Wer täglich konstruiert, kennt das Gefühl: Das CAD-System ist leistungsfähig, aber bestimmte Aufgaben bleiben mühsam – wiederkehrende Varianten, Export-Routinen, Datenmanagement, CAM-Vorbereitung oder die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen. Genau hier entfalten Add-ins ihren Wert. Die besten Plugins für SolidWorks und Inventor sind nicht zwingend die „größten“ oder teuersten Erweiterungen, sondern jene, die Ihren konkreten Engpass lösen: weniger Klicks, weniger Fehler, mehr Automatisierung und sauberere Übergaben an Fertigung, Einkauf oder Dokumentation. Gleichzeitig gilt: Plugin ist nicht gleich Plugin. Bei SOLIDWORKS sprechen viele Anwender von Add-ins (integrierte Erweiterungen und Partnerprodukte), während Inventor zusätzlich stark über das Autodesk-Ökosystem (App Store, Vault, Automationslogik) geprägt ist. Der Nutzen entsteht erst, wenn Softwareversion, Lizenzmodell, Teamprozesse und IT-Richtlinien zusammenpassen. Dieser Artikel zeigt praxisnah, welche Erweiterungen sich in SOLIDWORKS und Autodesk Inventor besonders bewährt haben, wofür sie geeignet sind und nach welchen Kriterien Sie aus der Plugin-Vielfalt die richtigen auswählen – verständlich für Einsteiger, Mittelstufe und Profis.
Woran Sie „gute“ CAD-Plugins erkennen
Bevor Sie installieren, lohnt ein kurzer Qualitätscheck. Denn ein Plugin kann zwar Funktionen liefern, aber gleichzeitig Stabilität, Performance oder Datenkonsistenz gefährden. Gerade in PDM/PLM-Umgebungen oder bei großen Baugruppen ist das Risiko real. Gute Erweiterungen sind deshalb nicht nur funktional, sondern auch sauber integriert.
- Klarer Use Case: Das Plugin löst ein konkretes Problem (z. B. Varianten, Export, CAM, Datenverwaltung).
- Versionstreue: Der Hersteller unterstützt Ihre SOLIDWORKS-/Inventor-Version aktiv und zeitnah.
- Stabile Integration: Gute Add-ins hängen sich sauber in UI, Feature-Baum und Dateistruktur ein.
- Teamfähigkeit: Einstellungen, Vorlagen und Regeln lassen sich standardisieren und dokumentieren.
- ROI statt Spielerei: Messbarer Zeitgewinn (Minuten pro Tag) schlägt „Nice-to-have“.
Die besten SOLIDWORKS-Plugins für Produktivität und Automatisierung
SOLIDWORKS Task Scheduler: Exporte, Updates und Konvertierung automatisieren
Der SOLIDWORKS Task Scheduler ist ein unterschätzter Produktivitätshebel, weil er Routinejobs auslagert – ideal über Nacht oder am Wochenende. Typische Anwendungsfälle sind das Aktualisieren/Rebuilden vieler Dateien, Konvertierungen auf eine neue Version oder regelmäßige Exportaufgaben. Besonders in Teams mit vielen Altdateien und häufigen Formatwechseln entlastet das die Konstruktion spürbar. Offizielle Details finden Sie in der SOLIDWORKS-Hilfe zum SOLIDWORKS Task Scheduler.
- Für wen? Einsteiger bis Profis, besonders bei wiederkehrenden Dateijobs.
- Typische Gewinne: weniger manuelle Exporte, weniger Wartezeit am Arbeitsplatz.
- Praxis-Tipp: Joblisten klar benennen und in definierten Ordnerstrukturen laufen lassen.
DriveWorks: Variantenkonstruktion und CPQ direkt aus SOLIDWORKS
Wenn Sie Variantenprodukte entwickeln (Maßreihen, Konfiguratoren, kundenspezifische Anpassungen), ist DriveWorks einer der stärksten Hebel. Die Lösung verbindet Konstruktionsautomatisierung mit Konfiguration/Regellogik und kann – je nach Ausbaustufe – bis zur Angebots- und Fertigungsdokument-Erstellung reichen. Der Fokus liegt auf schneller, fehlerarmer Erstellung kundenspezifischer Ausführungen, ohne jedes Mal „von Hand“ zu modellieren. Einen Einstieg bietet die Plattform von DriveWorks, sowie die Partnerdarstellung von DriveWorks Pro bei SOLIDWORKS.
- Für wen? Mittelstufe/Profis, Sales Engineering, Produktplattformen, Variantenfertiger.
- Typische Gewinne: weniger manuelle Variantenarbeit, konsistente Zeichnungen/BOMs.
- Praxis-Tipp: Erst Produktlogik und Datenstruktur definieren, dann Regeln bauen.
SOLIDWORKS CAM: Fertigungsvorbereitung direkt aus dem CAD-Modell
Wer Bauteile nicht nur konstruiert, sondern auch in Richtung CNC-Fertigung denkt, profitiert von integriertem CAM. SOLIDWORKS CAM ist als Add-on für SOLIDWORKS CAD positioniert und unterstützt die frühe Herstellbarkeitsbetrachtung im Entwicklungsprozess. Das ist besonders nützlich, wenn Konstruktion und Fertigung eng zusammenarbeiten oder wenn sich Änderungen schnell in die Fertigungsvorbereitung übertragen sollen. Offizielle Informationen gibt es auf der Produktseite zu SOLIDWORKS CAM.
- Für wen? Mittelstufe/Profis in mechanischer Fertigung, Prototyping, Werkzeugbau.
- Typische Gewinne: weniger Medienbrüche, schnellere Rückkopplung zur Herstellbarkeit.
- Praxis-Tipp: Standard-Bearbeitungsregeln und Postprozessoren teamweit vereinheitlichen.
ExactFlat: 3D-zu-2D-Flachmuster für textile und Verbundwerkstoff-Anwendungen
Für klassische Blechkonstruktion reichen Standardfunktionen oft aus. Wenn es aber um textile Hüllen, Sitzbezüge, Komposit-Lagen oder andere „weiche“ Materialien geht, stößt Standard-CAD schnell an Grenzen. ExactFlat ist als Partnerprodukt bekannt, das SOLIDWORKS um automatisierte Flachmuster, Dokumentation, Kostenschätzung und teils Nesting-Funktionen erweitert. Einen Überblick bietet die SOLIDWORKS-Partnerseite zu ExactFlat Pro.
- Für wen? Spezialanwendungen: Automotive-Interieur, Marine, Möbel/Polster, Verbund.
- Typische Gewinne: schnellere Ableitung von Schnittmustern, weniger Iterationen mit Musterbau.
- Praxis-Tipp: Materialparameter und Fertigungsregeln früh definieren, sonst wird das Ergebnis inkonsistent.
Partnerprodukte für Spezial-Simulation und Fertigung: wenn Standardmodule nicht reichen
Viele Teams erweitern SOLIDWORKS gezielt um Spezialmodule – etwa für elektromagnetische Simulation, HF-Anwendungen oder fortgeschrittene Muster-/Blechlogik. Eine praktische Orientierung über typische Partnerprodukte und Kategorien liefern Reseller- und Expertenübersichten, beispielsweise im Umfeld von Partnerprodukt-Listen und Add-in-Kategorien, die wiederkehrend Werkzeuge wie DriveWorks, EMWorks oder ähnliche Erweiterungen nennen. Eine Einstiegsseite mit Partnerprodukt-Orientierung finden Sie im Bereich SOLIDWORKS Partner Products & Add-ins.
- Für wen? Profis mit klaren Spezialanforderungen (Simulation, CAM, Branchenlösungen).
- Typische Gewinne: Qualitätssicherung in Nischenanforderungen ohne Toolwechsel.
- Praxis-Tipp: Erst Anforderungen definieren, dann Plugin auswählen – nicht umgekehrt.
Die besten Inventor-Plugins und Erweiterungen für Durchgängigkeit und Automatisierung
Autodesk App Store: der schnellste Weg zu geprüften Inventor-Erweiterungen
Autodesk bündelt Erweiterungen über den App Store. Für Inventor ist das eine zentrale Quelle, um Add-ons zu finden, zu testen und versionsbezogen zu installieren. Der Vorteil: Sie sehen meist klar, welche Inventor-Versionen unterstützt werden, und können Kategorien (Produktivität, Daten, Export, Automatisierung) filtern. Der offizielle Einstieg ist der Autodesk App Store für Inventor.
- Für wen? Alle – besonders, wenn Sie gezielt „kleine Helfer“ suchen.
- Typische Gewinne: schneller Zugriff auf Tools, klare Versionskompatibilität.
- Praxis-Tipp: In der IT klären, ob Plugins zentral verteilt oder lokal installiert werden dürfen.
iLogic: Automatisierung ohne klassische Programmierung
iLogic ist in Inventor ein zentraler Baustein für regelbasierte Konstruktion und Automatisierung. Es ist kein „Plugin“ im klassischen Sinn, aber funktional genau das, wonach viele suchen: Parameter, Regeln, Zeichnungs- und Dokument-Automation. Damit lassen sich wiederkehrende Konstruktionsschritte standardisieren, Varianten ableiten und Ausgabeprozesse stabilisieren. Autodesk stellt dazu eine eigene Support-Übersicht bereit: Design- und Zeichnungsautomatisierung mit Inventor iLogic.
- Für wen? Mittelstufe/Profis, Variantenkonstruktion, Zeichnungsautomatisierung.
- Typische Gewinne: weniger manuelle Regelarbeit, konsistente Zeichnungen und Stücklisten.
- Praxis-Tipp: Regeln modular halten und mit Namenskonventionen dokumentieren.
AnyCAD: Fremddaten referenzieren statt zerstören
In gemischten Systemlandschaften ist Datenaustausch eine Daueraufgabe. AnyCAD ist in Inventor integriert und ermöglicht das Einbinden vieler Fremdformate als Referenzmodelle, ohne zwingend alles zu konvertieren. Das ist besonders hilfreich, wenn Lieferanten in anderen CAD-Systemen arbeiten oder wenn Sie in Projekten regelmäßig STEP, SolidWorks- oder NX-Daten einbinden. Autodesk beschreibt die Funktionsweise und unterstützten Formate in der Inventor-Hilfe zu AnyCAD und Import von Dateien aus anderen CAD-Systemen. Wichtig: AnyCAD ist keine separate Installation, sondern Bestandteil von Inventor, wie Autodesk im Support klarstellt: AnyCAD ist eine integrierte Funktion.
- Für wen? Alle, die Lieferantendaten integrieren oder multi-CAD arbeiten.
- Typische Gewinne: weniger Konvertierungsstress, stabilere Referenzen, weniger Datenverlust.
- Praxis-Tipp: Klare Regeln, welche Daten referenziert und welche „eingefroren“ werden.
Inventor Nesting: Materialausnutzung verbessern und Zuschnittplanung beschleunigen
Wenn Sie aus Blechen, Platten oder anderen flachen Halbzeugen fertigen, ist Nesting ein direkter Kostenhebel. Autodesk bietet dafür Inventor Nesting, das als Add-in/Erweiterung in Inventor genutzt wird und die Verschachtelung zur besseren Materialausnutzung unterstützt. Der offizielle Produktüberblick ist Autodesk Inventor Nesting. Für die praktische Arbeit ist die Hilfe zur Inventor Nesting-Benutzeroberfläche sowie der Einstieg über Erste Schritte mit Inventor Nesting hilfreich.
- Für wen? Mittelstufe/Profis in Blech-/Plattenfertigung, Zuschnitt, Lasern/Waterjet.
- Typische Gewinne: bessere Materialausnutzung, schnelleres Erzeugen von Zuschnittplänen.
- Praxis-Tipp: Materialbibliotheken und Fertigungstoleranzen sauber pflegen, sonst sind Reports wenig belastbar.
Datenmanagement als Plugin-Thema: PDM, Vault und saubere Zusammenarbeit
In vielen Teams ist der größte Engpass nicht die Modellierung, sondern das Datenhandling: Revisionen, Freigaben, Zeichnungsstände, Austausch mit Lieferanten. Deshalb gehören Datenmanagement-Erweiterungen zu den „besten Plugins“, auch wenn sie nicht immer als klassisches Add-in wahrgenommen werden. Ein Beispiel ist der offizielle Autodesk Vault Add-In für SOLIDWORKS, der SOLIDWORKS-Dateien über Vault Professional verwalten kann. Solche Integrationen sind besonders relevant, wenn Unternehmen nicht ausschließlich in einem CAD-Ökosystem arbeiten.
- Für wen? Teams mit Freigabeprozessen, mehreren Konstrukteuren, externen Partnern.
- Typische Gewinne: weniger Datenfehler, weniger Suche, klarere Revisionen.
- Praxis-Tipp: Erst Prozess definieren (Benennung, Freigabe, Revision), dann Tool konfigurieren.
SolidWorks vs. Inventor: Welche Plugin-Kategorien bringen am meisten?
Unabhängig vom System lassen sich die besten Erweiterungen meist in wenige Nutzenskategorien einordnen. Das hilft, die Plugin-Suche zu strukturieren, statt willkürlich Tools zu sammeln.
- Automatisierung & Varianten: DriveWorks (SOLIDWORKS), iLogic (Inventor).
- Export & Routinejobs: Task Scheduler (SOLIDWORKS), Automations-/Export-Tools über App Store (Inventor).
- Fertigung & CAM: SOLIDWORKS CAM, Inventor Nesting (und weitere Fertigungs-Add-ons).
- Multi-CAD & Datenimport: AnyCAD (Inventor), Import-/Translator-Workflows in beiden Welten.
- Datenmanagement: Vault-Integrationen, PDM-Strategien, saubere Versionsführung.
So wählen Sie Plugins richtig aus: ein pragmatischer Entscheidungsrahmen
Damit Plugins wirklich helfen, sollten Sie die Auswahl wie ein kleines Engineering-Projekt behandeln. Das klingt aufwendig, ist aber in der Praxis schnell: Ein klarer Rahmen verhindert Fehlkäufe und Chaos in der IT.
- Engpass definieren: Was kostet heute Zeit oder verursacht Fehler? (z. B. Exporte, Varianten, Freigaben)
- Messkriterium festlegen: Welche Kennzahl muss besser werden? (Minuten/Tag, Fehlerquote, Durchlaufzeit)
- Testfall bauen: ein reales Bauteil/Baugruppe als Benchmark, nicht nur Demo-Dateien.
- Team-Standard prüfen: Vorlagen, Namenskonventionen, Rechtekonzept, Schulung.
- Rollout planen: erst Pilotanwender, dann Team – so bleibt Stabilität erhalten.
Einsteiger, Mittelstufe, Profis: Welche Plugins passen zu welchem Level?
Einsteiger
Einsteiger profitieren am meisten von stabilen Produktivitätsgewinnen ohne Komplexität: Automatisierte Exporte, sauberes Datenfinden, einfache Zusatztools aus dem offiziellen Ökosystem. In SOLIDWORKS ist der Task Scheduler ein guter Start, in Inventor die gezielte Nutzung des Autodesk App Store und erste iLogic-Snippets.
- Routinejobs automatisieren statt manuell wiederholen
- Nur wenige Tools installieren und wirklich beherrschen
- Dokumentation und offizielle Hilfe als Standard nutzen
Mittelstufe
Auf Mittelstufe lohnt sich Automatisierung und Fertigungsnähe: Variantenlogik, regelbasierte Zeichnungsableitung, CAM/Nesting und standardisierte Exporte. Hier entstehen die größten ROI-Sprünge, wenn Prozesse sauber definiert werden.
- Regellogik (DriveWorks/iLogic) mit klarer Datenstruktur kombinieren
- Fertigungs-Add-ons einführen, wenn Konstruktion und Produktion eng verzahnt sind
- Teamprofile, Vorlagen und Benennung konsequent standardisieren
Profis
Profis setzen Plugins strategisch ein: nicht „mehr Tools“, sondern weniger Reibung im Gesamtprozess. Dazu zählen PDM/PLM-Integration, robuste Multi-CAD-Workflows, automatisierte Dokumentketten und Spezial-Simulationen. Entscheidend ist ein stabiler Rollout mit Governance, damit Plugins nicht zum Wildwuchs werden.
- Plugin-Landschaft als Teil der Engineering-IT-Architektur betrachten
- Automations- und Datenprozesse versionieren und dokumentieren
- Spezialtools nur dort einsetzen, wo sie messbar Qualität oder Zeit verbessern
Outbound-Ressourcen für Add-ins, App Store und offizielle Dokumentation
- SOLIDWORKS Task Scheduler (offizielle Hilfe)
- SOLIDWORKS CAM (Produktinformationen)
- DriveWorks Pro (SOLIDWORKS Partnerprodukt) und DriveWorks (Herstellerseite)
- ExactFlat Pro (SOLIDWORKS Partnerprodukt)
- Autodesk App Store für Inventor
- Inventor iLogic: Automatisierung (Autodesk Support)
- AnyCAD in Inventor (Inventor-Hilfe)
- Inventor Nesting (Produktüberblick) sowie Erste Schritte mit Inventor Nesting
- Autodesk Vault Add-In für SOLIDWORKS
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