In modernen IT-Umgebungen reicht es nicht aus, die reine Auslastung von Systemen zu beobachten. Entscheidend ist, die tatsächliche Sättigung von CPU, Speicher, Storage und Netzwerk zu messen. Nur so lassen sich realistische Capacity Baselines erstellen, die vor Engpässen schützen und fundierte Skalierungsentscheidungen ermöglichen.
CPU-Sättigung messen
Die CPU-Auslastung alleine sagt wenig über die tatsächliche Belastung aus. Wichtiger ist die Sättigung, also wie stark die CPU um Ressourcen konkurriert.
Wichtige Kennzahlen
- runqueue length: Anzahl der wartenden Threads
- iowait: Zeit, in der CPU auf I/O wartet
- steal time: Zeit, in der virtuelle CPUs durch Hypervisor gebremst werden
CLI-Beispiele
# Echtzeit-Sicht auf CPU-Sättigung
top -i
Runqueue beobachten
uptime
Output: 14:32:01 up 5:12, 3 users, load average: 2.15, 1.80, 1.75
Hier zeigt die load average die Sättigung über 1, 5 und 15 Minuten
Memory-Sättigung analysieren
Die Speicher-Auslastung allein ist wenig aussagekräftig. Entscheidend ist, wie oft das System auf Swap zurückgreifen muss oder Pages zerlegt werden.
Wichtige Kennzahlen
- Page-In/Out Raten
- Swap-Usage
- Pressure Stall Information (PSI)
CLI-Beispiele
# PSI für Memory prüfen
cat /proc/pressure/memory
Swap Usage
swapon --show
free -h
Storage-Sättigung messen
Storage-Sättigung entsteht, wenn I/O Requests die Latenz erhöhen. Ein hoher Durchsatz bedeutet nicht automatisch, dass das System performant bleibt.
Wichtige Kennzahlen
- iops: Input/Output Operations per Second
- average latency: mittlere Antwortzeit
- queue depth: Anzahl paralleler Requests
CLI-Beispiele
# Echtzeit-I/O Performance
iostat -xz 5
Latenzen mit fio simulieren
fio --name=readtest --filename=/dev/sdb --rw=read --bs=4k --size=1G --iodepth=32
Netzwerk-Sättigung analysieren
Netzwerk-Interface-Auslastung alleine reicht nicht. Entscheidend ist, wie viele Pakete fallen gelassen werden, wie hoch die Queue-Längen sind und ob Retransmits auftreten.
Wichtige Kennzahlen
- RX/TX Dropped Packets
- Interface Queue Length
- TCP Retransmits
CLI-Beispiele
# Netzwerkstatistiken
ip -s link
TCP Retransmits
ss -s
Baselines erstellen
Die Kapazitäts-Baseline sollte historische Sättigungswerte umfassen, nicht nur momentane Auslastung. Dadurch lassen sich Engpässe frühzeitig erkennen und Ressourcen planen.
Methoden
- Daten über mehrere Tage/Wochen sammeln
- Median- und 95%-Perzentile für Auslastung betrachten
- Alarmgrenzen anhand von Sättigungswerten definieren
Monitoring Integration
Alle gemessenen Metriken sollten in zentrale Monitoring-Stacks eingespeist werden, z.B. Prometheus, Grafana oder Zabbix. So entstehen aussagekräftige Dashboards mit CPU-Sättigung, Memory PSI, I/O Latency und Netzwerkfehlern.
Beispiel Prometheus Exporter
# Node Exporter sammelt CPU, Memory, Disk, Network
node_exporter --collector.diskstats --collector.netdev
Best Practices
- Immer Sättigung messen, nicht nur Auslastung
- Historische Daten nutzen, um Trends zu erkennen
- Alarmgrenzen basierend auf Sättigungs-Metriken definieren
- Dashboards regelmäßig überprüfen und anpassen
- Workload-Spitzen berücksichtigen, z.B. Backup-Zeiten oder Batch-Jobs
Indem Sie Ihre Capacity Baselines auf Sättigung statt nur Auslastung aufbauen, gewinnen Sie ein realistisches Bild über die Performance und die Skalierbarkeit Ihrer Systeme. Dies erlaubt eine proaktive Ressourcenplanung und minimiert das Risiko unerwarteter Engpässe.
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