Der Sprung von Android 6 (Marshmallow) auf Android 8 (Oreo) ist ein gewaltiges technisches Unterfangen. Während moderne Smartphones Updates oft im Hintergrund bündeln, stellt sich bei älteren Systemen die Frage, ob man die Version 7 (Nougat) einfach überspringen kann.
In diesem Guide erfahren Sie, ob ein Direkt-Update möglich ist, welche technischen Hürden bestehen und wie Sie Ihr altes Gerät im Jahr 2026 am besten modernisieren.
Die technische Realität: Direkt vs. Schrittweise
Die kurze Antwort lautet: Offiziell meistens nein, manuell ja.
Der offizielle Weg (OTA)
Die meisten Hersteller nutzen für ihre “Over-the-Air”-Updates (OTA) eine inkrementelle Strategie. Das bedeutet, das System erwartet eine bestimmte Basisversion, um die neuen Dateien korrekt zu patchen. Wenn Ihr Gerät auf Android 6 läuft, wird Ihnen das System-Update in der Regel zuerst Android 7 anbieten. Erst wenn dieses installiert ist, erscheint die Benachrichtigung für Android 8. Ein Überspringen ist hier systemseitig oft blockiert, um Datenbankfehler zu vermeiden.
Der manuelle Weg (Flashing)
Wenn Sie das Update manuell über einen Computer durchführen (z. B. mit Tools wie Odin für Samsung oder Fastboot für Pixel-Geräte), können Sie theoretisch direkt ein “Factory Image” von Android 8 aufspielen. Dabei wird das alte System komplett gelöscht und durch das neue ersetzt.
Warum Android 8 ein wichtiges Ziel ist
Android 8 Oreo war ein Wendepunkt für die Langlebigkeit von Smartphones. Hier sind die Gründe, warum sich der Aufwand lohnt:
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Project Treble: Dies war die größte Architekturänderung in Android. Es trennt das Betriebssystem von der Hardware-Implementierung des Herstellers, was spätere Updates (theoretisch) massiv beschleunigt.
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Hintergrund-Limits: Android 8 führt strikte Regeln für Apps im Hintergrund ein, was die Akkulaufzeit im Vergleich zu Android 6 spürbar verbessert.
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Bild-im-Bild-Modus: Videos schauen und gleichzeitig chatten wurde mit Version 8 zum Standard.
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Sicherheit: Viele moderne App-Anforderungen im Jahr 2026 setzen Android 8 als absolute Mindestgrenze voraus.
Prozedur: So führen Sie den Versionssprung durch
Wenn Sie den Sprung wagen wollen, sollten Sie methodisch vorgehen, um Ihr Gerät nicht unbrauchbar zu machen.
1. Kompatibilität prüfen
Nicht jedes Handy, das Android 6 nutzt, hat die Hardware-Power für Android 8. Prüfen Sie auf der Herstellerseite oder in Foren wie XDA-Developers, ob für Ihr Modell jemals ein offizielles Oreo-Update erschienen ist.
2. Die schrittweise OTA-Methode (Empfohlen)
Dies ist der sicherste Weg für Ihre Daten:
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Gehen Sie zu Einstellungen > System > Systemupdate.
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Installieren Sie das angebotene Update (wahrscheinlich Android 7).
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Wiederholen Sie den Vorgang nach dem Neustart, bis Android 8 erreicht ist.
3. Die “Clean Install” Methode (Manuell)
Wenn kein OTA-Update mehr erscheint, hilft nur das manuelle Aufspielen:
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Bootloader entsperren: Dies löscht alle Daten auf dem Gerät.
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Factory Image laden: Laden Sie die offizielle Firmware für Android 8 für Ihr exaktes Modell herunter.
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Flashen: Verbinden Sie das Handy mit dem PC und nutzen Sie die herstellerspezifischen Tools, um das Image direkt auf die Partitionen zu schreiben.
Tips für ein erfolgreiches Update
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Backup ist Pflicht: Ein Sprung über zwei Versionen hinweg verändert die Partitionsstruktur. Sichern Sie Ihre Fotos und Kontakte unbedingt extern, da das Risiko eines “Bootloops” (Dauerschleife beim Starten) höher ist als bei kleinen Updates.
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Akku-Stand: Führen Sie das Update niemals unter 50% Akkuladung durch. Wenn das Gerät während des Schreibvorgangs ausgeht, ist es oft dauerhaft beschädigt.
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Werksreset einplanen: Auch wenn Sie die OTA-Methode nutzen, schleppt das System oft “Leichen” aus Android 6 mit. Ein Werksreset nach dem erfolgreichen Update auf Android 8 sorgt für die beste Performance.
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SD-Karte entfernen: Bei einigen älteren Modellen kann eine eingelegte microSD-Karte während des Updates zu Fehlern bei der Speicher-Migration führen. Nehmen Sie diese zur Sicherheit heraus.
FAQ – Häufige Fragen zum Update-Sprung
1. Kann ich direkt von 6 auf 10 springen?
Das ist über offizielle Wege unmöglich. Manuell geht es nur über sogenannte “Custom ROMs” (wie LineageOS), sofern Ihr Prozessor dies unterstützt.
2. Warum wird mir kein Update angezeigt?
Viele Hersteller haben den Support für Geräte, die mit Android 6 ausgeliefert wurden, vorzeitig eingestellt. In diesem Fall hilft nur der inoffizielle Weg über eine Custom ROM.
3. Wird mein Handy durch Android 8 langsamer?
Auf Geräten mit wenig Arbeitsspeicher (unter 2 GB RAM) kann Android 8 schwerfälliger wirken als das schlichte Android 6. Hier hilft das Deaktivieren von Animationen in den Entwickleroptionen.
4. Funktionieren meine alten Apps noch?
Ja, Android ist sehr gut abwärtskompatibel. Die meisten Apps, die unter Version 6 liefen, funktionieren auch unter 8 – oft sogar stabiler.
5. Ist Android 8 im Jahr 2026 noch sicher?
Es ist deutlich sicherer als Android 6, da es modernere Verschlüsselungstechniken nutzt. Dennoch gilt es heute als veraltet. Für grundlegende Aufgaben und WhatsApp ist es jedoch meist noch ausreichend.
Kesimpulan
Ein direkter Sprung von Android 6 auf 8 über die integrierte Update-Funktion ist in den meisten Fällen nicht vorgesehen – Sie müssen den “Umweg” über Android 7 nehmen. Wer jedoch technisch versiert ist und den manuellen Weg über den PC wählt, kann das System direkt neu aufsetzen. Da Android 8 die Basis für viele moderne Funktionen und Sicherheitsfeatures legte, ist dieser Aufwand im Jahr 2026 die beste Möglichkeit, alte Hardware noch ein wenig länger am Leben zu erhalten.












