January 6, 2026

Sicherheitsrisiko Android 6? So lange können Sie es noch nutzen

Android 6.0, bekannt als “Marshmallow”, wurde bereits 2015 veröffentlicht. Im Jahr 2026 ist dieses Betriebssystem ein technologischer Oldtimer. Während viele Nutzer an ihren robusten Geräten hängen, hat sich die Sicherheitslage dramatisch zugespitzt. Google und fast alle namhaften App-Entwickler haben den Support längst eingestellt.

In diesem Check klären wir, welche Gefahren heute lauern und ob es überhaupt noch Szenarien gibt, in denen die Nutzung von Android 6 vertretbar ist.

Der aktuelle Status: Sicherheit im roten Bereich

Android 6 erhält seit über sieben Jahren keine offiziellen Sicherheitsupdates mehr. Das bedeutet, dass jede seitdem entdeckte Schwachstelle in diesem System dauerhaft offensteht.

1. Die Zero-Day-Gefahr

Anfang 2026 wurden erneut über 100 kritische Sicherheitslücken in Android-Systemen identifiziert. Während moderne Geräte (ab Android 13) Patches erhalten, bleibt Android 6 schutzlos. Angreifer können über manipulierte Webseiten oder Werbebanner Schadcode ausführen, ohne dass der Nutzer eine App installieren muss.

2. Veraltete Verschlüsselung

Die Verschlüsselungsprotokolle von Android 6 (wie ältere TLS-Versionen) entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Dies macht Verbindungen zu modernen Servern instabil oder gänzlich unmöglich. Viele Webseiten lassen sich im Standard-Browser gar nicht mehr öffnen, da die erforderlichen Sicherheitszertifikate abgelaufen sind.

3. Google Play Services am Limit

Zwar unterstützt Google die Play Services (die Hintergrunddienste für den Play Store) oft sehr lange, doch im Jahr 2026 ist die Grenze erreicht. Ohne aktuelle Play Services funktionieren selbst Basisfunktionen wie Standortdienste, Push-Benachrichtigungen oder die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht mehr zuverlässig.

Performance und App-Check 2026

Wer versucht, Android 6 im Alltag zu nutzen, wird auf massive funktionale Hürden stoßen.

  • Messenger: WhatsApp, Telegram und Signal haben den Support für Versionen unter Android 9 bereits vor längerer Zeit eingestellt. Die Apps lassen sich auf Android 6 weder installieren noch starten.

  • Banking & Finanzen: Aus Haftungsgründen erlauben Banken keine Installation ihrer Apps auf Systemen ohne aktuelle Sicherheitspatches. Mobiles Bezahlen ist mit Android 6 technisch ausgeschlossen.

  • Streaming & Medien: Apps wie Netflix oder Disney+ setzen moderne DRM-Systeme (Kopierschutz) voraus, die Android 6 nicht mehr bietet. Auch E-Paper-Apps namhafter Verlage funktionieren seit Anfang 2026 nur noch ab Android 9.

Prozedur: So nutzen Sie alte Hardware (halbwegs) sicher

Falls Sie ein Gerät mit Android 6 besitzen, das technisch noch einwandfrei funktioniert, sollten Sie es nur noch unter strengen Auflagen verwenden:

1. Das “Air-Gap”-Prinzip (Offline-Nutzung)

Trennen Sie das Gerät dauerhaft vom Internet. Als reiner MP3-Player, Offline-Navigationssystem (mit vorab geladenen Karten) oder als digitaler Bilderrahmen ist das Gerät weiterhin nutzbar, ohne ein Risiko für Ihr Netzwerk darzustellen.

2. Browser-Alternative

Wenn Internetnutzung unumgänglich ist, installieren Sie einen Browser wie Opera Mini oder DuckDuckGo, sofern diese noch kompatible Versionen anbieten. Diese Browser nutzen oft eigene Cloud-Server zum Rendern der Seiten, was eine zusätzliche (wenn auch kleine) Schutzschicht bietet.

3. Kein Sideloading

Installieren Sie niemals APK-Dateien aus dem Netz. Da das System keine “Play Protect”-Echtzeitprüfung auf modernem Niveau besitzt, ist das Risiko einer Infektion durch manipulierte Apps extrem hoch.

4. Werksreset vor Zweckentfremdung

Bevor Sie ein Android 6 Gerät als Zweitgerät nutzen, führen Sie einen vollständigen Werksreset durch und loggen Sie sich nicht mit Ihrem Haupt-Google-Konto ein. Erstellen Sie stattdessen ein leeres Wegwerf-Konto.

Tips für den Abschied von Android 6

  • Nicht als Kinderhandy nutzen: Kinder klicken oft auf bunte Werbebanner. Auf einem ungepatchten System wie Android 6 kann dies sofort zu teuren Abos oder Malware-Infektionen führen.

  • Recycling statt Müll: Wenn das Gerät im Alltag nicht mehr nutzbar ist, bringen Sie es zu einer Sammelstelle. Die seltenen Erden und Metalle in Handys von 2015/2016 sind wertvolle Ressourcen.

  • Smart-Home-Zentrale: Mit Apps wie Fully Kiosk Browser lässt sich ein altes Tablet mit Android 6 oft noch als fest installiertes Dashboard für die Haussteuerung nutzen – sofern die Steuersoftware (wie Home Assistant) noch kompatibel ist und das Gerät in einem isolierten Gäste-WLAN funkt.

FAQ – Häufige Fragen zu Android 6 (Stand 2026)

1. Kann ich Android 6 auf Version 10 oder höher updaten?

Offiziell ist das fast nie möglich, da die Hardwaretreiber für moderne Android-Versionen fehlen. Nur über inoffizielle Wege wie “Custom ROMs” (z.B. LineageOS) lässt sich die Software manchmal aktualisieren – dies setzt jedoch einen entsperrbaren Bootloader voraus.

2. Ist mein WLAN zu Hause sicher, wenn ein Android 6 Gerät eingeloggt ist?

Bedingt. Ein infiziertes Gerät kann als Brücke für Angreifer dienen, um andere Geräte im selben Netzwerk zu scannen. Nutzen Sie für solche Altgeräte idealerweise das Gäste-WLAN Ihres Routers.

3. Warum funktionieren Google-Apps nicht mehr?

Google aktualisiert seine APIs ständig. Android 6 unterstützt die neuen Schnittstellen nicht mehr, weshalb Apps wie YouTube oder Gmail oft mit Fehlermeldungen abbrechen oder gar nicht erst laden.

4. Kann ich das Gerät noch als Kamera nutzen?

Ja, die Kamerafunktion ist hardwaregebunden und funktioniert offline tadellos. Die Fotos sollten Sie jedoch per USB-Kabel auf einen PC übertragen, statt sie über unsichere Cloud-Dienste zu synchronisieren.

5. Gibt es noch Antiviren-Programme für Android 6?

Einige Anbieter bieten noch “Legacy”-Versionen an. Diese erkennen zwar alte Viren, schützen aber nicht vor modernen Exploits, die Sicherheitslücken im Systemkern ausnutzen.

Kesimpulan

Die Zeit von Android 6 ist im Jahr 2026 endgültig abgelaufen. Als aktives Smartphone für Kommunikation, Banking oder Surfen stellt es ein unvertretbares Sicherheitsrisiko dar. Wer die Hardware dennoch erhalten möchte, sollte sie strikt offline oder in isolierten Netzwerken für spezialisierte Aufgaben einsetzen. Für alles andere ist ein Umstieg auf ein Gerät mit mindestens Android 13 dringend geboten, um Ihre privaten Daten zu schützen.

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