OSPF nutzt LSAs (Link State Advertisements), um die Link-State-Datenbank (LSDB) aufzubauen. Wer LSA-Typen versteht, kann OSPF-Designs (Areas, Stub/NSSA) sauber planen, Redistribution korrekt einordnen und Prüfungsfragen (CCNA/CCNP) sicher beantworten. Dieser Überblick fokussiert auf die praxisrelevanten LSA-Typen, ihre Aufgaben und die wichtigsten „Wo taucht was auf?“-Regeln.
Was sind LSAs und warum gibt es verschiedene Typen?
LSAs sind die „Bausteine“ der LSDB. Unterschiedliche Typen existieren, weil OSPF Information hierarchisch verteilt: innerhalb einer Area, zwischen Areas und als externe Routen. Dadurch bleibt OSPF skalierbar und kontrollierbar.
- Intra-Area LSAs: nur innerhalb einer Area relevant
- Inter-Area LSAs: zwischen Areas über den Backbone
- External LSAs: Routen aus anderen Quellen (Redistribution)
LSA-Typ 1: Router LSA (Intra-Area)
Type 1 beschreibt die Links und Kosten eines Routers innerhalb einer Area. Jeder OSPF-Router erzeugt pro Area einen Router-LSA. Damit berechnet OSPF den SPF-Baum.
- Erzeuger: jeder Router (pro Area)
- Scope: nur innerhalb der Area
- Inhalt: Interfaces/Links, Kosten, Nachbarn
In der LSDB anzeigen
Router# show ip ospf database router
LSA-Typ 2: Network LSA (Intra-Area, Broadcast/NBMA)
Type 2 wird vom DR auf Broadcast- und NBMA-Segmenten erzeugt. Er beschreibt das Multiaccess-Netz und listet die Router im Segment. Auf Point-to-Point-Links gibt es typischerweise keinen Type 2.
- Erzeuger: DR des Segments
- Scope: nur innerhalb der Area
- Vorkommen: Broadcast/NBMA, nicht typisch bei P2P
In der LSDB anzeigen
Router# show ip ospf database network
LSA-Typ 3: Summary LSA (Inter-Area)
Type 3 wird von ABRs erzeugt, um Netze aus einer Area in andere Areas zu annoncieren. Das ist die Basis von Inter-Area-Routing. Summarization an ABRs wirkt genau auf diesen LSA-Typ.
- Erzeuger: ABR
- Scope: zwischen Areas (über Area 0)
- Inhalt: Netzpräfixe aus anderen Areas (Summaries)
In der LSDB anzeigen
Router# show ip ospf database summary
LSA-Typ 4: ASBR Summary LSA (Inter-Area)
Type 4 wird von ABRs erzeugt, um den Standort eines ASBR (Router, der Externals einspeist) in andere Areas bekannt zu machen. Router in anderen Areas müssen wissen, wie sie den ASBR erreichen, um externe Routen korrekt zu nutzen.
- Erzeuger: ABR
- Scope: zwischen Areas
- Inhalt: Erreichbarkeit/„Weg zum ASBR“
In der LSDB anzeigen
Router# show ip ospf database asbr-summary
LSA-Typ 5: External LSA (Redistribution, E1/E2)
Type 5 transportiert externe Routen, die ein ASBR in OSPF redistribuiert (z. B. statische Routen, BGP). Diese LSAs werden in normalen Areas verteilt, aber nicht in Stub-Areas. Externe Routen erscheinen in der Routing-Tabelle typischerweise als O E1 oder O E2.
- Erzeuger: ASBR
- Scope: OSPF-Domain (außer Stub/Totally Stubby)
- Inhalt: Externe Präfixe, externe Metrik (E1/E2)
In der LSDB anzeigen und in der Routing-Tabelle erkennen
Router# show ip ospf database external
Router# show ip route | include O E1|O E2
LSA-Typ 7: NSSA External LSA (NSSA-spezifisch)
Type 7 ist das NSSA-Pendant zu Type 5. In einer NSSA können lokale Externals eingespeist werden, ohne die Area in eine normale Area zu verwandeln. Der ABR übersetzt Type 7 in Type 5 Richtung Backbone/andere Areas.
- Erzeuger: ASBR innerhalb der NSSA
- Scope: innerhalb der NSSA
- Übersetzung: am ABR von Type 7 → Type 5
In der LSDB anzeigen
Router# show ip ospf database nssa-external
LSA-Typ 6: Multicast OSPF (MOSPF) – meist nur Theorie
Type 6 ist historisch für MOSPF (Multicast Extensions). In klassischen Enterprise-Designs und Prüfungsfragen ist Type 6 meist ein Randthema und im Betrieb selten relevant.
- Prüfungswissen: existiert, aber in der Praxis selten genutzt
- Im normalen OSPF-Betrieb typischerweise nicht sichtbar
Scope-Regeln: Wo taucht welcher LSA-Typ auf?
Ein häufiger Prüfungs- und Praxispunkt ist: welche LSAs werden in welchen Areas geflutet? Stub- und NSSA-Designs drehen sich genau um diese Regeln.
- Intra-Area: Type 1, Type 2 (innerhalb der Area)
- Inter-Area: Type 3, Type 4 (zwischen Areas über ABR)
- External: Type 5 (normal), Type 7 (nur NSSA)
Stub/NSSA Auswirkungen (Kurzüberblick)
- Stub: blockt Type 5 (Externals), erhält meist Default Route via ABR
- Totally Stubby: blockt Type 5 und minimiert Type 3, Default Route dominiert
- NSSA: blockt Type 5 von außen, erlaubt lokale Externals als Type 7
Prüfungsrelevante Merkpunkte (CCNA/CCNP)
Für Prüfungen sind weniger die Details jedes Feldes wichtig, sondern Erzeuger, Scope und der Zusammenhang mit ABR/ASBR sowie Stub/NSSA. Diese Punkte kommen sehr häufig.
- Type 1: Router LSA (pro Router, pro Area)
- Type 2: Network LSA (DR auf Broadcast/NBMA)
- Type 3: Summary (ABR, Netze zwischen Areas)
- Type 4: ASBR Summary (ABR, Weg zum ASBR)
- Type 5: External (ASBR, nicht in Stub)
- Type 7: NSSA External (NSSA, wird am ABR zu Type 5)
Praxis: LSAs lesen und Probleme erkennen
Wenn OSPF „komisch“ routet, ist die LSDB oft die Wahrheit. Typische Symptome sind fehlende Type 3 (ABR/Area-Problem), fehlende Type 5 (Stub-Filterung) oder fehlende Type 7 (NSSA/Redistribution-Problem).
LSDB-Checks in der Praxis
Router# show ip ospf database
Router# show ip ospf database router
Router# show ip ospf database network
Router# show ip ospf database summary
Router# show ip ospf database asbr-summary
Router# show ip ospf database external
Router# show ip ospf database nssa-external
Routing-Tabelle gegenprüfen
Router# show ip route ospf
Router# show ip route | include O IA|O E1|O E2
Best Practices: LSAs schlank halten ohne Informationsverlust
Ein gutes OSPF-Design reduziert LSAs dort, wo Endrouter sie nicht brauchen. Dafür nutzt man Area-Hierarchie, Summarization an ABRs und stubby Designs für Außenstellen.
- Area 0 als Backbone sauber durchziehen
- Außenstellen als Stub/Totally Stubby, wenn Default Route genügt
- NSSA nutzen, wenn lokale Externals nötig sind
- Summarization an ABRs (Type 3) einsetzen
- Redistribution strikt filtern und Metrik-Typ bewusst wählen
Konfiguration sichern
Router# copy running-config startup-config
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Routing: Default/Static Routing oder OSPF, Inter-VLAN Routing (Router-on-a-Stick)
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Services: DHCP (Pools/Scopes), NAT/PAT für Internet-Simulation
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Optional Security: Basic ACLs und SSH-Hardening
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