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RPKI und IPv6: Prefix-Validierung und Policy Hygiene

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Die Einführung von RPKI (Resource Public Key Infrastructure) in IPv6-Netzen bietet Providern und Enterprise-Netzwerken eine methodische Möglichkeit, die Herkunft von Präfixen zu validieren und die Routing-Sicherheit zu erhöhen. RPKI erlaubt es, digitale Signaturen für IPv6-Präfixe und zugehörige Autonomous System Numbers (ASNs) zu erstellen, sodass Netzbetreiber eine konsistente Policy-Hygiene durchsetzen können. In diesem Tutorial erfahren Einsteiger, IT-Studierende und Junior Network Engineers praxisnah, wie RPKI implementiert, überwacht und in IPv6-Umgebungen zur Absicherung von Routing-Entscheidungen genutzt wird.

Grundlagen von RPKI

RPKI ist eine PKI-basierte Infrastruktur, die Zertifikate und ROAs (Route Origin Authorizations) nutzt, um die Legitimität von Präfix-Ankündigungen zu prüfen.

IPv6-spezifische Herausforderungen

Die Größe und Hierarchie von IPv6-Präfixen erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Policy-Gestaltung:

Beispiel ROA für IPv6

prefix 2001:db8:1000::/48
maxLength 48
origin-AS 65001

RPKI-Validierung in BGP

RPKI wird meist in BGP-Umgebungen verwendet, um eingehende Präfixe zu prüfen:

CLI-Beispiel: RPKI-Prüfung

router bgp 65000
 address-family ipv6 unicast
  bgp rpki server 192.0.2.1 port 8282
  neighbor 198.51.100.1 remote-as 65001
  neighbor 198.51.100.1 activate
  bgp rpki validate

Policy-Hygiene und Best Practices

Um Routing-Stabilität und Sicherheitsziele zu erreichen, sollten Netzbetreiber konsistente RPKI-Policies implementieren:

Beispiel Policy für IPv6 RPKI

route-map RPKI-VALIDATE permit 10
 match rpki valid
 set local-preference 200

route-map RPKI-VALIDATE permit 20
match rpki notfound
set local-preference 100

route-map RPKI-VALIDATE permit 30
match rpki invalid
set local-preference 50
set community no-export

Integration in IPAM und Automation

RPKI-Prüfungen sollten mit IPAM-Systemen synchronisiert werden, um Präfix-Ownership, maximale Länge und autorisierte ASNs zu überwachen:

Überwachung und Troubleshooting

Ein aktives Monitoring ist entscheidend, um Probleme frühzeitig zu erkennen:

Praktisches Beispiel

Fazit

RPKI in IPv6-Umgebungen bietet eine methodische Absicherung der Routing-Infrastruktur. Durch ROAs, konsistente Policies und IPAM-Integration können Overlaps, Fehlkonfigurationen und Route Hijacks vermieden werden. Die Kombination aus Validierung, Monitoring und Policy-Hygiene stellt sicher, dass Provider- und Enterprise-Netze robust, skalierbar und auditierbar betrieben werden können.

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