Ein sauberer Elektroplan ist eine der wichtigsten Grundlagen für komfortables Wohnen – und gleichzeitig eine typische Fehlerquelle, wenn Steckdosen, Lichtauslässe und Schalter „irgendwie“ verteilt werden. Viele Entscheidungen wirken zunächst banal („da kommt eine Steckdose hin“), haben aber langfristige Folgen: Verlängerungskabel, dunkle Ecken, ungünstige Schalterpositionen, fehlende Anschlüsse für Router, Smart-Home-Komponenten oder Küchen- und Badgeräte. Wer früh einen Elektroplan erstellt oder prüft, kann die Elektroinstallation an den echten Alltag anpassen: an Möbelstellung, Laufwege, Tätigkeiten und zukünftige Anforderungen. Genau darum geht es bei den Elektroplan Grundlagen: nicht um komplizierte Schaltpläne, sondern um sinnvolle Platzierung und eine praktische Logik im Grundriss. In diesem Artikel lernst du, wie du Steckdosen, Licht und Schalter systematisch planst, welche Räume besonders kritisch sind (Küche, Bad, Homeoffice, Flur), wie du typische Planungsfehler vermeidest und welche zusätzlichen Punkte (Datenanschlüsse, Außenbereiche, Reserve) du unbedingt berücksichtigen solltest – verständlich, praxistauglich und ohne unnötigen Technikjargon.
Was ein Elektroplan im Wohnbau abbildet
Im Alltag meint „Elektroplan“ häufig die Kombination aus Installationsplan und Schalter-/Steckdosenplan. Er zeigt im Grundriss, wo Anschlusspunkte liegen, welche Beleuchtung vorgesehen ist und wie geschaltet wird. Dazu kommen – je nach Projekt – Datenanschlüsse, Netzwerk, TV, Außenanschlüsse, Positionen für Rauchwarnmelder sowie Sonderanschlüsse (z. B. Herd, Wärmepumpe, Wallbox). Wichtig: Ein Elektroplan ersetzt nicht die fachliche Ausführungsplanung des Elektrikers, aber er liefert die Grundlage, damit die Installation zu deinen Nutzungsanforderungen passt.
- Steckdosen und Stromauslässe: Positionen für Geräte und flexible Nutzung
- Lichtauslässe: Deckenleuchten, Wandleuchten, Spots, indirekte Beleuchtung
- Schalter und Taster: Schaltstellen, Wechselschaltungen, Kreuzschaltungen, Szenen
- Daten/Netzwerk: LAN, Routerstandort, TV, ggf. Access Points
- Sicherheits- und Zusatzpunkte: Rauchwarnmelder, Klingel, Sprechanlage, Außenbeleuchtung
Grundprinzip: Vom Alltag zur Installation planen
Die beste Platzierung ergibt sich nicht aus „Standardabständen“, sondern aus Nutzung und Möbelstellung. Ein Elektroplan beginnt daher idealerweise mit einem möblierten Grundriss: Wo steht das Sofa? Wo ist der Schreibtisch? Wo stehen Kühlschrank, Spülmaschine, Kaffeemaschine? Wo wird gesaugt? Wo wird geladen? Wenn du diese Fragen beantwortest, folgen Steckdosen, Licht und Schalter fast logisch.
- Möblierung festlegen: zumindest die großen Möbel und Geräte (Küche, Sofa, Bett, Schreibtisch)
- Tätigkeiten definieren: Kochen, Arbeiten, Lesen, Putzen, Ankommen, Waschen
- Laufwege prüfen: Flure, Türöffnungen, Schranktüren, Fensterflügel
- Reserve einplanen: zusätzliche Steckdosen und Leerrohre sparen später Umbauaufwand
Steckdosen sinnvoll platzieren: Logik statt Zufall
Steckdosenmangel ist einer der häufigsten Alltagsärgernisse. Gleichzeitig ist es teuer, nachträglich Steckdosen zu ergänzen, wenn Wände schon fertig sind. Die Faustregel lautet: Lieber ein paar Steckdosen mehr und dafür gut verteilt. Dabei helfen zwei Ebenen: Basisversorgung (für allgemeine Nutzung) und Funktionsversorgung (für konkrete Geräte).
Basisversorgung: Steckdosen dort, wo sie „immer“ gebraucht werden
- Raumecken und Wandabschnitte: gleichmäßig verteilen, damit keine „toten Zonen“ entstehen
- Reinigungssteckdosen: z. B. im Flur oder zentral, damit Staubsauger ohne Verlängerung funktioniert
- Fensterbereiche: für saisonale Beleuchtung oder elektrische Rollläden (falls nicht fest verdrahtet)
- Mehrfachsteckdosen vermeiden: besser mehrere fest installierte Punkte als dauerhafte Steckerleisten
Funktionsversorgung: Steckdosen für konkrete Nutzungssituationen
- Medienwand: TV, Sound, Streaming-Box, Konsole, Router/Repeater, Lampen
- Bettbereich: beidseitig für Laden, Nachttischleuchte, ggf. elektrisch verstellbares Bett
- Schreibtisch/Homeoffice: Monitor, Docking, Drucker, Ladegeräte, ggf. USV
- Abstell-/Hauswirtschaft: Staubsauger-Roboter, Ladegeräte, Gefrierschrank, Waschmaschine/Trockner
Licht planen: Schichten statt nur „eine Deckenlampe“
Gutes Licht entsteht aus einer Kombination verschiedener Lichtarten. Eine einzige zentrale Deckenleuchte macht Räume oft flach und ungemütlich. In der Planung hat sich ein Schichtenprinzip bewährt: Grundlicht, Arbeitslicht und Akzentlicht. So lassen sich Atmosphäre und Funktion kombinieren, ohne dass der Elektroplan unnötig kompliziert wird.
- Grundlicht: allgemeine Raumhelligkeit (z. B. Deckenleuchte, Schienen, Spots)
- Arbeitslicht: gezielt dort, wo gearbeitet wird (Küche, Badspiegel, Schreibtisch)
- Akzentlicht: indirektes Licht, Wandleuchten, Vitrinen, Nischen
- Orientierungslicht: Nachtlicht im Flur, Treppe, Bad (optional, aber sehr komfortabel)
Typische Lichtfragen, die du im Plan beantworten solltest
- Wo brauchst du wirklich helles Licht? (Arbeitsflächen, Spiegel, Schreibtisch)
- Wo willst du Stimmung? (Wohnbereich, Schlafen, Essplatz)
- Welche Bereiche sollen separat schaltbar sein? (z. B. Esstisch, Couchzone, Küchenzeile)
- Gibt es abgehängte Decken oder Vorwände? (wichtig für Spots, indirekte Beleuchtung und Leitungsführung)
Schalter sinnvoll platzieren: Dort, wo die Hand sie erwartet
Schalterplanung ist oft der unterschätzte Teil. Ein Raum kann viele Steckdosen haben – wenn die Schalter an ungünstigen Stellen sitzen, bleibt es unkomfortabel. Schalter sollten grundsätzlich an Laufwegen liegen, gut erreichbar sein und logisch zum Raumablauf passen. Besonders wichtig sind Wechselschaltungen (z. B. Flur, Treppe, Schlafzimmer), damit du Licht von mehreren Stellen aus schalten kannst.
Grundregeln für Schalterpositionen
- An der Tür: Schalter innen am Raumzugang, dort wo die Hand beim Reingehen automatisch hinkommt
- Türöffnungsrichtung beachten: Schalter nicht hinter die Tür setzen
- Mehrfachrahmen sinnvoll: lieber ein klarer Schalterblock als verstreute Schalter
- Wechsel-/Kreuzschaltung: in Fluren, Treppen, Schlafzimmern, großen Räumen mit mehreren Zugängen
Komfort- und Zukunftsthemen bei Schaltern
- Dimmfunktion: besonders im Wohn- und Schlafbereich sinnvoll
- Szenen: z. B. „Kochen“, „Essen“, „TV“, „Abend“ (bei entsprechender Technik)
- Zentrale Schaltstelle: „Alles aus“ im Eingangsbereich für Lichtgruppen
- Bewegungsmelder: Flur, Gäste-WC, Hauswirtschaft – oft sehr praktisch
Raum für Raum: Was du in der Praxis einplanen solltest
Die beste Elektroplanung ist raumspezifisch. Jeder Raum hat andere Nutzungsprofile und typische Fehlerquellen. Die folgenden Checkpunkte helfen dir, die häufigsten Lücken zu schließen.
Wohnzimmer
- Medienzone: mehrere Steckdosen, ggf. LAN/TV, Reserve für Erweiterungen
- Stehlampen: Steckdosen dort, wo Lampen wirklich stehen (neben Sofa, Leseecke)
- Schalten in Zonen: Grundlicht getrennt von Akzent-/Essbereich, optional dimmbar
- Fensterbereich: Steckdose für saisonale Beleuchtung oder elektrisch betriebene Elemente
Küche
- Arbeitssteckdosen: ausreichend entlang der Arbeitsfläche (Kaffeemaschine, Mixer, Wasserkocher)
- Geräteanschlüsse: Kühlschrank, Geschirrspüler, Backofen, Kochfeld, Dunstabzug separat geplant
- Licht: Arbeitsflächenlicht (Unterbau/Spots) plus Essplatzlicht getrennt schaltbar
- Insel/Esstresen: Steckdosen an der richtigen Stelle (nicht im Kollisionsbereich von Beinen/Stühlen)
Schlafzimmer
- Bett beidseitig: Steckdosen und Schalter (auch für Nachttischlampen)
- Wechselschaltung: Licht am Eingang und am Bett schaltbar
- Kleiderschrankzone: Lichtplanung und ggf. Steckdose für Bügeleisen/Steamer
Kinderzimmer
- Flexibilität: Möbel ändern sich – Steckdosen gleichmäßig verteilen
- Schreibtischzone: Steckdosen und Datenanschluss, gute Lichtplanung
- Reserve: zusätzliche Anschlüsse für spätere Technik (z. B. PC, Ladegeräte)
Bad und Gäste-WC
- Spiegelbereich: Steckdose(n) und gutes Licht (ohne Blendung)
- Sondergeräte: Handtuchheizkörper, Dusch-WC, Lüfter, ggf. Waschmaschine
- Schutzbereiche beachten: Planung muss mit Sicherheitsanforderungen der Elektroinstallation vereinbar sein
- Orientierungslicht: optional, aber sehr komfortabel nachts
Flur und Treppe
- Wechselschaltung/Kreuzschaltung: Licht von mehreren Stellen schaltbar
- Steckdose für Reinigung: zentral und praktisch platziert
- Orientierungslicht/Bewegungsmelder: erhöht Komfort und Sicherheit
Homeoffice
- Viele Steckdosen: Monitor, Docking, Ladegeräte, Router/Telefon, Drucker
- Netzwerk: LAN ist oft stabiler als WLAN, ggf. Access-Point-Positionen planen
- Licht: blendfreies Arbeitslicht und separate Steuerung
Hauswirtschaft, Abstellraum, Keller
- Geräte: Waschmaschine, Trockner, Gefriertruhe, Entfeuchter – Anschlüsse früh klären
- Technik: Heizung, Lüftung, Pumpen – Zuleitungen und Wartungszugang berücksichtigen
- Beleuchtung: ausreichend hell, idealerweise mit Bewegungsmelder
Außenbereiche, Balkon, Terrasse
- Außensteckdosen: für Grill, Licht, Gartenarbeit, Weihnachtsbeleuchtung
- Außenlicht: Eingangsbeleuchtung, Wege, Terrasse (getrennt schaltbar)
- Wetterfest: passende Ausführung und Platzierung außerhalb von Spritzwasserzonen
Daten, Netzwerk, WLAN: Der moderne Elektroplan denkt digital
Viele Projekte planen Strom ordentlich, vergessen aber Datenanschlüsse. Dabei hängt ein stabiler Alltag oft am Netz: Homeoffice, Streaming, Smart-Home, Sicherheitstechnik. Ein Elektroplan sollte deshalb mindestens den Routerstandort und sinnvolle LAN-Punkte abbilden. Auch die Position von Access Points kann sinnvoll sein, wenn das Gebäude groß ist oder dicke Wände hat.
- Router/Übergabepunkt: zentral, zugänglich, mit ausreichenden Steckdosen
- LAN im Homeoffice: stabiler als WLAN, reduziert Störungen
- Medienanschlüsse: TV/Streaming dort, wo die Nutzung realistisch ist
- Reserve-Leerrohre: für spätere Nachrüstung (sehr kosteneffizient)
Typische Planungsfehler und wie du sie vermeidest
Viele Fehler entstehen durch fehlende Abstimmung mit Möblierung, durch zu wenig Reserve oder durch unklare Schaltlogik. Wenn du die folgenden Punkte systematisch prüfst, steigt die Qualität deines Elektroplans deutlich.
- Steckdosen hinter Möbeln: Steckdose sitzt genau dort, wo Schrank oder Sofa steht
- Zu wenige Anschlüsse in Medien- und Arbeitszonen: Mehrfachleisten werden Dauerlösung
- Schalter hinter der Tür: unpraktisch und im Alltag nervig
- Kein Licht in Zonen: alles hängt an einem Schalter, Raum wirkt unflexibel
- Keine Außensteckdose: spätere Nachrüstung ist aufwendig
- Netzwerk vergessen: Router steht im falschen Raum, WLAN reicht nicht, LAN fehlt
- Keine Reserve: keine Leerrohre und keine zusätzlichen Steckdosen für zukünftige Nutzung
Zusammenarbeit mit dem Elektriker: Was du liefern solltest
Auch wenn du die Grundlagen planst, sollte die Umsetzung immer mit einem Fachbetrieb abgestimmt werden. Der Elektriker braucht deinen Plan als Nutzungsgrundlage und ergänzt ihn um technische Details wie Stromkreise, Absicherung, Leitungswege und Verteilungen. Je klarer du deine Anforderungen formulierst, desto genauer wird das Angebot – und desto weniger Änderungen entstehen während der Baustelle.
- Möblierter Grundriss: zeigt, warum Steckdosen und Schalter an bestimmten Stellen liegen sollen
- Elektroplan (Positionen): Steckdosen, Schalter, Lichtauslässe, Datenpunkte
- Geräteliste: Küche, Bad, Technikräume, Sondergeräte (Kochfeld, Wallbox, Wärmepumpe)
- Komfortwünsche: Dimmen, Szenen, Bewegungsmelder, zentrale Schaltstellen
- Zukunft: Reservepunkte, Leerrohre, mögliche spätere Erweiterungen
Outbound-Orientierung: Verlässliche Einstiegsquellen zu Normung und Sicherheit
Elektroinstallation unterliegt Sicherheitsanforderungen und Normen. Für einen Überblick zu Normung und Standards ist das DIN – Deutsches Institut für Normung eine zentrale Anlaufstelle (viele Details sind normgebunden und nicht frei einsehbar). Für allgemeine rechtliche und regulatorische Einordnung bietet Gesetze im Internet einen guten Einstieg.
Checkliste: Elektroplan Grundlagen für Steckdosen, Licht und Schalter
- Mit Möblierung geplant: große Möbel und Geräte sind im Grundriss eingezeichnet.
- Steckdosen-Zonen definiert: Medienwand, Sofa, Bett, Schreibtisch, Küche, Reinigung, Außen.
- Ausreichend Reserve: zusätzliche Steckdosen und Leerrohre für spätere Erweiterungen.
- Licht in Schichten: Grundlicht, Arbeitslicht, Akzentlicht und ggf. Orientierungslicht.
- Schaltlogik stimmt: Schalter am Eingang, nicht hinter Türen, Wechselschaltungen wo nötig.
- Küche detailliert: Geräteanschlüsse getrennt, Arbeitssteckdosen sinnvoll, Essplatzlicht separat.
- Bad sicher geplant: Spiegellicht/Steckdosen passend, Sondergeräte berücksichtigt, Schutzbereiche beachtet.
- Netzwerk berücksichtigt: Routerstandort, LAN-Punkte, ggf. Access-Point-Positionen geplant.
- Außenbereiche versorgt: Außenlicht und Außensteckdosen sinnvoll platziert.
- Abstimmung mit Fachbetrieb: Plan wird mit Elektriker geprüft und technisch umgesetzt.
Individuelles Hausdesign & Architektonische Zeichnungen
Custom House Design • 2D Drawings • Architectural Plans
Ich biete individuelle Haus- und Gebäudedesigns sowie professionelle architektonische Zeichnungen, maßgeschneidert nach funktionalen, ästhetischen und bautechnischen Anforderungen. Jedes Projekt wird sorgfältig geplant, um eine klare, umsetzbare und genehmigungsfähige Planung zu gewährleisten.
Diese Leistung eignet sich für private Bauherren, Architekturbüros, Bauträger und Immobilienentwickler, die präzise und verlässliche Planunterlagen benötigen. Finden Sie mich auf Fiverr.
Leistungsumfang:
-
Individuelles Haus- & Gebäudedesign
-
Architektonische 2D-Zeichnungen
-
Grundrisse, Schnitte, Ansichten
-
-
Raum- & Flächenplanung
-
Anpassung an Bauvorgaben und Kundenwünsche
-
Planung für Neubau & Umbau
Lieferumfang:
-
Architektenpläne (PDF / DWG / DXF)
-
Maßstäbliche Zeichnungen
-
Übersichts- und Detailpläne
Planungsstil:Strukturiert • Funktional • Zeitgemäß • Umsetzungsorientiert
CTA:
Planen Sie ein Wohn- oder Bauprojekt?
Kontaktieren Sie mich für eine Projektanfrage oder eine unverbindliche Beratung. Finden Sie mich auf Fiverr.

