Messenger-Definition: Wie nennt man eigentlich WhatsApp, Telegram und Co.?

Stellen Sie sich vor, Sie betreten einen riesigen, digitalen Marktplatz. An jeder Ecke stehen Stände, die so bunt und vielfältig sind wie die Auslagen eines Obsthändlers, der von der heimischen Erdbeere bis zur exotischen Sternfrucht alles anbietet. Sie möchten jemandem eine Nachricht zukommen lassen, ein Foto teilen oder kurz die Meinung zu einer reifen Ananas einholen. Doch wie nennt man die Werkzeuge, die wir dafür nutzen, eigentlich ganz offiziell?

Im Alltag sagen wir meist einfach „Ich schreib dir bei WhatsApp“ oder „Schick mir das per Telegram“. Doch hinter diesen Markennamen verbirgt sich eine ganze Gattung von Software, deren Definition und Einordnung so wichtig ist wie das Wissen über den Unterschied zwischen Stein- und Kernobst. In diesem Guide tauchen wir tief in die Terminologie ein und klären, was WhatsApp, Telegram und Co. im Kern eigentlich sind.

Die offizielle Bezeichnung: Instant Messenger

Der Fachbegriff für Apps wie WhatsApp ist Instant Messenger (kurz: Messenger). Das Wort „Instant“ (sofortig) ist dabei der entscheidende Hinweis. Im Gegensatz zur klassischen E-Mail, die wie ein Brief funktioniert, der erst im Postfach landen und abgeholt werden muss, basiert ein Messenger auf einer Echtzeit-Kommunikation.

Ein Instant Messenger ist ein System, das es zwei oder mehr Teilnehmern ermöglicht, über das Internet in Echtzeit per Text-, Audio- oder Videonachricht zu kommunizieren. Es ist so unmittelbar wie das Aufschneiden einer saftigen Wassermelone – der Effekt ist sofort da.

Die technischen Überbegriffe

Je nachdem, wen man fragt (einen Informatiker, einen Marktforscher oder einen Gelegenheitsnutzer), fallen unterschiedliche Begriffe. Hier sind die gängigsten Definitionen:

1. OTT-Dienste (Over-the-top)

In der Branche der Telekommunikation werden Messenger oft als OTT-Dienste bezeichnet. „Over-the-top“ bedeutet, dass diese Dienste „über“ die bestehende Internetverbindung des Providers laufen, ohne dass der Provider (wie die Telekom oder Vodafone) Kontrolle über den Inhalt oder die Abrechnung der einzelnen Nachricht hat. Früher zahlten wir für jede SMS wie für jede einzelne Kirsche im Supermarkt; heute nutzen wir die Internet-Flatrate als „All-you-can-eat“-Buffet für Nachrichten.

2. Social Messaging Apps

Marktforscher ordnen WhatsApp und Telegram oft den Social Messaging Apps zu. Damit grenzen sie diese Programme von klassischen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram ab. Während es bei Facebook um das öffentliche „Posten“ geht, steht bei Messaging-Apps der private Austausch im Vordergrund. Es ist der Unterschied zwischen einer großen Obstausstellung in einer Messehalle und einem privaten Picknick mit einem Korb voller Äpfel und Birnen.

3. VoIP-Clients (Voice over IP)

Da man mit fast allen modernen Messengern auch telefonieren kann, fallen sie auch unter den Begriff VoIP-Clients. Sie nutzen das Internetprotokoll, um Sprache zu übertragen. Ein WhatsApp-Anruf ist technisch gesehen also kein Telefonat im klassischen Sinne, sondern ein Datenstrom, genau wie ein Video-Stream oder das Herunterladen eines Bildes von einer Banane.

Die “Großen Drei” und ihre feinen Unterschiede

Obwohl wir sie alle unter dem Begriff „Messenger“ zusammenfassen, haben sie unterschiedliche Charaktere – fast so wie verschiedene Obstsorten.

  • WhatsApp: Der „Apfel“ unter den Messengern. Er ist der Standard, fast jeder hat ihn, und er ist extrem zuverlässig. Er gehört zum Meta-Konzern und ist bekannt für seine einfache Handhabung und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

  • Telegram: Die „Exotenfrucht“. Telegram bietet Funktionen, die weit über das normale Texten hinausgehen, wie riesige Kanäle und Bots. Es wird oft für seine Schnelligkeit gelobt, steht aber wegen seiner moderaten Inhaltskontrolle und der nicht standardmäßig aktivierten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in der Kritik.

  • Signal: Die „Bio-Frucht“. Wer maximalen Wert auf Datenschutz und Sicherheit legt, landet bei Signal. Die App ist quelloffen und wird von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben. Es ist die reinste Form der Kommunikation, ohne kommerzielle Hintergedanken.

Warum sagen wir nicht einfach “SMS”?

Die SMS (Short Message Service) war der Vorläufer der Messenger. Doch der Unterschied ist gewaltig. Eine SMS ist auf 160 Zeichen begrenzt und kostet oft extra. Ein Messenger hingegen erlaubt das Versenden von hochauflösenden Bildern einer Drachenfrucht, langen Sprachnotizen und Standortdaten, solange eine Internetverbindung besteht. Der Begriff „SMS“ für eine WhatsApp-Nachricht zu verwenden, ist technisch gesehen so falsch, wie eine Zitrone als süß zu bezeichnen – es passt einfach nicht zusammen.

Tipps für die Wahl des richtigen Messengers

Nicht jeder Messenger passt zu jedem Nutzer. Hier sind einige Tipps, worauf Sie bei der Definition Ihres persönlichen Favoriten achten sollten:

Tipp 1: Die “Kritische Masse” prüfen Ein Messenger ist nur so gut wie die Kontakte, die ihn ebenfalls nutzen. Es nützt Ihnen nichts, die sicherste App der Welt zu haben, wenn Ihre Freunde dort so selten anzutreffen sind wie eine reife Mango am Nordpol. Prüfen Sie, wo Ihr soziales Umfeld aktiv ist.

Tipp 2: Datenschutz-Einstellungen vergleichen Schauen Sie ins Kleingedruckte (oder lesen Sie unsere Guides!). Werden Ihre Metadaten (wer schreibt wann mit wem) gespeichert? Wo stehen die Server? Eine App mit Sitz in der EU unterliegt strengeren Regeln als eine App aus Übersee.

Tipp 3: Funktionsumfang vs. Einfachheit Brauchen Sie Umfragen, Kanäle und Cloud-Speicher für Ihre Fotos von Pfirsichbäumen? Dann ist Telegram eine gute Wahl. Wollen Sie einfach nur unkompliziert mit der Oma schreiben? Dann ist WhatsApp unschlagbar einfach.

Tipp 4: Multigeräte-Fähigkeit Manche Messenger (wie Telegram) speichern Nachrichten in der Cloud, sodass Sie problemlos zwischen PC, Tablet und Handy wechseln können. Andere (wie WhatsApp) spiegeln die Nachrichten primär vom Handy. Überlegen Sie, wie flexibel Sie sein müssen.

Die Zukunft: Interoperabilität

Ein spannendes Thema für das Jahr 2026 ist die Interoperabilität. Aufgrund neuer Gesetze (wie dem Digital Markets Act in der EU) müssen große Messenger wie WhatsApp sich langsam öffnen. Das bedeutet, dass man in Zukunft vielleicht eine Nachricht von WhatsApp an einen Signal-Nutzer schicken kann. Es wäre so, als könnten Sie eine Kiwi an einem Erdbeerstand kaufen – die Grenzen verschwimmen zum Wohle des Nutzers.

Fazit: Mehr als nur eine App

Ob man sie nun Instant Messenger, Messaging-App oder OTT-Dienst nennt – WhatsApp und seine Konkurrenten sind die Nervenbahnen unserer modernen Gesellschaft. Sie haben die Art, wie wir Verabredungen treffen, Fotos von unserem Obstkuchen teilen oder geschäftliche Termine koordinieren, grundlegend verändert.

Die Definition mag technisch klingen, aber am Ende geht es um das, was die Apps ermöglichen: Verbindung. Sie sind die digitalen Körbe, in denen wir unsere täglichen Erlebnisse sammeln und mit anderen teilen.

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