Im digitalen Design hört man oft die Begriffe UI und UX, meist in einem Atemzug genannt. Doch was genau bedeutet UI? Was ist UX? Und warum ist es wichtig, den Unterschied zu kennen? Viele Anfänger verwechseln die beiden Begriffe oder verstehen nur die Hälfte ihrer Bedeutung.
In diesem Artikel erklären wir den Unterschied zwischen UI und UX, zeigen ihre Aufgabenbereiche, Beispiele aus der Praxis und warum beide zusammen entscheidend für den Erfolg eines Produkts sind.
1. Was ist UX Design?
UX steht für User Experience, also die Nutzererfahrung. Es beschreibt, wie ein Nutzer ein Produkt erlebt – ob eine App, Website oder Software einfach, angenehm und effizient zu bedienen ist.
1.1 Ziele von UX Design
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Probleme der Nutzer lösen
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Aufgaben effizient gestalten
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Zufriedenheit und Freude erhöhen
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Vertrauen in das Produkt schaffen
1.2 Typische Aufgaben eines UX Designers
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User Research: Zielgruppenanalyse, Interviews, Umfragen
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Informationsarchitektur: Struktur und Hierarchie der Inhalte
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Interaktionsdesign: Navigation, Workflows, Aktionen
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Prototyping & Testing: Wireframes, klickbare Prototypen, Usability-Tests
Merke: UX beantwortet die Frage „Funktioniert das Produkt für den Nutzer?“
2. Was ist UI Design?
UI steht für User Interface, also die visuelle und interaktive Gestaltung eines Produkts. Es geht darum, die UX zu unterstützen, indem alle Elemente attraktiv, konsistent und verständlich dargestellt werden.
2.1 Ziele von UI Design
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Ästhetisch ansprechende Interfaces schaffen
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Interaktionen visuell verständlich machen
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Konsistenz und Wiedererkennung gewährleisten
2.2 Typische Aufgaben eines UI Designers
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Gestaltung von Buttons, Icons, Farben, Schriftarten
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Layout, Raster und Abstände definieren
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Microinteractions und Animationen gestalten
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Design-Systeme oder Styleguides erstellen
Merke: UI beantwortet die Frage „Sieht das Produkt gut aus und funktioniert es visuell?“
3. UI vs. UX – die Unterschiede auf einen Blick
| Aspekt | UX Design | UI Design |
|---|---|---|
| Fokus | Nutzererfahrung, Funktionalität | Visuelles Design, Look & Feel |
| Ziel | Nutzerbedürfnisse erfüllen, Usability | Interface attraktiv, verständlich gestalten |
| Aufgaben | Research, Informationsarchitektur, Prototyping, Testing | Farben, Typografie, Layout, Icons, Microinteractions |
| Ergebnis | Intuitive, funktionale Nutzung | Ästhetisch ansprechende Screens |
| Tools | Figma, Adobe XD, Sketch, Balsamiq | Figma, Adobe XD, Sketch, Photoshop, Illustrator |
Merke: UX = „Wie fühlt es sich an?“ | UI = „Wie sieht es aus?“
4. Warum UI und UX zusammenarbeiten müssen
Ein gutes Produkt braucht beides:
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Nur UX ohne UI: App funktioniert, sieht aber langweilig oder unprofessionell aus → Nutzerbindung sinkt
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Nur UI ohne UX: App sieht toll aus, ist aber verwirrend oder schwer zu bedienen → Frust und Abbruch
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UI + UX zusammen: App ist intuitiv, funktional und visuell ansprechend → Zufriedenheit, Engagement und Conversion steigen
Praxisbeispiel: Spotify
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UX: Einfacher Zugriff auf Playlists, Library und Suche → Nutzer finden Inhalte schnell
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UI: Dunkles, modernes Design, Icons und Animationen → App wirkt stilvoll und angenehm
5. Typische Beispiele für gute UI/UX Kombination
5.1 Social Media Apps
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UX: Scroll-Feeds, Stories, Swipe-Gesten
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UI: Icons, Farben, Microinteractions
5.2 E-Commerce Apps
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UX: Schneller Checkout, Filteroptionen
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UI: Produktbilder, Buttons, Animationen
5.3 Banking Apps
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UX: Intuitive Kontoverwaltung, einfache Überweisungen
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UI: Minimalistisches Design, klarer Fokus auf Kernaktionen
5.4 Lern-Apps
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UX: Fortschrittsanzeigen, motivierende Workflows
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UI: Farben, Icons, Belohnungen visuell darstellen
6. Wie Einsteiger UI/UX verstehen und anwenden können
6.1 UX lernen
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User Research: Interviews, Umfragen
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Wireframing: Struktur und Layout skizzieren
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Prototyping: Interaktive Mockups erstellen
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Usability Testing: Feedback sammeln und iterieren
6.2 UI lernen
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Farben, Typografie, Icons und Layouts gestalten
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Microinteractions und Animationen einfügen
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Design-Systeme nutzen
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Tools: Figma, Sketch, Adobe XD
6.3 Gemeinsame Praxis
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UX liefert die Basis für Funktionalität
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UI setzt die UX visuell um
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Regelmäßige Tests sicherstellen, dass beides zusammenpasst
7. Häufige Fehler bei UI/UX Design
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UX ohne UI: App funktional, aber unattraktiv
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UI ohne UX: App schön, aber unpraktisch
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Inkonsistente UI-Elemente
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Keine Nutzerforschung oder Testing
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Überladene Screens
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Vernachlässigung von Mobile-First Design
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Fehlendes Feedback und Microinteractions
8. Fazit: UI und UX gehören zusammen
Zusammenfassung:
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UX sorgt dafür, dass ein Produkt funktioniert und leicht bedienbar ist
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UI sorgt dafür, dass es attraktiv, konsistent und verständlich aussieht
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Beide zusammen erzeugen positive Nutzererfahrungen, steigern Engagement und fördern langfristige Nutzung
Merke: Wer den Unterschied versteht und beide Disziplinen kombiniert, kann Apps, Webseiten und Software gestalten, die nicht nur genutzt, sondern geliebt werden.












