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Routing-Tabelle lesen: show ip route verständlich erklärt

computer network concept. 3d illustration

Die Routing-Tabelle ist die Entscheidungsgrundlage deines Cisco Routers: Für jedes Zielnetz steht dort, wohin Pakete weitergeleitet werden. Mit show ip route erkennst du in Sekunden, ob ein Netz bekannt ist, über welchen Next-Hop es erreicht wird und welche Route „gewinnt“. Wenn du die Ausgabe richtig liest, wird Troubleshooting deutlich schneller und nachvollziehbarer.

Was zeigt show ip route überhaupt?

Der Befehl listet die IPv4-Routing-Tabelle auf. Du siehst direkt verbundene Netze, statische Routen und dynamisch gelernte Routen (z. B. OSPF, EIGRP, BGP), inklusive Next-Hop und Ausgangsinterface.

Router# show ip route

Wichtige Bereiche in der Ausgabe

Die Codes verstehen: Woher kommt die Route?

Am Anfang jeder Routenzeile steht ein Code. Er sagt dir, ob das Netz direkt angeschlossen ist, statisch gesetzt wurde oder aus einem Routingprotokoll stammt. Diese Information ist entscheidend, um „woher“ ein Eintrag kommt.

Router# show ip route | begin Gateway

Häufige Codes (Praxisrelevant)

Eine Routenzeile lesen: Präfix, AD/Metric, Next-Hop, Interface

Die typische Darstellung enthält mehrere Bausteine. Wenn du sie einmal verinnerlichst, kannst du schnell entscheiden, warum ein Pfad gewählt wird und ob er plausibel ist.

Beispielausgabe (typische Struktur)

S    192.168.20.0/24 [1/0] via 10.0.0.2, 00:12:10, GigabitEthernet0/1

Administrative Distance und Metric: Warum gewinnt eine Route?

Wenn mehrere Routen dasselbe Zielpräfix abdecken, entscheidet IOS in zwei Schritten: erst die längste Präfixlänge (Longest Prefix Match), dann die Administrative Distance, danach die Metric innerhalb desselben Protokolls.

Entscheidungslogik als Merkkette

Longest Prefix Match (vereinfachtes Prinzip)

LPM:   /32 > /24 > /16 > /0

Typische Administrative Distances (häufig im Alltag)

Connected und Local: Warum gibt es zwei Einträge pro Interface?

Ein Interface erzeugt meist zwei Einträge: das verbundene Netz (C) und die lokale Interface-IP als /32 (L). Der L-Eintrag sorgt dafür, dass der Router seine eigene IP exakt kennt.

Beispiel: Interface 192.168.10.1/24

C    192.168.10.0/24 is directly connected, GigabitEthernet0/0
L    192.168.10.1/32 is directly connected, GigabitEthernet0/0

Default Route erkennen: „Gateway of last resort“

Wenn eine Default Route vorhanden ist, zeigt IOS meist oben „Gateway of last resort“. In der Tabelle findest du sie als S* oder aus einem Protokoll (z. B. OSPF/BGP) stammend.

Default Route anzeigen und filtern

Router# show ip route | include Gateway|0.0.0.0
Router# show ip route 0.0.0.0

Typische Default-Route-Zeile

S*   0.0.0.0/0 [1/0] via 203.0.113.1

Gezielt filtern: Nur das anzeigen, was du brauchst

Im Troubleshooting willst du selten die komplette Tabelle lesen. Filtere nach Protokollen, Präfixen oder „static/connected“, um schneller zur Ursache zu kommen.

Nur statische Routen

Router# show ip route static

Nur connected Routen

Router# show ip route connected

Routen zu einem Zielnetz finden

Router# show ip route 192.168.20.0
Router# show ip route 192.168.20.10

Multiple Pfade: Equal-Cost und Load Sharing erkennen

Wenn mehrere gleich gute Pfade existieren, kann IOS Equal-Cost Multi-Path (ECMP) nutzen. In der Ausgabe siehst du dann mehrere „via“-Zeilen für dasselbe Präfix.

Beispielprinzip (mehrere Next-Hops)

O    10.10.0.0/16 [110/20] via 10.0.0.2, GigabitEthernet0/1
     10.10.0.0/16 [110/20] via 10.0.0.6, GigabitEthernet0/2

Warum das wichtig ist

Route-Fehlerbilder: Wie du sie in der Tabelle erkennst

Viele Probleme lassen sich direkt in der Routing-Tabelle ablesen: fehlende Einträge, falsche Next-Hops oder eine Default Route, die unerwartet alles „schluckt“.

Symptom: Zielnetz fehlt komplett

Router# show ip interface brief
Router# show ip route

Symptom: Route zeigt auf falschen Next-Hop

Router# show ip route 0.0.0.0
Router# ping 203.0.113.1

Symptom: Traffic geht „immer über Default Route“

Router# show ip route | include 0.0.0.0|192.168.20.0
Router# show ip route 192.168.20.10

Der nächste Schritt: Den tatsächlichen Forwarding-Pfad prüfen

Die Routing-Tabelle zeigt die Entscheidung auf Control-Plane-Ebene. Für den tatsächlichen Forwarding-Pfad hilft zusätzlich CEF (falls aktiv), weil es die Weiterleitungsinformation pro Ziel detailliert darstellt.

CEF-Check für ein Ziel

Router# show ip cef 192.168.20.10
Router# show ip cef 0.0.0.0/0

Quick-Reference: Routing-Tabelle in 60 Sekunden lesen

Diese Befehle reichen in den meisten Fällen aus, um schnell Klarheit zu bekommen: Default Route vorhanden, Zielnetz bekannt, Next-Hop erreichbar, Interface up.

Router# show ip route
Router# show ip route | include Gateway|0.0.0.0
Router# show ip route 192.168.20.10
Router# show ip interface brief
Router# ping 10.0.0.2
Router# traceroute 192.168.20.10

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