January 7, 2026

iPhone Apps mit FaceID oder Code sperren: Schritt-für-Schritt

In einer Zeit, in der das Smartphone unser persönlichstes Archiv ist, reicht ein einfacher Sperrbildschirm oft nicht mehr aus. Ob es um vertrauliche Chats, Banking-Apps oder die private Fotogalerie geht – der Schutz einzelner Anwendungen vor neugierigen Blicken ist ein entscheidendes Sicherheitsfeature. Lange Zeit mussten iPhone-Nutzer auf komplizierte Umwege zurückgreifen, doch mit den neuesten iOS-Entwicklungen hat Apple den Schutz der Privatsphäre revolutioniert.

Dieser Leitfaden führt Sie durch die effizientesten Methoden, um Ihre Apps individuell mit Face ID, Touch ID oder einem Passcode zu sichern. Wir zeigen Ihnen sowohl den brandneuen nativen Weg als auch bewährte Strategien für ältere Systemversionen, damit Ihre Daten unter allen Umständen privat bleiben.

Warum eine zusätzliche App-Sperre Ihr digitales Leben schützt

Die Notwendigkeit einer App-Sperre entsteht meist in Alltagssituationen: Man reicht das Handy weiter, um ein Video zu zeigen, oder Kinder nutzen das Gerät zum Spielen. Eine zusätzliche Barriere verhindert, dass aus einem flüchtigen Blick ein tiefer Eingriff in Ihre Privatsphäre wird. Zudem schützt es sensible Informationen im Falle eines Diebstahls des entsperrten Geräts. Die Kombination aus biometrischer Erkennung und manuellem Code bietet dabei die perfekte Balance zwischen Komfort und Hochsicherheit.

Native Sperre vs. Bildschirmzeit: Die Methoden im Überblick

Apple bietet mittlerweile zwei primäre Wege an, um Anwendungen zu sichern. Während die native Funktion ab iOS 18 die eleganteste Lösung ist, bleibt die Methode über die “Bildschirmzeit” ein wertvolles Werkzeug für alle, die ältere Geräte nutzen oder komplexere Zeitbeschränkungen mit einem Passwortschutz kombinieren möchten. Beiden Methoden ist gemein, dass sie tief im System verankert sind und nicht einfach durch das Schließen der App umgangen werden können.

Technische Anleitung: Schritt-für-Schritt zur App-Sperre

Hier erfahren Sie genau, wie Sie Ihre Anwendungen für Unbefugte unzugänglich machen.

Methode 1: Die native Sperre (Ab iOS 18)

Dies ist der direkteste Weg, um eine App mit Face ID oder Touch ID zu belegen:

  1. Suchen Sie die App auf Ihrem Home-Bildschirm.

  2. Halten Sie das App-Icon gedrückt, bis das Kontextmenü erscheint.

  3. Wählen Sie die Option Face ID anfordern (bzw. Touch ID anfordern).

  4. Bestätigen Sie die Auswahl durch ein erneutes Tippen auf Face ID anfordern.

  5. Die App ist nun gesperrt. Beim nächsten Öffnen wird sofort ein biometrischer Scan durchgeführt.

Methode 2: Apps über die Bildschirmzeit sperren (Für iOS 17 und älter)

Falls Ihr Gerät die neueste Software noch nicht unterstützt, nutzen Sie diesen bewährten Pfad:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen und gehen Sie zu Bildschirmzeit.

  2. Tippen Sie auf Bildschirmzeit-Code festlegen (erstellen Sie einen vierstelligen Code).

  3. Wählen Sie App-Limits und dann Limit hinzufügen.

  4. Wählen Sie die gewünschte Kategorie oder eine spezifische App aus.

  5. Stellen Sie das Zeitlimit auf die kleinstmögliche Einheit: 1 Minute.

  6. Aktivieren Sie den Schalter “Am Ende des Limits blockieren”.

  7. Nach Ablauf der Minute (die Sie einmalig verbrauchen müssen) ist die App nur noch nach Eingabe des Codes zugänglich.

Methode 3: In-App-Sperren (z. B. WhatsApp oder Banking)

Viele Entwickler haben eigene Sperren direkt in die App-Einstellungen integriert:

  1. Öffnen Sie die entsprechende App (z. B. WhatsApp).

  2. Navigieren Sie zu Einstellungen > Datenschutz > App-Sperre.

  3. Aktivieren Sie Face ID erforderlich. Diese Sperre greift oft sofort nach dem Verlassen der App.

Tips für maximale Sicherheit Ihrer Apps

  • Vorschau ausblenden: Eine gesperrte App schützt nicht vor Inhalten, die in den Mitteilungen auf dem Sperrbildschirm erscheinen. Stellen Sie unter Einstellungen > Mitteilungen > Vorschauen zeigen auf “Wenn entriegelt” um.

  • Siri-Vorschläge deaktivieren: Verhindern Sie, dass Siri Informationen aus gesperrten Apps auf dem Sperrbildschirm vorschlägt (Einstellungen > Siri & Suche > [App-Name] > Von dieser App lernen ausschalten).

  • Automatisierung für “Geführten Zugriff”: Wenn Sie Ihr iPhone regelmäßig Kindern geben, nutzen Sie den “Geführten Zugriff” unter Bedienungshilfen. Dies sperrt den Nutzer in eine einzige App ein, ohne dass er diese verlassen kann.

  • Code-Varianz: Wenn Sie die Bildschirmzeit-Methode nutzen, verwenden Sie unbedingt einen anderen Code als Ihren Standard-Entsperrcode für das iPhone.

  • Apps komplett verstecken: Ab iOS 18 können Sie Apps nicht nur sperren, sondern auch in den Ordner “Versteckt” verschieben, der erst nach erfolgreichem Face ID Scan in der App-Mediathek erscheint.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

1. Was passiert, wenn Face ID mein Gesicht nicht erkennt? Nach zwei erfolglosen Versuchen bietet das iPhone automatisch die Option an, den Geräte-Code einzugeben, um die gesperrte App zu öffnen.

2. Kann ich System-Apps wie “Fotos” oder “Nachrichten” sperren? Ja, ab iOS 18 lassen sich fast alle vorinstallierten Apple-Apps mit Face ID sichern. Lediglich grundlegende Apps wie “Einstellungen” oder “Telefon” sind aus Sicherheitsgründen oft ausgenommen.

3. Schützt die App-Sperre auch vor dem Löschen der App? Nein. Eine gesperrte App kann theoretisch weiterhin vom Home-Bildschirm gelöscht werden. Um das zu verhindern, müssen Sie Beschränkungen unter Einstellungen > Bildschirmzeit > Beschränkungen festlegen.

4. Muss ich die Sperre jedes Mal neu aktivieren? Nein. Einmal eingerichtet, bleibt die Anforderung für Face ID oder den Code bestehen, bis Sie die Funktion aktiv im Kontextmenü wieder deaktivieren.

5. Funktionieren gesperrte Apps noch mit der Apple Watch? Wenn eine App auf dem iPhone gesperrt ist, kann der Zugriff über die Apple Watch je nach App-Entwickler eingeschränkt sein oder eine zusätzliche Bestätigung am Handgelenk erfordern.

Ein neues Gefühl von Privatsphäre

Das Sperren einzelner Apps ist ein Quantensprung für die Sicherheit Ihrer persönlichen Daten. Indem Sie besonders sensible Anwendungen hinter einer biometrischen Hürde platzieren, behalten Sie stets die volle Kontrolle darüber, wer was auf Ihrem Gerät sehen darf. Ob durch die intuitive native Funktion von iOS 18 oder die präzise Steuerung der Bildschirmzeit – Ihr iPhone passt sich nun perfekt Ihrem individuellen Sicherheitsbedürfnis an.

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