Bei einem Sicherheitsvorfall an einem Cisco-Router ist es entscheidend, alle relevanten Daten systematisch zu erfassen, um den Angriff nachzuvollziehen, die Ursache zu identifizieren und die Auswirkungen einzudämmen. Ein gut vorbereiteter Incident-Response-Plan umfasst die Sammlung von Logs, Konfigurationen, Statusinformationen und Netzwerktopologie-Daten. Nur so lassen sich forensische Analysen durchführen und künftige Sicherheitslücken schließen.
Syslog- und Event-Daten
Die erste Informationsquelle für einen Incident sind die Syslog- und Event-Daten. Sie liefern Hinweise auf verdächtige Aktivitäten, Authentifizierungsversuche und Systemwarnungen.
- Aktivierung von detailliertem Logging:
logging buffered 64000 debugging logging trap informational logging host 192.0.2.100 ! - Erfassung von Authentifizierungsereignissen:
aaa accounting exec default start-stop group tacacs+ aaa accounting commands 15 default start-stop group tacacs+ ! - Wichtige Events:
- Failed login attempts
- Privilege escalation
- Interface flaps oder Shutdowns
- Routing- oder ACL-Änderungen
- CPU- oder Memory-Spikes
Interface- und Traffic-Daten
Zur Analyse von Angriffsmustern ist es wichtig, Schnittstellenstatus und Traffic-Statistiken zu erfassen.
- Interface-Status prüfen:
show interfaces status show interfaces counters show ip interface brief - Traffic-Monitoring via NetFlow oder IP-SLA:
ip flow-export destination 192.0.2.200 2055 ip flow-export version 9 ! - Verdächtige Muster:
- Ungewöhnliche Traffic-Spikes
- Port-Scans
- Denial-of-Service-Indikatoren
Routing- und Control-Plane-Daten
Ein Angriff kann Routing-Tabellen manipulieren oder die Control Plane beeinflussen. Daher müssen alle Routing-bezogenen Informationen gesichert werden.
- Routing-Tabelle sichern:
show ip route show bgp summary show ospf neighbor - Control-Plane Status prüfen:
show processes cpu show processes memory show platform hardware qfp active statistics ! - LSA- oder BGP-Update-Unregelmäßigkeiten beobachten
Konfigurations- und Policy-Daten
Die aktuelle Router-Konfiguration ist entscheidend, um mögliche Schwachstellen oder Manipulationen nachzuvollziehen.
- Running- und Startup-Config sichern:
copy running-config tftp://192.0.2.100/hostname-running.cfg copy startup-config tftp://192.0.2.100/hostname-startup.cfg - ACLs und Object-Gruppen dokumentieren:
show access-lists show run | include object-group - AAA- und VPN-Konfiguration überprüfen
- Zeiten und Zeitserver prüfen (NTP-Synchronisation):
show clock detail show ntp status
Session- und User-Aktivitäten
Um die Aktionen eines potenziellen Angreifers oder kompromittierten Accounts nachzuvollziehen, sollten User-Sessions und Befehlsprotokolle gesichert werden.
- Active Sessions anzeigen:
show users show ssh show tcp brief - Befehle protokollieren:
archive log config logging enable notify syslog hidekeys ! - Verfolgung von Admin-Aktivitäten über TACACS+/RADIUS Accounting
Netzwerk-Topologie & Inventar
Die Kenntnis über angrenzende Geräte und deren Verbindungen ist hilfreich für die Eingrenzung des Angriffsbereichs.
- ARP- und MAC-Tabellen sichern:
show arp show mac address-table - Neighbor-Informationen erfassen:
show cdp neighbors detail show lldp neighbors detail - Netzwerk-Inventar-Daten einbeziehen, um betroffene Segmente zu identifizieren
Forensische Sicherung & Evidence
Alle gesammelten Daten sollten revisionssicher archiviert werden, um als Beweismittel in Audit oder Incident-Reports zu dienen.
- Zentrale Speicherung auf SIEM oder Logging-Server
- Read-only Zugriff auf gespeicherte Logs für Analysten
- Hash-Werte zur Integritätssicherung der Konfigurationsdateien
- Zeitsynchronisation sicherstellen, um Korrelation zu ermöglichen
Best Practices für Incident Response
- Vorbereitung eines Incident-Response-Plans inklusive Rollenverteilung
- Automatisierte Alerting-Regeln im SIEM definieren
- Regelmäßige Tests und Übungen von Response-Szenarien
- Dokumentation aller Schritte und Maßnahmen während eines Incidents
- Kontinuierliche Verbesserung anhand von Lessons Learned
- Temporäre Isolation betroffener Segmente, wenn notwendig
- Verifikation von Patches und Hardening-Status nach Incident
- Backup aller relevanten Daten vor Änderungen während der Untersuchung
- Koordination mit Security Operations Center (SOC)
- Nachbereitung mit Audit- und Compliance-Berichten
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