Ein NAS selber bauen ist 2026 eine der sinnvollsten Möglichkeiten, günstig und flexibel einen eigenen Netzwerkspeicher aufzusetzen – ohne sich dauerhaft an ein teures Ökosystem zu binden. Mit OpenMediaVault (OMV) gelingt das besonders komfortabel, weil Sie nach der Installation eine übersichtliche Weboberfläche erhalten, über die sich Datenträger, Freigaben, Nutzerrechte, Dienste (SMB/NFS/FTP), Backups und viele Erweiterungen verwalten lassen. Der entscheidende Vorteil: Sie bestimmen Hardware, Speicherkonzept und Datenschutz selbst. Gleichzeitig sollten Sie realistisch planen: Ein NAS ist kein „Einmal einrichten und vergessen“-Gerät, sondern ein kleiner Server, der stabil laufen, regelmäßig aktualisiert und vor allem sauber gesichert werden muss. In diesem Guide lernen Sie, wie Sie ein günstiges OMV-NAS aufbauen (Raspberry Pi oder Mini-PC), welches Speichermedium sich eignet, wie Sie OpenMediaVault korrekt installieren und welche Einstellungen für Performance, Sicherheit und Alltagstauglichkeit wirklich zählen.
Was OpenMediaVault ist und wofür es sich eignet
OpenMediaVault ist eine NAS-Lösung auf Debian-Basis mit modularer Plugin-Architektur. Sie erhalten zentrale Funktionen wie SMB/CIFS (Windows-Freigaben), (S)FTP, rsync und viele weitere Dienste, ohne alles manuell zusammenklicken zu müssen. Das Projekt beschreibt OMV als „next generation network attached storage solution based on Debian“ und betont den Einsatz im Home- und Small-Office-Umfeld sowie die Erweiterbarkeit über Plugins: OpenMediaVault Repository (GitHub).
- Dateifreigaben im Heimnetz: Ordner für PCs, Macs, Smartphones, Smart-TVs.
- Zentrale Backups: Ziel für PC-Backups, Fotoarchive, Dokumente.
- Medienablage: Filme/Musik auf NAS, Wiedergabe per Kodi/Smart-TV.
- Container/Services (optional): z. B. Docker-Workloads über Erweiterungen.
Hardware-Auswahl: Raspberry Pi, Mini-PC oder alter Desktop?
Die günstigste OMV-Basis muss nicht automatisch der beste NAS-Server sein. Entscheidend sind Stromverbrauch, Netzwerk, Anschlüsse für Datenträger und Ihre Erwartungen an Geschwindigkeit.
- Raspberry Pi (Pi 4 oder Pi 5): sehr stromsparend, leise, kompakt. Ideal als „Home-NAS light“ – besonders mit USB-SSD oder USB-Festplatten. Produktinfos: Raspberry Pi 5 und Raspberry Pi 4 Model B.
- Mini-PC/NUC: mehr Leistung, oft bessere I/O-Reserven, gut für mehrere Laufwerke und Zusatzdienste.
- Alter Desktop: sehr günstig, viele SATA-Ports möglich, aber oft höherer Stromverbrauch (dauerhaft relevant).
Für ein preiswertes NAS zählt außerdem: Ethernet ist Pflicht. WLAN als NAS-Backbone führt in vielen Haushalten zu schwankender Performance und Aussetzern, insbesondere bei großen Transfers oder mehreren Clients.
Speicherplanung: Laufwerke, Dateisysteme und realistische Kapazität
Ein NAS steht und fällt mit dem Speicherkonzept. Planen Sie zuerst, wofür Sie es nutzen (Archiv, Backup, Medien), und wählen Sie dann Laufwerke und Redundanz passend dazu. Wichtig: Redundanz (z. B. RAID) ersetzt kein Backup. Sie schützt primär vor dem Ausfall eines Laufwerks, nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder Bedienfehlern.
USB vs. SATA: Was ist besser?
- USB-Laufwerke (Raspberry Pi): unkompliziert, günstig. Achten Sie auf stabile USB-Controller, gute Kabel und eine saubere Stromversorgung.
- SATA (Mini-PC/ATX): meist stabiler, bessere Dauerlast-Eigenschaften, sinnvoll für mehrere HDDs.
HDD oder SSD?
- HDD: viel Kapazität pro Euro, ideal für Archive und Medien.
- SSD: schneller, leiser, weniger Vibration. Für OS und Cache gut, als reiner Datenspeicher teurer.
RAID-Kapazität grob verstehen
Wenn Sie Redundanz planen, hilft eine einfache Überschlagsrechnung. Bei gleich großen Laufwerken mit der Kapazität C und der Anzahl n gilt näherungsweise:
RAID1 spiegelt: Zwei (oder mehr) Laufwerke, nutzbar ist im Kern die Kapazität eines Laufwerks.
RAID5 „verliert“ grob die Kapazität eines Laufwerks an Parität, bietet dafür bei drei oder mehr Laufwerken Redundanz. In der Praxis kommen Dateisystem-Overhead und reservierter Platz hinzu, daher ist dies eine Faustformel.
OpenMediaVault installieren: Die zwei praxistauglichsten Wege
OMV lässt sich klassisch auf einem minimalen Debian installieren oder über vorbereitete Images (insbesondere auf ARM-Geräten). Die offizielle Dokumentation beschreibt beide Wege detailliert.
Weg A: Installation auf minimalem Debian (empfohlen für x86 und viele Fortgeschrittene)
Wenn Sie einen Mini-PC oder einen alten Rechner nutzen, ist Debian-Minimalinstallation mit anschließender OMV-Installation oft der sauberste Weg. Die OMV-Doku betont dabei ausdrücklich, dass eine minimale Serverinstallation sinnvoll ist und kein Desktop/Webserver zusätzlich installiert werden sollte: OMV Installation auf Debian (offizielle Doku).
- Debian minimal installieren: nur SSH und Standard-Systemtools.
- Internetverbindung sicherstellen: Pakete und Repository müssen erreichbar sein.
- OMV nach Doku installieren: anschließend Weboberfläche aufrufen und konfigurieren.
Weg B: Installation per Image (empfohlen für Raspberry Pi und andere ARM-Geräte)
Auf ARM ist ein Image-Ansatz häufig der schnellste Einstieg. Die offizielle OMV-Dokumentation beschreibt die Installation „via images“ und weist darauf hin, dass die Initialisierung auf langsameren Geräten (z. B. Raspberry Pi) deutlich länger dauern kann und währenddessen nicht abgeschaltet werden sollte: OMV Installation via Image (offizielle Doku).
- Image auf SD/SSD schreiben: z. B. mit Etcher oder einem vergleichbaren Tool.
- Erstboot abwarten: initiale Einrichtung kann je nach Gerät länger dauern.
- Webinterface öffnen: über die IP-Adresse im Browser.
Erstkonfiguration: Netzwerk, Admin-Zugang und grundlegende Systemhygiene
Nach der Installation ist die Versuchung groß, sofort Freigaben anzulegen. Sinnvoller ist ein kurzer Basisschritt: stabile Netzwerkidentität, sichere Zugangsdaten, Updates und eine klare Struktur für Datenträger und Dienste.
Statische IP oder DHCP-Reservierung
Ein NAS sollte im Heimnetz zuverlässig unter derselben Adresse erreichbar sein. In der Praxis ist eine DHCP-Reservierung im Router meist die einfachste Lösung. Alternativ können Sie im OMV-Netzwerkbereich eine statische IP setzen, sofern Sie wissen, was Sie tun (Gateway/DNS korrekt, keine Konflikte).
Passwörter und Admin-Zugriff
- Admin-Passwort ändern: direkt nach dem ersten Login.
- Nur intern erreichbar halten: Webinterface nicht ohne Konzept ins Internet exponieren.
- Updates einspielen: erst OS/OMV aktualisieren, dann Dienste konfigurieren.
Datenträger einrichten: Von „Laufwerk erkannt“ zu „sauber gemountet“
OMV verwaltet Disks, Dateisysteme und Mounts über die Oberfläche. Der sichere Weg: Laufwerke zuerst identifizieren, dann ein Dateisystem anlegen (oder ein vorhandenes importieren), anschließend mounten und erst danach Freigaben erstellen. Damit vermeiden Sie inkonsistente Pfade und Rechteprobleme.
Dateisystemwahl: pragmatisch entscheiden
- ext4: sehr verbreitet, stabil, guter Standard für viele Heimanwender.
- btrfs: spannend wegen Snapshots und Checksummen, aber erfordert Verständnis für die Wartung.
- XFS: performant für große Dateien, eher im Serverkontext beliebt.
Wenn Sie nicht gezielt Snapshots/Checksummen planen, ist ext4 für ein günstiges Heim-NAS oft die stressärmste Wahl.
Freigaben im Heimnetz: SMB (Windows), NFS (Linux) und Benutzerrechte
Damit Ihr NAS wirklich nützlich wird, brauchen Sie Freigaben. SMB/CIFS ist in gemischten Haushalten (Windows/macOS) meist Standard. NFS ist im Linux-Umfeld häufig schneller und schlanker. Der wichtigste Punkt ist aber nicht das Protokoll, sondern die Rechte: Wer darf lesen, schreiben, löschen?
Benutzer- und Gruppenstrategie
- Pro Person ein Benutzer: statt ein gemeinsames „familie/familie“-Konto.
- Gruppen für Bereiche: z. B. „Medien“, „Backups“, „Fotos“, „Privat“.
- Prinzip „least privilege“: nur die Rechte vergeben, die nötig sind.
SMB-Freigaben sinnvoll strukturieren
- Medien: Leserechte für alle, Schreibrechte nur für Admin/Medienpflege.
- Backups: getrennte Freigabe, idealerweise nur für Backup-Clients beschreibbar.
- Privat: pro Nutzer eigener Ordner mit strikten Rechten.
Backups: Der häufigste Denkfehler beim NAS-Selbstbau
Ein NAS ist häufig das „Zentrum“ der Daten – und damit ein Single Point of Failure, wenn Sie keine Backups haben. RAID schützt gegen Festplattenausfall, aber nicht gegen versehentliches Löschen, Malware, Brand, Diebstahl oder Überspannung. Planen Sie deshalb eine Backup-Strategie, die außerhalb des NAS existiert.
- 3-2-1-Regel: 3 Kopien, 2 verschiedene Medien, 1 Kopie extern/offsite.
- Externes USB-Backup: regelmäßig anstöpseln, sichern, wieder trennen (Ransomware-Schutz).
- Zweites Ziel: z. B. Cloud-Backup oder zweiter Standort (bei Familie/Freunden).
Erweiterungen: OMV-Extras, Plugins und Docker – wann lohnt sich das?
OpenMediaVault ist bewusst modular. Für viele Nutzer ist das Grundsystem ausreichend. Wenn Sie jedoch mehr Funktionen wollen (zusätzliche Plugins, Docker, weitere Tools), ist OMV-Extras eine zentrale Anlaufstelle. Die OMV-Extras-Wiki beschreibt den Zweck klar: zusätzliche Plugins und erweiterte Server-Funktionalität sowie Unterstützung für Installationen auf Raspberry Pi/Armbian-Boards: OMV-Extras Wiki.
Typische Erweiterungen, die im Alltag sinnvoll sein können
- Docker/Container-Workloads: z. B. Medienserver, Monitoring, kleine Tools.
- Zusätzliche Dateidienste: je nach Bedarf (SFTP, rsync, Time Machine-ähnliche Backups).
- Monitoring/Reporting: um Laufwerkszustand und SMART-Werte im Blick zu behalten.
Wichtig: Je mehr Sie installieren, desto wichtiger wird ein sauberes Update- und Backup-Konzept. Ein „zugewachsenes“ NAS ist der häufigste Grund, warum Selbstbauprojekte später instabil werden.
Performance-Tipps: Was bei günstigen NAS-Setups wirklich zählt
Sie brauchen nicht zwingend High-End-Hardware, aber Sie sollten Engpässe kennen. In der Praxis sind es meistens Netzwerk, USB-Controller, schwache Netzteile oder ungünstige Festplattengehäuse, die Probleme verursachen.
- Ethernet nutzen: für stabile Transfers, besonders bei großen Dateien.
- Gute USB-Gehäuse und Kabel: billige Adapter verursachen Aussetzer und „Disk dropped“-Fehler.
- Externe HDDs mit eigener Stromversorgung: entlastet den Pi/USB-Port und reduziert Unterspannungsrisiken.
- Separate Systemdisk: OS/OMV auf kleiner SSD, Daten auf separaten Datenträgern ist häufig stabiler.
- SMART-Werte aktiv beobachten: frühe Warnzeichen erkennen, bevor ein Laufwerk ausfällt.
Sicherheit: NAS im Heimnetz betreiben, Externzugriff nur mit Konzept
Ein NAS ist attraktiv – auch für Angreifer. Deshalb gilt: Standardmäßig bleibt es im Heimnetz. Wenn Sie von unterwegs zugreifen möchten, nutzen Sie lieber ein VPN oder eine gut abgesicherte Reverse-Proxy-/Zertifikatslösung, statt das OMV-Webinterface direkt ins Internet zu öffnen.
- Updates: regelmäßig und planvoll einspielen.
- Starke Passwörter: und getrennte Accounts.
- Firewall/Router: keine unnötigen Portweiterleitungen.
- SMB absichern: keine Gastfreigaben für kritische Bereiche.
Praxisablauf: In welcher Reihenfolge Sie Ihr OMV-NAS am besten aufbauen
- Hardware aufbauen: Pi/Mini-PC, Laufwerke, zuverlässige Stromversorgung, Ethernet.
- Installationsweg wählen: Debian-Minimal + OMV (Doku) oder Image-Installation auf ARM (Doku).
- Netzwerk stabil machen: DHCP-Reservierung oder statische IP.
- Admin absichern: Passwort ändern, Updates einspielen.
- Disks & Dateisystem: sauber anlegen, mounten, Struktur planen.
- Benutzer/Gruppen: Rechtekonzept festlegen.
- Freigaben: SMB/NFS einrichten, dann auf Clients testen.
- Backups: sofort einrichten, bevor „wichtige Daten“ einziehen.
- Erweiterungen nur gezielt: OMV-Extras/Plugins nur, wenn ein klarer Nutzen besteht (OMV-Extras).
Weiterführende Quellen (Outbound-Links)
- OpenMediaVault (GitHub) – Projektbeschreibung und Überblick
- OpenMediaVault auf Debian installieren (offizielle Dokumentation)
- OpenMediaVault per Image installieren (offizielle Dokumentation)
- OMV-Extras Wiki – Plugins und Erweiterungen
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