January 7, 2026

Face ID Limits: So viele Gesichter können Sie am iPhone speichern

Seit der Einführung des iPhone X hat Face ID die Art und Weise, wie wir unsere Smartphones entsperren, grundlegend verändert. Die Technologie nutzt eine hochkomplexe TrueDepth-Kamera, die über 30.000 unsichtbare Punkte auf das Gesicht projiziert, um eine mathematische Tiefenkarte zu erstellen. Doch während wir es gewohnt sind, bei Touch ID bis zu fünf Fingerabdrücke zu hinterlegen, stellt sich bei der Gesichtserkennung oft die Frage nach der Flexibilität. Ob für den Partner, ein Familienmitglied oder schlichtweg zur Optimierung der eigenen Erkennung bei verschiedenen Looks – die Limits von Face ID sind klar definiert, bieten aber mehr Spielraum, als man auf den ersten Blick vermutet.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die Kapazitäten von Face ID, wie Sie eine zweite Person hinzufügen und wie Sie die Erkennungsrate bei schwierigen Bedingungen massiv steigern.

Die Mathematik der Sicherheit: Warum nur begrenzte Gesichter?

Apple legt bei Face ID den Fokus kompromisslos auf Sicherheit und Geschwindigkeit. Das System ist darauf ausgelegt, ein spezifisches Gesicht mit einer Fehlerrate von weniger als 1 zu 1.000.000 zu identifizieren. Würde das System eine unbegrenzte Anzahl an Gesichtern speichern, müsste der Prozessor bei jedem Entsperrvorgang hunderte mathematische Modelle gleichzeitig abgleichen. Dies würde nicht nur die Entsperrzeit drastisch verlängern, sondern statistisch gesehen auch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlidentifikation erhöhen. Daher ist die Anzahl der hinterlegten Biometrie-Profile streng limitiert.

Das Limit: Wie viele Gesichter sind möglich?

Die Antwort ist simpel: Offiziell unterstützt Face ID das Speichern von zwei Profilen.

  • Das Primäre Erscheinungsbild: Ihr eigenes Gesicht, das bei der Ersteinrichtung gescannt wird.

  • Das alternative Erscheinungsbild: Eine zweite Option, die ursprünglich dazu gedacht war, Nutzer zu unterstützen, deren Aussehen sich drastisch verändern kann (z. B. durch medizinische Masken, Schutzausrüstung oder extreme Bartveränderungen).

In der Praxis wird diese zweite Option jedoch von den meisten Nutzern dazu verwendet, einer vertrauenswürdigen Person (Partner oder Partnerin) vollen Zugriff auf das Gerät zu gewähren.

Technische Anleitung: Ein alternatives Erscheinungsbild einrichten

Befolgen Sie diese Prozedur, um eine zweite Person oder einen zweiten Look für Face ID zu registrieren.

1. Den Zugriff vorbereiten

  1. Öffnen Sie die Einstellungen auf Ihrem iPhone.

  2. Scrollen Sie zum Punkt Face ID & Code und geben Sie Ihren Sperrcode ein.

  3. Tippen Sie auf die Option Alternatives Erscheinungsbild konfigurieren. (Sollte dieser Punkt nicht erscheinen, ist bereits ein zweites Gesicht hinterlegt und muss ggf. erst gelöscht werden).

2. Der Scan-Vorgang

  1. Positionieren Sie Ihr Gesicht (oder das der zweiten Person) im Rahmen.

  2. Bewegen Sie den Kopf langsam im Kreis, um alle Winkel des Gesichts zu erfassen.

  3. Wiederholen Sie den Vorgang ein zweites Mal, bis der grüne Kreis geschlossen ist.

  4. Tippen Sie auf Fertig.

3. Face ID mit Maske (Sonderfall)

Ab dem iPhone 12 und iOS 15.4 gibt es eine zusätzliche Funktion, die kein zweites Gesicht verbraucht:

  1. Aktivieren Sie unter Face ID & Code den Schalter Face ID mit Maske.

  2. Hierbei konzentriert sich die Kamera primär auf die Augenpartie. Dies ist ideal, wenn Sie im Beruf oft Masken tragen müssen, ohne ein „echtes“ alternatives Gesicht zu opfern.

Tips für eine perfekte Gesichtserkennung

  • Die „Lernfähigkeit“ nutzen: Wenn Face ID Sie einmal nicht erkennt, geben Sie sofort Ihren Code ein. Das iPhone lernt in diesem Moment dazu und aktualisiert sein mathematisches Modell Ihres Gesichts mit den eben gescannten (leicht veränderten) Daten.

  • Aufmerksamkeitssensible Funktionen: Aktivieren Sie diese Option unter Face ID & Code. Sie stellt sicher, dass das iPhone nur entsperrt, wenn Sie mit offenen Augen direkt auf das Display schauen – ein wichtiger Schutz gegen unbefugtes Entsperren während Sie schlafen.

  • Abstand halten: Die TrueDepth-Kamera arbeitet am besten in einem Abstand von 25 bis 50 cm. Zu nahes Halten des iPhones ist der häufigste Grund für Erkennungsfehler.

  • Saubere Sensoren: Die Kerbe (Notch) oder das Dynamic Island am oberen Bildschirmrand beherbergt die Sensoren. Ein einfacher Fingerabdruck auf dem Glas kann die Infrarot-Punkte streuen und die Präzision verschlechtern.

  • Keine Angst vor Sonnenbrillen: Die meisten Sonnenbrillen lassen Infrarotlicht durch. Sollte Ihre Brille Face ID blockieren, können Sie die „Aufmerksamkeit“ testweise deaktivieren – allerdings auf Kosten der Sicherheit.

FAQ

1. Kann ich ein drittes Gesicht hinzufügen? Nein. Aktuell erlaubt Apple maximal zwei Profile (das primäre und das alternative). Eine Erweiterung auf mehr Personen ist seitens der Software nicht vorgesehen.

2. Was passiert, wenn ich mein „alternatives Erscheinungsbild“ lösche? Sie können das zweite Gesicht nicht einzeln löschen. Wenn Sie eine Person entfernen möchten, müssen Sie auf Face ID zurücksetzen tippen. Dabei werden alle gespeicherten Gesichter gelöscht und Sie müssen Ihr eigenes Gesicht neu einrichten.

3. Hat die Person mit dem alternativen Gesicht Zugriff auf meine Passwörter? Ja. Wer per Face ID das iPhone entsperren kann, kann (sofern nicht zusätzlich gesperrt) auch Passwörter im iCloud-Schlüsselbund abrufen und Käufe über Apple Pay bestätigen.

4. Funktioniert Face ID auch bei Zwillingen? Apple weist darauf hin, dass bei eineiigen Zwillingen die statistische Wahrscheinlichkeit einer Verwechslung höher ist. In diesem Fall empfiehlt Apple die Nutzung eines starken alphanumerischen Codes.

5. Kann ich Face ID für bestimmte Apps deaktivieren? Ja. Unter Einstellungen > Face ID & Code > Andere Apps können Sie individuell festlegen, welche Anwendungen (z. B. Banking-Apps) die Gesichtserkennung nutzen dürfen.

Sicherheit und Komfort in Balance

Face ID bleibt das Maß der Dinge in der mobilen Biometrie. Die Beschränkung auf zwei Profile stellt sicher, dass das System blitzschnell bleibt und die Fehlerrate minimal gehalten wird. Ob Sie das zweite Profil für Ihren Partner oder für Ihre eigene Erkennung unter schwierigen Bedingungen nutzen – mit der richtigen Konfiguration bietet Ihnen Ihr iPhone ein Höchstmaß an Schutz bei maximalem Komfort. Nutzen Sie die „Masken“-Funktion und die Lernfähigkeit des Systems, um das Limit von zwei Gesichtern optimal auszuschöpfen.

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