Ein UV-Warner für das Handgelenk ist ein praktisches Wearable-Projekt, das ein alltägliches Problem adressiert: Viele Menschen unterschätzen die UV-Belastung, vor allem an bewölkten Tagen, in den Bergen oder am Wasser. Ein kompakter UV-Warner kann dabei helfen, das Risiko für Sonnenbrand zu reduzieren, indem er die aktuelle UV-Intensität und die „gesammelte“ UV-Exposition über die Zeit bewertet und rechtzeitig warnt – beispielsweise per Vibration, LED-Signal oder kurzer Anzeige. Wichtig ist dabei ein realistischer Anspruch: Ein DIY-Gerät ersetzt weder Hauttyp-Beratung noch medizinische Empfehlungen, kann aber als hilfreiches Erinnerungs- und Sensibilisierungstool dienen. Gerade am Handgelenk ist der Nutzen hoch, weil Sie das Gerät ständig tragen, Warnungen sofort wahrnehmen und das Verhalten anpassen können (Schatten suchen, Kleidung wechseln, Sonnencreme erneuern). In diesem Artikel erfahren Sie, wie ein UV-Warner technisch funktioniert, welche Sensoren sich für tragbare Projekte eignen, wie Sie Stromverbrauch und Baugröße in den Griff bekommen und wie Sie die Warnlogik so gestalten, dass sie im Alltag nicht nervt – aber zuverlässig vor riskanten Situationen schützt.
UV-Grundlagen: Warum ein Handgelenk-Warner sinnvoll sein kann
Ultraviolette Strahlung (UV) ist ein natürlicher Bestandteil des Sonnenlichts. Für die Haut ist vor allem die UVB-Strahlung relevant, weil sie Sonnenbrand auslösen kann. UVA dringt tiefer ein und trägt unter anderem zur Hautalterung bei. Für den Alltag wird die UV-Belastung häufig als UV-Index (UVI) kommuniziert, der das Sonnenbrandrisiko in Kategorien einordnet. Ein Wearable kann diese Information lokal verfügbar machen und zusätzlich die Expositionsdauer berücksichtigen – ein Punkt, den reine UVI-Apps oft nur indirekt abbilden.
- UV-Index ist momentbezogen: Er sagt etwas über die aktuelle Intensität aus, nicht automatisch über Ihre individuelle „Tagesdosis“.
- Exposition ist kumulativ: Kurze Spitzen können weniger kritisch sein als lange Aufenthalte ohne Schutz.
- Umgebung zählt: Reflexion durch Wasser, Sand oder Schnee kann die Belastung deutlich erhöhen.
- Wolken täuschen: Auch bei Bewölkung kann UV-Strahlung relevant sein.
Für belastbare Hintergrundinformationen bieten sich u. a. die WHO-Informationen zum UV-Index sowie die Empfehlungen des Bundesamts für Strahlenschutz zum UV-Index an.
Funktionsprinzip: Was ein UV-Warner am Handgelenk messen sollte
Ein praxistauglicher UV-Warner braucht zwei Dinge: eine möglichst sinnvolle Messgröße und eine Warnlogik, die Intensität und Zeit kombiniert. Viele günstige UV-Sensoren liefern nicht „den UV-Index“ als fertigen Wert, sondern messen UVA/UVB-Anteile oder eine spektral gewichtete UV-Intensität. Daraus kann man – je nach Sensor und Bibliothek – einen UVI-ähnlichen Wert ableiten oder eine relative Skala nutzen, die für Warnungen ausreicht.
- Momentwert: aktuelle UV-Intensität (z. B. UVI-ähnlich oder sensorrelative Einheit).
- Kumulierte Exposition: „UV-Punkte“, die über Zeit aufsummiert werden.
- Kontext: optionaler Hauttyp/Empfindlichkeitsmodus (z. B. „niedrig“, „mittel“, „hoch“).
- Warnkanäle: Vibration (diskret), LED (sichtbar), Display (informativ).
Warum Handgelenk-Messung nie perfekt ist
Am Handgelenk wird der Sensor ständig bewegt, teilweise durch Kleidung verdeckt und kann im Schatten der eigenen Hand liegen. Das ist normal. Ein UV-Warner muss damit umgehen: Er sollte Messwerte glätten, kurze Ausreißer ignorieren und eher als „Risikohinweis“ verstanden werden. Für eine bessere Reproduzierbarkeit hilft eine klare Trageposition: Sensorfläche nach oben, möglichst frei, ohne Ärmel darüber.
Geeignete UV-Sensoren für DIY-Wearables
Für kompakte UV-Warner haben sich digitale Sensoren mit I2C-Schnittstelle bewährt, weil sie wenig Platz brauchen und stabile Messwerte liefern. Achten Sie bei der Auswahl auf Versorgungsspannung (häufig 3,3 V), Stromverbrauch und Verfügbarkeit von Libraries. Drei verbreitete Kandidaten sind:
- VEML6075: UVA/UVB-Sensor, in vielen Modulen verfügbar; gut dokumentiert über Datenblatt und Community.
- SI1145/SI1147: UV-Index-orientierte Lösungen (je nach Modul), zusätzlich oft sichtbares Licht/IR.
- LTR390: UV- und Ambient-Light-Sensor, kompakt und für Wearables interessant.
Wenn Sie Sensoren vergleichen oder Details zur spektralen Empfindlichkeit prüfen möchten, sind Datenblätter und Herstellerseiten die beste Quelle, z. B. das Vishay-Datenblatt zum VEML6075 oder das Datenblatt zur SI1145/SI1146/SI1147-Familie.
Mikrocontroller-Auswahl: Ist der Pro Mini sinnvoll?
Für einen UV-Warner ist der Arduino Pro Mini als Steuerzentrale häufig ausreichend – vor allem, wenn Sie ein schlankes Display nutzen oder sogar komplett auf Display verzichten. Der Pro Mini ist kompakt, gut zu verlöten und eignet sich für feste Einbauten. Offizielle Informationen finden Sie im Arduino Pro Mini Guide. Für Wearables empfiehlt sich meist die 3,3-V-Variante, weil viele Sensoren und OLEDs nativ auf 3,3 V arbeiten und sich der Energiebedarf leichter reduzieren lässt.
- Pro: klein, günstig, stabil, große Community.
- Pro: gut für Sleep-Modi und eventbasiertes Messen.
- Contra: keine integrierte Ladeelektronik, kein Funk – beides erfordert Zusatzmodule.
Alternative Boards für noch kompaktere Wearables
Wenn Ihr Schwerpunkt stark auf Miniaturisierung und Komfort liegt, können Wearable-Boards mit integriertem LiPo-Lader oder sehr kleine Controller-Module die Gesamtlösung vereinfachen. Für ein robustes DIY-Projekt ist der Pro Mini jedoch weiterhin eine solide Wahl, solange Sie die Stromversorgung und das Laden sauber planen.
Stromversorgung am Handgelenk: Akku, Laden und Laufzeit
Am Handgelenk zählt jedes Gramm. In der Praxis haben sich flache 1S-LiPo-Akkus bewährt, weil sie bei wenig Volumen eine ordentliche Kapazität liefern. Eine Knopfzelle ist zwar kleiner, gerät aber bei Display, Vibration oder hellen LEDs schnell an Grenzen. Entscheidend ist eine sichere und wartbare Ladelösung. Sehr verbreitet sind kleine Ladeplatinen für 1S-LiPo mit USB, die sich im Gehäuse verstecken lassen. Alternativ sind magnetische Ladekontakte möglich, aber konstruktiv anspruchsvoller.
- LiPo (1S): gute Energiedichte, geeignet für Vibration und Display.
- Ladezugang: USB-Port oder Kontaktpads so integrieren, dass sie nicht stören.
- Schutz: Unterspannungsschutz ist wichtig, um den Akku nicht tiefzuentladen.
- Schalter: ein echter Ein/Aus-Schalter verhindert „Geisterverbrauch“ im Rucksack.
Laufzeit grob abschätzen (MathML)
Für eine erste Einschätzung reicht eine vereinfachte Rechnung: Kapazität
Low-Power-Strategie: Messintervall, Sleep und smarte Warnungen
Ein UV-Warner muss nicht permanent rechnen. Für den Alltag reicht oft ein Messintervall von wenigen Sekunden bis zu einer Minute – je nachdem, wie schnell Sie auf Veränderungen reagieren möchten. Durch Sleep-Modi können Sie den Energieverbrauch massiv reduzieren. Die Grundlagen der AVR-Sleep-Funktionen sind in der avr-libc-Dokumentation zu Sleep-Modi beschrieben.
- Intervallmessung: z. B. alle 5–15 Sekunden messen, dazwischen schlafen.
- Glättung: Mittelwert über mehrere Messungen, um Bewegungsartefakte zu reduzieren.
- Warn-Rate-Limit: nicht alle 10 Sekunden vibrieren, sondern z. B. maximal alle 2–5 Minuten.
- Display nur bei Bedarf: Anzeige nur bei Tastendruck oder bei Warnereignis aktivieren.
Warnlogik: Von UV-Intensität zu verständlichen Signalen
Die größte UX-Hürde ist nicht die Messung, sondern die Interpretation. Ein guter UV-Warner kommuniziert klar, ohne zu überfordern. Bewährt hat sich eine zweistufige Logik: Erstens eine Intensitätsbewertung (z. B. niedrig/mittel/hoch/sehr hoch). Zweitens eine Expositionsuhr, die über Zeit Punkte sammelt und bei Erreichen eines Schwellenwerts warnt.
- Stufe 1 – Intensität: Ampel-Logik (grün/gelb/orange/rot) als schnelle Orientierung.
- Stufe 2 – Exposition: kumulative „UV-Punkte“ erhöhen sich proportional zur Intensität und Zeit.
- Personalisierung: Moduswahl für Empfindlichkeit (z. B. „heller Hauttyp“, „normal“, „robust“).
Kumulative Exposition als einfache Zeitintegration (MathML)
Wenn Sie eine Messgröße
Über definierte Schwellen (z. B.
Feedback-Kanäle: Vibration, LED und Mini-Display sinnvoll kombinieren
Am Handgelenk sind diskrete Signale besonders wertvoll. Eine Vibration ist gut spürbar und stört andere nicht. LEDs sind in heller Umgebung manchmal schwer erkennbar, funktionieren aber als Status-Check. Ein kleines OLED kann die aktuelle Stufe anzeigen, sollte aber nicht dauerhaft leuchten, um die Laufzeit nicht zu ruinieren.
- Vibration: ideal für Warnungen; kurze Muster statt Dauerlauf.
- Status-LED: Ampelfarbe oder Blinkmuster für Intensitätsstufe.
- Display (optional): aktueller UV-Wert, Warnstufe, „UV-Punkte“ und Akkuindikator.
Benutzerfreundliche Warnmuster
Warnungen sollten eindeutig, aber nicht nervig sein. Ein Beispiel: Bei „hoch“ einmal alle 5 Minuten ein kurzer Vibrationsimpuls, bei „sehr hoch“ zwei kurze Impulse, bei Erreichen der Expositionsschwelle ein längerer Impuls. So erkennen Sie die Situation ohne hinzusehen.
Mechanik und Gehäuse: Tragekomfort und Messqualität unter einen Hut bringen
Wearables scheitern oft an der Mechanik. Ein UV-Warner muss bequem sein, darf nicht drücken und sollte Schweiß sowie Spritzwasser überstehen. Gleichzeitig braucht der UV-Sensor eine freie „Sicht“ nach oben. Das bedeutet: Der Sensor gehört in die Oberseite des Gehäuses, möglichst unter ein UV-durchlässiges Fenster (Material sorgfältig auswählen), ohne dass metallische Ringe oder Rahmen Schatten werfen.
- Sensorfenster: möglichst dünn und UV-tauglich; keine stark UV-blockierenden Abdeckungen.
- Dichtung: gegen Schweiß und Regen, ohne das Fenster zu „vernebeln“.
- Bandbefestigung: stabil, aber wechselbar (z. B. Federstege oder Schraublösung).
- Servicezugang: Akku und Ladeport erreichbar halten.
Kalibrierung und Plausibilitätscheck: So wird der UV-Warner alltagstauglich
DIY-Sensoren liefern selten perfekte Absolutwerte. Trotzdem können Sie einen sehr nützlichen UV-Warner bauen, wenn Sie plausibel abgleichen. Eine einfache Methode ist der Vergleich mit UV-Index-Angaben Ihrer Region (z. B. über Wetterdienste) und das Beobachten typischer Tagesverläufe. Ziel ist nicht Laborpräzision, sondern eine Warnung, die im Alltag „gefühlt stimmt“.
- Vergleichsquelle: UV-Index-Informationen z. B. über UV-Index beim Deutschen Wetterdienst.
- Plausibilität: morgens niedriger, mittags höher, abends sinkend; bei Schatten deutlich geringer.
- Gleitender Mittelwert: reduziert Ausreißer durch Bewegung.
- Schwellwerte feinjustieren: Warnungen so einstellen, dass sie rechtzeitig kommen, aber nicht ständig.
Wichtiger Hinweis zur Gesundheit
Ein DIY-UV-Warner kann Verhalten unterstützen, ersetzt aber keine medizinische Beratung. Faktoren wie Hauttyp, Medikamente, Höhenlage oder individuelle Empfindlichkeit verändern das Risiko. Nutzen Sie offizielle Empfehlungen für UV-Schutzmaßnahmen, etwa die Hinweise des Bundesamts für Strahlenschutz zum UV-Schutz oder Informationen zu Schutzmaßnahmen der WHO zum Sonnenschutz.
Praxis-Setup: Ein realistischer Bauplan in Modulen
Für eine saubere Umsetzung ist ein modularer Aufbau empfehlenswert. So können Sie zuerst Sensor und Warnlogik testen, bevor Sie alles in ein Gehäuse integrieren. Ein typischer Projektablauf sieht so aus:
- Modul 1: UV-Sensor am Mikrocontroller auslesen, Werte stabilisieren (Mittelwert, Intervall).
- Modul 2: Warnstufen definieren, LED-/Vibrationsmuster festlegen.
- Modul 3: Expositionssumme implementieren und Schwellen testweise anpassen.
- Modul 4: Strom sparen (Sleep, Display nur bei Bedarf), Laufzeit messen.
- Modul 5: Gehäuse bauen, Sensorfenster, Band, Ladezugang integrieren.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
Viele UV-Warner-Projekte wirken auf dem Breadboard überzeugend, verlieren aber am Handgelenk an Zuverlässigkeit. Die folgenden Punkte sind in der Praxis besonders relevant:
- Sensor verdeckt: Ärmel, Jacke, Handhaltung – Lösung: Sensor bewusst platzieren und Glättung nutzen.
- Zu häufige Warnungen: führt zu Ignorieren – Lösung: Rate-Limit und klare Schwellen.
- Zu helles Display: frisst Akku – Lösung: Display-Timeout und reduzierte Helligkeit.
- Kein echter Ausschalter: Akku leer im Rucksack – Lösung: Hardware-Schalter oder sehr konsequenter Deep-Sleep.
- Ungünstige Gehäusematerialien: UV-Fenster blockiert UV – Lösung: Material testen oder offen lassen mit Schutzlippe.
Outbound-Links für verlässliche Informationen und Weiterentwicklung
- Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Index und Bedeutung
- Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Schutzmaßnahmen im Alltag
- Deutscher Wetterdienst: UV-Index und Gefahrenhinweise
- WHO: Fragen und Antworten zum UV-Index
- WHO: Sonnenschutz – grundlegende Empfehlungen
- Arduino: Pro Mini Guide (Board-Überblick und Einsatz)
- avr-libc: Sleep-Modi zur Stromersparnis
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