Als Apple im September 2017 das iPhone X (ausgesprochen als “iPhone Zehn”) vorstellte, war dies nicht nur eine weitere Iteration der erfolgreichsten Smartphone-Reihe der Welt. Es war ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit und eine kühne Vision für die Zukunft. Steve Jobs’ Vision eines Geräts, das “fast nur aus Display besteht”, wurde mit diesem Modell zum ersten Mal Realität. Im Jahr 2026 blicken wir auf das iPhone X als den Urvater des modernen Smartphone-Designs zurück, dessen Einflüsse man noch heute in jedem aktuellen Modell wiederfindet.
In diesem ausführlichen Blogpost tauchen wir tief in die Welt des iPhone X ein. Wir beleuchten das revolutionäre Design, erklären die technischen Besonderheiten wie Face ID und das OLED-Display und analysieren, warum dieses Gerät auch heute noch eine so große Fangemeinde hat. Wenn Sie verstehen wollen, wie Apple das Fundament für die aktuelle Smartphone-Ära gelegt hat, ist dieser Guide genau das Richtige für Sie.
Das Design: Ein rahmenloses Wunderwerk aus Glas und Edelstahl
Der auffälligste Unterschied zu allen Vorgängermodellen war das Verschwinden des ikonischen Home-Buttons. Seit dem ersten iPhone im Jahr 2007 war dieser Knopf das zentrale Steuerelement. Mit dem iPhone X verschwand er, um Platz für das “Super Retina Display” zu machen.
Das Gehäuse bestand aus einem hochglanzpolierten Edelstahlrahmen, der nahtlos in die Glasrückseite und das Frontglas überging. Dies gab dem Gerät eine Haptik, die sich deutlich massiver und hochwertiger anfühlte als die Aluminiumgehäuse der iPhone 7 oder 8 Generation. Das iPhone X war zudem das erste Modell, das das “All-Screen-Design” populär machte, auch wenn die berühmte “Notch” (die Einkerbung am oberen Bildschirmrand) anfangs für kontrovers diskutiert wurde.
Das Display: Apples erster Schritt in die OLED-Welt
Bis zum iPhone X setzte Apple ausschließlich auf LCD-Technologie. Mit dem iPhone X änderte sich alles. Das 5,8 Zoll große Super Retina Display nutzte die OLED-Technologie (Organic Light Emitting Diode). Die Vorteile waren sofort sichtbar:
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Perfektes Schwarz: Da OLED-Pixel einzeln abgeschaltet werden können, ist Schwarz wirklich Schwarz und nicht nur ein sehr dunkles Grau.
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Kontrastverhältnis: Apple gab ein Kontrastverhältnis von 1.000.000:1 an, was zu einer unglaublichen Bildtiefe führte.
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HDR-Unterstützung: Das Display unterstützte Dolby Vision und HDR10, was das Ansehen von Filmen auf dem Smartphone revolutionierte.
Obwohl das Display für damalige Verhältnisse riesig wirkte, war das Gehäuse des iPhone X aufgrund der schmalen Ränder kaum größer als das eines iPhone 8 mit seinem 4,7-Zoll-Bildschirm. Es war die perfekte Balance zwischen Bildschirmgröße und Handlichkeit.
Face ID: Die Biometrie der Zukunft
Mit dem Wegfall des Home-Buttons verschwand auch der Fingerabdrucksensor (Touch ID). Apple ersetzte ihn durch Face ID, ein System zur Gesichtserkennung, das in der kleinen Einkerbung am oberen Rand untergebracht war. Dieses “TrueDepth-Kamerasystem” war ein technologisches Meisterwerk.
Anstatt nur ein einfaches Foto des Gesichts zu machen, projizierte das System über 30.000 unsichtbare Infrarotpunkte auf das Gesicht des Nutzers. Eine Infrarotkamera las dieses Muster aus und erstellte eine mathematische Tiefenkarte. Dies machte Face ID sicher genug für Zahlungen via Apple Pay und funktionierte sogar bei völliger Dunkelheit oder wenn der Nutzer eine Brille, einen Hut oder einen Schal trug. Es war die Geburtsstunde einer neuen Art, sein Gerät zu entsperren: einfach durch Anschauen.
Die Gestensteuerung: Ein neues Gefühl für iOS
Da der Home-Button fehlte, musste Apple die Bedienung von iOS komplett neu denken. Anstatt zu drücken, wurde nun gewischt.
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Zum Home-Bildschirm: Ein einfacher Wisch vom unteren Rand nach oben.
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Multitasking: Ein Wisch nach oben mit kurzem Verweilen in der Mitte des Bildschirms.
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Kontrollzentrum: Ein Wisch von der rechten oberen Ecke nach unten.
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Mitteilungen: Ein Wisch von der linken oberen Ecke nach unten.
Diese Gesten fühlten sich so natürlich an, dass sie innerhalb kürzester Zeit zum Industriestandard wurden. Heute, im Jahr 2026, nutzt fast jedes moderne Smartphone diese oder sehr ähnliche Gesten.
Die Kamera: Porträtmodus und optische Stabilisierung
Das iPhone X verfügte über eine vertikal angeordnete Dual-Kamera auf der Rückseite. Beide Objektive – das Weitwinkel- und das Teleobjektiv – verfügten erstmals über eine optische Bildstabilisierung (OIS). Dies sorgte für deutlich schärfere Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen und stabilere Videoaufnahmen.
Besonders hervorzuheben war der verbesserte Porträtmodus. Durch die Tiefeninformationen der beiden Kameras (und der TrueDepth-Frontkamera) konnte das iPhone X den Hintergrund kunstvoll unscharf zeichnen (Bokeh-Effekt). Zudem führte Apple das “Porträtlicht” ein, mit dem man die Beleuchtung des Gesichts nachträglich verändern konnte, als säße man in einem professionellen Fotostudio.
Der A11 Bionic Chip: Die Geburtsstunde der Neural Engine
Im Inneren des iPhone X arbeitete der A11 Bionic Chip. Er war der erste Apple-Prozessor, der über eine dedizierte Neural Engine verfügte – ein Teil des Prozessors, der speziell für Aufgaben der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens entwickelt wurde.
Diese Neural Engine war verantwortlich für die Echtzeit-Verarbeitung von Face ID und ermöglichte Features wie die Animojis. Animojis waren animierte Emojis, die die Mimik des Nutzers über die Frontkamera in Echtzeit auf Charaktere wie einen Panda, einen Alien oder einen Haufen Kot übertrugen. Was damals wie eine Spielerei wirkte, war ein beeindruckender Beweis für die Rechenpower, die in diesem kleinen Chip steckte.
Kabelloses Laden und Akkulaufzeit
Das iPhone X war eines der ersten iPhones (zusammen mit dem iPhone 8), das kabelloses Laden nach dem Qi-Standard unterstützte. Dank der Glasrückseite konnte man das Gerät einfach auf eine Ladematte legen, ohne ein Kabel einstecken zu müssen. Dies markierte den Beginn von Apples Bemühungen, alle Anschlüsse am Gerät irgendwann überflüssig zu machen.
Die Akkulaufzeit war im Vergleich zum iPhone 7 spürbar besser. Apple gab an, dass das iPhone X bis zu zwei Stunden länger hielt als das iPhone 7, was vor allem am effizienten OLED-Display und dem intelligenten Energiemanagement des A11 Bionic Chips lag.
Fazit: Warum das iPhone X auch heute noch relevant ist
Wenn wir das iPhone X heute, Jahre nach seinem Erscheinen, betrachten, fällt auf, wie modern es immer noch wirkt. Es war das Gerät, das die Designsprache für das nächste Jahrzehnt definierte. Fast alle Merkmale, die wir heute an einem modernen iPhone schätzen – Face ID, die Gestensteuerung, das All-Screen-OLED-Display und die Glas-Edelstahl-Konstruktion – nahmen hier ihren Anfang.
Für Sammler und Liebhaber ist das iPhone X ein Meilenstein der Technikgeschichte. Es ist das Symbol für den Moment, in dem Apple bewies, dass es bereit war, sein erfolgreichstes Produkt komplett neu zu erfinden, um an der Spitze der Innovation zu bleiben. Auch wenn es inzwischen von Modellen mit weitaus mehr Megapixeln und schnelleren Prozessoren überholt wurde, bleibt das iPhone X das Original, das alles veränderte.












