Faux Calligraphy: Schönschreiben mit ganz normalen Stiften

Faux Calligraphy ist die perfekte Lösung, wenn Sie Kalligrafie-Looks lieben, aber (noch) keine Spitzfeder, keinen Brush Pen oder keine speziellen Kalligrafiestifte besitzen. Der Begriff steht für „unechte“ Kalligrafie – also Schönschreiben, bei dem der typische Strichstärken-Kontrast nicht durch Druck oder Federtechnik entsteht, sondern bewusst nachgezeichnet wird. Genau das macht Faux Calligraphy so zugänglich: Sie können mit ganz normalen Stiften arbeiten, Fehler leichter korrigieren und Schritt für Schritt ein Gefühl für Buchstabenformen, Abstände und Rhythmus entwickeln. Besonders für Einsteiger ist das motivierend, weil schnell sichtbar wird, wie Kalligrafie wirkt – ohne dass Materialwahl, Tintenfluss oder Federwinkel anfangs frustrieren. Gleichzeitig ist Faux Calligraphy mehr als ein Trick: Wer sie sauber beherrscht, lernt wertvolle Grundlagen, die sich später auf echte Kalligrafie, Handlettering oder sogar typografische Gestaltung übertragen lassen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Stifte sich eignen, wie die Technik funktioniert, wie Sie typische Anfängerfehler vermeiden und wie Sie mit einfachen Übungen zu einem überzeugenden Kalligrafie-Effekt gelangen.

1. Was ist Faux Calligraphy? Definition und Abgrenzung

Faux Calligraphy (auch „Fake Calligraphy“) bezeichnet eine Methode, bei der Sie Buchstaben zunächst wie eine normale Schreibschrift oder ein Script schreiben und anschließend die Abstriche (Downstrokes) künstlich verdicken. Dadurch entsteht der Eindruck von kalligrafischer Strichvariation, obwohl Sie mit einem Stift ohne flexible Spitze schreiben.

  • Merkmal: Kontrast wird nachträglich gezeichnet, nicht „geschrieben“.
  • Ziel: kalligrafische Optik mit einfachen Mitteln.
  • Typische Einsatzbereiche: Karten, Bullet Journals, Poster, Deko-Schriftzüge, Beschriftungen.

Für den allgemeinen Hintergrund, was Kalligrafie als Kunstform ausmacht, ist die Übersicht zur Calligraphy (Encyclopaedia Britannica) hilfreich, weil sie die Prinzipien von Form, Rhythmus und Ästhetik beschreibt.

2. Warum Faux Calligraphy so gut für Einsteiger funktioniert

Viele Anfänger scheitern nicht an Kreativität, sondern an Technik und Material: Brush Pens fransen auf rauem Papier aus, Spitzfedern kratzen, Tinte kleckst – und die Hände verkrampfen. Faux Calligraphy umgeht diese Hürden, weil Sie mit vertrauten Stiften starten können. Gleichzeitig lernen Sie, wie Kontraste aufgebaut sind und welche Striche in einem Buchstaben „breit“ wirken sollen.

  • Geringe Einstiegshürde: Kein Spezial-Equipment nötig.
  • Mehr Kontrolle: Linien können langsam und sauber konstruiert werden.
  • Fehlerfreundlich: Korrekturen sind einfacher als bei Tinte oder Brush Pen.
  • Gute Grundlage: Spacing, Proportionen und Buchstabenlogik werden geschult.

3. Diese Stifte eignen sich: „Ganz normal“ heißt nicht beliebig

Grundsätzlich können Sie Faux Calligraphy mit fast jedem Stift umsetzen. Dennoch gibt es Stifte, die deutlich bessere Ergebnisse liefern, weil sie gleichmäßig decken und saubere Kanten ermöglichen.

Empfohlene Stiftarten

  • Fineliner: für feine, elegante Schriftzüge und präzise Kanten
  • Gelstifte: für deckende Linien, auch auf dunklem Papier (je nach Qualität)
  • Faserschreiber/Filzstifte: für größere Schriftzüge und kräftigere Kontraste
  • Bleistift + schwarzer Stift: erst skizzieren, dann sauber nachziehen

Worauf Sie achten sollten

  • Konstante Linien: Der Stift sollte ohne Unterbrechung schreiben.
  • Gute Deckkraft: Beim Ausfüllen dürfen keine Streifen entstehen.
  • Passendes Papier: Zu raues Papier macht Kanten fransig, zu glattes kann schmieren.

4. Grundprinzip Schritt für Schritt: So entsteht der Kalligrafie-Look

Die Methode ist einfach, aber die Qualität hängt von der sauberen Ausführung ab. Faux Calligraphy wirkt besonders überzeugend, wenn Verdickungen gleichmäßig sind und sich harmonisch in die Buchstabenform einfügen.

Schritt 1: Wort oder Satz in Script schreiben

Schreiben Sie zuerst den Schriftzug in einer verbundenen Schreibschrift oder einem Script-Stil. Wichtig: Schreiben Sie eher etwas größer als gewohnt. Zu kleine Buchstaben machen das Verdicken schwieriger und wirken schnell „zugemalt“.

Schritt 2: Abstriche identifizieren

Merksatz: Alles, was nach unten geht, wird dicker. Das betrifft vor allem Stämme, Teile von Schleifen und viele Kurvenabschnitte. Aufstriche bleiben dünn.

Schritt 3: Abstriche parallel nachziehen

Ziehen Sie neben dem Abstrich eine zweite Linie, die dem ursprünglichen Strich folgt. So entsteht eine Art „Doppelspur“. Achten Sie darauf, dass der Abstand gleichmäßig bleibt – das ist der wichtigste Faktor für ein professionelles Ergebnis.

Schritt 4: Verdickung ausfüllen

Füllen Sie den entstandenen Zwischenraum sauber aus. Arbeiten Sie dabei mit kurzen, kontrollierten Strichen, um Streifen zu vermeiden. Lassen Sie die Kanten möglichst glatt – Kantenqualität entscheidet über den Gesamteindruck.

5. Welche Striche werden dicker? Eine klare Orientierung

Gerade am Anfang ist es schwer zu erkennen, wo genau die Verdickung hingehört. Diese Übersicht hilft, typische Buchstabenformen richtig zu lesen.

  • Stämme: bei b, h, l, k, t (die vertikalen Abwärtsbewegungen)
  • Bögen: bei n, m, u (die Abwärtsanteile der „Hügel“)
  • Ovale: bei o, a, d (meist der rechte oder untere Abschnitt, je nach Schreibweise)
  • Unterlängen: bei g, j, y, p (Abwärtsanteile in Schleifen und Rückzügen)

Wenn Sie das Prinzip verstehen, können Sie fast jede Schreibschrift in Faux Calligraphy verwandeln – unabhängig von Vorlage oder Stil.

6. Die wichtigsten Tipps für saubere Kontraste

Faux Calligraphy hat einen großen Vorteil: Sie können Kontrast „designen“. Das bedeutet, Sie entscheiden bewusst, wie stark die Verdickung ausfällt. Damit das Ergebnis hochwertig wirkt, sollten Sie einige Regeln beachten.

  • Kontrast konsistent halten: Verdickungen innerhalb eines Wortes sollten ähnlich breit sein.
  • Innenräume respektieren: Verdicken Sie nicht so stark, dass Buchstaben „zukleben“ (z. B. im „a“ oder „e“).
  • Übergänge weich gestalten: Verdickung nicht abrupt starten/stoppen, sondern leicht auslaufen lassen.
  • Lesbarkeit priorisieren: Besonders bei kleinen Schriftgrößen lieber moderater Kontrast.

7. Häufige Anfängerfehler und wie Sie sie vermeiden

Viele Faux-Calligraphy-Ergebnisse wirken „billig“, weil die Verdickung nicht zur Buchstabenform passt oder unsauber ausgeführt ist. Die gute Nachricht: Diese Fehler sind leicht zu korrigieren, wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen.

Fehler 1: Verdickung auf der falschen Seite

Verdicken Sie grundsätzlich dort, wo der Abstrich verläuft. Wenn Sie auf der „falschen“ Seite verdicken, kippt das Schriftbild optisch und wirkt unlogisch. Arbeiten Sie langsam und markieren Sie Abstriche bei den ersten Übungen mit einem kleinen Pfeil nach unten.

Fehler 2: Unruhige Kanten und „Zacken“

Unsaubere Kanten entstehen oft durch zu schnelles Nachziehen oder ungeeignetes Papier. Nutzen Sie glattes Papier, arbeiten Sie mit kleinen Bewegungen und glätten Sie Kanten bei Bedarf am Ende mit einem ruhigen Nachstrich.

Fehler 3: Zu viel Kontrast

Wenn alles extrem dick wird, wirkt die Schrift schwer und verliert Eleganz. Beginnen Sie lieber mit moderatem Kontrast und steigern Sie ihn erst, wenn Sie Kontrolle und ein Gefühl für Proportionen haben.

Fehler 4: Streifiges Ausfüllen

Streifen entstehen, wenn der Stift nicht deckend schreibt oder wenn das Ausfüllen zu großflächig und ungleichmäßig erfolgt. Arbeiten Sie mit überlappenden, kurzen Strichen und lassen Sie den Stift gleichmäßig „satt“ schreiben.

8. Faux Calligraphy in der Praxis: Übungsroutine, die wirklich hilft

Wie bei jeder Schriftkunst gilt: Kurze, regelmäßige Einheiten sind effektiver als seltene Marathon-Sessions. Für Faux Calligraphy ist besonders wichtig, dass Sie Rhythmus und Konsistenz trainieren – nicht nur einzelne schöne Wörter.

20-Minuten-Plan für Einsteiger

  • 5 Minuten: einfache Auf- und Abbewegungen (nur zur Lockerung)
  • 5 Minuten: kurze Wörter in Script schreiben (z. B. „name“, „hello“, „modern“)
  • 5 Minuten: nur Abstriche markieren und parallel nachziehen
  • 5 Minuten: sauber ausfüllen und Kanten glätten

Wortliste für gleichmäßige Wiederholungen

  • minimum (Bögen, Rhythmus)
  • moon (Ovale, Innenräume)
  • happy (Stämme + Unterlängen)
  • together (Verbindungen, Abstände)
  • style (Formwechsel, Endungen)

9. Stilvarianten: So wirkt Faux Calligraphy modern statt „gemacht“

Faux Calligraphy kann sehr klassisch wirken – oder bewusst modern. Der Unterschied liegt in den Entscheidungen bei Form und Layout. Wenn Sie Ihren Schriftzug lebendiger gestalten wollen, arbeiten Sie mit kontrollierten Variationen.

  • Neigung: leicht geneigt wirkt dynamisch, aufrecht wirkt ruhig.
  • Bounce-Effekt: einzelne Buchstaben minimal höher/tiefer setzen (sparsam).
  • Endungen: sanft auslaufen lassen statt abrupt stoppen.
  • Mischschriften: Script + Druckbuchstaben kombiniert ergibt oft einen modernen Look.

Für ein besseres Gefühl für Lesbarkeit, Abstände und Schriftwirkung kann es helfen, typografische Prinzipien zu verstehen. Ein solider Überblick ist Typografie (Britannica).

10. Faux Calligraphy auf unterschiedlichen Untergründen: Papier, Karten, Tafeln

Ein großer Vorteil von Faux Calligraphy ist ihre Vielseitigkeit. Da Sie nicht auf spezielles Feder- oder Pinselverhalten angewiesen sind, können Sie auch auf schwierigeren Untergründen arbeiten – solange der Stift geeignet ist.

Auf Papier und Karten

  • Glattes Papier bevorzugen, damit Kanten sauber bleiben.
  • Bei stark strukturiertem Papier lieber dickere Stifte nutzen, um Ausfransen zu vermeiden.

Auf Tafeln oder Glas

  • Kreidemarker oder Glasmarker verwenden.
  • Erst skizzieren (z. B. mit abwischbarem Stift), dann finalisieren.
  • Verdickungen lieber etwas breiter anlegen, da dünne Linien schneller brechen.

11. Faux Calligraphy als Brücke zur echten Kalligrafie

Viele nutzen Faux Calligraphy nur als Ersatz. Tatsächlich ist sie ein hervorragendes Training: Sie lernen, welche Striche dick wirken sollen, wie Buchstaben aufgebaut sind und wie wichtig Spacing ist. Wenn Sie später auf Brush Pen oder Spitzfeder umsteigen, wird Ihnen vieles vertraut vorkommen – besonders das Denken in Aufstrichen und Abstrichen.

Wer tiefer in klassische Federtechniken eintauchen möchte, findet bei IAMPETH Copperplate Lessons einen guten Einstieg in systematische Strichführung und Kontrastlogik.

12. Qualitätscheck: Woran Sie erkennen, dass Ihr Faux-Look „echt“ wirkt

Der Faux-Effekt überzeugt, wenn er optisch plausibel ist – als hätte ein Werkzeug die Strichvariation tatsächlich erzeugt. Prüfen Sie deshalb am Ende nicht nur einzelne Buchstaben, sondern das Gesamtbild.

  • Konsistenter Kontrast: Verdickungen wirken einheitlich, nicht zufällig.
  • Saubere Kanten: keine Zacken, keine fransigen Übergänge.
  • Offene Innenräume: Buchstaben bleiben lesbar und „atmen“.
  • Ruhiges Wortbild: Abstände und Verbindungen wirken harmonisch.
  • Bewusste Gestaltung: Variation ist erkennbar geplant, nicht unkontrolliert.

Wenn diese Punkte stimmen, ist Faux Calligraphy nicht „zweite Wahl“, sondern eine vollwertige Technik für Schönschreiben mit ganz normalen Stiften – ideal für kreative Projekte, schnelle Ergebnisse und einen soliden Einstieg in die Welt der Kalligrafie.

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