Wer kennt das nicht? Man erhält eine wichtige E-Mail, doch statt der erwarteten Dokumente oder Bilder findet man im Anhang nur eine kryptische Datei namens winmail.dat. Im Jahr 2026 ist dieses Phänomen zwar seltener geworden, tritt aber immer noch auf, wenn Absender Microsoft Outlook in einer bestimmten Konfiguration nutzen. Da Android dieses Microsoft-spezifische Format (TNEF) nicht nativ versteht, bleibt der Inhalt zunächst verborgen.
In diesem Guide erfahren Sie, warum diese Dateien entstehen, wie Sie sie mit den richtigen Tools auf Ihrem Smartphone blitzschnell öffnen und wie Sie das Problem für die Zukunft an der Wurzel packen.
Das Rätsel der winmail.dat: Was steckt dahinter?
Die Datei winmail.dat ist kein Virus, sondern ein Container-Format von Microsoft (Transport Neutral Encapsulation Format).
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Der Grund: Wenn ein Outlook-Nutzer eine Mail im “Rich-Text-Format” (RTF) sendet, packt Microsoft Formatierungen (fett, kursiv), Kalenderanfragen oder die eigentlichen Dateianhänge in diesen Container.
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Das Problem: E-Mail-Dienste und Betriebssysteme außerhalb des Microsoft-Kosmos (wie Android oder iOS) können diesen Container nicht automatisch entpacken und zeigen ihn daher als nutzlose
.dat-Datei an.
Strategien zum Öffnen von winmail.dat-Dateien
Je nachdem, wie oft Sie mit solchen Dateien konfrontiert werden, gibt es verschiedene Lösungswege:
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Die App-Strategie: Installation eines spezialisierten Winmail-Viewers für den häufigen Gebrauch.
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Die Online-Strategie: Nutzung von Web-Tools, wenn Sie keine zusätzliche App installieren möchten.
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Die Absender-Strategie: Den Absender bitten, seine Einstellungen zu ändern, um das Problem dauerhaft zu lösen.
Technische Anleitung: Schritt-für-Schritt zum Dateiinhalt
Methode 1: Nutzung einer spezialisierten Android-App
Es gibt im Google Play Store zuverlässige Tools, die winmail.dat-Dateien in Sekunden entpacken.
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Laden Sie eine App wie „Winmail.dat Opener“ oder „Letter Opener“ herunter.
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Öffnen Sie Ihre E-Mail-App und tippen Sie auf den Anhang winmail.dat.
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Wählen Sie aus der Liste der Apps den installierten Winmail-Opener aus.
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Die App zeigt Ihnen nun die im Container versteckten Dateien (z. B. PDFs oder Bilder) an. Sie können diese nun einzeln speichern oder direkt öffnen.
Methode 2: Online-Konverter im Browser nutzen
Wenn Sie nur einmalig eine solche Datei erhalten haben:
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Speichern Sie die winmail.dat Datei in Ihrem Download-Ordner.
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Öffnen Sie im Browser eine Seite wie winmaildat.com oder https://www.google.com/search?q=parsetnef.com.
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Laden Sie die Datei dort hoch.
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Der Server extrahiert die Inhalte und bietet Ihnen die eigentlichen Dokumente zum Download an.
Methode 3: Dateiendung manuell ändern (Nur für Experten)
Manchmal handelt es sich bei der winmail.dat eigentlich nur um eine PDF, die falsch benannt wurde.
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Nutzen Sie die App „Files by Google“.
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Suchen Sie die Datei und wählen Sie „Umbenennen“.
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Ändern Sie die Endung von
.datzu.pdfoder.jpg. Falls Sie Glück haben, lässt sich die Datei nun öffnen. Dies funktioniert jedoch nur in etwa 10 % der Fälle.
Tips
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Absender informieren: Wenn Sie regelmäßig winmail.dat-Dateien von derselben Person erhalten, geben Sie ihr den Tipp, die Sende-Einstellungen in Outlook von „Rich-Text“ auf „HTML“ umzustellen. Das löst das Problem für alle Empfänger weltweit.
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Vorsicht bei Web-Tools: Laden Sie sensible Dokumente (Verträge, Gehaltsabrechnungen) nicht auf öffentliche Online-Konverter hoch. Nutzen Sie in diesem Fall lieber eine lokal arbeitende App.
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Google Drive Vorschau: Manchmal kann die Vorschau-Funktion von Google Drive (wenn Sie die Mail dorthin verschieben) den Inhalt interpretieren, ohne dass ein externes Tool nötig ist.
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Dateigröße prüfen: Eine winmail.dat, die nur wenige KB groß ist, enthält meist nur Formatierungsinformationen (fett/kursiv) und keine echten Anhänge. Sparen Sie sich hier die Mühe des Entpackens.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu winmail.dat
1. Ist eine winmail.dat Datei gefährlich? In der Regel nein. Sie ist ein technisches Nebenprodukt von Microsoft Outlook. Wie bei jedem Anhang gilt jedoch: Öffnen Sie Dateien nur von Absendern, denen Sie vertrauen.
2. Warum kann Gmail die Datei nicht einfach so öffnen? Obwohl Gmail sehr fortschrittlich ist, unterstützt es das proprietäre TNEF-Format von Microsoft nicht nativ, um die Systemkomplexität gering zu halten.
3. Kann ich winmail.dat Dateien auch ohne App lesen? Ja, über die in Methode 2 beschriebenen Online-Dienste.
4. Kostet das Entpacken dieser Dateien etwas? Die meisten Apps im Play Store bieten eine kostenlose Basisversion an, die für den privaten Gebrauch völlig ausreicht.
5. Kann ich selbst versehentlich winmail.dat Dateien versenden? Nur wenn Sie die Outlook-App nutzen und dort das Rich-Text-Format für Ihre ausgehenden Mails aktiviert haben. Standard-Mail-Apps auf Android versenden immer im kompatiblen HTML-Format.
Schluss mit dem Dateisalat
Das Problem der winmail.dat-Dateien ist ein klassisches Beispiel für Software-Inkompatibilität, das sich jedoch mit den richtigen Werkzeugen unter Android im Handumdrehen lösen lässt. Ob per App oder Web-Tool – Sie müssen nicht mehr warten, bis Sie wieder am PC sitzen, um Ihre Outlook-Anhänge zu sichten. Mit diesem Wissen bewahren Sie auch unterwegs einen reibungslosen Workflow.












