C-Scan findet keine Adresse. Halten Sie Leitungen kurz, vermeiden Sie lose Steckverbindungen bei Dauerbetrieb und nutzen Sie bei Bedarf ein Multimeter zur Kontrolle.
Kursquelle wählen: Welche APIs eignen sich für Kursdaten?
Damit Ihr Bitcoin-Tracker „aktuelle Kurse“ anzeigen kann, braucht er eine Datenquelle. Für Bastelprojekte haben sich APIs etabliert, die ohne komplizierte Authentifizierung auskommen oder einen einfachen API-Key nutzen. Achten Sie auf drei Punkte: Zuverlässigkeit, Rate-Limits und die Möglichkeit, Preise in EUR abzurufen.
- Ohne API-Key: Häufig ausreichend für moderate Updates (z. B. alle 1–5 Minuten).
- Mit API-Key: Bessere Limits und nachvollziehbare Nutzung, oft stabiler für Dauerbetrieb.
- Payload: Idealerweise kompakte JSON-Antworten, damit RAM und Parsing leicht bleiben.
Warum Update-Intervalle entscheidend sind
Ein OLED-Tracker wirkt „live“, auch wenn er nur alle 60–300 Sekunden aktualisiert. Kürzere Intervalle erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Rate-Limits und belasten WLAN sowie API. Ein gutes Standard-Intervall für einen privaten Bitcoin-Tracker liegt bei 120 Sekunden. Für sehr ruhige Anzeigen (z. B. am Schreibtisch) reichen 300 Sekunden.
HTTPS auf Mikrocontrollern: Sicherheit ohne Overkill
Kursdaten sind öffentlich, dennoch ist HTTPS sinnvoll: Es verhindert Manipulationen unterwegs und sorgt für Integrität. Der ESP8266 kann HTTPS, ist aber bei Zertifikaten und Speicher begrenzter als der ESP32. Entscheidend ist, dass Sie nicht „blind“ jedes Zertifikat akzeptieren. Für Maker-Projekte ist ein pragmatischer Weg: stabile API-Anbieter, feste Hostnames und möglichst einfache TLS-Konfiguration. Wenn Sie feststellen, dass TLS auf dem ESP8266 zu instabil wird, ist ein ESP32 oder ein lokaler Proxy (z. B. Home Assistant/Node-RED) oft die robustere Lösung.
- ESP8266: HTTPS möglich, aber RAM/Handshake können limitieren.
- ESP32: In der Regel entspannter bei TLS und größeren JSON-Antworten.
- Alternative: Lokaler Dienst holt Kursdaten, ESP ruft nur im LAN ab.
JSON verarbeiten und Speicher sparen
APIs liefern Kursdaten typischerweise als JSON. Auf Mikrocontrollern sollten Sie vermeiden, riesige Antworten zu parsen. Ziel ist ein möglichst kleiner JSON-Block, der nur die Werte enthält, die Sie anzeigen möchten (Preis, 24h-Änderung, Zeit). Nutzen Sie eine bewährte JSON-Bibliothek und begrenzen Sie die Größe des Puffers. Wenn Ihre Library „Streaming“-Parsing unterstützt, ist das oft effizienter als das vollständige Einlesen in einen großen String.
- Nur relevante Felder extrahieren (Preis, Prozent, Timestamp).
- Puffergröße realistisch wählen (nicht unnötig groß, aber mit Reserve).
- Fehler prüfen: JSON-Parsing kann bei API-Fehlern oder HTML-Responses scheitern.
Display-Layout: Lesbarkeit ist wichtiger als Features
Ein 128×64-OLED zwingt zur Priorisierung. Bewährt hat sich ein zweizeiliges Layout: oben groß der Preis, unten klein Zusatzinfos. Verwenden Sie wenige, gut lesbare Fonts. Wenn Sie eine prozentuale Veränderung darstellen, ergänzen Sie ein klares Symbol (▲/▼) statt zu vieler Dezimalstellen.
- Zeile 1 (groß): „BTC 48.123 €“
- Zeile 2 (klein): „24h: +1,8% 12:34“
- Offline-Zustand: „WLAN?“ oder „API ERR“ plus letzter gültiger Kurs
Prozentänderung berechnen (MathML)
Falls Ihre API keinen 24h-Prozentwert liefert, können Sie ihn aus zwei Kursen berechnen (aktueller Kurs
Für die Anzeige reichen meist ein bis zwei Nachkommastellen. Bei sehr kleinen Schwankungen wirkt eine zu hohe Genauigkeit eher unruhig als informativ.
Robustheit: Was passiert bei WLAN-Ausfall oder API-Fehler?
Ein guter Bitcoin-Tracker zeigt nicht nur „schöne Zahlen“, sondern verhält sich kontrolliert, wenn etwas schiefgeht. WLAN kann kurz weg sein, APIs können drosseln, DNS kann hängen. Ihre Software sollte in diesen Fällen nicht blockieren, sondern mit Zeitouts arbeiten und den letzten gültigen Kurs weiter anzeigen. Das verhindert „leere Displays“ und macht das Gerät alltagstauglich.
- Timeouts: Kurze, feste Zeitfenster für HTTP/HTTPS-Aufrufe.
- Retry-Strategie: Bei Fehlern später erneut versuchen (z. B. nach 30–60 Sekunden), nicht im Sekundentakt.
- Letzter gültiger Wert: Kurs zwischenspeichern und bei Fehlern anzeigen.
- Statusanzeige: Kleine Markierung „OFF“ oder „ERR“, damit Sie Fehler erkennen.
Rate-Limits respektieren und Caching nutzen
Viele Kurs-APIs begrenzen Anfragen pro Minute. Wenn Sie zu aggressiv aktualisieren, erhalten Sie Fehlercodes oder leere Antworten. Planen Sie daher feste Intervalle, und nutzen Sie optional ein lokales Cache: Ein Raspberry Pi oder Home Assistant kann alle 30 Sekunden Kursdaten holen und im Heimnetz bereitstellen, während Ihr ESP nur alle 2 Minuten das lokale JSON abruft. Das entkoppelt Ihr Projekt von externen Limits und macht es stabiler.
Stromversorgung und „Display-Burn-in“: Praktische Tipps für Dauerbetrieb
OLEDs sind zwar robust, aber bei statischen Inhalten können über sehr lange Zeiträume leichte Einbrenneffekte auftreten. In der Praxis lässt sich das durch minimale Layout-Variationen vermeiden, etwa durch ein leichtes Pixel-Shifting oder wechselnde Position des Zeitstempels. Außerdem ist eine stabile Stromversorgung entscheidend: WLAN-Sendespitzen können bei schwachen Netzteilen zu Resets führen.
- Helligkeit: Reduzieren Sie die OLED-Helligkeit auf ein angenehmes Niveau.
- Pixel-Shift: Inhalt um 1–2 Pixel variieren, wenn die Library das zulässt.
- Netzteil: Qualitatives USB-Netzteil und kurze Kabel bevorzugen.
- Pufferkondensator: Bei sporadischen Resets kann ein Kondensator nahe am Board helfen.
Datenschutz und Sicherheit: Was Sie bei Kurs-Trackern beachten sollten
Ein Bitcoin-Tracker muss keine Wallet-Daten kennen. Halten Sie Ihr Projekt bewusst „read-only“: Es zeigt Preise an, steuert aber keine Transaktionen. Nutzen Sie APIs, die keine sensiblen Informationen erfordern, und speichern Sie – wenn überhaupt – nur einen API-Key, nicht aber persönliche Kontodaten. Wenn Sie das Gerät in ein IoT-Netz/VLAN setzen, reduzieren Sie das Risiko, dass ein kompromittiertes IoT-Gerät Zugriff auf Ihr Hauptnetz erhält.
- Keine Wallet-Integration: Kursanzeige ist ausreichend und deutlich sicherer.
- Minimalprinzip: Nur die nötigsten Daten speichern, keine Passwörter im Klartext.
- Netzsegmentierung: IoT-Geräte getrennt vom PC/Notebook-Netz, wenn möglich.
- Firmware-Updates: Halten Sie die Arduino-/ESP-Core-Version aktuell, um bekannte Schwachstellen zu vermeiden.
Erweiterungen: Mehr Nutzen ohne mehr Chaos
Wenn die Basis stabil läuft, sind Erweiterungen sinnvoll, die den Informationswert erhöhen, ohne das Display zu überladen. Besonders beliebt ist ein Wechselmodus: Das Gerät zeigt im Intervall BTC/EUR, BTC/USD und ggf. ETH/EUR. Ebenfalls praktisch: eine einfache Trendanzeige über die letzten N Werte oder eine „Ampel“, die Kursveränderungen farblich markiert (bei OLED ohne Farbe als Symbol oder invertierte Darstellung).
- Mehrere Währungen: Wechsel zwischen EUR und USD per Button oder Timer.
- Trendpfeile: Vergleich mit dem letzten Kurswert (nicht zu „nervös“).
- Min/Max seit Start: Lokale Hoch-/Tiefpunkte als Orientierung.
- Uhrzeit: NTP-Zeitstempel für „letzte Aktualisierung“.
Mini-Trend aus den letzten Werten
Ein kompakter Trend lässt sich aus wenigen gespeicherten Kursen ableiten (z. B. die letzten 10 Messpunkte). Statt komplexer Grafiken reicht eine einfache Logik: Wenn der aktuelle Kurs höher als der Durchschnitt der letzten Werte ist, zeigen Sie ▲, sonst ▼. Das wirkt ruhig und ist auf dem OLED leicht verständlich.
Typische Fehler und schnelle Diagnose
Wenn der Bitcoin-Tracker nicht wie erwartet läuft, lassen sich die Ursachen meist schnell eingrenzen. Gehen Sie strukturiert vor: erst Hardware (I2C, Versorgung), dann WLAN (IP, DNS), dann API (URL, HTTPS), dann JSON (Parsing).
- OLED bleibt schwarz: VCC/GND prüfen, I2C-Adresse scannen, richtigen Controller (SSD1306/SH1106) wählen.
- WLAN verbindet nicht: SSID/Passwort, 2,4 GHz aktiv, Signalstärke, Router-MAC-Filter prüfen.
- API-Fehler: Falscher Endpoint, Rate-Limit, DNS-Probleme oder TLS-Zertifikatsfehler.
- JSON-Parsing scheitert: Antwort ist HTML (Fehlerseite) statt JSON; Puffer zu klein; Feldnamen falsch.
- Resets: Netzteil/Kabel zu schwach oder zu hohe Displayhelligkeit/Lastspitzen.
Outbound-Links: Verlässliche Referenzen für APIs, OLED und JSON
- CoinGecko API Dokumentation: Kursdaten und Märkte per JSON abrufen
- Coinbase API Dokumentation: Preis- und Marktdaten, Authentifizierung und Limits
- OLED-Display Grundlagen: Anzeigeprinzip und 7-Bit/8-Bit Fonts (allgemeiner Einstieg)
- Adafruit SSD1306 Library: Bewährte OLED-Bibliothek mit Beispielen
- ArduinoJson: Effizientes JSON-Parsing auf Mikrocontrollern
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