So kalkulierst du Preise für Lettering-Aufträge

So kalkulierst du Preise für Lettering-Aufträge – diese Frage entscheidet oft darüber, ob aus Kreativität ein nachhaltiges Business wird oder ob du dich langfristig unter Wert verkaufst. Gerade im Lettering-Bereich ist Preisgestaltung anspruchsvoll, weil Kundinnen und Kunden häufig nur das fertige Ergebnis sehen, nicht aber den Weg dorthin: Briefing, Ideenfindung, Skizzen, Korrekturen, Digitalisierung, Dateiaufbereitung, Kommunikation und Nutzungsrechte. Viele Einsteiger orientieren sich deshalb zu stark am Materialpreis oder an der reinen Zeichenzeit – und wundern sich später, warum Aufträge zwar Spaß machen, aber finanziell nicht tragen. Eine professionelle Kalkulation berücksichtigt dagegen mehrere Ebenen: deinen Stundensatz (inklusive Fixkosten), den konkreten Projektaufwand, die Nutzung des Designs (privat oder kommerziell), den Wert für den Kunden sowie Risikofaktoren wie kurze Deadlines oder zusätzliche Korrekturschleifen. In diesem Guide lernst du Schritt für Schritt, wie du Preise für Lettering-Aufträge nachvollziehbar berechnest, wie du Angebote strukturierst, welche Modelle (Pauschale, Stundenlohn, Paket, Lizenz) wann sinnvoll sind und wie du Preisgespräche souverän führst – ohne dich zu rechtfertigen und ohne willkürliche Zahlen. Ziel ist, dass du zu Preisen kommst, die für dich wirtschaftlich sind und für Kundinnen und Kunden fair und transparent wirken.

1. Warum Preisgestaltung bei Lettering so oft schiefgeht

Lettering wirkt für Außenstehende „leicht“: ein schöner Schriftzug, ein paar Linien, fertig. Dass dahinter Expertise steckt – Formgefühl, Lesbarkeit, Layout, Stilwissen, Routine – ist vielen nicht bewusst. Genau deshalb brauchen Kreative klare Modelle, die ihren Wert abbilden. Häufige Ursachen für zu niedrige Preise sind Unsicherheit, fehlende Kalkulation und der Wunsch, „erst mal Aufträge zu bekommen“.

  • Materialfalle: Papier und Stifte sind günstig, aber deine Kompetenz nicht.
  • Nur Zeichenzeit gerechnet: Kommunikation, Korrekturen und Dateiarbeit werden vergessen.
  • Vergleich mit Hobby-Preisen: Etsy- oder Kleinanzeigen-Logik ersetzt keine Business-Kalkulation.
  • Angst vor Absagen: führt zu Rabatten, die dich langfristig ausbremsen.
  • Unklare Nutzungsrechte: kommerzielle Nutzung wird verschenkt, obwohl sie wertvoll ist.

2. Die vier Preisbausteine: So setzt sich ein fairer Projektpreis zusammen

Ein professioneller Preis für Lettering-Aufträge besteht selten aus nur einer Zahl. Sinnvoll ist es, die Kalkulation in Bausteine zu zerlegen. Dadurch wird dein Angebot transparent, und du kannst leichter erklären, warum ein Projekt kostet, was es kostet.

  • Baustein 1: Grundaufwand – Konzeption, Skizzen, Reinzeichnung, Produktion/Digitalisierung.
  • Baustein 2: Projektmanagement – Kommunikation, Abstimmungen, Datenhandling, Zeitplanung.
  • Baustein 3: Nutzungsrechte/Lizenz – privat vs. kommerziell, Reichweite, Dauer, Medien.
  • Baustein 4: Zuschläge – Express, Zusatzkorrekturen, zusätzliche Motive, Vor-Ort-Einsatz.

3. Stundensatz richtig berechnen: Deine Basis für jede Kalkulation

Auch wenn du später pauschal anbietest, brauchst du intern einen soliden Stundensatz. Er ist die Grundlage, um zu prüfen, ob ein Projekt wirtschaftlich ist. Ein realistischer Stundensatz berücksichtigt nicht nur „Wunschlohn“, sondern auch Fixkosten, Steuern, Ausfallzeiten und die Tatsache, dass nicht jede Arbeitsstunde abrechenbar ist.

  • Fixkosten: Miete/Arbeitsplatz, Software, Hardware, Internet, Versicherungen, Tools.
  • Variable Kosten: Material, Druck, Versand, Fahrten, Plattformgebühren.
  • Arbeitszeit realistisch: Akquise, Buchhaltung, Administration sind nicht direkt abrechenbar.
  • Rücklagen: Krankheit, Urlaub, Investitionen, Weiterbildungen.
  • Steuern/Abgaben: müssen einkalkuliert werden (je nach Modell).

Orientierungslogik

Berechne deinen benötigten Monatsumsatz (inkl. Kosten und Rücklagen) und teile ihn durch deine realistisch abrechenbaren Stunden. So entsteht ein Stundensatz, der nicht „aus dem Bauch“ kommt.

4. Aufwand einschätzen: Was bei Lettering-Aufträgen wirklich Zeit kostet

Die reine Zeichenzeit ist oft nur ein Teil. Besonders bei Kundenprojekten entsteht Zeit durch Abstimmung und Korrekturen. Auch technische Aufgaben wie Scan, Retusche, Vektorisierung oder Dateiexport werden häufig unterschätzt. Wenn du diese Punkte von Anfang an einpreist, schützt du dich vor „Gratisarbeit“.

  • Briefing & Recherche: Markenstil, Referenzen, Zielgruppe, Anwendungszweck.
  • Konzeptphase: Ideen entwickeln, Stilrichtungen testen, Varianten skizzieren.
  • Reinzeichnung: saubere Linien, Proportionen, Kerning, Details.
  • Digitalisierung: scannen/fotografieren, Kontrast, Hintergrund entfernen.
  • Vektorisierung: Kurven bereinigen, Punkte optimieren, Formen anpassen.
  • Dateipakete: verschiedene Formate, Größen, Farbvarianten, Benennung.
  • Kommunikation: E-Mails, Calls, Feedbackschleifen, Protokolle.

5. Pauschale oder Stundenlohn? Welches Modell wann sinnvoll ist

Viele Einsteiger bieten „Stundenlohn“ an, weil es einfacher klingt. In der Praxis ist das aber oft schwer zu verkaufen: Kunden möchten Planungssicherheit. Pauschalen und Pakete sind deshalb im Kreativbereich häufig erfolgreicher – intern kalkulierst du trotzdem über Zeit.

  • Stundenlohn: sinnvoll bei offenen Aufgaben (z. B. Vor-Ort-Beschriftung, laufende Anpassungen).
  • Pauschale: ideal bei klaren Deliverables (z. B. ein Schriftzug, ein Poster-Design).
  • Paketpreise: gut für wiederkehrende Leistungen (z. B. Tafel-Updates, Social-Templates).
  • Lizenzmodell: sinnvoll, wenn Nutzung der Hauptwert ist (z. B. Branding, Packaging, Kampagne).

6. Nutzungsrechte: Der Preishebel, den viele vergessen

Wenn dein Lettering kommerziell genutzt wird, hat es einen anderen Wert als bei privater Nutzung. Ein Schriftzug auf einer Hochzeitskarte ist nicht dasselbe wie ein Schriftzug auf Verpackungen, in Anzeigen oder auf einer Website. Deshalb gehört Lizenzierung in deine Kalkulation. Du verkaufst nicht nur die Datei, sondern das Recht, sie in einem bestimmten Umfang zu nutzen.

  • Privat: Geschenk, Deko, persönliche Nutzung.
  • Kommerziell: Werbung, Produktverkauf, Markenauftritt, Social Media einer Firma.
  • Reichweite: lokal vs. national/international.
  • Dauer: zeitlich begrenzt oder unbegrenzt.
  • Medien: online, print, packaging, großflächig (z. B. Plakat, Schaufenster).
  • Exklusivität: darfst du ähnliche Designs weiter nutzen oder nicht?

Für rechtliche Grundlagen ist das Urheberrechtsgesetz (UrhG) eine verlässliche Quelle; zur Einordnung eignet sich Urheberrecht in Deutschland.

7. Preisformel in der Praxis: So kommst du zu einer belastbaren Zahl

Eine einfache, praxistaugliche Formel hilft dir, konsistent zu kalkulieren. Du musst sie nicht eins zu eins an Kundinnen und Kunden kommunizieren, aber intern sorgt sie für Sicherheit. Entscheidend ist, dass du nicht nur Zeit, sondern auch Lizenz und Risiko abbildest.

  • 1: Zeitaufwand schätzen (inkl. Kommunikation und Datei-Setup).
  • 2: Zeitaufwand × interner Stundensatz = Grundpreis.
  • 3: Lizenz/Nutzungsrechte addieren (nach Umfang gestaffelt).
  • 4: Zuschläge einrechnen (Express, Zusatzkorrekturen, Vor-Ort).
  • 5: Puffer (z. B. 10–20 %) für Unvorhergesehenes einplanen.

Hinweis

Wenn du sehr schnell arbeitest, darf dein Preis nicht automatisch sinken. Geschwindigkeit ist Teil deiner Professionalität – und genau dafür bezahlen Kunden mit.

8. Angebotsstruktur: So formulierst du Preise, ohne dich zu erklären

Ein gutes Angebot wirkt ruhig und professionell. Es listet klar auf, was enthalten ist, wie viele Korrekturen es gibt, welche Nutzungsrechte gelten und wann geliefert wird. Dadurch wird dein Preis nachvollziehbar – ohne dass du dich rechtfertigst.

  • Leistungsumfang: z. B. „1 Lettering-Schriftzug + 2 Stilvarianten“.
  • Korrekturrunden: z. B. „1 Korrekturrunde inklusive, weitere nach Aufwand“.
  • Lieferformate: PNG/JPG/PDF/SVG – klar benennen.
  • Nutzungsrechte: privat/kommerziell, Dauer, Medien, Reichweite.
  • Timeline: Entwurfsdatum, Feedbackfenster, Final-Lieferung.
  • Zahlungsbedingungen: Anzahlung, Rest bei Übergabe, Fälligkeit.

9. Pakete und Ankerpreise: So machst du deine Preise leichter verkaufbar

Pakete helfen, weil Kundinnen und Kunden vergleichen können. Außerdem kannst du über Pakete deine Arbeitsweise standardisieren. Ein psychologischer Vorteil: Wenn es drei Optionen gibt, wählen viele die mittlere – sofern sie sinnvoll gestaltet ist.

  • Basic: kleiner Umfang, klare Grenzen, ideal für Einsteigerkunden.
  • Standard: dein „Best Seller“, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Premium: mehr Varianten, mehr Rechte, mehr Service (z. B. Styleguide, Icon).

Praxis-Tipp

Dein Standard-Paket sollte so kalkuliert sein, dass du damit zuverlässig profitabel bist. Basic ist eher Einstieg, Premium ist Upsell.

10. Korrekturen, Feedback und Scope: Der Schutz vor „Endlos-Schleifen“

Viele Projekte werden teuer – nicht wegen des Designs, sondern wegen unklarer Feedbackprozesse. Definiere deshalb von Anfang an, wie Feedback geliefert wird und wie viele Runden inklusive sind. Das ist kein „unfreundliches“ Verhalten, sondern Professionalität.

  • Feedback gesammelt: ein Dokument statt 20 Einzelmails.
  • Korrekturrunden begrenzen: z. B. 1–2 inklusive.
  • Scope klar definieren: „Textänderung“ ist etwas anderes als „neuer Stil“.
  • Zusatzleistungen bepreisen: klarer Stundensatz oder Fixpreis pro Extra.

11. Sonderfälle: Express, Vor-Ort, Produktion und Druck

Manche Lettering-Aufträge haben zusätzliche Faktoren, die unbedingt in den Preis gehören. Dazu zählen kurze Deadlines, Vor-Ort-Einsätze (Tafel, Schaufenster) oder Produktionsleistungen wie Druck und Versand. Hier hilft es, feste Zuschläge zu definieren, damit du nicht jedes Mal neu verhandelst.

  • Express: Zuschlag für Priorisierung und Umplanung.
  • Vor-Ort: Anfahrt, Aufbauzeit, Materialverbrauch, Zeitfenster.
  • Druck/Produktion: Material, Testdrucke, Ausschuss, Versand, Verpackung.
  • Wiederholungen: z. B. mehrere Varianten oder Sprachversionen – als Staffel kalkulieren.

12. Preisgespräche souverän führen: Sätze, die funktionieren

Viele fühlen sich unwohl, wenn es um Geld geht. Dabei wirkt Ruhe am professionellsten. Du musst nicht „überzeugen“, sondern Klarheit schaffen. Wenn dein Angebot klar strukturiert ist, sind Preisgespräche oft kurz und sachlich.

  • Bei Budgetfragen: „Was ist Ihr Budgetrahmen? Dann kann ich den Umfang passend planen.“
  • Bei Rabattanfragen: „Ich kann den Preis nur reduzieren, wenn wir den Leistungsumfang anpassen.“
  • Bei Vergleich mit günstigen Optionen: „Das ist ein anderes Leistungsniveau – bei mir sind Varianten, Korrekturen und Nutzungsrechte klar geregelt.“
  • Bei Unsicherheit: „Ich empfehle Paket X, weil es die Nutzung abdeckt, die Sie beschrieben haben.“

13. Beispiele für Kalkulationen: Drei typische Lettering-Aufträge

Konkrete Szenarien helfen, die Logik zu verstehen. Die folgenden Beispiele zeigen, wie du Bausteine kombinieren kannst. Die konkreten Zahlen hängen von deinem Stundensatz und Markt ab – das Prinzip bleibt gleich.

  • Beispiel 1: Privates Namensposter
    Grundaufwand (Skizze + Reinzeichnung + Scan) + 1 Datei-Paket, private Nutzung, geringe Lizenz.
  • Beispiel 2: Tafelbeschriftung im Café
    Vor-Ort-Zeit + Anfahrt + Material + ggf. Paketpreis für regelmäßige Updates, keine klassische Lizenz, aber Serviceumfang.
  • Beispiel 3: Lettering-Schriftzug für Packaging
    Konzept + Varianten + Reinzeichnung + Vektor + Nutzungsrechte (Packaging, kommerziell, ggf. international, ggf. exklusiv).

14. Häufige Fehler bei der Preis-Kalkulation – und wie du sie vermeidest

Preisfehler passieren fast allen am Anfang. Wichtig ist, daraus ein System zu machen, das dich schützt. Mit klaren Regeln und Vorlagen sparst du langfristig enorm viel Zeit und Nerven.

  • Fehler: Keine Pufferzeit.
    Lösung: 10–20 % Puffer einkalkulieren.
  • Fehler: Nutzungsrechte vergessen.
    Lösung: Lizenz immer als eigenen Posten denken.
  • Fehler: Unbegrenzte Korrekturen.
    Lösung: Korrekturen definieren und bepreisen.
  • Fehler: Zu niedriger Stundensatz.
    Lösung: Fixkosten und nicht abrechenbare Zeit berücksichtigen.
  • Fehler: Preise „nach Gefühl“.
    Lösung: Standardformel und Paketvorlagen nutzen.

15. Mini-Checkliste: Dein Preis-Setup für die nächsten 10 Anfragen

Wenn du dein Pricing einmal sauber aufsetzt, wird jede neue Anfrage leichter. Nutze diese Checkliste, um in kurzer Zeit ein professionelles System aufzubauen, das du immer wieder anwenden kannst.

  • 1: Interner Stundensatz berechnet (inkl. Kosten, Rücklagen, nicht abrechenbarer Zeit).
  • 2: Drei Paketangebote definiert (Basic/Standard/Premium) mit klaren Grenzen.
  • 3: Standardliste für Leistungsumfang (Skizze, Reinzeichnung, Digitalisierung, Dateien).
  • 4: Regelung für Korrekturrunden und Zusatzleistungen festgelegt.
  • 5: Lizenz-Staffel erstellt (privat/kommerziell, Medien, Dauer, Reichweite, Exklusivität).
  • 6: Express- und Vor-Ort-Zuschläge definiert.
  • 7: Angebotsvorlage vorbereitet (damit du schnell und konsistent antworten kannst).

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