Cisco-Routing-Konfiguration: Static, OSPF, EIGRP, BGP (was passt?)

Die Wahl der passenden Cisco-Routing-Konfiguration entscheidet über Stabilität, Skalierbarkeit und Betriebsaufwand: Statische Routen sind simpel, OSPF und EIGRP automatisieren interne Netze, und BGP ist der Standard für Provider- und Multi-Homing-Szenarien. Dieser Leitfaden zeigt praxisnah, wann Static, OSPF, EIGRP oder BGP sinnvoll ist, welche Vor- und Nachteile im Alltag zählen und wie typische Grundkonfigurationen aussehen.

Routing-Grundlagen: Was Sie für die Entscheidung wissen müssen

Routing bedeutet, dass der Router anhand seiner Routing-Tabelle den besten Pfad zum Zielnetz wählt. Dabei zählen Metriken (Kosten), Administrative Distance (Vertrauenswürdigkeit der Quelle) und Policy-Regeln (Filter, Präferenzen).

  • Administrative Distance (AD): Priorität zwischen Routenquellen
  • Metrik: „Kosten“ innerhalb eines Protokolls (OSPF Cost, EIGRP Metric, BGP Attributes)
  • Konvergenz: wie schnell das Netz nach Ausfall wieder stabil routet
  • Skalierung: wie viele Netze/Standorte ohne manuellen Aufwand verwaltbar sind

Quick-Checks: Routing-Status und Quellen

show ip route
show ip route summary
show ip protocols

Static Routing: Wann passt es?

Statische Routen sind ideal für sehr kleine oder stark kontrollierte Umgebungen: ein Standort, ein WAN-Uplink, wenige Netze. Sie sind leicht zu verstehen, erfordern aber manuelle Pflege und sind fehleranfällig bei Wachstum.

  • Passend: kleines Büro/Filiale, klare Topologie, wenige Zielnetze
  • Vorteile: simpel, vorhersehbar, kein Routing-Overhead
  • Nachteile: Skalierung schlecht, Änderungen manuell, Failover nur mit Tracking/AD-Tricks

Beispiel: Default-Route und statische Route zu einem Standortnetz

ip route 0.0.0.0 0.0.0.0 198.51.100.1
ip route 10.20.0.0 255.255.0.0 172.16.10.2

Static mit Failover (zwei Default-Routen, unterschiedliche AD)

ip route 0.0.0.0 0.0.0.0 198.51.100.1
ip route 0.0.0.0 0.0.0.0 203.0.113.1 200

OSPF: Der Standard für interne Unternehmensnetze

OSPF ist ein offener Standard und daher in heterogenen Netzen verbreitet. Es eignet sich gut für mehrere Standorte, hierarchische Designs (Areas) und stabile Konvergenz. Der Betrieb ist planbar, wenn Areas, Summarization und passive Interfaces sauber umgesetzt werden.

  • Passend: Campus, Filialnetz, VPN-Standorte, interne Backbones
  • Vorteile: Standardisiert, skalierbar mit Areas, gut dokumentierbar
  • Nachteile: Designaufwand (Areas), LSA-Management, falsche Summaries können stören

Beispiel: OSPF-Basis mit passiven Interfaces

router ospf 10
 router-id 10.255.255.1
 passive-interface default
 no passive-interface GigabitEthernet0/1
 network 10.10.0.0 0.0.255.255 area 0

Verifikation OSPF

show ip ospf neighbor
show ip ospf interface brief
show ip route ospf

EIGRP: Cisco-typisch und sehr effizient in internen Netzen

EIGRP ist ein dynamisches Routingprotokoll mit schneller Konvergenz und geringerem Designaufwand als OSPF in kleineren bis mittleren Netzen. Es ist besonders attraktiv, wenn die Umgebung überwiegend Cisco ist und schnelle Anpassungen gefragt sind.

  • Passend: Cisco-dominierte Netze, Filialstrukturen, schnelle Konvergenz ohne Area-Design
  • Vorteile: sehr schnelle Konvergenz, einfache Skalierung in vielen Szenarien
  • Nachteile: weniger herstellerneutral im Vergleich zu OSPF, Design bleibt trotzdem wichtig (Summaries/Stub)

Beispiel: EIGRP-Basis (klassisches Muster)

router eigrp 100
 network 10.10.0.0 0.0.255.255
 passive-interface default
 no passive-interface GigabitEthernet0/1

Verifikation EIGRP

show ip eigrp neighbors
show ip eigrp topology
show ip route eigrp

BGP: Für Provider-Anbindung, Multi-Homing und Policy-Routing

BGP ist das Internet-Routingprotokoll und wird eingesetzt, wenn Sie mit Providern sprechen, mehrere Uplinks steuern oder Routing-Policies definieren müssen. BGP ist weniger „Plug-and-Play“ und erfordert saubere Filter (Prefix-Lists), klare Policies und eine strikte Abnahme.

  • Passend: Multi-Provider, MPLS/Internet-Edges, SD-WAN-Edges mit BGP, Enterprise-Policies
  • Vorteile: maximale Kontrolle (Policies), skalierbar, Standard für Provider
  • Nachteile: Komplexität, Fehlkonfigurationen können weitreichend sein, Filterpflicht

Beispiel: eBGP-Basis mit Prefix-Filter (Outbound)

ip prefix-list OUT-PFX seq 10 permit 203.0.113.0/24
ip prefix-list OUT-PFX seq 20 deny 0.0.0.0/0 le 32

route-map RM-OUT permit 10
match ip address prefix-list OUT-PFX

router bgp 65010
neighbor 198.51.100.1 remote-as 65001
neighbor 198.51.100.1 route-map RM-OUT out

Verifikation BGP

show bgp summary
show bgp ipv4 unicast
show ip route bgp

Welche Variante passt? Entscheidung nach Szenario

Die beste Wahl hängt von Standortanzahl, Änderungsfrequenz, Ausfalltoleranz und Policy-Anforderungen ab. In der Praxis werden Protokolle auch kombiniert, z. B. OSPF intern und BGP zum Provider.

  • Einzelstandort, 1 WAN, wenige Netze: Static
  • Mehrere Standorte, herstellerneutral, klares Design: OSPF
  • Viele Cisco-Komponenten, schnelle Konvergenz, einfacher Betrieb: EIGRP
  • Provider/Multi-Homing/Policy-Steuerung: BGP
  • Kombination: OSPF/EIGRP intern, BGP extern (Edge)

Typische Mischdesigns in Unternehmen

Mischdesigns sind normal, weil interne Anforderungen (schnelle Konvergenz) und externe Anforderungen (Provider-Policy) unterschiedlich sind. Wichtig ist saubere Redistribution, sonst entstehen Routing-Loops oder unkontrollierte Routenfluten.

  • Campus/Filialnetz: OSPF intern, statische Default-Route am Edge
  • Enterprise-Edge: OSPF intern, eBGP zum Provider
  • VPN-Standorte: OSPF über Tunnel, Edge mit NAT/Firewall-Policies

Redistribution: Risiken und Minimalprinzip

  • Nur notwendige Routen redistribuieren, idealerweise mit Filtern
  • Summarization nutzen, wo sinnvoll
  • Default-Route gezielt injizieren statt „alles überall“

Abnahme-Checks: Was Sie immer prüfen sollten

Unabhängig vom Protokoll ist die Abnahme identisch: Nachbarschaften stabil, Routen plausibel, Failover getestet, und die Routing-Tabelle enthält genau das, was erwartet wird.

show ip route
show ip route summary
show ip protocols
show interfaces counters errors
ping 8.8.8.8
traceroute 1.1.1.1

Protokollspezifische Checks

show ip ospf neighbor
show ip eigrp neighbors
show bgp summary

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Was ich (je nach Paket) umsetze

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  • Services: DHCP (Pools/Scopes), NAT/PAT für Internet-Simulation

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