Ein Switch ist das zentrale Layer-2-Element in den meisten Packet-Tracer-Labs. Mit einem sauberen Basissetup stellen Sie sicher, dass Ports korrekt arbeiten, die Verwaltung (Management-IP) erreichbar ist und Sie später VLANs, Trunks oder STP ohne Chaos erweitern können. Diese Anleitung zeigt, wie Sie einen Switch hinzufügen und in wenigen Minuten professionell grundkonfigurieren.
Switch im Packet Tracer hinzufügen
Wechseln Sie in den Logical Workspace und wählen Sie unten „Network Devices“ → „Switches“. Für Einsteiger eignet sich ein 2960 (Layer 2) sehr gut, weil die Kommandos klar und kursüblich sind.
- Gerät platzieren: z. B.
2960in den Workspace ziehen - Umbenennen: z. B.
SW1 - Verkabeln (typisch): PC ↔ Switch (Straight-Through), Switch ↔ Router (Straight-Through)
Ports sinnvoll auswählen
Nutzen Sie für Endgeräte konsequent Access-Ports (z. B. Fa0/1–Fa0/20) und reservieren Sie höhere Ports für Uplinks/Trunks (z. B. Fa0/24 oder Gi0/1–Gi0/2). Das erleichtert spätere VLAN- und Trunk-Übungen.
Basiskonfiguration per CLI: Hostname, Sicherheit, Komfort
Öffnen Sie den Switch, wechseln Sie auf den CLI-Tab und führen Sie ein Grundsetup durch. Damit verhindern Sie typische Stolpersteine wie DNS-Lookups bei Tippfehlern, unverschlüsselte Passwörter oder unlesbare Konsolen-Ausgaben.
enable
configure terminal
hostname SW1
no ip domain-lookup
service password-encryption
banner motd ^CUnauthorized access prohibited^C
line console 0
logging synchronous
exec-timeout 10 0
password CONSOLE_PASS
login
end
write memory
Warum „no ip domain-lookup“ wichtig ist
Wenn Sie sich vertippen (z. B. shwo statt show), versucht IOS sonst häufig, den Begriff per DNS aufzulösen. Das wirkt wie „Freeze“ und kostet Zeit.
Management-IP setzen: Switch im Netzwerk erreichbar machen
Ein Layer-2-Switch bekommt seine Management-IP nicht auf einem physischen Port, sondern auf einem SVI (Switch Virtual Interface), typischerweise interface vlan 1 oder besser einem dedizierten Management-VLAN. Für ein Basissetup reicht VLAN 1, solange Sie die Einschränkungen kennen.
Management-IP auf VLAN 1 (Einsteiger-Baseline)
- Management-IP:
192.168.10.2/24 - Default Gateway (Router):
192.168.10.1
enable
configure terminal
interface vlan 1
ip address 192.168.10.2 255.255.255.0
no shutdown
exit
ip default-gateway 192.168.10.1
end
write memory
Wichtig: Management-IP ≠ Switching-Funktion
Der Switch kann auch ohne Management-IP Frames weiterleiten. Die Management-IP ist nur für Verwaltung (Ping, SSH/Telnet, Monitoring) relevant.
Ports als Access-Ports vorbereiten
Für ein Basissetup definieren Sie typische Endgeräte-Ports als Access und aktivieren PortFast. Das verhindert lange STP-Wartezeiten beim Anstecken von Endgeräten und macht Labs „snappier“.
enable
configure terminal
interface range fastEthernet 0/1 - 0/10
description ACCESS_PORTS
switchport mode access
spanning-tree portfast
no shutdown
end
write memory
PortFast nur für Endgeräte
Aktivieren Sie PortFast ausschließlich auf Ports, an denen Endgeräte hängen (PCs, Drucker, IP-Phones). Auf Uplink-/Switch-zu-Switch-Links kann PortFast zu Loops und Instabilität führen.
Uplink-Port sinnvoll beschriften und prüfen
Beschriften Sie den Uplink (z. B. zum Router) konsequent. Das hilft später bei Trunking, Router-on-a-Stick oder beim Troubleshooting.
enable
configure terminal
interface fastEthernet0/24
description UPLINK_TO_R1
switchport mode access
no shutdown
end
write memory
Hinweis zum Uplink-Modus
Für die reine Basistopologie (ein VLAN) kann der Uplink als Access laufen. Sobald Sie mehrere VLANs über den Router führen wollen (Router-on-a-Stick), stellen Sie diesen Port auf Trunk um.
Optional: SSH für Remote-Zugriff aktivieren (praxisnah)
In realen Umgebungen vermeiden Sie Telnet und nutzen SSH. Für Packet-Tracer-Labs ist SSH ideal, um Remote-Management zu üben. Voraussetzung ist ein Domain-Name und ein RSA-Key.
enable
configure terminal
ip domain-name lab.local
username admin privilege 15 secret STRONG_SECRET
crypto key generate rsa
line vty 0 4
transport input ssh
login local
end
write memory
Wenn „crypto key generate rsa“ Optionen abfragt
Wählen Sie eine ausreichende Schlüssellänge (typisch 1024 oder 2048), sofern Packet Tracer das anbietet. Für Trainings ist 1024 oft ausreichend, für realistische Praxis 2048.
Validierung: Funktioniert Switching und Management?
Prüfen Sie nach der Konfiguration zuerst den Portstatus, dann die Management-Erreichbarkeit. So erkennen Sie sofort, ob ein Layer-1/2-Problem vorliegt oder ob nur die IP-Seite fehlt.
Switch-Checks
enable
show interfaces status
show vlan brief
show ip interface brief
show running-config | section line
Ping-Tests (vom PC oder Router aus)
- PC → Router:
ping 192.168.10.1 - PC → Switch-Management:
ping 192.168.10.2
Typische Fehler und schnelle Lösungen
Wenn der Switch nicht erreichbar ist oder Ports nicht hochkommen, sind es meist kleine Basics. Nutzen Sie diese Kurzliste, bevor Sie alles neu bauen.
- SVI down: Es muss mindestens ein aktiver Port im VLAN existieren, damit das VLAN-Interface „up“ wird
- Kein Default Gateway:
ip default-gatewayfehlt (nur für Management außerhalb des Subnetzes relevant) - Falscher Port: PC steckt in anderem Port als dokumentiert
- Port administrativ down:
no shutdownsetzen - STP-Wartezeit: PortFast auf Endgeräteport aktivieren
Projekt sauber speichern und als Template nutzen
Wenn das Basissetup funktioniert, speichern Sie es als Vorlage. So starten Sie künftige Labs schneller und reproduzierbar.
- Beispiel:
template_switch_baseline_2026-03-03_v01_OK.pkt - Vor Erweiterungen: neue Version per „Save As“ anlegen
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Was ich (je nach Paket) umsetze
-
Switching: VLANs, Trunking (802.1Q), Port-Zuweisung, STP-Basics (PortFast/BPDU Guard wo sinnvoll)
-
Routing: Default/Static Routing oder OSPF, Inter-VLAN Routing (Router-on-a-Stick)
-
Services: DHCP (Pools/Scopes), NAT/PAT für Internet-Simulation
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Optional Security: Basic ACLs und SSH-Hardening
-
Test & Verifikation: Ping/Traceroute + wichtige Show-Commands (mit erwarteten Ergebnissen)
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-
✅ Packet Tracer .pkt Datei
-
✅ Saubere Konfigurations-Notizen pro Gerät
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✅ Verifikations-Checkliste + erwartete Outputs
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