Ein hochverfügbarer Linux-Server erfordert eine Failover-Lösung, die den Dienstbetrieb auch bei Ausfällen einzelner Server sicherstellt. Keepalived in Kombination mit VRRP (Virtual Router Redundancy Protocol) bietet eine einfache Möglichkeit, virtuelle IP-Adressen dynamisch zwischen mehreren Servern zu verschieben, sodass Clients kontinuierlich auf den aktiven Server zugreifen können.
Grundlagen von Keepalived und VRRP
Keepalived ist ein Daemon, der primär für die Verwaltung von virtuellen IP-Adressen und die Überwachung von Diensten entwickelt wurde. VRRP ist das zugrunde liegende Protokoll, das eine virtuelle IP-Adresse (VIP) zwischen mehreren Knoten dynamisch verteilt.
Funktionsweise von VRRP
VRRP wählt einen Master-Knoten aus, der die VIP übernimmt. Fällt dieser Master aus, übernimmt ein Backup-Knoten die VIP innerhalb weniger Sekunden, wodurch ein unterbrechungsfreier Zugriff auf Dienste möglich wird.
Installation von Keepalived
Auf Debian/Ubuntu-Systemen erfolgt die Installation über APT:
sudo apt update
sudo apt install keepalived
Auf RHEL/CentOS-Systemen nutzen Sie DNF oder YUM:
sudo dnf install keepalived
# oder
sudo yum install keepalived
Konfiguration der virtuellen IP
Die zentrale Konfiguration befindet sich in /etc/keepalived/keepalived.conf. Ein einfaches Setup für zwei Knoten könnte wie folgt aussehen:
vrrp_instance VI_1 {
state MASTER
interface eth0
virtual_router_id 51
priority 100
advert_int 1
authentication {
auth_type PASS
auth_pass secret123
}
virtual_ipaddress {
192.168.1.100
}
}
Erläuterung der wichtigsten Parameter
- state: MASTER oder BACKUP
- interface: Netzwerkschnittstelle, auf der die VIP gebunden wird
- virtual_router_id: ID der VRRP-Gruppe (muss bei allen Knoten gleich sein)
- priority: Bestimmt den Master (höchste Priorität wird Master)
- advert_int: Interval in Sekunden für VRRP-Advertisments
- authentication: Passwortschutz für VRRP-Pakete
- virtual_ipaddress: Die VIP, die zwischen Knoten verschoben wird
Dienstüberwachung mit Keepalived
Keepalived kann auch Dienste überwachen, um die VIP nur dann zu halten, wenn der Dienst verfügbar ist. Beispiel für einen HTTP-Check:
vrrp_script chk_http {
script "/usr/local/bin/check_http.sh"
interval 5
weight -20
}
vrrp_instance VI_1 {
...
track_script {
chk_http
}
}
Beispiel-Skript für HTTP-Check
#!/bin/bash
curl -s -o /dev/null -w "%{http_code}" http://localhost:80 | grep 200
if [ $? -eq 0 ]; then
exit 0
else
exit 1
fi
Failover testen
Um das Setup zu testen, stoppen Sie den Master-Knoten:
sudo systemctl stop keepalived
Die VIP sollte innerhalb weniger Sekunden auf den Backup-Knoten wechseln. Überprüfen können Sie dies mit:
ip addr show eth0
ping 192.168.1.100
Keepalived im System aktivieren
Damit Keepalived beim Systemstart automatisch startet, verwenden Sie:
sudo systemctl enable keepalived
sudo systemctl start keepalived
sudo systemctl status keepalived
Tipps für den produktiven Einsatz
- Setzen Sie unterschiedliche Prioritäten für Master und Backup-Knoten
- Überwachen Sie kritische Dienste mit
track_script - Nutzen Sie sichere Passwörter für VRRP-Pakete
- Testen Sie regelmäßig Failover-Szenarien
- Dokumentieren Sie die VIP und beteiligten Server
Erweiterungen
Keepalived kann auch für Load Balancing eingesetzt werden, indem mehrere VIPs oder Layer-4-Load-Balancing-Funktionen konfiguriert werden. Für komplexe Szenarien kann VRRP mit HAProxy kombiniert werden.
Fazit
Mit Keepalived und VRRP lassen sich Linux-Server hochverfügbar betreiben. Durch sorgfältige Konfiguration, Überwachung der Dienste und regelmäßige Tests wird sichergestellt, dass Dienste auch bei Ausfällen der Master-Knoten verfügbar bleiben. Dieses Setup bildet eine solide Basis für unternehmenskritische Anwendungen im LAN oder Rechenzentrum.
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