Der Schutz der eigenen Identität beim Telefonieren ist im Jahr 2026 zu einem wichtigen Bestandteil der digitalen Souveränität geworden. Ob Sie eine geschäftliche Anfrage von Ihrem privaten Handy stellen oder einfach verhindern möchten, dass Ihre Nummer in fremden Datenbanken landet – Android bietet flexible Möglichkeiten, anonym zu bleiben. Dabei wird technisch zwischen der fallweisen und der dauerhaften Unterdrückung der Rufnummer unterschieden (CLIR – Calling Line Identification Restriction).
In diesem Guide erfahren Sie, wie Sie Ihre Nummer blitzschnell per Tastencode verbergen, wie Sie die tiefen Systemeinstellungen von Android 16 nutzen und worauf Sie achten müssen, damit Ihre Anonymität gewahrt bleibt.
Warum anonymes Telefonieren heute wichtig ist
Die Weitergabe der eigenen Mobilfunknummer ist oft der erste Schritt zu unerwünschten Werbeanrufen (Spam) oder Daten-Tracking.
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Schutz vor Rückrufen: Vermeiden Sie, dass Fremde Ihre Nummer speichern, wenn Sie nur eine kurze Info einholen möchten.
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Privatsphäre bei Kleinanzeigen: Nutzen Sie die Anonymität bei Verkäufen oder Anfragen auf Plattformen wie eBay oder Vinted.
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Trennung von Rollen: Rufen Sie Kunden oder Klienten an, ohne Ihre private Erreichbarkeit für die Zukunft preiszugeben.
Strategien für den privaten Anruf
Je nach Bedarf können Sie drei verschiedene Wege wählen:
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Die spontane Code-Strategie: Einmalige Unterdrückung für ein einziges Telefonat.
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Die dauerhafte System-Strategie: Die Nummer wird grundsätzlich bei jedem ausgehenden Anruf verborgen.
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Die Kontakt-spezifische Strategie: Festlegung der Anonymität für ganz bestimmte Personen in Ihrem Telefonbuch.
Technische Anleitung: Schritt-für-Schritt anonym anrufen
Methode 1: Die fallweise Unterdrückung (GSM-Code)
Dies ist die schnellste Methode, die auf jedem Android-Handy funktioniert und keine Einstellungsänderung erfordert.
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Öffnen Sie die Telefon-App (Ziffernblock).
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Geben Sie vor der eigentlichen Rufnummer den Code #31# ein.
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Beispiel: Um die Nummer 0170 1234567 anonym anzurufen, wählen Sie #31#01701234567.
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Drücken Sie die Anruftaste. Der Empfänger sieht nur „Privat“ oder „Anonym“ auf seinem Display.
Methode 2: Dauerhafte Unterdrückung in den Einstellungen
Wenn Sie grundsätzlich privat telefonieren möchten:
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Öffnen Sie die Telefon-App und tippen Sie auf die drei Punkte (Menü) oben rechts.
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Wählen Sie Einstellungen > Zusatzdienste (bei Samsung) oder Anrufkonten > Weitere Einstellungen (bei Pixel/Xiaomi).
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Tippen Sie auf Ihre Anrufer-ID anzeigen (oder “Eigene Nummer senden”).
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Wählen Sie die Option „Nummer verbergen“ (oder „Nie“).
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Hinweis: Ab jetzt ist jeder Anruf anonym, bis Sie diese Einstellung wieder ändern.
Methode 3: Statusabfrage der Anonymität
Falls Sie unsicher sind, ob Ihre Nummer aktuell übertragen wird:
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Geben Sie den Code *#31# in das Tastenfeld ein.
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Tippen Sie auf den grünen Hörer.
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Ein Fenster zeigt Ihnen sofort an, ob die Unterdrückung aktiviert oder deaktiviert ist.
Tips
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Notrufe sind nie anonym: Wenn Sie die 110 oder 112 wählen, wird Ihre Nummer (und Ihr Standort) aus Sicherheitsgründen immer übertragen, unabhängig von Ihren Einstellungen.
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SMS-Ausnahme: Das Verbergen der Nummer gilt in der Regel nur für Sprachanrufe. Bei SMS-Nachrichten wird Ihre Nummer technisch bedingt fast immer mitgesendet.
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Akzeptanz-Problem: Seien Sie sich bewusst, dass viele Menschen anonyme Anrufe automatisch ignorieren oder per Filter-App blockieren.
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Speichern im Telefonbuch: Wenn Sie einen bestimmten Kontakt (z. B. eine Behörde) immer anonym erreichen wollen, speichern Sie die Nummer im Adressbuch direkt mit dem Präfix #31# ab (z. B. #31#089123456).
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Auslandstelefonie: In manchen Ländern oder Netzen wird die anonyme Kennung ignoriert. Testen Sie dies im Zweifel mit einer lokalen Nummer vor Ort.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum geheimen Telefonieren
1. Kann der Angerufene meine Nummer mit einer App herausfinden? Nein. Für Privatpersonen gibt es keine legale App, die eine korrekt unterdrückte Nummer (CLIR) sichtbar macht. Nur Strafverfolgungsbehörden oder Netzbetreiber können dies im Notfall tun.
2. Kostet die Rufnummernunterdrückung Geld? Nein. Die Funktion ist ein Standardmerkmal der Mobilfunknetze und wird von den Anbietern im Jahr 2026 kostenlos zur Verfügung gestellt.
3. Warum ist die Einstellung in meinem Menü nicht anklickbar? In seltenen Fällen ist die Funktion netzseitig gesperrt. Ein kurzer Anruf bei Ihrem Provider genügt meist, um die „fallweise oder dauerhafte Unterdrückung“ freischalten zu lassen.
4. Sieht mein Mobilfunkanbieter, wen ich anrufe? Ja. Die Rufnummernunterdrückung verbirgt Ihre Identität nur vor dem Empfänger. Auf Ihrem Einzelverbindungsnachweis und in den Daten Ihres Providers wird der Anruf weiterhin normal protokolliert.
5. Kann ich anonym bei WhatsApp anrufen? Nein. WhatsApp-Anrufe sind an Ihr Benutzerkonto gebunden. Dort gibt es keine Funktion, um die Identität des Anrufers gegenüber dem Empfänger zu verbergen.
Souveräne Kommunikation unter Android
Die Kontrolle über die eigene Rufnummernübermittlung ist unter Android im Jahr 2026 ein unkomplizierter, aber effektiver Schutz Ihrer Privatsphäre. Ob Sie sich für den schnellen GSM-Code vor dem Wählen entscheiden oder die dauerhafte Lösung in den Systemeinstellungen wählen – Sie entscheiden, wem Sie Ihre digitale Visitenkarte anvertrauen. Mit diesem Wissen bewegen Sie sich sicher und selbstbestimmt im mobilen Alltag.












